Die Wahrheit über die Fashion Weekthe truth about Fashion Week

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Kleidung.
Das war für mich schon immer mehr als nur ein Mittel zum Zweck.
Es war ein Ausdrucksmittel und eine Möglichkeit.
Es kehrte mein Innerstes nach Außen und unterschied mich von anderen genauso, wie es mich auch einordnete. Sie unterstrich meine Individualität und drückte mich aus.
Mode.
Das war schon immer meine große Liebe.
Doch wie jede Liebe hat auch diese ihre guten, aber auch ihre schlechten Seiten.
Sowas gehört dazu, es kann schliesslich nicht immer alles perfekt sein.
Die schönen Seiten, die kennt ihr, doch was ist mit den schlechten?
In New York habe ich viel über Mode und das Business gelernt und nicht alles hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Auf manches war ich gefasst, auf anderes wieder nicht.
Und weil ich solche Themen gerne auseinanderpflücke möchte ich euch heute etwas über die Schattenseiten der Fashion Week erzählen.
 
 

Was ich über die Modebranche bereits wusste

Die Modebranche ist oberflächlich. Aber weniger als gedacht!
Dass die Modebranche eine extrem oberflächliche Industrie ist, dürfte kaum einen von euch vom Hocker hauen, schliesslich geht es in dem Business um Äußerlichkeiten. Wie man aussieht und wie dünn man ist, kann im Zweifel über eine Jobposition entscheiden, selbst wenn man hinter den Kulissen, z.B. als Moderedakteur arbeitet. Der Druck mitzuhalten ist branchenintern extrem groß und stellt einen nicht selten vor eine Herausforderung. Schliesslich sollen die Kleider schön fallen und nicht irgendwo spannen.
Gleichzeitig habe ich in dieser Branche unglaublich nette und ehrliche Menschen kennengelernt, die nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich glänzen. Menschen, die eben gelernt haben, dass es nicht nur auf Äußerlichkeiten ankommt, weil sie permanent damit konfrontiert werden und wissen, dass auch die inneren Werte zählen.
Zickigkeit und soziale Inkompetenz werden hier genauso ungern gesehen – und geduldet – wie schlechter Stil. Das wäre dann der Faktor B. Ich arbeite nur mit dir zusammen, wenn du auch nett bist.
Am Ende geht es also nicht nur darum, wie etwas aussieht, sondern auch wie es getragen wird und von wem.
Es geht auch immer um die Attitude.
 
Geld ist alles.
Für viele, die schon immer den Traum hatten in einer Moderedaktion zu arbeiten folgt die Ernüchterung spätestens am ersten Arbeitstag, denn bei einem Magazin geht es, wie eigentlich überall, nur um eins: Profit. Die Magazine müssen sich über Wasser halten und das können sie nur mit Anzeigenkunden, so weit so gut. Weiss jeder, kennt jeder. Auch dass Anzeigen bekanntlich nicht besonders billig sind. Doch wusstet ihr, dass bei vielen Magazinen nur Anzeigenkunden auch Platzierungen außerhalb der Anzeige bekommen? Empfehlungen, Collagen und Neuentdeckungen sind ausschließlich Anzeigenkunden vorbehalten. Andere Marken dürfen gar nicht erst empfohlen werden, selbst wenn das Produkt besser ist. Auch kleine Labels, die sich noch keine Werbung leisten können, werden größtenteils abgewiesen. Kein Marketingbudget? Ciao!
Über Anzeigenkunden darf dagegen nichts Schlechtes gesagt werden, da kann der Nagellack noch so scheisse sein, er wird in den Himmel gelobt!
Ich finde das ziemlich krass, insbesondere wenn man bedenkt, dass Blogs sich für jede Kooperation rechtfertigen müssen und ständig dem Authentizitäts-Vorwurf ausgesetzt sind, während die Magazine selbst zwar alles andere als frei sind, sich solche Vorwürfe allerdings dagegen selten anhören müssen. Viele Mitarbeiter finden das selbst zwar total scheisse, sind aber nur ein kleines Rädchen im großen System und fügen sich ihrem Schicksal, denn wer nicht funktioniert ist raus. Genug Nachzügler gibt es ja.
 
 

Was ich über die Modebranche nicht wusste

Ihr müsst wissen, die Street Style Szene ist noch mal ein ganz eigenes Ding in dieser Modewelt und während der Fashion Week in New York war ich quasi mittendrin, auch ein Teil davon und konnte vieles lernen, das ich bisher noch nicht wusste – und teilweise auch wünschte, ich würde es nicht wissen…
 
Fashion ist kein Spass
Als ich zum ersten Mal hörte „Don’t smile!“ dachte ich mir kurz: „Hö? Was ist das denn?? Warum darf ich nicht lachen?“ Die Auflösung kam später als ich mich mit einem bekannten Street Style Fotografen unterhielt. „Fashion ist nicht lustig!“ meinte er, „du darfst nicht lachen oder so aussehen als hättest du Spass. Am besten du guckst irgendwie gelangweilt – dann wirst du auch fotografiert!“ Okay. Bis zu dem Moment dachte ich irgendwie immer, dass ich immer besonders viel Ausstrahlung habe, wenn ich lache und irgendwie freundlich schaue – aber scheinbar ist das nicht erwünscht. Hauptsache so schauen, dass man signalisiert, dass man kein Bock auf den ganzen Zirkus hat und alles schon kennt und überhaupt wer sind eigentlich die Trottel da auf der Strasse, die einen ablichten? Das Handy ist viel interessanter.
Ich finde das persönlich nicht so toll, freue mich nämlich auch über freundliche Gesichter auf den Street Style Schnappschüssen, aber da bin ich scheinbar die Ausnahme.
Mode ist nicht lustig – das muss ich mir unbedingt merken, wenn ich mich auf der Fashion Week wieder unheimlich ernst nehmen muss.
 
Mode ist nicht dazu da, um sich wohlzufühlen – zumindest nicht während der Fashion Week
Normalerweise zeige ich euch immer Outfits in denen ich mich zu 100% wohlfühle und die auch mehr oder weniger zum Wetter und meiner Stimmung passen. Klar kommt es da auch vor, dass mir etwas kalt ist, wenn ich Jacke, Schal und Handschuhe für den Look ausziehe, aber bisher gab es beispielsweise keine Fotos von mir in Sandalen mitten im Winter. Warum? Weil es absurd ist und es mir eh keiner abnehmen würde, dass ich damit mal eben unterwegs bin. Das war diesmal anders, denn während der Fashion Week habe ich mich alles andere als wohlgefühlt in meinen Klamotten. Die Looks an sich entsprachen zwar meinem Geschmack, aber ich glaube ich habe noch nie so sehr gefroren wie in diesen 8 Tagen. Ziel war es Frühlingslooks zu zeigen und auch zu fotografieren, ich habe auch kaum was anderes eingepackt aber wenn ich mich wirklich so gekleidet hätte, wie ich mich wohlgefühlt hätte, hätte ich nur Thermostrumpfhosen, gefütterte Boots und eine ganze Wintermontur getragen – das ist nur leider nicht sehr fashionable. Stattdessen trug ich bei -15 Grad und einer eisigen Kälte, wie ich sie noch niemals in meinem Leben (auch nicht in Berlin!) erlebt habe und einem Wind von 50 kmh Minirock und Boots. Oder einen Anzug aus Seide mit Pumps. Oder einen Pulli mit Trenchcoat.
Und ich war nicht alleine: nackte Beine, dünne Kleidchen und das alles bei einer Mordskälte.
Because that’s fashion.
Denn der Druck der Branche ist größer als die Angst vorm Erfrieren. Und so heisst es einfach Zähne zusammenbeissen, denn: the show must go on.
 
Hopping
Der Begriff Hopping ist quasi eine eigene Erfindung um ein ganz besonderes Phänomen zu beschreiben: das Hüpfen von Show zu Show um einen coolen Street Style Schuss zu bekommen.
So weit so gut. Der Clou daran ist aber, dass man gar nicht zur Show selbst reingeht, sondern davor stehen bleibt um wieder abzudampfen, sich umzuziehen und sich vor die nächste Show zu stellen.
Wie bereits erwähnt hat sich diese ganze Street Style Geschichte zu einer ganz eigenen Szene entwickelt, die auch eignen Regeln folgt und die Fotografen dieser Szene haben nicht nur ihre eigenen Stars (da wird halt eine Vogue-Redakteurin mal eben vom Bordstein geschubst, wenn da so eine Chiara Ferragni antanzt) sondern auch eben die Macht Blogger zu Stars zu machen. Und weil dem so ist, fügt man sich seinem Schicksal und spielt einfach mit. Dieses Hopping habe ich in dieser Saison betrieben, um die Fotografen dazu zu bringen, erstmal auf mich aufmerksam zu werden, was tatsächlich gar nicht so einfach ist. Am besten ihr stellt euch das so vor: man fährt mit dem Taxi (oder Uber) zur Location, aber eben nicht direkt davor, sondern ein paar Häuserblocks weiter, steigt in einem viel zu leichten Spring/Summer Dress (im Sommer viel zu warmen Herbst/Winter Outfit) aus, läuft besonders eindrucksvoll über die Strasse um die 20-50 Street Style Fotografen vor Ort zu beeindrucken, läuft gerne auch ein zweites Mal drüber und ein bisschen hin und her, ist zwar in der Zeit halb erfroren, weil der Look eben ohne Jacke und Handschuhe und extra Socken zurechtkommen muss, muss dabei aber total entspannt aussehen (gelernt: nicht lachen!). Beim Hopping geht es nicht um die Show, die grade läuft, denn die spielt sich im Hintergrund ab und ist eine Art Treffpunkt, es geht um den Style, den man trägt und ums gefeatured werden in den großen Magazinen. Und weil das eben nicht von allein passiert, geht man eben dahin wo die Fotografen sich aufhalten.
Echte Street Style Schnappschüsse? Fehlanzeige. Die Fotos sind genauso inszeniert, wie auch meine Shootings auf meinem Blog. Hopping lautet die Zauberformel für Erfolg. Dass man dabei gar nicht erst zur Show reingeht ist den Fotografen vollkommen egal. Hauptsache die haben ihr Bild und den Adrenalin-kick.
Die Wahrheit ist aber, dass ich mich irgendwie falsch gefühlt habe, lächerlich und irgendwie auch ganz klein auf dem internationalen Parkett. Doch wie ändert man sowas, außer in dem man sich überwindet und es einfach macht? Seinen inneren Schweinehund überwinden und sich da einfach hinstellen, auch wenn es dem deutsches Gemüt peinlich rüberkommt. So sind halt die Spielregeln und so tickt das Business. Man kann sich erst rar machen, wenn man überhaupt gefragt ist. Und wenn sich selbst eine Chiara oder Gala nicht zu schade zum Hopping sind, sollte ich es auch nicht sein. Ein komischer Beigeschmack bleibt trotzdem.
 
 
Ich liebe die Mode, wirklich.
Doch wie es in einer guten Beziehung so ist, gibt es immer kleine Hürden zu überwinden und das ist in der Mode auch nicht anders. Nicht alles ist perfekt und nicht alles passt immer zu 100%. Manchmal hat man kleine Auseinandersetzungen und zwischendrin streitet man auch mal, doch das wichtigste ist, dass man sich immer bewusst vor Augen führt, dass man einander liebt und irgendwie doch zusammengehört. Wer einmal so eine Leidenschaft gefunden hat sollte sie nicht wieder aufgeben, weil es mal ein bisschen kriselt und das gilt für die Beziehung genauso wie für den Beruf. Denn auch wenn die Modewelt Schattenseiten hat, die Freude und das Glück das ich dabei empfinde mich ihr voll und ganz widmen zu können überwiegen.
 
Nur manchmal, liebe Mode, ganz selten, möchte ich dich einfach erwürgen.
 

Clothing.
For me, that’s more than just something to wear.
It’s a way to express myself.
It turns my inside to the outside and underlines my individuality.
Fashion.
My greatest love.
But every love has it’s good and it’s bad days.
 
In New York a learned a lot about fashion and business and not everything left a positive impression.
You know the good sides, but what about the bad ones?
 
 

What I knew about the fashion industry already

The fashion industry is superficial. But less than I thought!
The fact that the fashion industry is an extremely superficial industry is nothing that will surprise you.
Your look and how thin you are can decide in doubt about a job position, even if you work behind the scenes, for example, as a fashion editor. The pressure of the industry is extremely large.
At the same time I’ve met in this industry really nice and honest people who shine not only externally but also internally. People who have learned that it is not only about appearances, because they are constantly confronted with it, but it’s the inside that counts.
Bitchiness and social incompetence are as welcome as bad style.
So that’s the factor connections – I only work with you if you are nice.
In the end, it’s not just about how something looks, but how it is worn, and by whom.
It’s also about the attitude.
 
Money is everything.
For those who always had the dream to work in a fashion editorial the disillusionment follows on the first day of work, because in a magazine it’s all about…profit.
A magazine needs advertisers, so far so good. Everyone knows.
But did you knew, that in many magazines only the advertisers get placements outside the display? Recommendations, new favorite products and other features are only for advertisers. Other brands won’t be recommended even if the product is better. Even small labels who can’t afford advertising and don’t have marketing budget? Ciao!
At the same time nothing bad can be said about advertisers and the nail polish can be really shitty, it’ll be recommend anyway!
I think that’s pretty bad, especially considering that blogs have to justify for any cooperation and are constantly exposed to the authenticity reproach, while the magazines are anything but free.
Those who work in a magazine are also unhappy with this situation, but they are only a small cog in the great system.
 
 

What I didn’t knew about the fashion industry

The street style scene is a very unique thing in this world of fashion and during Fashion Week in New York, I learned many things I previously did not know – and sometimes I wish I wouldn’t knew …
 
Fashion is not funny
When I first heard someone saying to me “Don’t smile!” I thought “Wtf?! Why not?”.
The resolution came, when I talked with a famous street style photograoher and he told me: “Fashion is not funny. Don’t smile or laugh or look like you’ve fun. Better look bored – then you’ll be photopgraphed.”
Up to that moment I always thought that I look best when I laugh – but apparently this is not welcome.
Because the mobile phone is so much more interesting.
Fashion is not funny – I have to remember this, when I’m taking myself incredibly seriously next time at the Fashion week.
 
Fashion is not there to feel good – at least not during Fashion Week
Usually I alway show you outfits that I really wear I feel comfortable with. Sometimes it happens, that I’m a bit cold without my jacket, gloves and whatever, but you won’t see me wearing sandals in the middle of winter. Why? Because that’s absurd and we all know that.
This time it was different, because I wanted to wear spring summer styles during the Fashion Week. The problem was: it was about -15!
If I could wear outfits I liked I’d wear thermo tights, lined boots and winter clothes – but unfortunately it’s not very fashionable. Instead, I wore a trenchcoat, a miniskirt or just a suit.
And I was not alone: bare legs, little dresses and everything in the coldest winter ever.
Why? Because that’s fashion. And the pressure of the industry is greater than the fear of freezing.
The show must go on.
 
Hopping
There is a phenomenon, let’s call it hopping.
It’s the running from show to show to get a cool street style shot
So far so good. The ridiculous thing is, that you don’t go really to the show, but stand in front of it and leave after you showed your outfit to the next show to stand in front of it.
As I already mentioned, this whole street style thing has developed into a very unique scene with own rules to follow and their own stars. Street Style photographers have the power to turn a blogger into a star.
The show itself is just like a meeting point.
Real street style shots? Forget it. The pictures are all staged.
Hopping is the magic formula for success.
But the truth is that I felt somehow wrong, ridiculous and quite small on the international stage. But how do you change something, except to just do it? Overcome your inner demon. This game has it’s own rules and you can make yourself rare, if you aren’t even asked. And although even a Chiara and a Gala are hopping from show to show there is still a strange aftertaste.
 
 
I love fashion, really.
However there are always small hurdles to overcome like in a relationship and it’s the same in fashion. Not everything is perfect and not everything fits always to 100%. But once you have found a passion you shouldn’t give it up, because there are things you don’t like and this is true for a relationship as well as for the profession. Even if the fashion world has dark sides, the joy and happiness that I feel to be part of it is worth the price.
 
Dear fashion, I love you, I really do, but sometimes I want to kill you.
 
 

 

 

February 22, 2015
Category - event, fashion, personal

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64 Kommentare

  1. Masha Babeeee du hast die Regeln der StStVO (Street Style Verkehrsordnung) total verstanden. ^^

    Good news für das #bloggerbazaarloft in Paris haben wir Adam Katz Sindling als Fotografen für eure Streetstyle Looks dabei… dh du brauchst dich in Zukunft nicht mehr “anbieten” – he will know you! Und wenn er dich kennt, kennen dich bald alle! mauahaaaa

    Ich habe übrigens auch einen Beitrag bei uns zur StStVO zur NYFW geschrieben. ;)
    http://www.blogger-bazaar.com/2015/02/24/statement-blazer-dimitri/

    Freue mich auf Paris <3

    xx Tanja

  2. Einmal las ich, die blogger demokratisieren die Mode, das ist auch der Grund, warum dir einmal so viele folgten. Nicht nur dir, sondern auch vielen anderen Mädels alle etwa in “unserem” alter, die froh waren jemandem zu folgen der “wie ich und du” sind. Das alles ist metaphorisch gemeint. Gerade was Fashion angeht, schaut man sich viele Sachen ab und möchte das nachkaufen, weil man demokratische Fashion Vorbilder hat. Letzte Zeit beobachte ich allerdings leider das gegenteil, wenn ich die Mädels welche als “TOP” blogger bekannt sind ansehe, ist das leider nicht mehr so demokratisc wie am Anfang….z.B.: diese Valentino Tasche ??? Die hat jeder in irgendeiner Form…ist das ein must have?? Aber nicht für uns typischen leser. Ich merke kaum unterschiede wenn ich eine Modezeitschrift oder die Vogue aufmache..ob ich auf einem Blogg bin oder sonstw leider =( Wo sind die Mädels von damals…oder ist dass bereits, dass ihr Persönlichkeit verliert, weil ihr jetzt denen “da oben” näher seit?

    1. Wie wahr. Da schaut man nach wie viel die in einem Blog gezeigte Tasche kostet und bekommt einen halben Herzinfarkt.

  3. Ich finde die Schilderung gerade mehr als surreal und wenn ich mich in diese Situation versetzen müsste, ich weiss nicht ob mich mein Selbstwertgefühl (vielleicht ist es auch ein zu großes Ego, wer weiss das schon) nicht nach dem zweiten mal Hopping auslachen würde und mir den Vogel zeigen würde. Jeder beurteilt das anders, für mich persönlich ist das höchst skurril. Ich hatte nie den absoluten Traum in der Modebranche was zu werden und ich hatte tatsächlich bisher die naive Vorstellung dass einem einem Talent und eine handfeste Ausbildung ein solches Kasperltheater ersparen, aber wie ich jetzt merke bin ich so weit von der Realität der Modewelt entfernt wie du von einer Daunenjacke und einem Schal bei der NYFW (das ich dir von Herzen gewünscht hätte, am Schluss hat’s ja auch noch mit der warmen Kleidung geklappt, right?)
    Ich wünsche dir, dass du dich für deine Ziele und Träume nie selbst verraten musst.

  4. “…aber bisher gab es beispielsweise keine Fotos von mir in Sandalen mitten im Winter. Warum? Weil es absurd ist und es mir eh keiner abnehmen würde, dass ich damit mal eben unterwegs bin…”

    Na ja Masha, vor ein paar Wochen hast du uns auch deine Shorts präsentiert, obwohl es Februar ist und nicht gerade warm. So ganz stimmt deine Aussage also nicht…

    Trotzdem ein interessanter Sonntagspost!

  5. Ganz ehrliche? Genau deswegen langweilen mich die ganzen FashionWeek Posts auch so.
    Nisi (von teetharejade) hat mal in einem YouTube Video gesagt, sie hätte nicht verstanden warum das “FollowMeAround FashionWeek”-Video nicht so viele Klicks hat.
    Der Grund ist für mich ersichtlich: es interessiert nicht so sehr, weil es nicht ECHT ist.
    Ich liebe alle eure Blogs, weil ihr Menschein seit, die ihr echtes Leben mit mir teilen und das ist es auch, was ich gerne lese: was tragt ihr wirklich, was esst ihr wirklich, was mögt ihr wirklich.
    Trotzdem finde ich es toll, dass du die Möglichkeit hattest in NewYork dabei sein zu können, weil du es eben liebst!

  6. Toller Artikel vom fernen Deutschland aus sieht man immer nur die Blase Bilder die in New York entstehen. Aber man macht sich nie Gedanken darüber wie sie entstehen. Also ich zumindest nicht. Deine snaps aus New York waren übrigens auch interessant :) und du sahst immer klasse aus;) als hätte es mind 5 Grad gehabt

  7. Ein sehr schöner Post. Ich kommentiere ja seltenst, aber hier muss ich doch mal…

    Erstens, Masha, bist Du für mich absolut die beste und interessanteste (Street)Style-Bloggerin des Landes.

    Zweitens: Ja, das ist DIE Frage überhaupt wenn man, egal in welcher Branche, Erfolg anstrebt – Integrität behalten und stur schalten oder doch nach den Spielregeln spielen. Ab wann spielt das Spiel dich? Kannst du das richtige Blatt zur rechten Zeit gekonnt ausspielen? Behältst du das Pokerface nur zum Bluffen oder frisst es sich bis zur Seele durch?
    Aber ich kann mir vorstellen: you’ll figure it out ;)

  8. “Denn der Druck der Branche ist größer, als die Angst vor’m Erfrieren.” Bester Satz – wenn auch eigentlich ein bisschen traurig. Das “Hopping” kannte ich bisher nur von den Touristenbussen in Großstädten :p Danke für die ehrlichen Einblicke!

    Liebe Grüße,
    Josi | The big Mash Up

  9. Irgendwie kann ich dich schon verstehen und irgendwie auch gar nicht. Ich glaube nicht, dass ich mir so den Arsch abfrieren könnte oder wollte. Trotzdem finde ich den Beitrag sehr gut und ehrlich, schön dass du das so offen erzählst!

  10. Liebe Masha,

    ich finde es toll, dass Du uns solche Einblicke in Deinen Arbeitsalltag gibst.
    Und so sehr man sich über solche Dinge ärgert, überwiegt letztendlich die große Begeisterung und die Liebe zum Beruf.
    Wenn ich zu einer Baustellenbesprechung erscheine (auf der natürlich zu 99% nur Männer sind), und ich gnadenlos ignoriert werde, weil ich “kleines, dummes Mädchen mit dem Klemmbrett” ja bestimmt unwichtig bin, könnte ich jedem von den Typen eine reinhauen.
    Wenn ich dann aber vorgestellt werde und sie erfahren, dass ICH hier die Architektin bin und sie das machen müssen, was ich sage, würde ich am liebsten von jedem der überraschten Gesichter ein Foto machen.

    Manchmal muss man einfach still sein und die Klappe halten. Aber es kommt der Moment, an dem es sich bezahlt macht, abgewartet zu haben und auch mal bei dem ganzen Affenzirkus mitgemacht zu haben.

    Viele liebe Grüße und ruh` Dich schön aus.
    Kristina
    http://www.ichdesigner.com

  11. I’ve noticed people taking themselves very seriously are often trying to convince themselves that what they do is worthwhile. They try to make people do like them, because it’s a justification for what they have done. So they don’t smile, because that’s not happy to think « perhaps what I’ve done is crap ». And perhaps it’s crap they have done, because they have tried to create a totalitarianism in fashion, instead of being creative. And they have bare legs because of « no pain, no gain » ; totalitarianism likes making people feel bad. Don’t worry about those supposed fashion people who are more concerned about being serious than creative ; be yourself, and smile on the photos if it’s part of your style !

  12. Was für ein spannender Artikel. Nicht nur super ehrlich, sondern auch einfach interessant. Wow! Besonders viel Interesse meinerseits galt dein Abschnitt über das Hopping. Was für ein Affenzirkus und doch irgendwie nachvollziehbar, dass man sich dem nicht enziehen kann.
    Liebe Grüße
    Samieze

  13. unglaublich spannend, liebe Masha.
    Ich finde es immer wieder interessant, in welchen Dimensionen du die Modewelt erlebst.
    Und dabei finde ich selbst als kleinerer Fashionblogger manchmal anstrengend, immer zeigen zu müssen, dass man da ist.

    Alles Liebe :*

  14. “Nur manchmal, liebe Mode, ganz selten, möchte ich dich einfach erwürgen.”- schön gesagt, Masha.
    – Wer schön sein will, muss leiden…bei minus temperaturen in Sandalen herumzu stolzieren, oder in Miniröcken sich zu präsentieren finde ich schon echt krass. So entsprachen echt alle Outfits eher der Sommermode… but that`s fashion.

    http://www.redchillilounge.com

  15. Also ich finde den Beitrag zur Fashion Week immer anders
    Und obwohl mich keine Fashion Week interessiert fand ich die Fakten sehr spannend

  16. Du hast nun einen der Gründe genannt, wieso ich ungern Magazine lese. Es ist einfach alles so unpersönlich und oberflächlich geschrieben. Vor allem, wenn es um Kosmetik geht. Deshalb bleibe ich lieber bei Blogs, wo man das Gefühl hat, auch die Person dahinter ein bisschen zu kennen und ihr auch vertrauen bezüglich der Produkte schenken kann.

    Alles Liebe,
    Aly
    http://www.duftlos.at

  17. Als langer Leser muss ich leider sagen, dass ich dein Sonntagspost, vor allem zum Thema Fashionweek ueberlese, maximal noch ueberfliege, weil die Inhalte doch irgendwie immer gleich sind.
    An der Laenge des Textes sieht man die Muehe, die du dir gemacht hast, aber manchmal hab ich das Gefuehl, dass viele Blogs, umso erfolgreicher sie werden, desto mehr geht ihnen inhaltlich die persoenliche Note verloren. Schade!
    Naechstes Mal gibt es sicher wieder positivere Worte von mir aber dieses Feedback musste mal sein.

    1. Hi Josie,

      ich glaube das liegt nicht am Erfolg, sondern einfach daran, dass es beispielsweise für mich als Blogger, nach 3 Jahren Sonntagspost wirklich schwer ist über ein Thema zu schreiben, dass ich auf meinem Blog in der Form noch nicht hatte. Seit Jahren habe ich keinen Sonntags versäumt, aber tatsächlich wird es immer schwerer auch den höheren Ansprüchen meiner Leser gerecht zu werden.
      Ich persönlich finde diesen Post sehr anders, weil die letzten Fashion Week Posts auf einer emotionalen Ebene spielten und dieser informativer und sachlicher ist, aber naja, das ist halt eben meine Ansicht der Dinge!

  18. Muss mich da Celina anschließen. Obwohl ich ehrlich sagen muss, dass dieses hopping was neues ist.

    Nur frag ich mich, ob du das wirklich nötig hast.
    Willst du nicht immer authentisch sein , deinen Lesern nah etc?
    Ich frag mich grade wie viele von uns sich sowas antun würden.
    Andererseits ist mir klar, dass es dein Job ist, dass so ein Zirkus dir Geld etc bringt.
    Und ich gönn dir das auch, wenn du dir schon den Arsch abfrierst ;)

    Nur im Endeffekt bleibt es was es ist: lächerlich. Denn du bist mehr wert als dir sowas selbst anzutun …

  19. starke, geile bilder! ja!
    Aber das ist auch alles bei deinen sonntagsposts muss ich gestehen! Immer das gleiche und noch dazu komme ich mir ein bisschen verarscht vor. die warhehti über die fashionweek erzählen aber auslassen, dass eure ganzen Outfits auch fast nur showroom stuff waren, mit dem ihr euch behangen habt, statt echte Outfit die ihr auch so tragen würdet :((

  20. Liebe Masha,

    Ich find das super, dass du als eine der einzigen so offen und ehrlich über die Fashionweek schreibst. Letztendlich illusionieren uns Blogs, instagram und so weiter nur eine perfekte Welt, die es so überhaupt nicht gibt. Das Problem ist, dass man eigentlich nicht will, dass diese heile, schöne Bloggerwelt für einen zusammenbricht. Aber es ist dennoch gut, die Realität ab und an preiszugeben. Einfach weil es uns Lesern zeigt, wie schwer und auch unangenehm ein Job manchmal sein kann und dass man eben einfach nur menschlich ist. Und zwar auch die Blogger.

    Weiter so und einen schönen Sonntag,

    Wanda

    Von http://www.wandaful-World.com

  21. Finde den Artikel sehr gut geschrieben, bis jetzt einer meiner liebsten von dir und ich habe ungelogen fast alle gelesen!
    Würde mich auch freuen, wenn du unter deine Outfitposts etwas mehr erzählst, insofern es zeitlich möglich ist eben :)

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünsche ich dir! :)

  22. Oute mich jetzt hier mal als Mann/Fotograf der gerne den Blog liest und die Fotografien bewundert (die eine Frau schießt, richtig?). ;-)
    Unsere Nachbarin ist Modejournalistin … und da kann ich oben gesagtes nur bestätigen.
    Alles in allem … toller Beitrag! :-)

    1. Danke :)
      Ja ich kenne auch viele Modejournalistinnen die darunter leiden, aber im Endeffekt kann man da nichts machen :( Da wird es deiner Nachbarin auch so gehen.. vielleicht sollte sie einen Blog starten? :)

    1. Finde ich auch ganz furchtbar, dass man einen Beitrag schreibt, der einem anderen von vor einem Jahr vielleicht ähnelt. Ansprüche muss man haben. Ich find’s interessant!

    2. Was soll sie denn schreiben? Wenn es so ist wie sie es beschreibt? Soll sie was dazu erfinden? Manche von den Kommentaren finde ich schlichtweg unmöglich…hauptsache klugscheißern und meckern aber von nichts ne Ahnung haben geschweige denn vorort gewesen zu sein…

    3. ja also echt!!! Ein bisschen Relitätssinn bei den Lesern würde auch nicht schaden, und zwar in der Hinsicht, dass man vielleicht verstehen könnte, dass bei jahrelangem Jeden-Tag-Schreiben irgendwann kleine Ähnlichkeiten bei den Texten auftauchen…

      Warum suchen die Leser so dermaßen fleißig nach Sachen, die ihnen nicht passen??
      Konzentriert euch doch einfach auf was anderes! zum Beispiel die Ehrlichkeit, mit der dieser Artikel geschrieben wurde!!!
      lg
      Esra

      http://nachgesternistvormorgen.de/