Victor & Rolf


30. Wochenrückblick

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Jumpsuit: Dawid Tomaszewski
Schuhe: Stuart Weitzman
Location: Amano Central

Ich betreibe Berlin Flucht.
Ich glaube das habe ich schon sehr sehr lange nicht mehr gemacht, aber das Wetter war wirklich eine Katastrophe, sodass ich schon keine Motivation mehr hatte überhaupt vor die Tür zu gehen vor lauter Angst urplötzlich von einem Schauer erwischt zu werden. Zumal so viele meiner Freunde sich grade an allen möglichen Orten auf der Welt verstreut aufhalten – nur eben nicht in Berlin. Und eine leere, verregnete Stadt ist einfach nicht geil – selbst wenn es sich um meinen Lieblingsort handelt. Doch bevor es nach Kopenhagen, NY und Tokio geht, statte ich einer deutschen Stadt mal wieder einen Besuch ab: Dortmund.
 
Kein Scherz. Während ich das hier schreibe sitze ich grade in meinem gemütlichen Hotelbett in Dortmund, ein bisschen platt nach einer langen Reise und einer kurzen Nacht und besuche mal wieder den Ort, an dem ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin. Obwohl mein Auszug schon 10 Jahre her ist, kann ungefähr an einer Hand abzählen, wie oft ich seither dort war.
 
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich so entwurzelt fühle in letzter Zeit und deswegen den Bezug zu meiner alten Heimat nicht ganz verlieren möchte, auch wenn ich in Berlin ein wunderbares Zuhause gefunden habe. Trotzdem ist es schön, sich auch mal zurückzubesinnen und die Dinge vielleicht noch mal neu zu erleben oder auch von einer anderen Seite zu sehen.

Oder vielleicht hat das irgendwas mit dem Älterwerden zu tun, dass ich mich in letzter Zeit so nostalgisch gebe, denn in letzter Zeit ließ mich der Gedanke nicht mehr los nach 10 Jahren noch mal durch die Gassen der Stadt zu laufen und mich einfach noch mal zu fühlen wie ein Teenager, bevor die Erinnerungen noch mehr verblassen.
 
Tatsächlich war es vorgestern ein echt merkwürdiges Gefühl diese Stadt zu betreten und sich zu orientieren. Plötzlich konnte ich mich an total beiläufige Dinge erinnern wie die Eröffnung meines ersten Kontos oder der Kauf meiner ersten Digitalkamera. Eigentlich unwichtige Sachen, aber irgendwie doch kleine Meilensteine. Trotzdem ist es schön sich wieder zu erinnern und sich erneut zu besinnen, denn im Endeffekt sind es diese kleinen Momente, die uns zu dem Menschen machen, der wir sind und uns nach und nach formen.
 
Außerdem läuft in Dortmund grade das Juicy Beats, ein Festival im Park und lockert die Stimmung in der Stadt ein bisschen auf, gibt ihr eine tolle Atmosphäre und ist in jedem Fall ein guter Grund mal wieder ’nach Hause‘ zu kommen.

New in:
Eine Gucci Tasche. Und die dann wieder zurückgeschickt, weil ich die Qualität so furchtbar fand. Ich dachte wirklich – wirklich – ich gebe dem Label noch mal eine Chance, nachdem ich diesem Guccifever ja eher skeptisch gegenüberstehe. Aber nö – das mit mir und Gucci – das soll einfach nicht sein. Außerdem Sternchenboots, bei denen mir bei dem ersten Mal tragen gleich beide(!) Absätze weggebrochen sind. Irgendwie nicht so richtig viel Glück gehabt diese Woche….

Verrückt:
Am Ende ist die Welt doch ganz winzig habe ich festgestellt. Denn selbst in Dortmund, so weit weg von Zuhause treffe ich Menschen, die ich aus Köln oder Berlin kenne. Und irgendwie ist das ein wunderbares Gefühl, dass man sich sonst wo befinden kann und es immer Menschen gibt, die einem das Gefühl von Zuhause geben, egal wo man sich grade befindet. Verrückt!

Gegessen:
herzhafte Foodtruck Churros der Churro‘ Bro’s aus Köln. Mhhhhhhh!

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24 Kommentare


  1. Ich kenne das Nostalgische so so gut. Nachdem ich mit 19 vom Land in die Großstadt geflüchtet und vor ein paar Jahren wieder zurückgekehrt bin, begleitet mich die Nostalgie immer noch. In beide Richtungen.

    Mittlerweile bin ich 32 und fühle mich ehrlich angekommen, vermisse aber dennoch beide Welten, die in meinem Kopf und Herz offensichtlich einfach nicht örtlich, sondern emotional verankert sind.

    Ich glaube, das ist das Älterwerden. Das Zurückerinnern und ein Perspektivenwechsel, der zu einem gewissen Zeitpunkt einfach stattfindet. Manchmal kommt es mir vor, als läge die Jugend in einer Art Blase. Einer Seifenblase, in der das eigene Spiegelbild den Blick nach außen ein wenig verzerrt oder sogar versperrt.

    Die Rückprojektion des an der Welt gewonnenen Verständnis des eigenen Seins lässt uns dann im Alter vielleicht auch so nostalgisch werden und uns verstärkt hinterfragen, wer wir waren, sind und was wir sein werden oder wollen. Wird es wieder so sein wie früher? Wird es besser? Wie ist es gerade und wo treibt es (oder ich selbst) mich hin? Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass man in jungen Jahren schon mit der Rolle des Seienden im Hier und Jetzt oft komplett überfordert scheint. Und das ja auch nicht zu Unrecht.

    Antworten

    1. Oh man das freut mich, dass es scheinbar nicht nur mir so geht!

      Ich denke manchmal ist es auch in Ordnung, wenn man Orte und Erinnerungen so lässt, wie sie sind und sie nicht versucht neu zu durchleben :(

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    1. hahahah :D

      es war auch total schön, aber ich würde niemals mehr tauschen können :D

      Antworten

  2. Liebe Masha,

    mit Gucci ging es mir letztens ähnlich. Ich tigerte eine ganze Weile um die GG Marmont Mini in rot umher und habe sie mir vor ein paar Wochen dann auch gekauft. Nach nur zwei Mal tragen ist auf der Rückweise, wo die beides Gs vernäht sind, ein Faden einfach so rausgekommen. Da ist kein Kratzer gewesen, keine anderen Fäden rausgekommen. Der Store Manager im KaDeWe war super zuvorkommend und ich habe sie gegen ein stabileres Modell eingetauscht. Da das meine erste Gucci-Tasche war, war ich total enttäuscht. Hoffentlich läuft es mit der anderen nun besser …

    Finde es dementsprechend auch super, dass du sie dann einfach zurück schickst. Für das Geld will man ja auch was geboten bekommen … :D

    Ganz liebe Grüße!

    Antworten

    1. hm, das ist natürlich besonders ärgerlich :(
      Schade! Ich hoffe das neue Modell hält länger!!!

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  3. Wie wahr, die Welt ist klein und es ist immer wieder erstaunlich, wo man bekannten Gesichtern begegnet.
    Churros – ich lese über all von diesen süßen Köstlichkeiten – das muss ein Zeichen sein. :)
    Katharina ktinka.com

    Antworten

    1. ja, ich habe auch schon welche genossen – aber bisher nicht in herzhaft!!! richtig lecker :))

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  4. Das Wetter war wirklich mehr als frustrierend, aber jetzt wird es ja hoffentlich endlich mal wieder schön :) Sehr schade, dass bei die die Qualität so schlecht war bei der Gucci Tasche, ich bin bis jezt mit meiner eigentlich ganz zufrieden. Aber finde es sehr konsequent, dass du sie dann auch wieder zurück gegeben hast. Denn für den Preis geht das einfach gar nicht.
    LG
    Brini
    http://www.brinisfashionbook.com

    Antworten

  5. Was für eine schöne Bar das Amaro ist! Die dunkle, edle und reduzierte Einrichtung gefällt mir sehr gut, und dien Outfit (tolle Teile!) hast du dort gut in Szene gesetzt. Es steht dir gut, sieht elegant und gleichzeitig entspannt aus, das gefällt mir. Ich selbst kann inzwischen immer schlechter lange auf hohen Schuhen gehen (hallo Hallux…).

    Die Sektgläser sehen ja komisch aus, eher wie Zylinderrohre, und ich finde das Trinkgefühl aus so engen Röhren nicht so gut. Flöten sind mir persönlich lieber und würden auch von der Optik (Eleganz statt Industrial-Stil) viel besser zur Champagnermarke passen!

    Deine Erfahrungen mit der Qualität von Luxus-Designermarken interessieren mich sehr! Durch die Verlagerung von Produktionsstätten in Billig(st)lohnländer hege ich immer häufiger den Verdacht, dass sie zu billig und schnell produzieren, anstatt nachhaltige und zeitüberdauernde Qualitätsprodukte herzustellen. Luxusdesign, das sich nicht mehr durch Langlebigkeit und höchste Qualität (bei gleichzeitig höchsten Preisen…) auszeichnet, hat seinen Sinn für mich verloren.
    Welche Qualitätsmängel oder Punkte, mit denen du nicht zufrieden warst, hast du z.B. an der Tasche festgestellt? Bei welchen Labels findest du die Qualität durchgehend hervorragend, und gibt es (neben dem Doppel-G) noch andere Luxuslabels, die du – gerne ohne konkrete Nennung – aus Qualitätsgründen meidest?

    Ich war am WE auf der schönsten Hochzeit, die ich je erlebt habe – eine Gruftihochzeit, ganz in schwarz-weiß-grau, die so voller Individualität, Akzeptanz, Liebe und Verständnis geprägt war, wie keine zuvor. Interessantes Detail: trotzdem wurden mehr Traditionen als auf allen andren Hochzeiten davor erfüllt!

    Antworten

    1. Ja, ich war auch sofort hin und weg als ich das Interior gesehen habe. Genau so stell ich mir eine richtig cool Bar vor: mit Samtmöbeln, hohen Decken und einem coolen Ausblick!! Wir waren ganz alleine dort, aber ich könnte mir vorstellen, dort meinen geburtstag oder sowas zu feiern. So hübsch war es da :)

      Und wegen der Qualität:
      ich mochte das Leder nicht. Es war Ziegenleder und ganz doll hart und vernarbt, ein bisschen wie Kunstleder.
      Dadurch wirkte die Tasche einfach ‚billig‘
      Aber nicht nur das Leder, auch die anderen Stoffe wirkten einfach nicht qualitativ: die Baumwollschleife und der Metallkopf. Gucci geht grade scheinbar auf Masse und schrauben gleichzeitig die Preise hoch. Keine Ahnung wie lange das noch gutgeht….

      Hervorragend finde ich beispielsweise die Qualität von Celine. Ich wundere mich bis heute wie meine Tasche mit ihren schmalen Henkeln so viel aushält. die muss echt krass vernäht sein, dass sie mir noch nicht gerissen ist :)

      Außerdem mag ich Closed sehr gern. Die Qualität der Sachen ist echt der absolute Hammer!

      Das mit der Hochzeit freut mich total zu hören! Ich kann mir übrigens gut vorstellen, dass man an gewissen Traditionen hängt, insbesondere wenn es so angenehme Dinge sind, wie beispielsweise dieser Hochzeitsbrauch mit: „Etwas Altes, etwas Neu­es, etwas Geborg­tes, etwas Blau­es“
      oder von welchen Traditionen sprichst du? <3

      Antworten

      1. Stimmt, von der guten Qualität von Closed konnte ich mich auch schon im Geschäft überzeugen!

        Ich spreche von folgenden Hochzeitstraditionen (wurden nicht alle in dieser Hochzeit verwendet):
        1. Brautübergabe: die Braut wird meist vom Vater, nachdem alle Gäste da sind, „hereingeführt“ und an den Bräutigam übergeben. Check!
        2. weißes Kleid (check!) und Ringe tauschen (check)
        3. Brautstrauß werfen
        4. Spalier und das Paar mit Reis bewerfen (Reis ist ein Fruchtbarkeitssymbol und soll für viele Kinder sorgen).
        5. Spielchen: die Frischgetrauten müssen ihre Zusammenarbeit gleich unter Beweis stellen, indem sie z.B. direkt nach der Trauung vor der Kirche/Location Aufgaben mühevoll erfüllen müssen: Ein riesiges Herz in einem Leintuch mit Nagelscheren ausschneiden, oder einen Baumstamm mit einer großen, alten Handsäge (wo einer an jedem Ende steht und zieht) durchsägen. (Check – nur gab’s am Ende Hilfe mit der Motorsäge)
        6. Braut stehlen
        7. Braut über die Schwelle tragen
        8. Geschenke nicht bloß übergeben, sondern „erarbeiten“ lassen: sie beiden musste Gläser voll Geld aus einem Betonblock herausstemmen, und mit Schwimmflossen Luftballons zertreten, um an das Geld darin zu kommen :D
        9. Natürlich Torte, große, schöne Torte! :D (cheeeeck! sie war spektakulär!)
        10. Gastgeschenke als Dankeschön. (check)
        11. Morgengabe

        Vieles davon kommt uns nicht wie Traditionen vor, sondern eher wie ein normaler Hochzeitsablauf, tatsächich stehen aber so gut wie immer alte Traditionen dahinter!

        <3

        Antworten

        1. Uhhh das klingt vor allem nach einer sehr lustigen und amüsanten Hochzeit! :)
          Ach das freut mich, dass du so eine wunderbare Zeit hattest! Interessant auch, dass ich die meisten der Traditionen nicht kannte…

          Antworten

  6. Sehr schönes Outfit. Jumpsuits stehen dir immer sehr gut! Back to the roots… den Wurzeln nachreisen braucht’s manchmal einfach.

    Antworten

  7. Das mit der Gucci Tasche ist ja ärgerlich… da denkt man doch man bekommt für sein Geld etwas geboten und dann das… Schade.
    Schön das es dich mal wieder in die alte Heimat verschagen hat. :) Bei mir ist es im Moment auch so das gefühlt jeder gerade irgendwo auf Urlaub ist. :D
    Liebste Grüße Tamara

    Antworten

    1. ja, aber es gibt ja genug schöne Alternativen. Vielleicht ist es auch einfach nicht mein Label und andere würden sich an dem Leder gar nicht stören!
      :/

      Antworten

  8. muss ja echt spannend sein – nach 10 jähren wieder mal durch die Gassen der alten Heimat zu spazieren!
    ich wohne zwar an dem Ort wo ich aufgewachsen bin, aber ich habe mal ein halbes jahr in Brüssel studiert u bin dort jeden tag durch die Straßen gelaufen – freue mich wenn ich wieder mal dort bin!

    man oh man – so ärgerlich wenn man so viel geld für teuere Sachen ausgibt u dann die Qualität nicht passt – hab zum Geburtstag auch einen MCM Tasche geschenkt bekommen u beim Anhänger sind lauter losgelöste Fäden gewesen – wurde auch zurückgesendet …

    der jumpsuit steht dir auch so gut – u masha du hast so einen tollen Gesichtsausdruck auf den Fotos! musste mal gesagt werden!

    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

    Antworten

    1. ja das war es in der Tat! Es war richtig richtig schön :)
      Ich kann es dir nur empfehlen!

      Und danke für das liebe Kompliment!

      Antworten
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