Mode Berufe: Beauty-Redakteurin

working place of a beauty editor for Elle and Harper's Bazaar

„You either know fashion – or you don’t.“
Anna Wintour

 
 

Heute gibt es den zweiten Teil unserer neuen Serie „Mode Berufe“, ein Blick hinter die Kulissen diverser Jobs der Fashion-Branche. Dürfen wir vorstellen: Karoline, Beauty-Redakteurin bei Elle und Harper´s Bazaar. Jeden Monat füttert sie zwei der wichtigsten Printmagazine weltweit mit spannenden Inhalten aus dem Bereich Beauty, Schönheit und Kosmetik.
 
Digitale Medien sind auf dem Vormarsch und auch für die Neu-Münchnerin eine wichtige Informationsplatforn. Dennoch verschwinden gedruckte Modemagazine bis dato nicht von der Bildfläche und überzeugen durch Haptik, kreative Fotostrecken und das Gefühl „etwas in der Hand zu haben“ – auch für Karoline ein wichtiger Aspekt.
 
Wie sie an ihren Job gekommen ist, warum man sich bei der Wahl des Studiums nicht ganz so stressen sollte und wie ein klassischer Arbeitsalltag im Office eines Hochglanzmagazins aussieht, verrät die ehemalige Berlinerin im Interview.

 

 

Wie bist du zu deinem Job gekommen und was hast du vorher gemacht?
Ich bin ein ziemlich gutes Beispiel dafür, dass man nicht nur auf dem direkten Weg ans Ziel kommen kann. Obwohl ich bereits ziemlich früh wusste, dass ich bei einem Print-Modemagazin arbeiten möchte, habe ich mich nach dem Abi gegen einen Modestudiengang an einer privaten Uni entschieden und stattdessen Deutsche, Englische und Französische Literaturwissenschaft studiert. Auch wenn ich mich dabei durch so manches Seminar quälen musste, das nicht zu hundert Prozent nach meinem Geschmack war, bin ich sehr froh, das Schreiben, Recherchieren und Interpretieren von Grund auf gelernt zu haben. Nach meinem Abschluss ging es zurück nach Berlin und auf direktem Weg in die Mode. Ich wollte verstehen, wie Kleidung wirklich funktioniert und habe in einem kleinen Atelier nähen gelernt. Fest davon überzeugt, dass die Branche das richtige für mich ist, habe ich dann (gefühlt) hunderte Bewerbungen an sämtliche Modemagazine geschickt und landete kurz darauf im Beautyressort der ELLE. Im Anschluss schnupperte ich dann noch in die Lifestyleredaktion rein und kam schließlich für eine Assistenz ins Beautyressort zurück. Nach etwa einem Jahr folgte die Redakteursstelle und damit der erste wirklich feste Job. Inzwischen betreue ich nicht mehr nur die ELLE, sondern auch Harper’s Bazaar sowie elle.de und habe somit Einblick in zwei der wichtigsten Modemagazine auf dem deutschen Markt.
 
Was macht man als Beauty-Redakteurin?
Als Beautyredakteurin für ELLE, elle.de und Harper’s Bazaar bin ich vielseitig im Einsatz. Von der Planung der Themen, Produkttests und Pressereisen bis zum Schreiben der Artikel. Mein Schwerpunkt und meine Leidenschaft liegt zwar im Beautybereich, aber eigentlich geht alles Hand in Hand. Für unseren Online-Auftritt schreibe ich auch oft Mode- oder Lifestylethemen und bin in der Gestaltung meiner Artikel recht frei. Ich bin immer auf der Suche nach den neusten Trends, It-Labels und Lieblingslooks, die gut zu unseren Heften passen und lasse mich gerne von allen Seiten inspirieren: Internationale Presse, Blogs, Instagram – eigentlich bin ich in jeder freien Minute am scrollen, blättern oder lesen. Ab und zu produziere ich auch „Stills“ (Produktshootings) für ELLE oder elle.de. Sobald auf meinem Schreibtisch neue und hübsche Lippenstifte, Düfte oder Cremes landen, inszenieren meine Kollegin Christina und ich spontan kleine Beautywelten für Instagram. Im Grunde sind wir hier in der Redaktion eine Art Filter für alle neuen Produkte, Trends und Marken. Deshalb habe ich stets Augen und Ohren offen und versuche die besten Inhalte an unsere Leser weiterzugeben.
 
Wie sieht dein Arbeitsalltag bei ELLE und Harper´s Bazaar aus?
An einem ganz normalen Arbeitstag bin ich gegen 9 Uhr in der Redaktion, beantworte erstmal meine E-Mails und checke die Termine für den Tag. Je nachdem an welchem Punkt im Heft wir gerade stehen, geht es dann ans Aussuchen der Produkte, Sichten der Runway-Looks oder ans Texten. Obwohl der Job bei einem Modemagazin den Ruf hat, wahnsinnig luxuriös zu sein, ist er doch wie jeder andere und bedeutet harte Arbeit. Aber selbst im größten Stress nehme ich mir immer die Zeit für eine kurze Kaffeepause mit meinen liebsten Kollegen. Auch wenn ich danach etwas schneller schreiben muss, sind diese kleinen Auszeiten für mich notwendig, um kreativ und frei im Kopf zu sein. Abends geht es dann häufig zu Presseevents oder Shop-Eröffnungen, wo ich mir die neusten Branchen-News ganz genau anschaue und so schnell wie möglich über Instagram, elle.de oder die Hefte für alle zugänglich mache.
 
Welche Tipps würdest du Modestudenten und Graduates für die Praktika- und Jobsuche geben?
Stresst Euch nicht so sehr! Es ist im Endeffekt egal, ob du den perfekten Lebenslauf mitbringst, ob du mal ein Jahr Auszeit genommen hast oder dich umorientieren musstest! Was wirklich zählt ist, dass du gut bist in dem was du machst, Spaß daran hast und ein Mensch bist, mit dem andere gerne zusammenarbeiten. Ein bisschen Glück und das richtige Timing an der ein oder anderen Stelle gehören sicherlich dazu aber wenn du verlässlich und motiviert bist, ergibt sich der Rest von ganz alleine. Und besonders wichtig: Habt keine Angst Euch zu bewerben. Absagen gehören einfach dazu aber ich habe damals auch nicht geglaubt so einfach an mein Praktikum zu kommen. Im Nachhinein hat es mir alle Türen zu meinem jetzigen Job geöffnet.
 
Was gefällt dir an deinem Job am meisten und wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?
Ich persönlich liebe die Abwechslung in meinem Job. Mal gibt es Zeiten in denen eine tolle Einladung die andere jagt und man an die beeindruckendsten Orte kommt. Dann wiederum brütet man stundenlang über einem Text oder wühlt sich durch die neusten Produkterscheinungen. Ich kann organisiert und kreativ sein und sehe jeden Monat aufs Neue die Früchte meiner Arbeit. Das gibt mir unheimlich viel Zufriedenheit und die Gewissheit, dass ich genau da bin wo ich immer hin wollte. Was die Zukunft bringt, kann und will ich noch gar nicht sagen. Die Branche verändert sich derzeit massiv und es bringt meist sowieso nichts, sich einen Plan zurecht zu legen. Von daher gebe ich einfach mein Bestes, versuche offen für Neues zu sein und bin einfach gespannt wo es hingeht. Ob ich im Print bleibe, Vollzeit zu Online wechsle oder doch nochmal was ganz anderes mache – bisher bin ich bei solchen Entscheidungen immer mit meinem Bauch gegangen und damit ganz gut gefahren. Was auch immer es wird, ich bin mir sicher, es bleibt spannend!
Mehr von Karoline auf Instagram

 

This post is also available in Englisch Russisch



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