Bauch, Beine, Flow

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„Und jetzt: Tief einatmen und loslassen.“
Ich schließe meine Augen und nehme einen weiteren Atemzug, während ich mir gleichzeitig selbst gut zurede. „Und nochmal.“
Und mit jedem Atemzug versuche ich ein bisschen mehr die Umgebung um mich herum zu vergessen und einen Teil des Stress abzuschütteln. Leichter gesagt, als getan.

Stress
Substantiv, maskulin [der]
(engl. für ‚Druck, Anspannung‘; lat. stringere[1] ‚anspannen‘)erhöhte körperliche oder seelische Anspannung, Belastung, die durch bestimmte innere und äußere Reize (Stressoren) hervorgerufen wird. Stressoren bewirken die Ausschüttung von Hormonen und Neurotransmittern zur Aktivierung und Mobilisierung. Vor allem Adrenalin und Cortisol können dabei zu gesundheitlichen Schädigungen führen können, wenn sie dauerhaft in erhöhter Konzentration im Blut auftreten.


Hände hoch, wer von euch will sich im neuen Jahr ebenfalls weniger stressen?

Was mich angeht, so stand die Reduktion von Stress schon länger auf meiner Liste an guten Vorsätzen. Jedes Jahr kam ich bisher an einen Punkt, wo aus „viel“ einfach „zu viel“ wurde und ich an meine Grenzen stieß, doch von Jahr zu Jahr wusste ich besser mit zunehmendem Stress und Druck umzugehen.

Tatsächlich würde ich heute sagen, dass die größte Stressquelle ich selbst bin. Häufig setze ich mich selbst unter Druck, stresse und quäle mich selbst, weil ich eine Geisel meiner eigenen Ansprüche an mich bin. Ich gebe ungern Aufgaben ab, bin manchmal zu perfektionistisch und überschätze oftmals auch meine Kapazitäten. Ich bin einfach zu streng mit mir.

Doch nicht nur ich selbst stresse mich, auch meine Umgebung setzt mich unter Druck. Deadlines, die mir im Nacken sitzen, Termine, ein Handy, das ständig Geräusche von sich gibt, weil man selbst ja auch immer erreichbar ist –  und über alldem thront die Instagramwelt, die mir häufig das Gefühl gibt, dass ich trotz aller Anstrengung immer noch nicht genug mache. Ich bin gefangen in einer scheinbar durchoptimierten Leistungsgesellschaft, in der Stress nicht nur salonfähig ist, sondern es teilweise sogar verherrlicht wird, sich selbst für den eigenen Erfolg immer wieder an die körperlichen und psychischen Grenzen zu bringen. Das schön verpackte aber toxische Credo dieser Stressgesellschaft: Live life to the max and become the best version of yourself.

Ob im Beruf oder in der Freizeit mit Freunden – um den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden, müssen wir immer mehr leisten. Wir müssen mit immer größerem Druck und Stress umgehen können und die stetige Vermischung von Arbeit und Privatleben sorgt für ein immer größeres Ungleichgewicht der Work-Life-Balance, aka Work-Work-Balance.

Tatsächlich sollte man Stress, vor allem Dauerstress nicht auf die leichte Schulter nehmen. Stress ist die Hauptursache für Burn-out, kann aber auch Depressionen, Suchterkrankungen oder ein Chronisches Erschöpfungssyndrom auslösen. Wer seinem Körper keine Ruhe gibt und nicht lernt mit Stress richtig umzugehen, dem drohen Herz- und Kreislaufbeschwerden, Magen-Darm-Erkrankungen, Kopf-, Nacken-, Rücken- und Gelenkschmerzen und selbst die Haut wird nicht verschont. Kein Wunder, denn durch langanhaltenden Stress wird auch das Immunsystem extrem geschwächt, sodass man generell viel anfälliger für Krankheiten ist. Wer sich also zu sehr stressen lässt, der lebt gefährlich.

Leider ist Stress ein tief sitzendes und weit verbreitetes Problem in unserer westlichen Gesellschaft.
Fakt ist, dass fast neun von zehn Deutschen von ihrer Arbeit gestresst sind und sechs von zehn klagen zumindest gelegentlich über typische Burnout-Symptome wie anhaltende Erschöpfung, innere Anspannung und Rückenschmerzen.

pronovaBKK, 2018

Wie es aussieht ist also Arbeit der größte Stressfaktor der Menschen in Deutschland. Durch die steigende Informationsflut, erhöhte Komplexität der Aufgaben, das beschleunigte Arbeitstempo und den ständigen Zeit- und Termindruck empfinden 45% der deutschen Arbeitnehmer das Stressniveau auf der Arbeit als belastend und sind „emotional erschöpft”.
pronovaBKK, 2016

Das Resultat ist, dass Stress zu einem der größten Gesundheitsrisiken des 21. Jahrhunderts geworden ist. Die Krankenkassen melden, dass zwischen 1997 und 2012 die Anzahl der Fehltage (Arbeitsunfähigkeitstage) wegen psychischer Erkrankungen um 80% angestiegen ist.
BAUA, 2012

Wenn man Stressed andersherum schreibt, dann kommt Desserts raus. Doch auch das ist leider keine langfristige Lösung.

Glücklicherweise verstehen wir immer mehr, dass zu einem gesunden Lifestyle auch mentale Gesundheit dazugehört. Erst wenn wir uns mental gestärkt fühlen, können wir auch Bestleistungen bringen – privat und auf der Arbeit – und das ohne uns dabei völlig zu erschöpfen.

Während es vor 10 Jahren belächelt wurde, wenn Manager morgens vor der Arbeit noch eine Runde joggten, hinterfragt heute kaum noch jemand, dass ein gesunder Geist einen gesunden Körper braucht und dass körperliche Betätigung einen positiven Einfluss auf die mentale Leistungsfähigkeit und unser psychisches Wohlbefinden hat. So haben schon viele den Weg zum Fitnessstudio, zum Laufen oder zu anderen Sportarten gefunden – auch ich. Ein Leben ohne Sport ist heute für mich undenkbar.

Doch wie sieht es mit der mentalen Fitness aus? Viele Manager, die ich kenne, lassen sich bereits coachen. Auch ich hatte mal einen Coach, der mir geholfen hat, in besonders stressigen Momenten Ruhe zu bewahren und meine emotionalen Blockaden zu lösen – vor allem, wenn ich auf der Bühne stehe. Heute habe ich kaum noch Lampenfieber und halte gerne selbstbewusste Reden vor vielen Leuten oder nehme an Podiumsdiskussionen teil. Doch leider ist so ein Coach eine finanzielle Belastung und nicht jeder kann sich einen Personal Coach leisten, der mit einem die mentale Fitness trainiert.

Tja – und da kommt Flowletics ins Spiel.

Flowletics ist ein Start-up, das von meinem Freund gegründet wurde und von mir unterstützt wird. Es ist ein Konzept, an das ich wirklich glaube – auch, weil ich selbst immer wieder Feedback gegeben habe und immer versuche, zu der Optimierung der Trainingsapp beizutragen. Es ist also ein Herzensprojekt, von dem ich euch heute erzählen möchte. Doch fangen wir einfach mal von vorne an:

Was ist eigentlich Flow?

Flow ist der Zustand, in dem wir vollkommen in einer Aktivität aufgehen, weil wir hochkonzentriert sind und gleichzeitig ein Gefühl von Mühelosigkeit und Freude empfinden. Im Flow-Zustand fühlen wir uns nicht nur großartig, sondern sind gleichzeitig auch besonders leistungsfähig. Deswegen ist Flow nicht nur im Sport, sondern auch im Arbeitsalltag ein wichtiges Thema.

Ich bin mir sicher ihr kennt diesen Zustand von einem Hobby vielleicht, wenn ihr vollkommen in einer Tätigkeit aufgeht und die Zeit vergesst.

Aus einer Studie der Beratungsgesellschaft McKinsey geht hervor, dass wir im Flow sowohl bis zu 5 Mal produktiver als auch bis zu 6 Mal kreativer sind und bis zu 5 Mal schneller lernen.

Die Flowletics- App stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Flow-Forschung, die darauf hinweisen, dass bestimmte, “autotelische” Persönlichkeitsmerkmale besonders förderlich für einen produktiven Schaffensrausch – also Flow – sind. Und hier unterscheidet sich Flowletics von geläufigen Meditations- und Achtsamkeitsapps. Flowletics geht einen Schritt weiter und unterstützt den Nutzer mit einem auf ihn zugeschnittenen Flow-Trainingsplan gezielt dabei, die eigene mentale Stärke und emotionale Fitness zu steigern.

Dafür wird am Anfang ein individuelles Persönlichkeitsprofil erstellt, auf dem basierend ein wöchentliches Trainingsprogramm erstellt wird, mit dem Nutzer ihre Flow-Skills trainieren und ihren Trainingsfortschritt anhand eines Flow-Scores nachvollziehen können. Das Training besteht aus Übungen der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR), der kognitiven Verhaltenstherapie sowie dem Mentalcoaching.

Es gibt bereits einige Studien, die zeigen, dass sich nach gerade mal acht Wochen täglichem Mentaltrainings sogar strukturelle Veränderungen in unserem Gehirn nachweisen lassen.


Die Effektivität dieser verschiedenen Trainingsmethoden ist gut nachgewiesen.


Dabei handelt es sich vor allem um Bereiche, die an geistigen Prozessen wie Aufmerksamkeitssteuerung und Selbstreflexion (präfrontaler Cortex) sowie Emotionsregulierung und Angstempfinden (Hippocampus und Amygdala) beteiligt sind. Das sind also tatsächlich alles neuronale Veränderungen, die uns einen produktiveren Umgang mit Ablenkungen, Selbstzweifeln und Stress ermöglichen.

Und das ist wichtig, denn nicht jeder Stress muss schlecht für dich sein: Wenn wir im Alltag von Stress sprechen, meinen wir meist den negativen Stress, auch Disstress (oder auch Dystress) genannt. Es gibt aber auch den positiven Stress – den Eustress. Unter Disstress versteht man den Zustand der Überlastung oder Überforderung. Eustress wird in der Regel nicht als Belastung empfunden. Meist sind das Tätigkeiten, die einem Spaß machen und gleichzeitig eine Herausforderung darstellen. Diese Art von Stress wirkt belebend und kann die Leistungsfähigkeit sogar fördern. In unserer letzten Podcast Folge Matchalatte hatten wir genau über diesen ‚positiven‘ Stress gesprochen. Um in den Flow-Zustand zu kommen, benötigt dein Körper die richtige Dosis an Stress, da der Bereich, in dem Flow erlebt werden kann, der Flow-Kanal, sich in einem Raum zwischen Stress (Überforderung) und Entspannung (Unterforderung) befindet. Das bedeutet: Ob wir negativen Stress erleben und wie er sich auf uns auswirkt, hängt in erster Linie von uns selbst ab! Unsere Emotionen, Gedanken und Reaktionen auf diese sind entscheidend dafür, ob wir in den Flow finden oder nicht.

Und was das betrifft, sind wir alle extrem kreativ darin, uns unnötig zu stressen und uns selbst im Weg zu stehen. Und jeder ist da etwas anders gepolt und hat ganz eigene “Flow-Stopper”. Mithilfe des Mentaltrainings von Flowletics sollen wir fokussierter (Fokus) werden, denn Konzentration und der Umgang mit den ständigen Ablenkungen ist für die meisten von uns ein wichtiges Thema. Wer sich leicht ablenken lässt oder schnell ins Grübeln verfällt, wird auch Schwierigkeiten haben, das Gedankenkarussell zu durchbrechen und sich auf den gegenwärtigen Moment oder die aktuelle Aufgabe zu fokussieren. Andere sehen die Dinge wiederum vielleicht etwas zu verbissen. Übertriebener Ehrgeiz und Perfektionismus können dafür sorgen, dass wir leicht aus der Ruhe zu bringen und häufig innerlich unruhig und emotional aufgewühlt sind. Wer verlernt hat loszulassen und zu entspannen, dem fehlt zumeist auch die nötige Gelassenheit, um in stressigen Zeiten und unter Druck ausgeglichen und fokussiert zu bleiben. Diesen Menschen (also zB. mir) soll die App dabei helfen emotional ausgeglichener (Leichtigkeit) zu werden. Und dann sind da ja noch diese Selbstzweifel, die den einen oder anderen zurückhalten. Denn wie häufig halten uns ein mangelndes Selbstvertrauen oder die Angst vorm Scheitern davon ab, Neues zu wagen oder schwierige Herausforderungen mit Zuversicht und Entschlossenheit anzugehen? Grade wir Frauen trauen uns oft zu wenig und die Optimismus-Übungen sollen dabei helfen, selbstbewusster zu werden. Zu guter Letzt ist uns im reizüberfluteten Social-Media-Dschungel der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten immer mehr die Klarheit darüber verloren gegangen, was wir eigentlich wollen. Wenn uns das “Warum” fehlt, wird die Snooze-Taste schnell zum besten “falschen Freund”. Ohne wirklichen Sinn geht uns schnell die Motivation und der innere Antrieb verloren und wir schaffen es immer seltener, uns für Dinge zu begeistern und an unseren täglichen Herausforderungen zu wachsen. In diesem Fall helfen die Wachstums Übungen Motivation, auch im Alltag, zu finden und über sich selbst hinauszuwachsen.

Mein Einstiegstest hat ergeben, dass von den vier Flow-Bereichen bei mir vor allem in Sachen Leichtigkeit extremer Nachholbedarf besteht.Und das trifft leider auch zu, denn ich fühle mich oft überfordert und ja: mir fehlt die Leichtigkeit. Zwar bin ich zwar Jemand, der sich vor keiner Aufgabe scheut, aber auch sehr verbissen ist. Wie oft schlage ich mich mit dem Gefühl des Zweifels rum, wenn ich mal wieder an die Grenzen meiner Erschöpfung gekommen bin und mich frage: Warum tue ich mir das eigentlich alles an? Es gibt Wochen, in denen fühlt sich jeden Tag aufs Neue einfach aufzustehen, manchmal wie ein einziger Kampf an. Ihr lest, ich bin selbst nicht frei davon.

Und genau deswegen bin ich eben stolz darauf, Teil dieser App sein zu dürfen. Demnächst setze ich mich mit dem Team zusammen, um selbst auch ein Programm zu erstellen, das extra auf mich – und Menschen wie mich, Influencer und Personen des öffentlichen Lebens, aber auch alle, die viel mit Social Media zu tun haben, zugeschnitten ist. Jede Übung entsteht in enger Zusammenarbeit mit Psychologen und Coaches und beruht auf neuesten Erkenntnissen, die der Aktualität der Gesellschaft entsprechen.

Also meldet euch an (es ist noch kostenlos) und erfahrt mehr Flow und weniger Stress.


Hier könnt ihr Flowletics herunterladen

Falls ihr kein iOS Gerät habt, gibt es auch eine Webversion unter training.flowletics.com


Übrigens: Da wir mit dem Start-up noch ganz am Anfang stehen und erst seit drei Wochen im App Store zu finden sind, freuen wir uns nicht nur über jeden neuen Nutzer, sondern sind auch dringend auf euer Feedback angewiesen! Da wir zur Zeit noch begrenzte Ressourcen für Marketing, etc. haben, kann es am Anfang hier und da noch etwas haken, deswegen ist uns euer Feedback wichtig, wird weitergeleitet und fließt direkt in die Produktentwicklung ein. Ich freue mich schon über eure Hilfe und bin euch auch unendlich dankbar, wenn ihr uns euren Freunden und Kollegen weiterempfehlt, sollte euch das Programm gefallen. Ich bin schon gespannt auf eure Reaktionen!

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Januar 6, 2019

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6 Kommentare

  1. Wie schön sind bitte die Bilder am Strand. Ein Traum!
    Aber auch sonst ist der Artikel wirklich gelungen. Ich habe mir die App auch direkt runtergeladen und teste mich nun fleißig von Session zu Session. Ich glaube nach einer knappen Woche kann man noch nicht allzu viel sagen, aber bisher fühle ich mich wirklich gut „aufgehoben“ und sehr wohl damit. :-)

  2. Liebe Masha,

    ich lese deinen Blog seit langem, aber dieser Post hier gefällt mir besonders gut. Ich finde das fachliche Niveau des Posts sehr ansprechend (und das sage ich als Absolventin eines Pädagogikstudiums, in dem ich mich sehr viel mit Lernpsychologie und Motivation auseinandergesetzt habe). Ich habe die App direkt mal ausprobiert. Das Design und die Handhabung finde ich sehr praktisch und ansprechend, die App lässt sich intuitiv bedienen. Ich habe die ersten Sessions ausprobiert und fühle mich an so manche Meditationsapp erinnert. Das Konzept hinter der App ist sehr zeitgemäß und stützt sich offensichtlich auf ein breites Fachwissen im Bereich der Flowforschung. Ich werde also dranbleiben und die Sessions auch weiterhin testen. Eines fiel mir jedoch direkt am Anfang auf: Bei Audiosessions ist die Stimme, Intonation und Sprechgeschwindigkeit des Sprechers für mich wahnsinnig wichtig. Für meinen persönlichen Geschmack sind die eingesprochenen Sessions etwas zu langsam – man versteht zwar alles ganz wunderbar, aber manche Wörter und Sätze könnten ruhig schneller (und somit natürlicher) aufgenommen werden. Aber das ist nur mein subjektives Empfinden :) Ich bin gespannt wie, wie ich die nächsten Sessions erleben werde!

    1. Hi Christina,

      danke für dein Feedback! Das freut mich wirklich zu hören, insbesondere aufgrund deines Hintergrunds.

      Das mit der Sprecherstimme kann ich nachvollziehen, aber da wir grade haushalten mussen, hat Mitgründer Jonas, der seinerseits auch Experte ist auf dem Flowgebiet, die Sessions einsprechen müssen. Ich hoffe aber, dass wir bald das Budget für eine/n professionelle/n Sprecher*in haben :)