Europa: Meine Heimat.

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Da sind wir nun.
Eine Woche vor der großen Europa Wahl und ein bisschen fühlt es sich so an, als ginge es um alles oder nichts. Und irgendwie stimmt das auch. Wir stehen tatsächlich vor einem wichtigen Wendepunkt, denn diese Wahl wird möglicherweise nicht nur für die nächsten 5, sondern sehr wahrscheinlich für die nächsten 50 Jahre richtungsweisend.

Wir müssen uns jetzt entscheiden.
Und wir müssen uns für Umwelt, für Freiheit und für die Zukunft entscheiden.

photo: Randy Colas

Bestes Beispiel ist wohl die Klimapolitik:
Die Fakten sprechen für sich und die Klimakrise steht uns nicht nur bevor – sie hat bereits begonnen. Wir sind bereits mitten drin in der globalen Erwärmung und kurz vor dem Point of no return.
Die dramatischen Folgen könnt ihr hier nachlesen.(link)
Zusammengefasst: unser Leben, wie wir es aktuell kennen wird nicht mehr weiter existieren. Und wahrscheinlich auch wir bald nicht mehr.

Damit wir die Grenze nicht überschreiten, muss in den nächsten 20 Jahren die gesamte Wirtschaft umgekrempelt werden. Von uns. Denn wir sind die letzte Generation, die wirklich noch etwas bewegen kann. Und Floskeln wie „der Markt wird’s schon richten“ funktionieren eben nicht mehr. Den besten Beweis dafür liefert uns die Gegenwart: Der Markt ist kaputt. Er ist nur auf Profitmaximierung aus und er ist wie ein Krebsgeschwür, das sich durch unsere Gesellschaft zieht. Durch unser Europa. Um dieses Geschwür zu stoppen, brauchen wir neue Regulierungen, möglicherweise sogar Verbote, denn anders geht es eben nicht. Es bringt nun mal nichts, wenn ein paar Einzelne versuchen ihren Fleisch- und Plastikkonsum zu reduzieren. Und wie soll man das überhaupt anstellen, wenn es fast unmöglich ist beispielsweise Plastik zu umgehen. Es müssen strikte Regelungen her, um die Probleme endgültig in den Griff zu kriegen. Anders werden wir es nicht schaffen. Freiheit ja – aber nicht auf Kosten unserer Umwelt.
Es geht schließlich um unsere Zukunft – und nicht um die Zukunft jener Politiker, die jetzt kurzfristig im Sinne der Lobby handeln und die Konsequenz ihrer Fehlhandlungen gar nicht mehr miterleben werden.

Deswegen müssen wir für ein friedliches Europa wählen gehen.
Für ein freies Europa.

DIE ZUKUNFT: DAS SIND WIR.

Doch Freiheit erwartet nur diejenigen, die sie auch wählen. Was häufig in einer Wohlstandsgesellschaft vergessen wird: eine Demokratie wird von den Menschen geformt, die in ihr leben. Wenn nur Rechtsradikale wählen gehen, radikalisiert sich auch Europa.
Wollen wir wirklich erneut von Radikalen regiert werden?

Ja, eine Demokratie ist Luxus, aber auch Verpflichtung. Sie verlangt Engagement, konsequente Aufrechterhaltung und kein: „die Anderen werden es schon richten.“
Jeder trägt Verantwortung.

Deswegen geht es nicht darum einfach wählen zu gehen, sondern es geht um so viel mehr. Es geht darum sich jetzt für ein demokratisches Europa zu entscheiden und ganz ehrlich, was sind Probleme von heute wert, wenn es morgen keinen Lebensraum mehr gibt?

Deswegen fragt euch bei der nächsten Wahl:

photo: Sara Kurfess

Will ich in einer Gesellschaft leben, in der man im dicken SUV durch die Großstadt fährt oder in der moderne Mobilitätskonzepte gefördert werden?

Will ich in einer Gesellschaft leben, in der tausende Menschen einfach im Mittelmeer ertrinken oder wir sie davor bewahren?

Will ich in einer Gesellschaft leben, in der die langfristige Erhaltung der Natur an oberster Stelle steht oder der kurzfristige Profit?

Will ich in einer Gesellschaft leben, in der nachhaltige Innovationen gefördert werden oder in der ausbeuterische Konzerne weiterfinanziert werden?

Will ich in einer Gesellschaft leben, in der ich permanent überwacht werde, oder in der ich frei leben kann?

Will ich in einer Gesellschaft leben, in der alle gleichberechtigt sind oder in der Diskriminierung Teil des Alltags ist?

Will ich in einer Gesellschaft leben, die achtsam mit dem Leben von Pflanzen und Tieren umgeht oder in der ausschließlich das Menschenleben von Wert ist?

Doch vor allem dürft ihr nicht vergessen, dass ihr nicht nur für euch wählen geht. Ihr geht auch für die wählen, die (noch) keine Stimme haben: ihr geht für eure jüngeren Geschwister wählen, für eure Kinder und auch für die Tiere, die an dieser Wahl nicht beteiligt werden, aber geduldig den Lebensraum mit uns teilen müssen. Vergesst nicht, wir stehen an einer Weggabelung und ihr entscheidet:
Nehmt ihr die rote oder die blaue Pille?


Wie wähle ich?

„In Deutschland findet die Europawahl am Sonntag, den 26. Mai 2019 statt. Deutsche und EU-Bürger, die in Deutschland leben, können wählen gehen, wenn sie mindestens 18 Jahre alt sind, die Wohnsitzbedingungen erfüllen, nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen und im Wählerverzeichnis ihrer Heimatgemeinde eingetragen sind. Man kann per Briefwahl und auch wenn man im Ausland ist, wählen.“

Wo wähle ich?

„Wahlberechtigte in Deutschland müssen, abhängig von ihrer Heimatadresse, in einem bestimmten Wahlraum wählen. Welcher Wahlraum das ist, steht in der Wahlbenachrichtigung. Wahlberechtigte können aber auch einen Wahlschein beantragen, mit dem sie per Briefwahl oder in einem anderen Wahlraum ihres Kreises oder ihrer kreisfreien Stadt (weil beispielsweise „ihr“ Wahlraum nicht barrierefrei erreichbar ist) wählen können.“

Wen wähle ich?

Wer am besten zu seinen Überzeugungen passt, findet man neben dem Studieren des Wahlprogramms auch hier:
YourVoteMatters (mein Favorit)
Voteswiper (berücksichtigt auch kleinere Parteien außerhalb DE)
Wahl-O-Mat (der Klassiker)

Anmerkung: Da es noch keine Sperrklausel gibt lohnt es sich auch, kleinere Parteien zu wählen, die dann mit nur 1-2 Sitzen ins Europaparlament einziehen können, aber mit ihrer Stimme dennoch was bewegen können wie beispielsweise Julia Reda oder Martin Sonneborn.


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Mai 18, 2019
Category - Politik, sonntagspost
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10 Kommentare

  1. Liebe Masha,

    ach, das Thema bewegt mich zur Zeit auch so sehr. Schade ist es, dass es viel zu wenige Blogger und andere Menschen im Internet/auf Social Media gibt, die über so etwas wichtiges reden. Man kann seine Reichweite eben auch für solche sinnvollen Dinge nutzen.
    Leider habe ich noch keine Stimme in dieser Wahl gehabt. Ich musste also voll und ganz auf die Vernunft der anderen vertrauen. Auch wenn ich nicht hundertprozentig zufrieden bin mit dem Wahlergebnis, man kann trotzdem sehen, dass die Gesellschaft jetzt vielleicht wachgerüttelt wurde und wir uns langsam, wenn auch nur mit kleinen Schritten, in die richtige Richtung bewegen.

    Danke für den Post!
    LG Charlie
    https://frischgelesen.de

  2. Liebe Masha,

    ich verfolge deinen Content nun seit ca 3 Jahren und bin von deiner Entwicklung so begeistert. Du hast mich total mitgerissen mit deiner reflektierten und kritischen Denkweise. Danke dafür.
    Ich bin Dozentin und nehme das Thema zur Zeit mit meinen Studenten durch – wir sind zwar im Bereich der Kinderheits- und Sozialpädagogik, aber gerade deshalb finde ich es umso wichtiger. Es ist schließlich unsere Klientel der nächsten 40 Jahre, die mit den Folgen der politischen Entscheidungen leben muss. Es gehört meiner Meinung nach in den pädagogischen Auftrag wählen zu gehen! Für die Kinder und Jugendlichen, für die Einrichtungen und Institutionen, für die Umstände der Sozialpädagogik, der Erziehung, der Bildung.

    Also DANKE, dass du mit deinen politischen Posts doch nochmal eine andere Zielgruppe erreichst, als Louisa Dellert oder Dariadaria.

    Ich freue mich schon auf deine nächsten Posts zu dem Thema

    Liebe Grüße

    Sophia

    1. Danke Sophia! Dein Feedback, insbesondere unter Berücksichtigung deiner Position, freut mich wirklich sehr!
      Ich glaube zur Zeit können wir nicht oft genug über das Thema reden in der Hoffnung doch noch etwas bewirken zu können!

  3. Liebe Masha.

    Stichpunkt achtsam… das Wort scheint für viele ein Fremdwort zu sein. Achtlos wird mit Tier und Pflanzen umgegangen. Geschweige mit dem Rest. Menschen reden viel, wenn der Tag lang ist. Tun aber nichts.
    Fleisch- und Plastikkonsum kenne ich nicht. Schon als Kind mochte ich kein Fleisch und hat sich bis heute nicht geändert. Plastik kommt mir nicht in die Wohnung und keine Plastiktüten.
    Eines sollten die Menschen nie vergessen: Die Natur braucht uns nicht, aber wir können ohne sie nicht leben.
    Jeder kann was dazu beitragen – man muss es nur wollen.

    Lieber Gruß

    Laura T.

    1. Hi Laura,

      ich finde es toll, dass du damit gleich aufgewachsen bist. Bei mir ist es noch ein Prozess, denn in meiner Familie gab es immer viel Fleisch und Plastik.
      Aber ich finde gut, dass der Wille da ist und sich die Gesellschaft (einschließlich mir) verändert.

      1. Liebe Masha,

        bei meiner Familie gabs immer Fleisch mit Mediterand Küche und Plastik auch. Nur weiß ich nicht, woher seit meiner Kindheit diese Abneigung gegen Flaisch und Plastik kommt.
        Es gibt viele Punkte die ich nicht unterstütze. Angefangen von Herstellern bis zum Konsum die keiner braucht. Ich fühle mich sehr gut so und erfreue mich was die Natur mir schenkt. Deshalb gebe ich mein Dankeschön an die Natur zurück.

        Liebe Grüße

        Laura T.

        1. Hi Laura,

          ich weiss noch als Kind wollte ich am liebsten Salat essen, aber meine Eltern fanden, das sei kein richtiges Essen. Also gab es immer „richtiges“ Essen mit schön viel Fleisch und Kohlehydraten. Das aus meinem Kopf zu bekommen war echt ein Prozess, der noch anhält, aber wenigstens habe ich seit letztem Jahr geschafft vegetarisch und mittlerweile fast vegan zu essen :)

          Das mit dem Plastik ist finde ich noch viel schwerer, denn selbst im bioladen ist super viel in plastik eingepackt! Aber, immerhin besser als diese Plastiktüten überall. Deswegen finde ich es so sinnvoll Einwegplastik zu verbieten, dann muss man diesen Eiertanz auch nicht mehr aufführen :)

          1. Hallo Masha,

            wenn man als Kind damit aufwächst ist es in der Tat ein Prozess es umzukehren. Jedoch wie bei allen Gewohnheiten oder Bequemlichkeit gilt hier der Wille. Bei mir war die Abneigung wohl schon im Gen. Vermute mal es liegt in mir ohne es zu wissen. Verpackte Lebensmitteln kaufe ich nie, sondern im Bio-Laden da ich dort Gemüse, Obst und Kartoffeln nicht verpackt erhalte. Inzwischen gibt es Läden die Ware ohne Verpackung an den Endverbraucher verkauft. Tolle Sache.
            Beim Verbot von Platik bin ich ganz bei dir. Leider wird in Deutschland viel geredet aber nicht gehandelt. In der Politik wünsche ich mir konsequentes Handlungsbedarf.
            Der Mensch sollte mehr die Bremse ziehen und nicht immer mehr Haben Wollen. Wir leben in einer Generation Untergang. Ist es das, was die Gesellschaft als Hinterlassenschaft für ihre Kinder wollen?
            Traurig dass Kinder statt Erwachsene für die Umwelt/Klimawandlung demonstrieren gehen. Mal ehrlich, dass ist ein Armutzeugnis für die Eltern. Ich würde mich als Mutter oder Vater schämen.

            Liebe Grüße

            Laura T.