Veuve Clicquot Business Women Award

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Wenn wir auf die Geschichte erfolgreicher Frauen zurückblicken, dann ist sie häufig geprägt von Schmerz, von Rückschlägen und dem unbezwingbaren Willen immer wieder aufs Neue aufzustehen und weiterzukämpfen. Coco Chanel war so eine Frau, Jeanne d‘ Arc sowieso, doch was viele nicht wissen: auch Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin war eine solche Frau.  Als junge und alleinerziehende Witwe übernahm sie gegen den Willen der Familie, der Berater und des gesellschaftlichen Umfelds die betriebswirtschaftliche und önologisch-technologische Führung des Champagnerhauses Veuve Clicquot.

Mit nur 27 Jahren und Anfang des 19. Jahrhunderts (1805). Man kann sich kaum vorstellen, welche Herausforderungen sie meistern  und gegen welche Widerstände sie kämpfen musste. Doch mit viel Durchsetzungskraft und Mut zum Risiko machte sie aus dem Champagnerhaus ein international erfolgreichesUnternehmen. Sie wurde zu einer zielstrebigen und vor allem innovativen Geschäftsfrau und erfand 1816 das Rüttelpult und später den Rosé-Champagner, wie wir ihn heute so lieben. R  ft. Madame Clicquot gehörte damit zu den einflussreichsten Frauen ihrer Generation und ihr Vermächtnis ist bis heute von Bedeutung.

Veuve Clicquot Business Woman Award Germany 2019 | by Masha Sedgwick | Interview with Verena Pausdner | wearing: yellow suit

Leider sind wir auch heute noch nicht an dem Punkt in unserer Gesellschaft angekommen, bei dem Frauen ganz selbstverständlich in Führungspositionen sind. Bis heute haben Frauen mit Vorurteilen und Hürden zu kämpfen, wo es eigentlich keine mehr geben sollte. Eine  Frau, die es in einer Männerdomäne weit gebracht hat, hat deswegen unsere Anerkennung verdient.

Veuve Clicquot Business Woman Award Germany 2019 | by Masha Sedgwick | Interview with Verena Pausdner | wearing: yellow suit
Veuve Clicquot Business Woman Award Germany 2019 | by Masha Sedgwick | Interview with Verena Pausdner | wearing: yellow suit

Jetzt ist Erfolg und Champagner ein prima Duo, denn häufig geht das Eine mit dem Anderen einher. Wenn wir daran zurückdenken, wann wir mit Champagner anstoßen, dann sind das stets besondere Momente. Der erfolgreiche Geschäftsabschluss vielleicht, der erste Auftrag oder eine Auszeichnung.

Tja und auf eine solche Auszeichnung habe ich diese Woche mit Verena Pausder, der Gewinnerin des Veuve Clicquot Business Woman Award 2019 angestoßen, der 1972 Madame Clicquot zu Ehren gegründet wurde.  Ein Award, der Frauen auszeichnet, die sich durch ihre besondere Leistung, Geschäftssinn und Durchsetzungskraft hervorheben. Und genau so eine starke Frau und ein echtes Vorbild ist Verena Pausder. Sie ist Gründerin der App Fox & Sheep und der HABA Digitalwerkstatt, die sich der digitalen Bildung von Kindern widmen. Fox & Sheep gehört zu den erfolgreichsten deutschen Apps und machte Verena Pausder damit zu einer der erfolgreichsten Frauen im Tech-Business.

Außerdem habe ich die Gelegenheit genutzt ihr ein paar Fragen zu stellen:

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Warum ist es so wichtig, dass Mädchen in sehr jungem Alter bereits programmieren lernen?

Weil es für sie selbstverständlich sein muss, dass sie sich mit Technik nicht nur beschäftigen, sondern sich auch dafür begeistern können. Und bisher machen wir als Gesellschaft keinen guten Job, ihnen das zu vermitteln. 

Wir schenken ihnen die falschen Geschenke zu Weihnachten.  Wir sagen: „oh, die ist so ne tolle Reiterin oder Balletttänzerin“. 

Wir sind eigentlich nicht stolz drauf, wenn Mädchen Computer auseinandernehmen. Doch im Alter von sechs, sieben, acht erreichst du sie noch, denn im Alter von zwölf, 13, 14 ist der Zug eigentlich schon abgefahren. Da studiert keine Frau mehr IT, wenn sie bis dahin damit nicht in Berührung gekommen ist. Und deswegen ist es wichtig, frühzeitig Mädchen für Technik zu begeistern. 

Warum gibt es so wenige Gründerinnen hier in Deutschland? 

Wenn man da keine Vorbildung hat und nicht wie ich, 2007 in die Tech-Branche gekommen ist, als man auch noch Fehler machen durfte, weil es noch so wenige Gründerinnen gab, bleibt die Frage: wo lernt man das? Und wo nimmt man das Selbstbewusstsein her, dass man sich in so einer Welt behaupten kann? Aufgrund dieser Problematik ist die Antwort in unserem Bereich ganz klar: Zu wenig Mädchen, zu wenig IT Studentinnen, zu wenig Gründerinnen und generell Unternehmerinnen.

Es ist ja auch gar nicht so leicht, denn du musst viele Lebensmodelle, wenn du Kinder haben möchtest, unter einen Hut bringen, vor allem in der Lebensphase dreißig bis vierzig, wo du finanzielle Unsicherheiten hast, wo du kleine Kinder hast, wo die Nächte kurz sind, wo die Herausforderungen im Unternehmen groß sind. DAS musst du erstmal durchhalten. Ich glaube, dass Frauen das können, aber wir haben noch zu wenig Vorbilder. Darum geht es, glaube ich, bei diesem Preis und auch bei mir persönlich, nämlich zu zeigen: Was sind die schweren Momente? 

Veuve Clicquot Business Woman Award Germany 2019 | by Masha Sedgwick | Interview with Verena Pausdner | wearing: yellow suit

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Was sind die guten Momente?

Warum lohnt es sich, diesen Kampf zu kämpfen und warum wird am Ende dann auch alles gut? 

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Veuve Clicquot Business Woman Award Germany 2019 | by Masha Sedgwick | Interview with Verena Pausdner | wearing: yellow suit

Wie bekommst du Privatleben und Beruf unter einen Hut?

Die wichtigste Karrierewahl ist der Partner an deiner Seite. Mein Mann ist selbst Unternehmer und versteht damit, was da täglich auf mich einprasselt und ist der Vater unserer vier Kinder. Wir beide wissen, wie herausfordernd das ist, die Nacht nicht viel zu schlafen und am nächsten Morgen wieder wichtige Entscheidungen treffen zu müssen. Er sieht mich nicht in der Mutterrolle und sich selbst in der Unternehmerrolle, sondern wir machen das zusammen und das ist ein großes Glück. Außerdem haben wir eine Infrastruktur, die genauso durchgedacht und komplex ist wie mein Unternehmen. 

Wer muss wann, wohin? Wer holt wen, wo ab? Wir sind sehr organisiert und ich glaube das KANNST du nicht dem Zufall überlassen, wenn es jeden Tag wieder klappen soll. Ich glaube, da sind wir eine gute Mischung, indem wir unseren Kindern sehr nahe sind und wenn wir nicht da sind, sind tolle Menschen um sie herum.

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Gerade als Frau in der Tech-Branche, kann ich mir gut vorstellen, dass man mit dem einen oder anderen Klischee konfrontiert wird. Welches Klischee nervt dich am meisten? Womit würdest du aufräumen?

Ich habe schon immer gesagt, „Ich MACHE das einfach und es ist mir relativ egal, was ihr darüber denkt“, deswegen interessieren mich Klischees nicht. Aber das Klischee, dass eine Mutter, die nicht bei ihren Kindern ist, eine schlechte Mutter ist, das nervt einfach.

Denn du kannst fantastische Kinder haben, auch wenn du nicht den ganzen Tag um sie rumhelikopterst. Und du kannst fantastische Kinder haben, wenn du den ganzen Tag zu Hause bist. Da kann man nicht einfach über einen Kamm scheren und sollte auch einfach mal aufhören über die Fähigkeiten von Müttern zu spekulieren.

Veuve Clicquot Business Woman Award Germany 2019 | by Masha Sedgwick | Interview with Verena Pausdner | wearing: yellow suit | reading: Veuve Clicquot book
Veuve Clicquot Business Woman Award Germany 2019 | by Masha Sedgwick | Interview with Verena Pausdner | Veuve Clicquot brut bottle
Veuve Clicquot Business Woman Award Germany 2019 | by Masha Sedgwick | Interview with Verena Pausdner | wearing: yellow suit | reading: Veuve Clicquot book

Was ist die größte Herausforderung in deinem Job? 

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Die größte Herausforderung ist, dass du als Gründerin immer die Frontfrau bist. Du musst jeden Morgen wieder die gesamte Energie die du hast aufbringen, um den nächsten Schritt zu gehen, um die Mitarbeiter zu motivieren, um den nächsten Umsatzkanal zu erschließen, um alle Gehälter zu zahlen. Denn am Ende des Tages bist du verantwortlich. Wenn es nicht läuft, dann ist es deine Schuld. Und so toll das in guten Zeiten ist, so schwer ist es in Zeiten, in denen es nicht so gut läuft, nur kann man sich dann nicht wegducken. Dann bist du auch mal platt, aber du hast nicht die Option, morgens liegen zu bleiben. Du kannst nicht sagen: „Ich kann nicht mehr Freunde, aber ihr macht das schon.“  

Das ist die größte Herausforderung. Dass du immer wieder alles geben muss, motiviert bleiben muss und das auch ausstrahlen muss, auch in Phasen, wo man sich eigentlich innerlich denkst: „Puh, ich bin genauso platt wie ihr alle.“ 

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Traut euch Konventionen zu brechen. Traut euch Wege zu gehen, die bisher nicht gegangen werden.

Madame Clicquot übernahm damals das Unternehmen gegen den Willen der Familie, gegen den Willen der Berater und auch gegen den Willen der Gesellschaft und machte es erfolgreich. Zwar hat sich heute gesellschaftlich gesehen etwas getan, aber noch immer nicht genug. Was würdest du angehenden Business Women raten, die möglicherweise vor ähnlichen gesellschaftlichen Herausforderungen stehen?

Brecht Strukturen auf. Denn wie sollen wir dieses Land in die Zukunft führen, wenn alles schon verteilt ist, wenn jedes Amt schon vergeben ist, wenn jedes Netzwerk geschlossen ist? Wie soll dann etwas Neues passieren? Was haben wir zu verlieren? Was soll also passieren, wenn wir reingehen und sagen: „Wir denken es jetzt mal neu“, außer dass uns jemand sagt: „Wir haben keine Lust auf dich.“ Dann probiere es halt woanders. Irgendwo wird schon eine Tür aufgehen und da gehe ich dann durch.

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Wo siehst du die Zukunft für deine Branche?

Das Thema Bildung, insbesondere digitale Bildung, wird uns noch sehr lange in diesem Land begleiten und es wird wahrscheinlich nie zu Ende gedacht sein. Das ist insofern schön, weil ich einfach weiß, damit kann ich mich ein ganzes Leben lang beschäftigen. Auf der anderen Seite ist es frustrierend zu sehen, wie langsam der Fortschritt im Land passiert und auch, dass uns die Zeit wegläuft, wenn wir es an unseren eigenen Kindern messen.

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Veuve Clicquot Business Woman Award Germany 2019 | by Masha Sedgwick | Interview with Verena Pausdner | La Grande Dame 2008 Champagne

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März 19, 2019

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