Mode Berufe: Marketing Writer

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How to get into fashion | Laptop & flowers | flat lay | working | office

Florals? For spring? Groundbreaking.
Dieser Satz entstammt einer Szene aus „Der Teufel trägt Prada“, in Anlehnung an Anna Wintour, die US VOGUE und den (guten) Ton der Modeindustrie. Schnippisch, ein wenig überheblich aber stets well dressed – oft kommt die Branche so oder so ähnlich für Außenstehende daher. Wer jedoch einmal in der Mode gearbeitet hat weiß: es geht auch anders. Im Anschluss an unsere Serie „How to get into fashion“ geben wir euch einen konkreten Einblick in den Arbeitsalltag von Redakteuren, Designer, PR Managern und und und. Wer sind die Gesichter hinter den großen Unternehmen und was passiert wirklich fernab vom Runway? Wir verraten es euch.

 

Den Anfang macht Katharina Hogenkamp, Fashion Marketing Writer bei Net-a-porter in London.

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Wie bist du zu deinem Job gekommen und was hast du vorher gemacht?
Nach zwei Jahren in Berlin war es beruflich für mich an der Zeit etwas zu verändern. In der deutschen Hauptstadt ist es leicht Kontakte zu knüpfen, dennoch fehlt es an Festanstellungen und international bekannten Unternehmen. Ins Ausland, vor allem nach London, wollte ich schon immer und habe deshalb gezielt nach Jobs in der britischen Metropole gesucht. Zwar läuft auch in UK vieles über gute Kontakte, bei Net-a-porter habe ich mich aber ganz klassisch über eine Anzeige beworben. Auch hier will gesagt sein: Meiner Bewerbung gingen viele Absagen anderer Firmen voraus.
 
In Berlin war ich freiberuflich als Fashion Writer tätig (unter anderem für Masha) nachdem ich 6 Monate in der Redaktion von LesMads an der Seite von Katja Schweitzberger über Mode, Beauty und Lifestyle berichtet habe. Das halbe Jahr war für mich sehr aufregend und hat mich dazu bewegt meinen beruflichen Fokus von Print auf Online zu legen. Während meines Modejournalismus Studiums habe ich außerdem Praktika in den Moderedaktionen von ELLE und Madame in München absolviert und die Redakteurinnen beim Styling, Anfragen für Shootings und allgemeiner Organisation unterstützt.
 
Was macht man als Fashion Marketing Writer?
Als Fashion Marketing Writer arbeite ich momentan im deutschen Translations Team von Net-a-porter. In engem Kontakt mit den englischen Redakteuren übersetzen wir, zusammen mit einem französischen und dem chinesischen Team, den Inhalt der Website. Dazu gehört unter anderem das wöchentliche Magazin „The Edit“, Porter Magazine sowie Features aus dem Bereich Mode, Beauty und Reise. Für Produktbeschreibungen gibt es ein separates Team. Besonders wichtig ist es, dass ich bei meinem Job beide Sprachen, Deutsch und Englisch, sicher in Wort und Schrift beherrsche und Inhalte sinngemäß wiedergebe.
 
Wie sieht dein Arbeitsalltag bei Net-a-porter aus?
Bei Net-a-porter fange ich morgens um 9:30 Uhr an. Als erstes checke ich E-Mails und den Daily Schedule, sprich welche Projekte jeden Tag anstehen. „The Edit“ und die dazugehörigen Features erscheinen wöchentlich und sind deshalb eng getaktet. Bei Porter haben wir etwas mehr Zeit. Bis 13 Uhr arbeite ich an Themen, bin in Meetings mit meinem Team und gehe anschließend in Mittagspause. Nachmittags ist es meist ruhiger und ich habe Zeit für eigene Projekte. Die Atmosphäre bei Net-a-porter ist sehr entspannt und es bleibt immer Raum für kreative Ideen oder einen Blick auf andere Bereiche wie zum Beispiel Styling, Video Editing, Personal Shopping usw. Hinzukommen Veranstaltungen oder Brand Academies, Schulungen zu verschiedenen Marken an denen jeder Mitarbeiter je nach Zeit teilnehmen kann. Feierabend ist um 18 Uhr aber oft nutze ich auch meinen Abend dazu an eigenen Ideen oder meinem Blog zu arbeiten.
 
Welche Tipps würdest du Modestudenten und Graduates für die Praktika- oder Jobsuche geben?

Never give up, sei dir für nichts zu schade aber lass dich nicht ausbeuten!
Wer in der Modebranche arbeiten will, sollte sich auf viel und harte Konkurrenz einstellen. Im Vergleich zum internationalen Markt ist es in Deutschland aber noch relativ entspannt. Trotzdem kommen auf eine Position nicht selten mehrere hundert Bewerbungen. Keine oder eine sehr späte Antwort zu bekommen ist deshalb leider normal. Egal ob Praktika oder Job, ich habe immer mehrfach nachgehakt, mich telefonisch gemeldet oder bin zum jeweiligen Unternehmen persönlich gegangen, um meine Bewerbung abzugeben. Heute läuft vieles über Mails und Persönlichkeit geht auf einem Bildschirm oft verloren.
 
Das große Geld sollte man in der Branche auch nicht erwarten. Trotz Mindestlohn sind viele Praktika und Jobs nach wie vor un(ter)bezahlt. In Berlin findet man außerdem überwiegend Freelance-Projekte und weniger Festanstellungen. Auch wenn es schön ist, vom Café oder von Zuhause aus zu arbeiten – auf lange Sicht war es für mich keine Option.
 
Was gefällt dir an deinem Job am meisten und wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?
Bei Net-a-porter habe ich ein super Team und gehe jeden Tag wirklich gerne zur Arbeit. Mein Job ist abwechslungsreich und die Firma gibt einem viele Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln und Neues zu erfahren. Ich wollte schon immer in einem international bekannten Unternehmen arbeiten und Net-a-porter ist dazu ideal. Plus: Nicht nur London, sondern auch die Leute die ich hier jeden Tag treffe inspirieren und pushen mich für meine Zukunft.
 
Wie ich mir die genau vorstelle kann ich nicht sagen. Natürlich wäre es schoen irgendwann mein eigener Boss zu sein aber wie, wo und was genau weiß ich noch nicht. Ich finde London faszinierend und kann mir gut vorstellen auf lange Zeit hierzubleiben. Mit dem passenden Job – vorzugsweise im Onlinebereich – geht das natürlich noch besser.

 
 

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Juni 8, 2016
Category - business, Mode
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