Bucket List: Taiwan Teil 3

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In dem letzten Teil meiner Taiwan Reihe dreht sich alles um die lustigen und seltsamen Eigenschaften der Taiwanesen und ihrer Insel. Fakten, die mich zum Lachen brachten oder mich überraschten. Solche, die man nur dann bemerkt, wenn man selbst aus einem anderen Kulturkreis stammt. Ich persönlich finde diese Eigenschaften super sympathisch und will sie deswegen unbedingt zum Abschluss mit euch teilen, zusammen mit dem kurzen Video, in dem ich ein paar meiner Eindrücke in einem bunten Potpourri gesammelt habe.
 
Im ersten Teil findet ihr meine Lieblingsorte und -momente aus Taiwan.
Im zweiten Teil gibt es die Hard Facts und Tipps für die Planung eurer eigenen Reise nach Taiwan.

Der Klo-Tick

Klo Anzeige in Taiwan | lustige Fakten | öffentliche Toiletten | intelligente, modernes WC

Die Taiwanesen haben eine Art Toiletten-Fetisch – im positiven Sinne!
Nirgendwo auf der Welt hatte ich einen so einfachen Zugang zu Toiletten. Überall findet man kostenlose und vor allem saubere (!) Toiletten – ja, auch an den öffentlichen Orten, U-Bahnen und Tankstellen! Das alleine ist schon eine erstaunliche Tatsache.
 
Noch erstaunlicher fand ich allerdings, dass beispielsweise in U-Bahnen über den Toilettenschildern eine Art Lageplan befestigt war, wo man nicht nur sehen konnte, welche Toilette sich hinter welcher Kabine verbarg (mit Sitz oder ohne), sondern man konnte anhand roter und grüner Lämpchen sehen, ob es grade frei oder besetzt war – ähnlich wie man das aus Tiefgaragen kennt. Ist das nicht der Wahnsinn?
 
Außerdem habe ich vorher noch nie eine so große Anzahl „intelligenter“ Klos begutachten dürfen. In fast allen Hotels und auch in Restaurants fand man beheizte Klodeckel und auch das Klos selbst hatte allerlei Funktionen. Ernsthaft, das war der absolute Klo-Himmel!

Klo Anzeige in einer öffentlichen Toilette in Taiwan

Hello Kitty Staubsauger in Taiwan

Hello Kitty Liebe
Neben einer leidenschaftlichen Beziehung zu Klos hegen die Taiwanesen außerdem eine große Obsession für Hello Kitty! Diese Katze und ihre Gefährten trifft man einfach ÜBERALL! Kaum ein Restaurant, Ort, Straße oder Flughafen, bei dem die kleine Katze nicht ein Zuhause fand. Denn Hello Kitty, so habe ich es mir erklären lassen, hat in Taiwan das Herz von Jung und Alt erobert.Es ist echt verrückt!

Van mit Katzen Motiv

Flughafen in Taiwan mit Hello Kitty Deko | Gate C3

Mottoparty
everywhere

Generell können sich die Taiwanesen für eine bestimmte Sache enorm begeistern: Mottos!
Hier gibt es Mottos im Kleinen, wie im Großen. Es startet bei einzelnen Motto-Zimmern, dann Motto-Restaurants, Motto-Hotels, Wartebereiche im Flughafen und sogar Dörfern, die Mottos unterliegen. Dabei kann ich wirklich nicht sagen, wer den Vogel abschießt:
Vielleicht der riesige Hello Kitty Wartebereich im Flughafen, die das Glück (oder Pech) haben ihren Flug vom Gate C3 antreten zu müssen und damit auf ein Warten im pinken Paradies (oder Hölle – je nachdem) verdammt sind?
Oder ist es das Katzendorf, wo lauter Katzen herumtigern und alles dem Motto „Katze“ unterworfen ist: Souvenirs, Hausdächer, Pflastersteine, Musik, Kuchen und sogar die Bahnhaltestelle.
Und nicht fehlen darf natürlich das Klo-Restaurant, wo alle Besucher auf Klos sitzen und das Essen in Kloschüsseln serviert wird? Ist ja klar!

Die größte Kunstsammlung
China und Taiwan standen sich sehr nahe, geschichtlich, kulturell und natürlich , wobei Taiwan immer als Spielball zwischen China und Japan galt. Doch kam es während des zweiten Weltkriegs zu Unruhen und Taiwan kapselte sich von China ab. Die Kommunisten gewannen in China die Oberhand, verbrannten Bücher und veranstalteten eine Hexenjagd auf Gelehrte. So flohen viele nach Taiwan und versteckten dort viele Schätze aus China, die sonst Opfer der Zerstörung gewesen wären. Zu diesen Flüchtlingen gehörte auch Chiang Kai-Shek, ein Politiker, der gleich auch einen Großteil der kaiserlichen Kunstsammlung mitbrachte.
 
Zu den Schätzen gehören lauter alte Schriften und Kunstwerke aus ‚der verbotenen Stadt‘, deren Wert unschätzbar ist. Deswegen steht in ausgerechnet in Taipei und nicht in China das Nationale Palastmuseum, in einen Berg gebaut, das die weltgrößte Sammlung (fast 700.000 Objekte) chinesischer Kunstwerke aus 8.000 Jahre Geschichte beherbergt.

Traditionelle Schriften

Wo wir grade von Tradition sprechen…
es gibt zwei Wege chinesisch zu schreiben: ein vereinfachter und ein komplizierter. Früher war der komplizierte Weg der Gängige. Alte Bücher und Schriften wurden in dieser Sprache verfasst, doch zunehmend ging diese traditionelle Schriftart verloren und wurde durch eine vereinfachte Art ersetzt – aber nicht in Taiwan. Hier (und auch in Hongkong!) benutzt man vorzugsweise die traditionelle Art, mit der man den Vorteil hat, dass man nicht nur die alten, sondern auch die neuen Zeichen lesen kann. Die Taiwanesen sind sehr stolz darauf, aber sie machen sich Sorgen, dass auch das im Zuge der Globalisierung verloren gehen könnte.

Der 7Eleven für alles
Der 7Eleven (bzw. eigentlich jeder Convenient Store) in Taiwan ist so eine Art All-in-One Supermarkt.
Wer jetzt an eine Art Späti gedacht hat, der irrt gewaltig! Denn ein taiwanesischer 7-Eleven kann VIEL mehr, als nur 24/7 aufhaben: man kann dort drucken, er dient aber auch als Bank, Wäscherei und Internetcafe, doch vor allem kann man dort sogar seine Steuern zahlen! Kein Scherz! Wir hatten einen Guide dabei, der uns das erzählt hat und ich konnte es selbst nicht glauben! Aber wenn man einen 7-Eleven mal von innen betrachtet wundert einen nichts mehr. Im Ort ist er eine Art Dreh- und Angelpunkt und für allerlei Bedürfnisse die erste Anlaufstelle.
 
Übrigens auch für uns: wir haben uns dort täglich mit allerlei Süßigkeiten versorgt!

Die Taiwanesen lieben Tee!
Es ist quasi eine Sache der Unmöglichkeit wirklich guten Kaffee zu finden, aber den allerbesten Tee findet man gefühlt an jeder Ecke! Natürlich ist das in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass die Taiwanesen selbst Tee anbauen – vorzugsweise Oolong Tee, den es nur in Taiwan und China gibt. Doch es ist weniger der Tee selbst, sondern das WIE. Für sie ist Tee trinken nämlich eine Art Kulturgut! Die Taiwanesen haben teilweise richtig aufwendige Rituale wie sie den perfekten Tee herstellen und das ein bisschen an das Hütchenspiel erinnert. Da wird der Tee von Tasse zu Tasse geschüttet, bis er endlich perfekt ist und es gibt an jeder Ecke Teehäuser, wo man günstig gute Tees bekommt.
 
Doch nicht nur die Qualität ist top – auch die Auswahl. Neben klassischen Tees haben die Taiwanesen so ziemlich jede Abwandlung von Tee für sich entdeckt – ob Tee in Tetrapacks im Supermarkt (der übrigens MEGA lecker ist!) oder Bubble Tea. Der Tee ist eins der wichtigsten Kulturgüter in Taiwan.

Tschüss GPS!
Eine Sache, die wir besonders gruselig fanden hatte damit zu tun, dass in den Bergen unsere Uhren und Handys spannen. Die Kamera nahm irgendwie merkwürdig verrauschte Bilder auf, unsere Strecken wurden falsch getrackt und generell schienen unsere technischen Geräte nicht so richtig zu funktionieren, als ob da höhere Mächte am Werk sind. Wir haben uns dann erklären lassen, dass es hier scheinbar mit dem Magnetismus an der Ostküste zu tun hat (ich habe bei Google dazu leider nichts gefunden), der hier ein Rätsel ist und der viele Forscher in diesem Bereich anzieht. Irgendwas scheint da also nicht zu stimmen, aber was genau, bzw. womit es zusammenhängt weiss scheinbar keiner und vielleicht bleibt es für immer ein mystisches Geheimnis.

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Irgendwo zwischen Natur und Technologie.
Kaum ein Volk schafft es (anders als seine Nachbarn!) moderne Technologien mit Natur zu verbinden. Auf der einen Seite ist Taiwan ein Exportland, produziert Stifte (Crayon!), Regenschirme, Socken und alles mögliche, doch auf der anderen Seite sind die Taiwanesen sehr naturverbunden und möchten ihre Berge und Gewässer schützen. So bestehen beispielsweise ein Großteil ihrer Berge aus Marmor, dennoch wollen sie ihn nicht abbauen, um die Landschaft zu erhalten. Außerdem wird hier sehr viel recycelt und es gibt praktisch keine Mülleimer auf den Straßen. Man muss seinen Müll also immer mitnehmen, trennen und wenn die Müllabfuhr kommt, wird einmal laut gedüdelt. Generell ist Taiwan sehr ‚grün‘, obwohl sie technologisch betrachtet gefühlt 10 Jahre weiter sind als wir (allein das schnelle Internet selbst in der Pampa…). Diesen Spagat schaffen nicht viele Länder und auch in Taiwan war es ein jahrelanger und wichtiger Prozess, bis es dann soweit war. Aber vor allem in diesem Punkt können wir uns auf jeden Fall was abschauen!

Sportliche Senioren
Ich glaube ich war noch nie an einem Ort, wo ich so viele Renter so aktiv gesehen habe.
Egal ob draußen auf der Strasse, in den Bergen oder im Park – vor allem alte Menschen sind hier emsig am Werk und bevölkern in Gruppen die Parks, wo sie am liebsten ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Tai Chi.
 
Das ist hierzulande eine Art Volkssport, der ursprünglich als Kampfkunst entwickelt wurde, heute aber wenig damit zu tun hat, sondern mehr der Beweglichkeit, Gymnastik und Meditation dienlich ist. Und so kam es, dass ich lauter Rentner gesehen habe, die sportlicher waren als ich (und leise gekichert haben, als ich versucht habe mich einer Gruppe anzuschließen und kläglich versagte). Das hatte nicht zuletzt damit zu tun, das es eben eine Art Gruppending unter den Senioren hier zu sein scheint – ähnlich wie Brettspiele bei unseren. Und ihr wisst ja – wer körperlich fit bleibt, der bleibt auch fit im Kopf.

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15 Kommentare


  1. Hey,
    Könntest du mir bitte den Namen von dem Hotel am sun moon lake mit der Badewanne im Zimmer verraten?
    Vielen Dank
    Paul

    Antworten

  2. So ein super Blogpost zu Taiwan, da bekommt man selbst sofort total Lust dort hin zu reisen. Dank dir steht es jetzt definitiv auf meiner Reise Liste. Gerade die Natur und auch die ganz andere Kultur klingen super spannend – auch wenn die technischen Geräte dann wohl mal spinnen :D
    LG
    Brini
    http://www.brinisfashionbook.com

    Antworten

    1. naja, das passierte auch nur in den Marmorbergen! Keine Sorge! :)))

      Aber spannend und großartig ist es allemal!!!

      Antworten

  3. Wunderbarer Beitrag liebe Masha! Ich war selbst für zwei Wochen in Taiwan, nun hat es mich seit 11 Monaten nach Festlandchina verschlagen. Ist natürlich wieder anders. Ich kann deine Eindrücke bestätigen, es war gerade super schön für mich, mich noch einmal an alles Erlebte zu erinnern. Vor allem das Hello Kitty Gate am Flughafen denke ich mit einem Lachen zurück. Und natürlich das Internet!!! Das ist hier in Festlandchina gerne mal einfach nur grausam…
    Es freut mich, dass es dir in Taiwan so gut gefallen hat und vor allem, dass du offensichtlich so offen für alles warst (und dein Freund natürlich auch!). Ich denke, du konntest Einigen hier dieses doch noch recht unbekannte Land etwas näherbringen. Vielleicht kannst du ja auch noch etwas über euren Guide sagen? Ich denke, gerade für Leute die kein Chinesisch sprechen, könnte das interessant sein wie ihr das so gehandhabt habt.

    Liebe Grüße, Lisa

    Antworten

    1. Stimmt. In China obliegt das Internet ja auch gewissen Regulierungen… oh man :/

      Ich habe es wirklich unheimlich gemocht und würde mich auf jeden Fall freuen, wenn das Land bei Anderen auf genauso viel Begeisterung stößt wie bei mir :))

      Antworten

  4. Hammer Aufmachung und interessante Infos!
    Aber vor allem das Video ist WOW!
    Respekt, dass ihr auch noch im Urlaub so viel Content erstellt habt!
    Ich weiß es noch von meiner Thailand Reise, dass es mich mit der Zeit irgendwie echt gestresst hat, dass ich nicht einfach nur Urlaub machen konnte, sondern alles Mögliche dokumentieren musste haha ^^
    lg
    Esra

    Antworten

    1. Ja das stimmt, aber wir haben so viel erlebt und Content zu produzieren macht ja auch tierisch Spass. Den Content im Nachgang zu verarbeiten ist immer die andere Sache, aber ich bin froh, dass ich es geschafft habe und dass es am Ende auch so hübsch geworden ist :)

      Aber einfach nur Urlaub machen…. das wäre ja auch mal was Nettes zur Abwechslung!

      Antworten

  5. Liebe Masha …
    zuerst: ich habe mich soeben für Deinen Newsletter eingetragen – das wurde nämlich höchste Zeit.
    Dein Taiwan Bericht Teil 3 ist für mich eine gelungene Mischung aus selbst erlebten Eindrücken und liebevoll recherchierten Fakten.
    Vom der Klo-Situation in Taiwan sollten sich die WC-Bosse hier bei uns definitiv mal eine Scheibe abschneiden.
    Mein Lieblingsfoto von Dir ist das in Punkt 7. SO schön!
    Und von Deinem Blog-Design bin ich bei jedem Besuch hier fasziniert … und auch ein bisschen neidisch. :)
    Danke für diesen interessanten Einblick.
    Liebste Grüße.
    <3
    Steffi
    http://www.tephora.de

    Antworten

    1. Hi Steffi! Absolut! Jetzt muss ich nur noch einen neuen Newsletter mal wieder schreiben… oh man! Es ist echt schon viel zu lange her!

      Ja der Klo Fakt war auch mein liebster! Es hat mich echt mega überrascht :D

      Antworten

      1. SO schön, daß Du Dir immer wieder Zeit nimmst, um Deine Kommentare zu beantworten.
        Danke dafür.
        <3
        Steffi

        Antworten

  6. liebe mascha – das war jz mein lieblingsbeitrag deiner taiwan reise – genau aus diesem grund sollte man in einen anderen land urlaub machen um solche eindrücke von einer kultur zu bekommen! man merkt, dass du wirklich die augen offen gehabt hast u nicht so wie viele andere blogger nur das auge für das schönste bild offen haben!
    danke für den tollen einblick in diese kultur – macht richtig lust auf taiwan!
    was mir noch interessieren würde – wie sind preise dort?
    ist es günstig teuer….
    kann sein das ich dies auch überlesen habe…
    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

    Antworten

    1. Hi Katy,
      das freut mich aber!!
      Ich muss zugeben, dass ich auch immer nach dem schönsten Bildmotiv Ausschau gehalten habe :DDD

      Nein, ich liebe es in so eine Kultur einzutauchen und lese mir vor Ort auch immer die Wikipedia Artikel zu dem Land durch um ein besseres Gefühl zu bekommen!

      Wegen den Preisen kann ich dir gar nicht so viel sagen! Ich würde sagen in finanzieller Hinsicht ist es mit Berlin oder Polen vergleichbar. Transport ist sehr günstig, Essen ist auch sehr günstig, aber Unterkünfte sind ähnlich teuer wie in Berlin.

      Die lokalen Restaurants sind beispielsweise SEHR günstig, aber oftmals kommst du da nur mit chinesisch weiter.

      Auch Kleidung kannst du auf den Märkten günstig kaufen, aber normale Dinge (zB. Technik) kostet einfach mal GENAUSO viel wie bei uns in DE.

      Antworten
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