Monatsrückblick #7

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Es ist geschafft.

Die Fashion Week ist grade vorbei und ich bin noch dabei mich zu sortieren – mental, wie auch körperlich.
Wie immer war es intensiv, schön, anstrengend und inspirierend, nervig und alles irgendwie gleichzeitig. Es ist immer wieder schön vertraute Gesichter wiederzusehen, aber eben auch Neue kennenzulernen.

Mode ist einfach ein wichtiger Teil meines Lebens und ich liebe es, mich modisch auszudrücken. Das stelle ich immer wieder fest und auch wenn ich immer mal wieder Abstand zur Mode brauche, so ist sie einfach Teil meiner Identität. Gleiches gilt, wenn Fashion Week in Berlin ist – das ist dann immer ein bisschen wie Klassentreffen. Gleichzeitig ist das auch ein bisschen schade, weil es mir schwerfällt ein echtes Gespräch aufzubauen, wenn man doch gleichzeitig mit Hallo-sagen beschäftigt ist.
Hallo hier, Hallo da.
Und am Ende der Woche fühle ich mich, als hätte man mich einmal auf links gedreht. Doch auch das gehört irgendwie dazu und ist schon fast zur Routine geworden. Es zwingt mich schließlich keiner dazu. Überhaupt habe ich mit den Jahren, auch wenn ich manchmal darüber schimpfe, die Modebranche ins Herz geschlossen. Es ist ein bisschen wie mit Familie, man meckert, aber eigentlich hat man sich doch ganz gern und hält in harten Zeiten zusammen.

Masha Sedgwick | Freunde von Freunden Apartment Berlin Kreuzberg | Fashion Shooting | Summer | Indoor Location | Light and Shadow Aesthetic
Masha Sedgwick | Freunde von Freunden Apartment Berlin Kreuzberg | Fashion Shooting | Summer | Indoor Location | Light and Shadow Aesthetic
Masha Sedgwick | Freunde von Freunden Apartment Berlin Kreuzberg | Fashion Shooting | Summer | Indoor Location | Light and Shadow Aesthetic

Gedacht:
Eigentlich gibt es die Berliner Fashion Week ja offiziell nicht mehr wirklich, obwohl nach wie vor Shows und Events stattfinden. Es sind aber deutlich weniger als früher und nicht wenig deutsche Labels kämpfen ums Überleben, wohingegen manche darum kämpfen überhaupt entdeckt zu werden. Besonders bedauerlich empfinde ich deswegen das Ende des Vogue Modesalons, der neuen Labels die Chance bot von Christiane Arp entdeckt und von der Vogue gefördert zu werden. Doch eine Hoffnung für Deutschland bleibt: Obwohl Deutschland sonst modisch nicht unbedingt die Vorreiter-Rolle inne hat, habe ich das Gefühl, dass der Wandel der Mode Deutschland aktuell als Erstes trifft, was auch eine große Chance bedeutet. Denn anders, als in vielen anderen Ländern entscheidet nicht nur das Design, sondern auch die Nachhaltigkeit des Produkts über seinen kommerziellen Erfolg in Deutschland. Das könnte Deutschland immerhin ein neues Gesicht in der Mode geben und zum Vorreiter machen. Man darf also gespannt sein. Vielleicht gibt es dazu später mehr nächste Woche.


Highlight:
Eins der Highlights (neben Zypern & Fashion Week natürlich) war die Chefsitzung in Bielefeld, wo ich neben Cathy Hummels und dem Katag Vorstand auch mit Digitalministerin Dorothee Bär über Influencer, Instagram und Social Media im Allgemeinen sprechen durfte. Es war wirklich eine Ehre mit so tolle Gästen auf der Bühne stehen zu dürfen und mich im Anschluss u.a. auch mit unserer Digitalministerin unterhalten zu dürfen und sich für die Anliegen der Freelancer stark zu machen. An diesem Tag fand ich es erstaunlich, wie unheimlich verloren manche Chefs von großen, so wie kleinen Modeunternehmen wirkten. Viele schienen mir von den großen Dachthemen Nachhaltigkeit und Digitalisierung überfordert, machten sich über den „Quatsch“ der „neuen Technologien“ und „Shopping Experice“ lustig, Andere wiederum hatten bereits eine kluge Strategie entwickelt, mit der sie ihr Unternehmen in die Zukunft führen wollten.
Es zeigte sich ziemlich deutlich, dass manche Häuser ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber Giganten durchaus zu nutzen wissen (Herr Marc Ramelow ist mir hierbei besonders positiv in Erinnerung geblieben!), wohingegen bei vielen die Frustration übernimmt. Auch hier ist mir wieder klar geworden, dass mein Weg eigentlich deutlich mehr in die Beratung führen sollte.

Masha Sedgwick | Audible | Hörbuch | Michelle Obama

Gehört:
Becoming
– von Michelle Obama

Was eine beeindruckende Frau die ehemalige First Lady ist! In ihrer Biografie erzählt Sie von den Abenteuern der Präsidentschaft ihres Mannes und den Belastung Politik und Familie miteinander zu vereinbaren. Das tut sie mit so viel Mut und Offenheit, dass man gar nicht anders kann, als sie dafür zu bewundern. Nach diesem Buch empfinde ich sie nicht nur als klug und ehrgeizig, sondern auch als nahbar und menschlich. Ohne zu dramatisieren, spricht sie über ihre Eheprobleme, ihre Fehlgeburt und die Herausforderung ihre unterschiedlichen Rollen unter einen Hut zu bringen: Mutter, Karrierefrau, First Lady und Ehefrau – Familie und Politik. Eine absolute Hörempfehlung.

Gesehen:
Dark.
Für mich ganz eindeutig die beste, deutsche Serie, die je produziert wurde (sorry an all die anderen deutsche Serien). Bei der Mystery/Distopia Serie „Dark“ geht es um Zeitreisen und komplizierte Familienverhältnisse in der verschlafenen Kleinstadt Winden. Tatsächlich hat diese Netflix Serie nichts mit den typischen deutschen Serien gemein: sie lässt sich Zeit mit der Erzählung, ist unheimlich kompliziert und sieht vor allem optisch nicht aus, wie eine deutsche Serie, sondern hält locker mit den Produktionen aus Amerika mit. Nachdem ich die erste Staffel innerhalb weniger Tage geschaut habe, ist selbiges auch mit der zweiten Staffel passiert. Absolutes Sucht-Potenzial! Einziges Manko: es gibt nur 8 Folgen!

Update:
Ich habe es nicht ganz geschafft jeden Tag bewusst eine Sache nur für mich zu tun, aber ich bin ziemlich nah dran. In Berlin waren das bisher immer eher kleinere Sachen, weil ich mich seit Zypern der Alltag so fest im Griff hat, aber dafür eben auch sehr schöne Dinge: Eis essen, Konzert und alleine schon die Tatsache, dass ich diesen Text grade vom Balkon aus schreibe. Trotzdem ist es noch nicht so tief verankert und das merke ich hin und wieder am Ende des Tages, wenn ich erschöpft ins Bett falle und mich frage, was mich an diesem Tag eigentlich genau glücklich gemacht hat. Das bedeutet nicht, dass nichts passiert ist, aber da ich es mehr unterbewusst wahrgenommen habe, fällt es mir automatisch schwerer diesen Moment festzuhalten, abzuspeichern und langfristig zu verankern.

New Label to watch:
Apropos Mode und Nachhaltig!
Ein Label, das ich schon länger auf dem Schirm habe, ist Nanushka. In Budapest gegründet, ist es heute ein international erfolgreiches Label im mittleren Preissegment mit zeitlosen Stücken. Doch es ist auch vor allem wegen des Anspruchs gutes Design mit Nachhaltigkeit zu verbinden erfolgreich geworden. Ein gutes Beispiel sind die Stücke aus veganem Leder, die wirklich toll aussehen und sich zugleich kaum unterscheiden von echtem Leder, sodass man sie mit gutem Gewissen tragen kann – und sogar nicht darin schwitzt! Kein Wunder, dass Nanuska sich damit zum absoluten Street Style Liebling etabliert hat! Cooles Design, faire Preise und gutes Gewissen sind nun mal eine klasse Kombination.

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Juli 6, 2019

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4 Kommentare

  1. Nanushka klingt seit Langem mal wieder Spannend. Link ist schon angeklickt! Und ich selbst versuche immer wieder mal, mich darin zu üben, wesentlich weniger auf Instagram aktiv zu sein (da bin ich echt lange jedne Tag), und mich wieder meinen geliebten Büchern zu widmen. Fällt noch schwer, denn da wollte ich ja noch kommtieren und hier noch liken…