Victor & Rolf


31. Wochenrückblick

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The greatest challenge in life is discovering who you are.
The second greatest is being happy with what you find.

Gefühlschaos 1000.
Wie manche mitbekommen haben, habe ich zur Zeit ein bisschen privaten Kram, der mich ein paar Nerven kostet. Umso besser, dass es nun losgeht mit der Reisezeit, die mich hoffentlich wieder auf andere Gedanken bringt. 3 Monate waren genug Auszeit in Berlin, sodass ich mich wieder bereit fühle für aufregende 2 Monate, die vor mir liegen. Los geht es mit Kopenhagen, wo nächste Woche die Fashion Week stattfindet. Es wird mein drittes Mal in der dänischen Hauptstadt sein und bisher war die Kopenhagener Fashion Week immer ein echtes Highlight – modisch und menschlich betrachtet. Einzig und allein die Wetterbedingungen machen mir ein bisschen Sorgen, wobei ich mich ernsthaft frage, ob die katastrophaler sein können, als in Berlin. Aber wenigstens ist mein Garderobe (teilweise) so bunt, dass es das Grau schon vertreiben wird.
 
Doch neben Kopenhagen freue ich mich auch schon auf meine New York Reise diesen Monat und endlich auch auf ein Fernsehformat, für das nun alle Zeichen auf Grün stehen, ich aber noch nicht viel verraten darf. Im September wird gedreht, doch fürs Erste muss ich Stillschweigen bewahren und ganz ehrlich Freunde: es fiel mir selten so schwer.
Dabei freue ich mich sooooo sehr!
 
Gleichzeitig ärgere ich mich aber auch über die Ironie des Schicksals: immer wenn es beruflich tiptop läuft, läuft es privat nicht so – und andersrum. Oder vielleicht ist es auch ein Glücksfall, denn in dem Fall fängt das eine das andere auf. Ich versuche es mal positiv zu sehen :)

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Gedacht:
Ich weiss nicht genau warum, aber euch ist sicherlich in den letzten Wochen und Monaten aufgefallen, dass ich ziemlich viel dafür gegeben, alte Bindungen neu zu stricken und alte Zerwürfnisse zu aus der Welt zu schaffen. Es ging mir dabei weniger, um einen regelmäßigen Kontakt und neu belebte Freundschaften, als darum alte Missverständnisse, Streitereien und ungelöste Situationen aus dem Weg zu räumen. Ich weiss auch nicht, warum ich so ein intensives Bedürfnis danach habe, aber es ist nunmal da.
 
Früher habe ich mich nicht getraut die Wahrheit offen zu sagen und damit mein Innerstes preiszugeben. Ich bin Konflikten stattdessen aus dem Weg gegangen oder habe es einfach gut sein lassen. Dabei reicht es einfach nur ehrlich miteinander zu sein und das auszusprechen, das im Kopf herumgeistert, auch dann, wenn es schwer fällt. Ich wollte reinen Tisch machen, vielleicht neu anfangen und irgendwie scheint es mir nicht so richtig zu gelingen. Meine zarten Kontaktversuche stoßen fast überall auf Ablehnung, höflich meist, aber dennoch. Ich fühle mich missverstanden.
 
Ich frage mich, warum das so ist. Warum man sich nach Jahren nicht auf Augenhöhe wie zwei Erwachsene begegnen kann? Ob die Verletzungen so tief liegen? Ob ich ein Mensch bin, der nur Verwüstung angerichtet hat? Oder woran genau es liegt, dass Menschen sich vor einer Konfrontation mit mir fürchten?
Was auch immer es ist: ich muss lernen einen Schlussstrich ziehen können. Unausgesprochen und für mich allein.

Gesehen:
Planet der Affen
Ehrlich gesagt war mir der Film ein bisschen zu krass. Lauter tote Affen, wütende Menschen und eindeutig zu viel Brutalität. Zwar regt der Film zum Nachdenken an und es gibt die ein oder andere lustige Szene, aber nach Ende des Films hatte ich noch Stunden später ein flaues Gefühl im Bauch. Ich glaube ich bin einfach zu weich für solche Filme, aber wer Dystopien mag und vielleicht auch kein Happy End braucht, sollte sich den unbedingt anschauen – am besten in 3D, denn da kommt dieses Feeling perfekt rüber!

Gelesen:
„Viele sagen ihr seid verwöhnt, nicht leistungsbereit und zu anspruchsvoll. Das stimmt, aber das waren alle vor euch auch, aber sie haben es vergessen.
Ich glaube ihr seid viel ehrlicher, als ich es war. Ihr fragt schon im ersten Gespräch nach home office, flexiblen Arbeitszeiten und wie Überstunden abgefeiert werden können.(..) Und was euren neuen Chefs, die alle noch die gute alte Schule der Führung gelernt haben, am meisten auf die Nerven geht, ist dieses immer noch mal und noch mal alles in Frage zu stellen. Es reicht nicht mehr, Chef zu sein (oder Professor), um recht zu haben.“

 
Ich habe neulich diesen Brief eines Uni Professors gelesen und war ganz gerührt über die Worte, die er an seine Studenten richtete – und wie Recht er damit hat. Ich will gar nicht zu viel verraten, sondern lest einfach selbst und freut euch über das Lächeln, das dieser Brief in euer Generation Y-Gesicht zaubern wird.

Matchalatte:
Die letzte Folge war ein bisschen ruhiger meinerseits und emotionaler, weil Lisa und Ich unabhängig voneinander in einer kleinen Krise stecken. Es geht nicht vor, und auch nicht zurück und so stecken wir urplötzlich in einer Identitätskrise. Tja, und genau über dieses Gefühl sprechen wir :)

Fotos: Fee-Gloria Groenemeyer

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16 Kommentare


  1. Sogar deine Wochenrückblicke werden immer „deeper“ ;-) sehr schön – ich schätze deine ehrliche Art so sehr, es ist so angenehm deine Texte zu lesen! dein Schreibstil hat sich sooo verändert in den letzten Jahren!

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  2. Hey Liebes,

    ich glaube auch es wird dir gut tun mal wieder etwas anderes außer Berlin zu sehen, auch wenn du die Auszeit gebraucht hast! Was Planet der Affen angeht: Ich habe gestern mit Denis „VALERIAN“ im Kino angesehen, der war eigentlich ganz gut…. Planet der Affen wäre wahrscheinlich auch etwas too much für mich aber VALERIAN kann ich empfehlen wenn du ihn noch nicht gesehen hast :)

    Ansonsten hoffe ich einfach dass du es dir auch in Berlin gut gehen lässt, bis du wieder unterwegs bist. Und großes Lob an dich und Lisa für den letzten Podcast natürlich auch noch an dieser Stelle :)

    Happy monday!!

    Liebst,
    Jasmin

    couturedecoeur.com | Fashion Blog from Germany / Modeblog aus Deutschland, Köln

    Antworten

    1. oh Valerian will ich auch unbedingt (!) sehen <3
      Der ist bestimmt toll!!

      Und danke für das Lob :)
      Ich freu mich SO SEHR dass wir jetzt auch auf Spotify sind!!!

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  3. zu deinen „gedanken“… in so einem leben häuft man oft „menschen-baustellen“ an, die einfach nicht fertig werden. da bist du nicht allein, wenn ich auf kontaktaufnahmen keine oder nicht die erhoffte rückmeldung bekomme, denke ich, sind diese menschen eben momentan nicht am selben punkt wie ich. spreche nicht von „besser oder schlechter“, sondern eher von einem gefühlsspektrum dass von „die kann mich mal“ über „das kratzt mich nicht“ zu „ich schreibe ihr einen 10-seitigen brief“ immer wieder schwankt.
    long story short: nimm es nicht persönlich, timing ist oft alles. für solche dinge brauchen die anderen auch zeit, sich damit auseinander zu setzen.

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    1. vermutlich hast du Recht. Ich hatte eine ähnliche Diskussion gestern mit einer Bekannten am Tisch. Vermutlich verläuft für mich Zeit eben auch irgendwie anders. :/

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  4. Ein spannender Rückblick Masha :)
    Ich hoffe, dass es dir bald wieder besser geht und es sowohl beruflich als auch privat top läuft!
    Ich freue mich schon sehr auf deine Berichte aus Kopenhagen und New York. Noch mehr bin ich allerdings auf die Fernseproduktion gespannt!

    Liebe Grüße, Caro :*
    http://nilooorac.com/

    Antworten

  5. Hmmm… wenn du mit Menschen im Missverständnis auseinandergegangen bist, kann die höfliche Ablehnung eines Kontaktversuches zwei Gründe haben:
    1. sie haben zuletzt keine gute Erinnerung behalten und möchten nicht wieder eine neue, schlechte Erinnerung hinzufügen (negative Erwartungshaltung)
    2. Sie sind darüber hinweggekommen, wollen aber die alten Sachen nicht mehr an- und aufrühren, sondern es totschweigen, als wäre es nie gewesen (vermeidende Haltung). Vielleicht haben sie Angst vor neuem Drama?

    Hast du ihnen in den ersten Zeilen gesagt, dass du dich für etwas entschuldigen möchtest? Dass es dich immer noch begleitet und du gerne abschließen möchtest? (Ich versteh‘ dich so gut!)
    Manchmal hilft es, zu unterscheiden: können die anderen was dafür und liegt es daher in deren Verantwortung, oder kann ich was dafür, und ist es daher mein Ding? Oft nehmen wir von anderen Verantwortung über, ohne dass es unsere Sache ist, und fühlen uns, als müssten wir da etwas bereinigen – obwohl es deren Aufgabe wäre. Versuche, das klar zu identifizieren, und wenn es nicht deine Sache ist, distanziere dich davon, indem du sagst: „Das liegt nicht in meiner Verantwortung. Hier ist keine Aufgabe für mich. Das ist allein eine Sache von XYZ. Ich bin frei davon.“ – mir hilft das oft, weil ich z.B. häufig unbewusst (negative) Gefühle von anderen auf mich nehme und dann Dinge lösen und richten will, die nicht meine Sache sind. Z.B.: Freund ist grantig wegen einer Situation in der Arbeit – und ich muss mir sagen, dass das seine Angelegenheit ist und sein Ärger, und dass das nicht mir gehört. Dann springt der Ärger nicht (so sehr) auf mich über bzw. ich werde ihn wieder los. Ich kämpfe sehr oft mit Distanzierung.
    Du merkst gerade, dass Flucht keine Lösung ist, weil Schwierigkeiten auch über Jahre mitreisen können, und den emotionalen Rucksack schwerer machen. Setze viel daran, Probleme an Ort und Stelle zu lösen, statt sie versanden zu lassen. Du merkst gerade, wie zäh die Dinger sein können!

    Die Fotos sind sehr ruhig und stimmungsvoll, dass habt Fee und du sehr schön festgehalten. Ich erinnere mich noch so gut daran, wie du mir erzählt hast, dass du sie entdeckt hast, und wie sehr du dich darüber gefreut hast! Lass dich drücken – ich schick‘ dir Mut und Zuversicht, dass sich Schwierigkeiten mit Selbstreflexion und ruhiger Überlegung lösen lassen! Alles Liebe <3

    Antworten

    1. Hi Liebes <3

      das sind gute Ansätze, die mich zu Nachdenken bringen. Eigentlich hast du auch Recht, wenn ich darüber nachdenke, denn es obliegt nicht meiner Verantwortung. Trotzdem kann ich mich nicht davon frei machen, wenn ich denke auch immer, dass es auch Teil meiner Verantwortung ist. Am Ende gehören immer Zwei dazu, oder?
      Vielleicht haben sie auch einfach kein Bock. Ganz einfach.

      Und wegen dem Rucksack – shit, ja. Das trifft es genau. Vielleicht ist es mir nur deswegen aufgefallen, weil ich so viel Zeit Zuhause verbracht habe – ich weiss es nicht. Aber du hast Recht – er ist schwer und er nervt :(

      Übrigens begleitet mich Fee nach Kopenhagen! Ich freu mich schon so sehr drauf!!!

      xx

      Antworten

      1. Schön, dir ein kleines bisschen zurückgeben zu können.
        <3

        Antworten

  6. oh ich bin schon so neugierig auf deine fashion weeks looks – hab ja schon auf insta einen kleinen sneek peak gesehen! ahhh
    hm ich glaub manche dinge kann man auch nach jahren einfach nicht regeln… ich bin auch eher der da leider oft auf stur schaltet…

    plantet der affen steht ganz oben auf meiner liste für diese woche – ich mag bis jz alle teile – auch wenn kein happy end gibt!

    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

    Antworten

  7. Liebe Masha, Ich hoffe es wir bei dir privat wieder bergauf gehen, denn nach Regen kommt ja bekanntlich immer etwas Sonne :) ich finde es gut dass du dieses Verlangen hast alte Konflikte auszusprechen und somit deinen inneren Frieden zufinden, wichtig ist nur dass du dir vor Augen hälst dass dieses Gefühl oft nur einseitig kommt (ich spreche da auch aus eigenen Erfahrungen). Aber du kannst von dir sagen: immerhin hast du es versucht den Konflikt anzusprechen. Sonst es nun mal aber immerhin hast du einen Schritt in die richtige Richtung getan:) und vielleicht regt es den anderen ja zum nachdenken an und es kommt (irgendwann) ein kontaktversuch zurück:) mir hilft es manchmal alle meine Gedanken runterzuschreiben, sie mir laut vorzulesen, einfach um mich selbst zu hören, und den Brief dann in einem Umschlag versiegeln und ganz evtl jemandem zum aufbewahren geben. Dann hat man das Gefühl man hat sich „die Last“ runtergeschrieben und im übertragenden Sinne versendet :)
    Take care und viel Spaß auf deinen Reisen! xxx

    Antworten

    1. Ja so ein Brief kann oftmals helfen, das habe ich auch schon versucht :)
      Glücklicherweise kann ich ja auch immer sehr viel durch den Blog verarbeiten, was mich grade belastet (oder freut)

      Antworten
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