Überheblichkeit scheint grade im Trend zu sein, jedenfalls ist das mein Eindruck in letzter Zeit. Anders kann ich mir nämlich die Kollektionen von Vetements, Balenciaga & Co nicht erklären.
 
Sie zeigen Ledertaschen, die aussehen wie die IKEA Beutel für einen Euro (nur, dass man bei Balenciaga noch drei 0 dranhängt), Jacken, die wie die Sicherheitsjacken vom Flughafenpersonal (nur auch hier mit 2 Nullen extra) und DHL Shirts für 250 EUR. Das Ganze wäre ja noch lustig, wenn es ein Scherz gewesen wäre, aber Nein, diese Dinge wurden allesamt zum Verkaufsschlager und Menschen gaben ernsthaft einen riesigen Batzen Geld für diese Dinge aus. Warum? Ich schätze die Antwort ist einfach:
weil sie es können.
 
Weil Geld keine Rolle spielt und selbst diejenigen, bei denen Geld das eben doch tut, machen mit, weil sie Teil dieser Gesellschaft sein wollen. Einer Gesellschaft, der Geld egal ist und die es ganz lustig findet sich mal wie der Pöbel zu kleiden. Nur will man natürlich nicht wie das gewöhnliche Volk aussehen in ihrer gewöhnlichen Arbeitskleidung, aber da helfen die Modelabels ja neuerdings aus. Wozu 40 EUR für eine Jacke ausgeben, wenn man auch 2000 EUR ausgeben kann. Sieht fast genauso aus, nur sieht der absolute Modeprofi, dass man selbstverständlich nicht die billige Version trägt, sondern das 10fache ausgegeben hat.
Warum noch mal? Ach ja, weil man es kann.
Und der Pöbel eben nicht.
 
Willkommen in der Zweiklassengesellschaft.

Zugegeben, das habe ich sehr überspitzt formuliert, aber wenn man Teil dieser Branche ist, kommt man nicht umhin sich zu fragen, ob das denn eigentlich deren fucking Ernst ist? Oder aber man macht einfach mit und denkt gar nicht. Es ist eben ein weiterer Trend. Was soll so schlimm daran sein?
 
Doch für mich ist das mehr als nur ein Trend. Für mich ist das ein Statement – und keins, das ich mit Stolz tragen würde, es sei denn ich habe nun endgültig den Bezug zur Realität verloren. Diese Selbstverständlichkeit, mit der man ein Monatsgehalt für eine Tasche ausgibt und sie eine Saison später wieder für uncool erklärt, gipfelt nun in die Sinnlosigkeit einer DHLxVetements Kollektion, die ganz exklusiv in Leipzig stattfand und noch mehr DHL Shirts für 250 EUR zeigte. Die Presse war aus dem Häuschen: endlich darf man seine Komfortzone in Mailand und Paris verlassen und in ein echtes DHL Center jetten und sich für einen Tag wie richtige Arbeiter fühlen. Coole Posen vor DHL Kisten auf Instagram inklusive. Und Abends denkt man sich: puh – Gott sei Dank darf ich wieder nach Hause auf meine Samtcouch.
 
Was sich die Designer dabei denken? Keine Ahnung!
Ich kann mir nur kaum vorstellen, dass sie es wirklich ernst meinen, sondern einfach mal die ganze Modebranche verarschen. Und die Modegirls merken es nicht mal. Geben Geld für Logoshirt und Logobags und hauptsache Logo aus. Auch wenn es von DHL ist.

Mode wird nun eben von der Strasse diktiert. Wortwörtlich.

Übrigens: Nichts gegen DHL! Wenn es einen weiteren Nutznießer der digitalen Konsumgesellschaft gibt, dann wohl DHL und mein Paketbote, den ich häufiger sehe, als meine Freunde. Ich hätte sogar nichts gegen ein Fanshirt. Nur bitte nicht von Vetements.

Schaut mal ich kann es mir leisten 300 EUR für ein Shirt auszugeben – egal ob es von Gucci oder Balenciaga ist. Hauptsache jeder kann es von weitem lesen. Generell geht mir dieser Logohype mittlerweile immer mehr auf den Keks und ich fühle mich immer mehr zu Labels wie Celine hingezogen, die einfach nur schöne, klassische Mode und Qualität überzeugen und nicht durch Logos. Bei Celine ist das auch unnötig. Man sieht schon von weitem, dass diese Qualität kostet. Anders jedoch bei vielen Labels, die auf den Trendzug aufspringen.

Haben wir das wirklich nötig uns durch Logos zu profilieren?
Und wie weit soll das noch gehen?

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Wird die nächste Kooperation von Vetements in Zusammenarbeit mit KIK stattfinden? KIK Qualität inklusive? Und werden die Modegirls dann auch diese Kollektion feiern, die Kik Filialen stürmen und sich um die begehrten Pieces für das 10fache des Preises prügeln – nur weil Vetements drauf steht?
In meinen Augen ist das eine traurige Entwicklung. Außer für DHL. Sie dürften sich über den aktuellen Hype grade freuen und gehen als Sieger aus dieser Nummer raus. Selbst wenn sie morgen schon wieder out sind.

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Vorhang auf für den schönsten Stoff des Jahres:

Samt!

 

Lange ein Außenseiter in der Mode, feiert der edle Stoff nun seit einigen Saison wieder ein Comeback! Kein Wunder, schließlich gehört Samt zu den glamourösten aller Stoffe: ganz weich und zart schmiegt er sich an die Haut und war damals vor allem unter den Herrschern besonders beliebt. Heutzutage dürfen wir uns alle an dem luxuriösen Stoff erfreuen und tragen ihn nicht nur, sondern statten damit auch unser Zuhause aus. Erfahrungsgemäß fühlt sich kaum etwas so gut an, wie ein Abend auf einer gemütlichen Samtcouch!
 
Die Fasern der heutigen Bezüge sind glücklicherweise robuster als herkömmlicher Samt und deswegen auch ideal für Polstermöbel geeignet. Doch auch für Accessoires ist der schöne Samt ideal: die neuen Fasern sind relativ unempfindlich und bilden eine schöne Patina. Eine perfekte Alternative zu anderen Stoffen wie Leder. Ihr seid noch nicht überzeugt? Dann werft mal einen Blick in meine

 
20 sorgsam ausgewählten Lieblingsteile!
 
Ich liebe den schönen Stoff nämlich schon lange – egal wo und zu jeder Jahreszeit!

Oysho
Body

Jake’s
Pants

Fata
Earrings

Prada
Bag

Charlotte OlympiaFlats

Asos
Braces

Marc Jacobs
Beauty Case

Westwing
Armchair

Tipp: Da Samt schon mal auftragen kann, würde ich von engen Samthosen abraten. Insbesondere bei helleren Varianten mogelt man sich aus Versehen schnell mal das ein oder andere Kilo drauf.

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Orden Bee
Earrings

Oysho
Socks

Topshop
Blazer

Topshop
Pants

Monse
Velvet Heels

Tipp: Besonders cool sehen Samt Zweiteiler aus! Unbedingt ausprobieren!!

Alpha Industries
Velvet Bomber Turn Jacket

Ulla Johnson
Dress

Westwing
Stool

Oysho
Bathrobe

Tory Burch
Velvet Pumps

Urban Outfitters
Pencil Case

HerschelBackpack

„Black velvet and that little boy’s smile
Black velvet with that slow southern style
A new religion that’ll bring you to your knees
Black velvet if you please“

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Street Style in Berlin | AW17 | Outfit | Mode | Mantel: By Malene Birger | elegant, schick, kariert | Herbst | Winter

.Street Style in Berlin | AW17 | Outfit | Mode | Mantel: By Malene Birger | elegant, schick, kariert | Herbst | Winter | Prada Ribbon Tasche

coat: By Malene Birger
shoes: Vic Matie
bag: Prada

J

etzt neigt sich der Januar viel zu schnell dem Ende zu und ich muss sagen, es war ein richtig entspannter und schöner Monat für mich. Endlich habe ich es geschafft viele Dinge von meiner to-do Liste zu streichen und auch endlich sowas wie ein Privatleben zu führen. Und während ich das schreibe, muss ich schon wieder grinsen, weil das so hightytighty klingt.
 
Nein, ernsthaft: ich hatte diesen Monat einfach Spass und ehrlich gesagt kam der einfach in letzter Zeit zu kurz. Ich habe viel gearbeitet und wenig Ruhe gehabt und jetzt, nur einen Monat später fühle ich mich wie ein vollkommen neuer Mensch. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich in erster Linie versuche mich von innen zu ändern, als auch wirklich zu einem neuen Menschen zu werden. Ich bin positiver geworden und viel entspannter. Ich versuche die Dinge nicht mehr so ernst zu nehmen und andere zu akzeptieren. Ich mache mir weniger Sorgen, um die berufliche Zukunft als früher und stattdessen mehr Sorgen darum, wie ich mich konservieren kann.

Auch wenn ich nicht immer Glück empfinde, so versuche ich mich stets gut zu fühlen und Geist und Körper auf einem guten Niveau zu halten. Dieses Jahr wollte ich mehr Zeit haben und die Dinge ruhiger angehen lassen, anstatt immer zu hetzen und bisher gelingt mir das auch ganz gut. Außerdem möchte ich dieses Jahr MICH mehr in den Fokus stellen – was das heißt, werde ich euch sicherlich erzählen, wenn ich selbst eine konkretere Vorstellung davon habe. So oder so war es ein zufriedener Monat.
 
Trotzdem hat das Low Life leider bald auch wieder ein Ende, denn wie ihr vielleicht festgestellt habt, habe ich diesen Monat kaum gearbeitet. Diese Freiheit habe ich mir zwar genommen, aber jetzt muss es dann bald auch wieder losgehen.
 
Fürs Erste freue ich mich allerdings erstmal auf die Fashion Week in Kopenhagen nächste Woche! Mittlerweile habe ich ja so meine liebsten Fashion Weeks und die in Kopenhagen steht dabei ganz oben auf meiner Liste – kein Wunder! Fast nirgends ist die Mode so schön tragbar und die Stimmung so familiär wie bei unserem Nachbarn.

Street Style in Berlin | AW17 | Outfit | Mode | tshirt: Givenchy, Rock im Hahnentrittmuster| elegant, schick, kariert, sexy | Herbst | Winter

Home, sweet home:
Meine neue freie Zeit habe ich zwar nicht unbedingt in den Blog gesteckt – dafür aber in mein Zuhause – mein home, sweet home. Dieser Aussortierungsprozess dauert nämlich doch länger als erwartet und ständig formen sich neue Ideen in meinem Kopf wie ich hier und da noch was verschönern könnte! Seit ich nämlich alleine wohne, kann ich mich kreativ frei austoben und dementsprechend sind einige Neuerungen entstanden: ein dunkelblauer Flur, ein schwarzer Küchenboden, eine graue Decke und einige neue Möbel ziehen nach und nach bei mir ein. Ich habe mir beim Einrichten damals sehr bewusst viel viel Zeit gelassen und habe deswegen nun auch viel Raum für neue Ideen, die ich nun nach und nach verwirkliche. Ihr könnt euch auf jeden Fall schon mal auf die künftige Roomtour freuen :)

shirt: Givenchy
skirt: Maje
shoes: Vic Matie

Gelesen:
Ich lese zur Zeit ziemlich viel, auch viel Mist, aber hin und wieder ist auch etwas richtig Gutes dabei! In meinem Fall das Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari, der einen kritischen Blick auf die menschliche Evolution wirft und mit der Menschheit in gewisser Hinsicht auch abrechnet. Er stellt einige zentrale Fragen, die ich mir selbst vorher nie gestellt habe und wirft damit mein Denken um. Zur Zeit beschäftige ich mich sowieso viel mit Fragen der Zukunft und lese bzw. denke mich gerne in Szenarien rein, die vielleicht bald schon Zukunft werden könnten. Für alle, die sich ebenfalls gerne mit solchen Fragen beschäftigen ist dieses Buch genau das Richtige, denn es wird nie langweilig, obwohl keine Geschichte erzählt wird – naja, bis eben auf die eine große Geschichte der Menschheit.

Matchalatte
Es gibt endlich wieder eine neue Folge Matchalatte! Nach 1 Monat der Abwesenheit haben Lisa und Ich wieder eine neue Folge, die sich zwar auch ein bisschen um die Fashion Week dreht und die Zeit zwischen den Jahren, aber auch um unser Bedürfnis nach Nähe und Aufmerksamkeit. Es ist eine eher ruhige, teilweise auch alberne Folge geworden und ich bin mega happy, dass wir wieder da sind und jetzt auch endlich wieder ganz normal in einem mehr oder weniger wöchentlichen Rhythmus aufnehmen!

Street Style in Berlin | AW17 | Outfit | Mode | Samtkleid: Ulla Johnson | elegant, schick, samt, sexy, grunge, boho | Herbst | Winter

dress:Ulla Johnson
boots: Givenchy

Street Style in Berlin | AW17 | Outfit | Mode | Zweiteiler in rot: Mango, Gürteltasche von Gucci | elegant, schick, büro, sexy | Chef, Boss, Girlboss | Anzug für Frauen

two piece: Mango
bag: Gucci

Street Style in Berlin | Outfit | Mode | | elegant, schick, gestreift, sexy | Herbst | Winter

shirt: Comme de Garcon Play
pants: Drykorn
vest: Jil Sander

Last, but not least:
Vor einiger Zeit lernt ich eine junge Frau kennen, Kim. Sie arbeitet in einer PR-Agentur und war selbst Bloggerin. Wir machten zusammen ein Selfie und ich ließ mich sofort von ihrer positiven Art anstecken und verfolgte von da an grob ihren Weg. Unglücklicherweise bekam sie letztes Jahr eine Brustkrebsdiagnose, doch sie nahm es tapfer hin und ich selbst hatte keinen Zweifel, dass Kim, die Kämpfernatur, den Krebs besiegen würde. Sie ist jung, sie steckte voller Lebenswillen – warum sollte sie den Krebs nicht besiegen können? Dann wurde 2017 zu einem turbulenten Jahr für mich und ich verfolgte Kims Weg nicht weiter, abgelenkt von eigenen Problemen und Stress. Irgendwann vergass ich sogar ihren Instagram Namen und obwohl ich hin und wieder an sie dachte („Wie es Kim wohl geht?“ „Bestimmt hat sich den Krebs mittlerweile besiegt und postet nun Urlaubsbilder“) suchte ich nicht aktiv nach ihr. Bis ich diese Woche eher zufällig über ihr Profil stoß und mich erst freute sie wiederentdeckt zu haben – und dann unendlich traurig wurde, als ich gelesen habe, dass sie den Kampf nicht gewonnen hat. Sie ist tot.
 
Obwohl ich Kim nicht wirklich kannte und wir zwei Menschen waren, deren Wege sich eher zufällig kreuzten, bewegte mich ihre Geschichte unendlich und rief in mir eine unsagbare Trauer hervor. Sie war schließlich jung, entschlossen und der Tod schien ihr keine Option – wie konnte sie dann trotzdem sterben und der Krebs sie besiegen? Es gibt darauf keine Antwort, denn es ist das passiert, was Menschen gemeinhin als „das Leben“ bezeichnen.
 
Nichtsdestotrotz hat Kims Leben – und auch ihr Tod – bei mir Spuren hinterlassen und mich daran erinnert wie kostbar das Leben und die Gesundheit ist. Wie oft schiebe ich die Dinge, die mich glücklich machen beiseite und beschäftige mich mit banalen Problemen? Was bringt all der Ärger und Frust?
 
Stattdessen sollten wir das Leben feiern, die Tatsache, dass wir gesund sind nutzen und uns jetzt all die Träume und Wünsche erfüllen, die auf unserer Liste stehen.
Und ich hoffe sehr, dass es Kim, wo immer sie auch grade sein mag, endlich wieder gut geht.

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  • Getting ready for tonight and I cant wait to sharehellip
  • Two things prevent us from happiness living in the pasthellip
  • With all that Logomania Hype recently its funny to seehellip
  •          hellip
  • How a perfect Valentines Day should look like  davidnotjacobhellip

Die Autorin

Victor & Rolf

Masha Sedgwick ist ein persönlicher Fashion und Style Blog aus Berlin. Neben Mode schreibt die Fashionbloggerin auch häufig über Themegebiete rund um Beauty, Lifestyle und Reisen und gibt wertvolle Tipps, ob zum perfekten Make up, der täglichen Haarpflege, dem besten Hotel oder für den schönsten Städtetrip überall auf der Welt. Der Blog existiert bereits seit 2010 und dank der anspruchsvollen Bilder und persönlichen Texten gehört Masha Sedgwick mittlerweile zu den erfolgreichsten und reichweitestärksten Modeblogs in Deutschland, hat es auch zu internationaler Bekanntheit erreicht und wird regelmäßig im Print und Fernsehen gefeatured.

Masha Sedgwick is a personal fashion and style blog from Berlin. Besides fashion she also writes about beauty, lifestyle and travel and gives valuable tips, whether it's the perfect makeup, daily hair care or the best hotel. Masha Sedgwick runs her blog since 2010 and thanks to its high quality in text and image the blog Masha Sedgwick is now one of the most successful fashion blogs in Germany.

Маша Седжвик – автор личного блога, посвященного моде и стилю. В центре ее внимания не только модная одежда – она часто пишет на темы, связанные с красотой, образом жизни и путешествиями, освещает модные тенденции, а также дает ценные советы – например, как сделать идеальный макияж, как правильно ухаживать за волосами, как выбрать отель или куда поехать в отпуск. Блог Маши Седжвик существует с 2010 года. Благодаря интересным текстам и качественным фотографиям он стал одним из самых успешных блогов о моде в Германии и постепенно приобретает популярность за ее пределами.

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