Scheiss’ aufs Karma!Fuck Karma!

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Karma has no menu. You get served, what you deserve.
 
Ich kann das ganze rachsüchtige Karma-Gelaber nicht mehr hören.
Ich habe das Gefühl, dass es ziemlich populär geworden ist jmd. sein ‘Karma’ zu wünschen.
Als ob Karma ein mittelalterlicher, rachsüchtiger Gott wäre, der stets bestraft und nie belohnt.
Der Gott der Exfreunde und Rivalinnen.
Jaja, hauptsache nicht an Gott glauben wollen, aber an Karma.
 
Ich will euch mal was sagen: Scheißt aufs Karma!
Sich in die Hoffnung zu stürzen, dass der böse, böse Mensch, der einen verletzt hat schon seine ‘gerechte’ Strafe bekommt und sich dabei selbst auf die Lauer zu legen und abzuwarten ist einfach nur kindisch.
Klar, wir alle kennen Rachegelüste, aber erwachsen zu werden bedeutet doch hoffentlich auch diese Art von Naivität abzulegen.
Rachegelüste entstehen meistens aus einer Verletzung heraus, die uns ein anderer Menschen zugefügt hat und der innere Schrei nach Vergeltung die Überhand gewinnt.
Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Nur eben, dass man die Arbeit nicht mehr selbst machen will, sondern das allgegenwärtige, böse Karma diese Aufgabe übernimmt – ganz automatisch.
 
Versteht mich nicht falsch, ich habe mich früher selbst nicht selten mit dem Gedanken beruhigt, dass Karma es schon richten wird. Ich hoffte es gradezu und legte mich auf die Lauer.
Heute denke ich, dass es falsch war so zu denken.
Es war zu einfach gedacht.
Ich hatte mein Leben halt nicht im Griff und dann kommt da sowas bei raus.
 
Jeder ist seines Glückes Schmied, zumindest mehr oder weniger, und der einzige Mensch, der für dein Seelenglück verantwortlich ist, bist du.
Du und Niemand sonst kann sich fürs Leben – oder fürs Leiden entscheiden.
Da hilft auch kein Karma das ihn/sie bestraft und dich belohnt.
Weil du ja so fleissig drauf gewartet hast.
Aber worauf wartest du?
 
Ich hatte letztens eine Situation auf dem Fahrrad, als mir der kalte Wind ins Gesicht peitschte.
Es war einer dieser Tage, die mich zur schieren Verzweiflung brachten.
Einfach alles ging schief und ich dachte mir einfach nur:
Das ist das Leben.
Ich muss daraus lernen, sonst wird mir das Leben immer wieder ein und dieselbe Lektion lehren.
So lange bis ich es kapiere. Ich war echt fertig, müsst ihr wissen.
Ob mich mein Karma besucht hat? Keine Ahnung.
Aber mir kam da wieder dieser Gedanke, der mir in solchen Momenten öfters kommt:
Irgendwann wirst du sterben und dann wird das alles eh keine Rolle mehr spielen.
Also stress dich nicht deswegen.
Das klingt jetzt für die meisten von euch vielleicht ein bisschen psycho, aber dieses Mantra hilft mir mein
Leben als das zu betrachten, als was es eigentlich ist: kurz und unbedeutend im Vergleich zum großen Ganzen.
Ich mein, jeden Tag laufen mir zig Menschen über den Weg, selten ein und dieselben und sie alle führen Leben. Leben, die ihnen groß und wichtig und bedeutsam erscheinen, klar, weil es alles ist was der Mensch hat, aber im Grunde ist es auch nur eins von vielen. So unterschiedlich sind wir und unsere kleinen Leben gar nicht, wie wir immer denken. Die Gefühlsbasis bleibt meist dieselbe.
 
Doch grade weil es im Verhältnis zum Rest so klein und unwichtig ist – Warum dann nicht das Beste draus machen? Denn so viel Zeit, die wir zum Leben haben ist es nicht.
Die eigene Vergänglichkeit wird einem aber erst dann schmerzlich bewusst, wenn es schon zu spät ist.
Vermutlich ist das auch die Phase in der das Bereuen beginnt.
Dass man nicht mutiger war, weil man ja doch nichts zu verlieren hatte (eigentlich).
Dass man nicht öfter glücklich war, weil man ja oft genug die Gelegenheit dazu hatte.
Und dass man zu oft gewartet hat. Seine Zeit sinnlos verschwendet hat.
 

 
Zeit aufzuwachen, denn es bleibt nicht mehr viel Zeit!
Warte nicht mehr drauf, dass noch ein Jahr vergeht, bis du endlich dein Leben lebst.
Hoff’ nicht auf Karma oder sonst einen Gott, der dich für das geduldige Nichtstun belohnt, sondern sei einfach von dir aus einer von den Guten.
Tu Gutes, Karma-Punkte hin oder her.
Du hast ein Problem? Dann red drüber, schaff es aus der Welt und schließ damit ab.
Da gab es schon immer diese eine Sache, die du schon immer machen wolltest?
Warum nicht einfach tun?
Ja, einfach ist immer einfach gesagt, aber später bist du derjenige, der sich fragt:
Warum habe ich es nicht einfach gemacht?
Klar, war es nicht einfach, aber so schwer war es auch nicht.
Ängste und Zweifel wird man schließlich nur dann los, wenn man sich ihnen oft genug stellt.
 
Wir alle leben ein Leben, klein und unbedeutend.
Lasst es uns doch einfach zu etwas Großem und Tollen werden lassen.
Nicht für Jemand anderen – für uns!
Was haben wir schon zu verlieren?
 
 
( Und unserem Karma-Payback-Punkte-Konto wird es auch nicht schaden!^^ )
 
Nachtrag: Leider geht aus dem Text nicht deutlich genug heraus, dass ich natürlich nicht die ursprüngliche, religiöse Bedeutung des Karmas meine, sondern ausschließlich die neumodische Interpretation. Genauer gesagt, die vielen Karma Sprüche, die man in letzter Zeit so sieht. Die meisten von ihnen sind rachebezogen und nicht im eigentlichen Sinne des Karmas gemeint, was auch die Motivation des Schreibens dieses Textes war…
 


Karma has no menu. You get served, what you deserve.
 
I feel tired of all the Karma quotes.
Is it popular to wish someone his/her Karma?
As if Karma would be a medieval, vengeful god who always punish but never reward.
The God of ex-boyfriends and rivals.
Yeah, funny, that no one believes in God anymore, but in Karma.
 
I want you to tell you something: fuck Karma!
Hoping and waiting that the bad bad person get’s the deserved punishment anyway is just childish.
Sure, we all know the thirst for revenge, but that’s naive.
An eye for an eye and a tooth for a tooth.
But instead of taking revenge and do the work yourself, you hope for the ever-present evil karma.
 
Don’t get me wrong, when I was younger I used to be like that. Hoped for Karma and so on.
Today I think that it was wrong.
It was too simple.
I had my life not under control.
 
Each person is responsible for it’s own fortune, at least more or less.
You and nobody else can decide if you want to live or to suffer.
So what are you waiting for?
 
I recently had a situation on my bike:
It was one of those days that brought me to the sheer desperation. Everything went wrong and I thought:
This is life.
I have to learn from it, otherwise my life will always teach me one and the same lesson.
But in this moment there was this thought that comes to me in such moments often:
Someday you will die and then nothing won’t matter anymore.
So don’t stress about it now.
I guess that sounds for most of you a bit psycho, but this mantra helps me to see my life as what it really is: short and insignificant in comparison to the great whole.
I mean, every day I see lots of people on the way and they all live their lives. A life, which appear to them big and important and meaningful, sure, because life is all we have, but basically it’s just one of many others.
 
But because it’s so small and unimportant relative to the rest – why not making the best out of it then? Because we don’t have so much time to live.
We forget about our own mortality until it’s too late.
Presumably, this is the moment when the phase of regret begins.
That you weren’t courageous, although you had nothing to lose anyway.
That you weren’t more happy, because you had the chance often enough.
And that you waited too often. Wasted time.
 

 
Time to wake up, because there is not much time left!
Don’t wait any longer, another year, until you finally live your life.
Don’t hope for Karma or another God who rewards you for the patient doing nothing.
You got a problem? Then talk about it and then forget about it.
There was always that one thing you’ve always wanted to do?
Why not just doing it?
Yes, it’s easy to say ‘do it’, but later you’re the one who will ask:
Why I just didn’t it?
Sure, it wasn’t easy, but it wasn’t that hard.
 
We all live a life which is small and insignificant.
Let us create something big and great out of it!
Just for us and no one else.
What do we have to lose?
 

 

November 30, 2014
Category - personal
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29 Kommentare

  1. Genau heute als ich wegen meinem Ex auf 180ig war, dachte ich mir scheiß auf das Karma. Du hast absolut Recht. Gerechtigkeit hin oder her, ich schließe jetzt für mich ab, atme bis 10 tief durch und lebe mein Leben. Danke für Deinen tollen Text.

  2. Amazing post! It went from Karma to motivate people, to believe in oneself!
    I liked it!
    But I must say that I’m far off to “invest” my time the right way, not wasting it… I might just be too shy or too insecure. However, I’m trying to change and I think I’m already better than a few years ago.
    At all I think sometimes Karma comes sometimes it doesn’t, because it also depends on the perspective. It might be that I think a person deserves revenge but the other person thinks that I do, so maybe noone from us does…

    ’Karrieness

  3. Deine Sonntagspost sind einfach der Hammer. Ich lieb sie! Und dieser traf mich wie ein Blitz! Du hast so recht mit dem was du schreibst. So oft denke ich immer nur an übermorgen und vergesse schlicht und ergreifend das Hier und Jetzt. Dabei ist es ja genau das was zählt. Denn die Zukunft ist ja nur ein eigenes Gedankenspiel.
    Danke für deinen Post!
    xoxo, Ronja
    http://www.sothisiswhat.com

  4. Du schreibst mir aus der Seele! Danke,… ein super Einstieg in eine neue Woche, die nie wieder kommt! Also Zeit um was in die Hand zu nehmen, bevor die Zeit einen einholt. :)
    <3 Nadja

  5. Trotz des Nachtrags macht es den Eindruck als wüsstest du nicht wirklich worüber du da eigentlich schreibst. Ich habe mich intensiv mit dem Thema “Karma” auseinander gesetzt und finde deinen Text ausgesprochen schlecht, man sollte schon wissen worüber man schreibt.

  6. Deine Bilder sind immer so wunderschön. Mich nerven die ganzen pseudo-kreativen Karma-Wünscher auch ein wenig, aber ich überlese solche Sätze einfach immer stillschweigend. :)
    Aber was ist richtig schön finde, ist dein Look! Es steht dir sehr gut, die Haare im Turtleneck zu tragen. Und die Farbe des Pullovers ist ein Traum.

    Katarina x
    http://katarina-ahlsson.se

  7. Weiss du, bei A. sind alle Wünsche in Erfüllung gegangen, allerdings mit mehrjähriger Verzögerung, als die kein Reiz mehr hatten.

    Meisten Träume haben ein Verfallsdatum, das merkt man nur wenn es zu spät ist.

    Du muss heute und jetzt leben, kling banal, ist aber war.

  8. Das ist aber eine sehr negative sichtweise von karma. Ganz oberflächlich heißt karma ja “what goes around comes around”. also negatives aber auch natürlich positives. und diesen gedanken finde ich eigentlich gut und würde der gesellschaft auch einiges bringen. wenn sich einfach mal alle denken “wenn ich möchte, dass mir gutes passiert, muss ich mich auch gut verhalten”.

  9. Tolle Bilder von Dir!

    Ich denke, es ist nur natürlich, dass jedem sein eigenes Leben am Wichtigsten ist. Aber so wie Du es beschreibst schadet ein Blick “von oben” auf das Große Ganze sicher nicht.
    Ganz sicher aber führt es zu mehr Gelassenheit. :-)

    Ich denke es ist wichtig die richtige Mischung zu finden zwischen ” es laufen lassen”, die “richtigen” Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen und für die “wichtigen” Dinge mit allem Herzblut zu kämpfen.

    Der Rest ist Schicksal…..

  10. Ist mir völlig egal, wie hier was genannt wird. Fakt ist, es geht im Leben nicht weiter, wenn man immer auf die perfekten Umstände wartet. Warten bringt einen nicht nach vorn, nur aktiv kämpfen. Und das hat Masha gut beschrieben. :)

  11. Ich glaube du hast das, was mit “Karma” eigentlich gemeint ist falsch verstanden.
    Im Grunde geht es dabei ja genau darum, was du in diesem Beitrag erklärst. Nämlich dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist und für sein Leid selbst verantwortlich ist. Insofern ist in dem Zusammenhang die Aussage “Da hilft auch kein Karma” nicht ganz passend.
    Das hängt vermutlich damit zusammen, dass der Begriff “Karma”, wie du auch richtig anmerkst, heutzutage viel zu häufig und in entfremdeten Zusammenhängen verwendet wird.
    Ursprünglich ist der Glaube an ein Karma ja genau das Gegenteil von “Rachegelüsten”.
    Man sieht davon ab, sich an jemandem zu rächen, gerade weil man der Überzeugung ist, dass diese Person früher oder später sowieso bekommt, was sie sich durch eigenes Handeln selbst zuzuschreiben hat.
    Und wenn du sagst “Scheißt auf’s Karma”, würde das eigentlich bedeuten, dass man auf diesen Zusammenhang scheißen soll, den du vorher als gut beschreibst.

    1. Das sehe ich ähnlich.
      Es gibt einfach Dinge, die sind furchtbar. Und es gibt Menschen, die einem weh tun, weil sie sich furchtbar verhalten. Und da kostet es in vielen Situationen einfach viel zu viel Kraft, sich immer immer wieder dagegen zu stemmen, weil sich diese Personen einfach nicht ändern werden (so wie du letztens erst geschrieben hast, dass man sich von manchen Freunden trennen muss, wenn sie einem nicht gut tun). Denn die Kraft, gegen solche Personen zu kämpfen, kann man viel besser einsetzten, um ein großes, glückliches Leben zu führen. Dafür muss man akzeptieren, dass es Dinge gibt, die man nicht ändern kann. Und dabei hilft einem der Gedanke daran, dass das Karma es diesen Personen vielleicht irgendwann mal vor Augen hält, was sie da tun, ungemein.
      Trotzdem, Danke dafür, dass du uns alle so zum Nachdenken anregst, Masha! Und einen schönen ersten Advent!
      Isabelle

  12. Karma hat für mich gar keine böse Konnotation (; so vieles was wir tun, die Entscheidungen, die wir treffen, spielt sich im Unterbewusstsein ab.. und wenn Karma die “Belohnung” für eine positive und (auch ggü sich selbst) rücksichtsvolle Geisteshaltung ist, welche sich dann im Leben widerspiegelt, finde ich den “Glauben” daran gar nicht so verkehrt.

    jedenfalls – gerade möchte ich gerne wissen, woher der schöne Pulli ist :D

  13. Ja, du hast verdammt nochmal Recht! Ich find diesen Post so klasse, weil du es exakt auf den Punkt bringst! :)Und btw.

    ICH LIEBE LIEBE LIEBE DEINE NEUE HAARFARBE! <3

    Ich hatte so eine ähnliche auch mal, leider hat die aber nicht so lange gehalten und war ganz schnell ausgewaschen :/

    XX

  14. Schöner Text.
    Ich persönlich glaube auch nicht an ein Karma. An ein Schicksal vielleicht irgendwo, aber für mich ist das Karma nur etwas Böses und das will mein Gedankengang irgendwie nicht unterstützen.
    Wir sollten unser Leben in die Hand nehmen und das Beste draus machen

  15. Super Post! Gerade erst gestern hatten meine Freundin und ich auch so ein Gespräch…das man immer zu lange wartet und in seiner comfort zone bleibt!
    Viel zu oft versteckt man sich hinter ausreden, auch ich habe das jahrelange gemacht und fange das bereuen an.
    Aber noch ist es nicht zu spät und ich gebe mein bestes um es Stück für Stück besser zu gestalten!:)

    Liebe Grüße Nessa