Influencer: Künstler oder Dienstleister?

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Vor einiger Zeit geriet ich in eine Diskussion mit meinem Umfeld durch einen einfach, beiläufigen Satz: „Du bist doch Dienstleister.“

Halt Stopp.
Ich bin.. was?

Sven Marquardt ist nicht nur der härteste Türsteher der Welt, sondern auch Fotograf – und Künstler!

Ich kann auch nicht genau sagen warum eigentlich genau, aber in dem Moment sträubte sich alles in mir.
Ich? Dienstleister? Ich bin doch Künstlerin!
Und eigentlich stand das nie in Frage. Bis heute jedenfalls.

Doch wie das manchmal so ist, wenn Fremd- und Eigenwahrnehmung auseinander driften, kommen hier und da erstaunliche Erkenntnisse ans Tageslicht. Denn die Selbstverständlichkeit mit der man mich in meinem privaten und teils auch familiären Umfeld als Dienstleister betrachtete (du erfüllst Kundenaufträge, also bist du Dienstleister) ließ mich erstaunt, verwirrt und fragend zurück.

Die Begründung:
Ein Künstler verkauft seine freie Kunst.
Ein Dienstleister wickelt Aufträge ab, auch wenn er kreative Freiheiten hat, so bleibt das eine Dienstleistung.

Dienstleistung ist in der Umgangssprache und in der Wirtschaftswissenschaft ein immaterielles Gut, das entsteht, wenn ein Wirtschaftssubjekt für ein anderes eine entgeltliche Tätigkeit ausübt.

Ironischerweise war es weniger die Erkenntnis, dass da vielleicht etwas an der Idee, Influencer wären Dienstleister, dran sein könnte, als viel mehr die Erkenntnis, wie mein Umfeld mich betrachtet, die mich schockiert hat. Gleichzeitig wollte ich diese Frage auch für mich beantworten:

Wo hört die Kunst auf und wo beginnt die Dienstleistung?

Jetzt kann vieles als Kunst gedeutet werden. Unumstritten ist jedoch der klassischen Künstler, der Bilder malt und diese verkauft, der Musiker, der seine Gefühle in Musik ausdrückt und Konzerte spielt oder auch der Autor, der Geschichten erzählt und Bücher verkauft.
Für mich eindeutig Künstler.
Doch was ist mit all den Berufen dazwischen?
Was ist mit den Moderatoren, Fotografen, Journalisten, Grafikern, Modedesignern – und ja, auch Influencern?

Diese Berufe leben teilweise von Auftragsarbeiten, beispielsweise kann ein Moderator seinen Witz und Esprit erst in einer Sendung zeigen, ein Modedesigner, der möglicherweise nicht unter seinem eigenen Label arbeitet (wie Phoebe Philo), kann trotzdem auch Kunst auf den Laufsteg bringen und Influencer? Was macht ein Influencer?

Vermutlich sollte man auch hier genauer unterscheiden, denn sicherlich kann man sagen, dass nicht jeder Influencer Künstler ist, und sicherlich sind viele eher Dienstleister mit kreativem Anspruch.

Doch was ist eigentlich ein Künstler?
Laut Wikipedia werden „als Künstler und Künstlerin heute die in der Bildenden Kunst, der Angewandten Kunst, der Darstellenden Kunst sowie der Literatur und der Musik kreativ tätigen Menschen bezeichnet, die als Arbeiten bezeichnete Erzeugnisse künstlerischen Schaffens hervorbringen.

In meinen Augen ist Kunst immer auch die Fähigkeit etwas zu erschaffen, das Gedanken und Gefühle auslöst und sie in eine bestimmte Richtung lenkt.
Schafft man das auch mit einer Produktplatzierung?
Und ist Werbung dann auch Kunst?

Melora Kuhn zeigt in ihrer ersten Skulpturausstellung Frauenköpfe

Ein Mann malt mit seinem Verstand und nicht mit seinen Händen.

Michelangelo

Als Influencer arbeite ich kreativ, produziere Texte und Bilder, deren Ideen aus mir selbst heraus entstehen (auch die für Auftraggeber) und versuche mit meiner Arbeit Menschen zu inspirieren oder zum Denken anzuregen. Gleichzeitig ist die Plattform und die Branche in der ich arbeite auf Kommerzialisierung und Mainstream ausgerichtet. Anders formuliert:

Instagram ist Konsum.
Kunst ist Pop.
Und Künstler sind heute Unternehmer.

Bin ich jetzt also ein Künstler oder wäre das zu anmaßend? Ist der Begriff eines Dienstleisters vielleicht einfach zu eng gefasst und zu negativ konnotiert? Bin ich möglicherweise einfach beides? Ist es vielleicht falsch sich festlegen zu wollen? Bin ich vielleicht ein Künstler, der seine Dienstleistungen anbietet? Ist das nicht paradox?

Auch nach diesen Erwägungen fühle ich mich kein bisschen weitergekommen in meiner eigenen Identitätsfrage.
Also habe ich mal andere Influencer gefragt, wie sie die Sache so für sich sehen:

Riccardo Simonetti:

Ich selber verstehe mich als Künstler bzw. als Unterhalter. Mein Traum war es immer Menschen inspirieren zu dürfen und zu unterhalten und das darf ich durch Social media jeden Tag. Ich stelle jeden Tag Content ins Netz, dessen Produktion den ganzen Tag in Anspruch nimmt und nur dazu gedacht ist Menschen zu unterhalten, darüber hinaus stelle ich das alles kostenlos ins Internet. Das geht aber nur in der Form, solange ich das durch Werbeanzeigen finanzieren kann. Jeder sponsored post (der im Übrigen mit genauso so viel Spaß konsumiert werden kann, wie unbezahlter Content) ermöglicht die 10 darauf folgenden Posts, die einzig und allein der Unterhaltung dienen. Das ist doch im Fernsehen und in Zeitungen nicht anders: Werbung finanziert den restlichen Inhalt. In der Kunst übrigens auch. Jede Auftragsabwicklung bietet einem Künstler den Luxus auch weiterhin Dinge zu tun, die einzig und allein der Kreativität dienen. Nur wer Werbung macht, kann auch dauerhaft Content produzieren, ansonsten wird es nie mehr sein als ein Hobby. Ich fühle mich aber nicht weniger als Künstler, bloß weil ich mich für meine Kunst auch bezahlen lasse. Natürlich entwickelt man mit einem Kunden oft eine Kooperation, die sich vielleicht ein bisschen zu dem sonstigen Content unterscheidet, aber das fordert ja oft die eigene Kreativität heraus, nämlich werblichen Content für den User genauso unterhaltsam zu gestalten, wie Nicht-Werblichen. Und am Ende des Tages bin ich die Plattform und der Entscheidungsträger, ob ein Inhalt veröffentlicht wird und das ist der elementare Unterschied zwischen einem reinem Dienstleister und einem Künstler: Die Fähigkeit selbst zu entscheiden.

Carola Pojer:

Ich sehe viennawedekind.com primär als Inspirations- und Informationsquelle, was wiederum Dienstleistung UND Kunst beinhaltet. Einerseits bin ich Fotografin, Redakteurin und Visual Artist, dh. ich kanalisiere meinen kreativen Zugang zu Mode und Kunst in unique content für meine Kanäle. Andererseits verbreite ich dadurch Information (was ist neu? was ist empfehlenswert?) und Inspiration, was man natürlich als Dienstleistung sehen kann. Müsste ich mich allerdings zwischen beiden Begriffen entscheiden, würde ich Künstlerin wählen. Schliesslich ist meine Bildsprache und Kreativität nicht einfach durch XY zu ersetzen, was bei Dienstleistern allerdings meist der Fall ist.


Olja Ryzevski:

Ich denke, dass es reine Interpretationssache ist. Jeder Blogger, Influencer oder Person des öffentlichen Lebens hat ja seine eigenen Sichtweisen, eigenen Ideen und Ziele, die er verfolgt und kann das gestalten wie er oder sie das möchte. Ich persönlich sehe mich vordergründig als einen Künstler an. Es macht natürlich Sinn, dass viele das anders sehen und es stimmt auch, dass wir uns wirklich oft an Briefings und Deadlines halten müssen. Bei mir kommt hier aber etwas Anderes ins Spiel: die Kreativität. Unsere Kunden bzw. Brands wollen mit uns aus einen bestimmten Grund zusammenarbeiten. Sie wollen nämlich ihr Produkt in eine kreative Szene umsetzen. Und da suchen sie sich passende Kandidaten hierfür aus, die bereits ein eigenes Image besitzen bzw. einem eigenen Style folgen. Wir setzen dann diese Produktion für den Kunden kreativ um, überlegen uns Ideen und erfinden neue Wege diese Ideen auf eine Art und Weise auf unseren Kanälen zu integrieren, sodass es auch zu unserem Stil passt. Bei mir ist es nämlich der Prozess, der meine Arbeit zur Kunst macht und ich stecke da auch viel Energie und Zeit hinein. Somit ist es für mich klar, dass meine Tätigkeit ohne Inspiration und ohne Kreativität gar nicht so entstanden wäre. Außerdem muss man sich ebenfalls bewusst sein, dass wir hier ja nur von einem Teil eines großen Ganzen reden. Leiste ich einen Dienst, wenn Brands zu mir kommen und eine Kooperation anbieten? Ja, auf jeden Fall. Basiert meine Tätigkeit lediglich auf materiellen Interessen? Nein, sonst würde mein Blog/Profil und meine Bilder/Videos ganz anders aussehen. Ich sehe die Kategorie Dienstleistung als eine natürlich existierende Kategorie meiner künstlerischen Tätigkeit an, welche eine Vielfalt an weiteren Aspekten wie eigene Ideen/Projekte, meine Vision und Lebensstil, das Image und eigenes Gedankengut mit sich bringt. Ist denn letztendlich nicht die Nachfrage nach einem bestimmten Künstler und seinen Werken das, was ihn berühmt und erfolgreich macht? Ob und wie das auf der geschäftlichen Ebene umgesetzt wird, ist eine andere Frage.


Thomas Demand’s Stop Motion Animationen wirken unheimlich, fast gespenstisch.

Erstaunlicherweise sehen sich die meisten Influencer (auch die, die ich im Privaten gefragt habe) als Künstler. Um genau zu sein: alle.
Und sie alle reagierten ähnlich geschockt, als ich sie mit dieser Frage konfrontiert habe und die Option in den Raum gestellt habe, sie könnten ja „nur“ Dienstleister sein.
Und alle hatten mehr oder weniger denselben Grund angebracht, warum sie sich als Künstler verstehen: Sie produzieren eigenen Content, eine eigene Bildsprache und interpretieren und integrieren Werbepartner auf ihre eigene, kreative Art und Weise. Das Gegenteil jedoch spiegelte sich bei meiner Community wider. Ich ließ euch abstimmen und die große Mehrheit stimmte für… Dienstleister.

Es ist ein bisschen so, als würde ich bei „Wer wird Millionär“ sitzen, hätte meinen Publikumsjoker und meinen Anruf eingesetzt und wäre danach noch immer ratlos.
Vielleicht gibt es für manche Fragen keine eindeutige Antwort.

Doch wenn ihr euch entscheiden müsstet: Was wären dann Influencer?
Künstler, Dienstleister oder nichts davon?

Noa Eshkol’s Motto lautet: „Ich folge keiner Regel, keiner Theorie – nur Leidenschaft“ – und mit der fertigt sie auch ihre besonderen Wandteppiche
Januar 19, 2019
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34 Kommentare

  1. Hi masha, ich habe leider gerade keine zeit den beitrag zu lesen; hole es aber heute abend nach. Die Frage hattet ihr ja aber auch im Podcast gestellt und meine Antwort darauf wäre eher, dass ich dich und auch Lisa/ bzw Blogger Bazaar als Kreative seht. Ich habe bei Influencer auch seltenst an Kunst gedacht- ein tolles Bild auf Insta ist für mich keine Kunst. Vielleicht liegt es aber auch eher an der Plattform. Manche großen Influencer sehe ich als Marke/ Fashion Kenner an und manche machen für mich echt nur plumpe Werbung ohne Mehrwert ohne Fokus auf Anspruch. Das sind dann Dienstleister für Marken in meinen Augen.

    Wie schon im Podcast erwähnt, haben wir Deutschen da vielleicht ein enges Kunstverständnis und das spiegelt sich denke ich auch in meinem Blickwinkel. Ich als dein ‚Follower‘ seh dich als deine eigene Kreativ/ Art Direktorin mit deinem Blog als Fläche… macht das Sinn? Und ich glaube für viele ist es schwer im digitalen Raum diesen Kunstbegriff anzuwenden. Manche deiner Bilder sind sind so ‚wow‘- da könnte man bestimmt ne Galerie bestücken und dann würden evtl. mehr Leute sagen ‚das ist Kunst‘.

    Noch etwas: Der Begriff Influencer ist außerhalb eurer Berufsbild-Blase zu 70% bestimmt nicht positiv konnotiert. Und ich glaube man kann das auch nicht ändern, da einfach viele ‚Mainstream‘ sind und diesen Konsumgedanken wahllos weiter pushen- das nervt viele. Und diesen mainstream bekommt man eben nonstop zu sehen. Umso mehr freue ich mich persönlich dich entdeckt zu haben und freue mich auf deinen Content dieses Jahr! (Und sich selbst als Künstler zu sehen, wenn andere nicht diese Meinung teilen, ist ja vllt eher anspornend bzw. spiegelt die eigene Vorstellung wieder)

    Hoffe es war nicht zu verwirrend, am Handy tippt man nur so los hihi. Liebe Grüße

    1. hahah nein, es war nicht verwirrend. umso mehr habe ich mich über deinen Kommentar gefreut :)
      Dass es auch unter Influencern solche und solche gibt, ist vermutlich in jedem Beruf so. Umso mehr freut mich deine Wertschätzung daher!

  2. Mein Gott wie eingebildet Sie ist. Sie macht den ganzen Tag Werbung und beschwert sich, wenn sie als Dienstleister betitelt wird. Meine Güte. Was soll es denn sonst sein? Content-Creator (Schreckliches Wort)? Was denn für ein Content? Sich in Designer Klamotten in unterschiedlichen Landschaften fotografieren zu lassen? Wow. Das ist mal Content. Die meisten kleinen Mädchen, die hier immer wieder Puderzucker in den Arsch blasen, können sich die Klamotten doch nicht mal leisten. In was für einer Welt leben wir eigentlich? Hier geht es doch immer nur um Konsum und noch mehr Konsum….wie sinnlos!

  3. Ich denke, man muss klar zwischen Kommerz, Kunst und Kreativität klar unterscheiden. Influencer sind schlicht selbstständig Werbetreibende, die mal mehr oder weniger kreativ sind und sich primär mit der Verbreitung von Konsumgütern gegen Honorar beschäftigen. Kunst ist ein langer Prozess, der eine Vertiefung in eine bestimmten Materie beinhaltet, die in der Gestaltwerdung einer persönlichen Vision gipfelt (und die Geldfrage erst mal außen vor lässt).
    Wenn eine persönliche Vision nicht über eine (hübsche oder aufwändige) Präsentation alltäglicher Massen-Konsumgüter hinausgeht, hat das nichts mit Kunst zu tun. Und nur, weil etwas Hübsches in einer Galerie hängt, muss es nicht zwangsläufig Kunst sein.
    Innovative Influencer nutzen zwar kreative oder künstlerische Erzeugnisse Dritter (wie Fotografien oder Designer-Mode) aber am Ende bleiben die individuellen Ausdrucksformen beschränkt. Wer eine breite Zielgruppe erreichen möchte, bleibt in Bild und Text massentauglich. So gut wie oder besser als Werbung darf es schon sein, aber bitte nicht zu abgedreht. Die Leserschaft soll ja auch verstehen, worum es geht. Man könnte eher sagen, dass Influencer gar keine Kunst machen können, da eine Abhängigkeit von Konsumgütern und Werbepartnern gegeben ist und eine Befriedigung der Leserschaft zur Zielsetzung gehört. Ist doch völlig OK. Die Frage ist doch eher, warum Dir diese Zuschreibung wichtig ist? Warum muss es für Dich das Etikett „Kunst“ sein?

    1. Hi Edna,

      spannender Ansatz, den ich allerdings nicht ganz teile.
      1. Ist ein Influencer nicht immer automatisch „massentauglich“
      Beispielsweise habe ich mich dazu entschieden etwas zu entwerfen, das nicht unbedingt die Masse anspricht und ein Account nicht nicht aufs Wachsen ausgelegt ist. Mit einem Sonntagspost habe ich bisher auch noch keinen Cent verdient. Sowieso finde ich es schwierig Kunst und Kommerz voneinander zu trennen, denn was war dann beispielsweise Andy Warhol? War er eine Art Vor-Influencer?

      Ich glaube es ist grundsätzlich falsch anzunehmen, dass Influencer in erster Linie Menschen sind, die durch Produktplatzierungen in Social Media Geld verdienen. Meiner Meinung nach sind Influencer erstmal Menschen, die eine bestimmte Reichweite haben in einem oder mehreren sozialen Netzwerken bedingt durch den Inhalt, den sie dort hinterlassen.

      Ich persönlich sehe mich überhaupt nicht als Dienstleister, hauptsächlich weil mein Beruf meine Identität ist, und das Gegenteil davon ist nun mal ‚Künstler‘

  4. Ein sehr spannender Beitrag, wo die Antwort nicht direkt aus einem schießt, sondern zum Nachdenken anregt.

    Ich könnte mich da nicht bei jedem festlegen. Einige Accounts halten Produkte in die Kamera – das sind zwar auch Influencer, aber in meinen Augen keine Künstler. Andere posten Selfies von sich uns kriegen eine Menge Geld für ihre (eventuell gekauften) Follower. Ist das dann Kunst?

    Bei dir und anderen sehe ich natürlich ganz anders und es ist ein ganz anderes Niveau!

    Aber generell denke ich, dass man sollte sich so sehen, wie man es selbst möchte und nicht darüber aufregen sollte, wenn jemand anderer Meinung ist. Schließlich gibt es für diese Branche ja kaum Vorgaben und keine richtige Berufsbezeichnung.

    Liebe Grüße
    Katja

    http://www.cestlevi.blog | Follow me on Instagram

    1. Hi Katja,

      vermutlich ist das so, ja.
      Influencer, die ihren Kanal als QVC missbrauchen sind auch in meinen Augen keine Künstler. Ich schätze die Leidenschaft ist der herausstechende Faktor.

      xx

  5. Puh sehr schwierig zu beantworten… ich habe auf Instagram damals nicht mit abgestimmt, weil ich mich nicht entscheiden konnte…
    Es gibt Personen denen ich auf Instagram folge und deren Blog ich lese die ich definitiv als Künstler wahrnehme, dazu gehörst du und beispielsweise auch Riccardo Simonetti. Aber es gibt auch Influencer die ich immer mehr als reine „Werbeplattformen“ wahrnehme und die für mich dadurch immer mehr zu Dienstleistern werden. Denen folge ich meistens dann aber auch schnell nicht mehr ;)

    Viele Grüße,
    Fiona

  6. Ein echt interessanter Beitrag! Darüber habe ich mir um ehrlich zu sein auch schon Gedanken gemacht. Klar, viele Accounts auf Instagram sind sehr kunstvoll gestaltet, schön anzusehen, da steht ein Haufen Arbeit dahinter. Wenn dann aber unter jedem Bild der Vermerk „Anzeige oder Werbung“ steht, stellt das die Kunst schon ein wenig in den Schatten. Nichts desto trotz folge ich gerne Influencern und lasse mich inspirieren.

    Liebe Grüße,

    Leonie von http://eyeoftehlion.de

    1. Hi Leonie,

      ja, das verstehe ich, aber ich muss beispielsweise unter fast jedes Bild Anzeige schreiben, weil die Rechtslage es aktuell so vorsieht.
      Wenn ich Marken tagge, die ich im Bild trage: Werbung
      Wenn ich meinen Freund verlinke: Werbung
      Wenn ich Fotografen verlinke (was man ja urheberrechtlich eh machen sollte): Werbung
      Wenn ich einen Ort tagge: Werbung

      Leider verbirgt sich hinter dem Hinweis Werbung nur selten „echte“, also bezahlte Werbung

  7. Das ist echt eine super spannende Frage! Ich glaube das hängt auch stark vom Content ab. Wenn ich auf meinem Blog zum Beispiel Reise Tipps oder ähnliches gebe, dann sehe ich das nicht als Kunst. Sondern als wichtigen Mehrwert für die Leser. Ist das dann schon eine Dienstleistung? Ich kann es auch nicht genau beziffern. Wenn ich andererseits beim Thema Mode versuche ganz kreativ Bilder zu erstellen kann es schon in die Richtung Kunst gehen. Wobei ich mich ehrlich gesagt auch nicht als Künstler bezeichnen würde – das würde mir gefühlt fast schon zu viel Druck selbst geben ganz bewusst kreativ zu sein. Das würde ich auch nicht wollen. Echt schwer ;)
    LG
    Brini
    http://www.brinisfashionbook.com

  8. Dein Artikel hat mich wirklich zum nachdenken angeregt. Ich muss gestehen, dass ich bei deiner Storyabstimmung erst für Dienstleister getippt habe, aber wenn man nur dein Profil anschaut wird sofort klar, dass das definitiv Kunst ist. Die mich immer wieder auf dein Profil klicken lässt, die mich Bilder screenshoten lässt und mich wirklich inspiriert und fasziniert. Ich bin Maßschneiderin und mir stellt sich diese Frage auch öfter: Führe ich nur Kundenaufträge aus oder erschaffe ich aus Zweidimensionalen ein Dreidemensionales Kunstwerk? Zu Weihnachten habe ich meinem Freund einen Pullover genäht und das erste was er nach dem Auspacken gesagt hat war: Wow, du bist eine Künstlerin! Und ich denke genau das ist die Definition für Kunst: Emotionen in Menschen hervorrufen.
    Danke dass du mit deinen Posts und Input meine Emotionen anregst!

    1. immer wieder sehr sehr gern!
      Und ehrlich gesagt ist Mode für mich durchaus Kunst, aber das ist mein persönliches Empfinden (zumal Mode ja aus einem Bild heraus erschaffen wird)

  9. Also ich hatte bei Instagram für Künstler gestimmt, denn deine Art der Umsetzung find ich sehr künstlerisch. Und für mich kommt es auf den Hintergedanken an. Die Influencer die nur Geld verdienen wollen, für alles mögliche Werbung machen und (gefühlt) nicht so viel Kreativität reinstecken sind für mich Dienstleister, aber Menschen wie du die ihre Arbeit als Kunst verstehen, sich viele Gedanken darüber machen, begeistern und bewegen wollen fallen für mich unter den Begriff Künstler.

  10. Hi Masha, ich habe Design studiert und meiner Meinung nach sind auch die meisten (nicht alle) Designer keine Künstler. Wenn ich als Designerin in einer Agentur angestellt bin, bin ich keine Künstlerin. Meiner Auffassung noch nicht einmal, wenn ich selbstständig arbeite. Obwohl ich da problemlos bei der KSK mitmachen kann… Kunst hat für mich immer etwas Ungewisses. Es kann toll klappen, aber auch total floppen. Kunst zu definieren, ist eh schwierig. Influencer sind kreativ und machen spannende Sachen, aber Kunst ist irgendwie nochmal was Anderes. Bei dir zB grenzt es sehr eng an, wenn ich deinen Insta-Feed sehe, dann ist das Kunst für mich. Aber eine eigene Bildsprache und ein bisschen Kreativität reicht für mich nicht aus, um Kunst zu definieren. Künstler sind für mich frei, Design ist angewandt und kann so überwiegend klar abgegrenzt werden. Das hat dann aber auch wieder mit dem Anspruch zu tun, den man selbst an Kunst stellt.
    Aber super spannendes Thema :)

    1. Hi Ruth,

      das verstehe ich auch total. Mein Freund ist auch Designer und er sieht das wie du und sich selbst als Dienstleister und weniger als Künstler. Deswegen fand ich die Diskussion ja auch grade so spannend, aber schön zu hören, dass du da auch mit haderst :)

  11. Liebe Masha,

    Für mich bist du erst in letzter Zeit zu einer Künstlerin geworden. Am Anfang von Instagram & Co. waren die heute so genannten influencer für mich Künstler , weil es das , was sie taten, so vielleicht noch nicht gab und weil es jehnseits von Likes, followers etc wirklich um die Kreativität ging. Dann würde alles sehr sehr einheitlich. 9 von 10 Influencern kannst du anhand des Feeds nicht mehr voneinander unterscheiden. Ich weiß noch wie du in dem Podcast mit Lisa gesagt hast, dass du frustriert bist und jetzt einfach dein eigenes Ding machst und genau da wurdest du für mich zur Künstlerin. Als dein Feed anfing besonders zu werden und vielleicht auch nicht dem Standard entsprach. Riccardo , du und auch das Team von BloggerBazzar seid für mich einige der wenigen Ausnahmen, die ich wirklich als Künstler werten würde und nicht als Dienstleister. Weil ihr nicht die Produkte in die Kamera haltet, die ich zuvor schon 10x gesehen habe. Weil ihr Themen anspricht, die niemand anspricht. Weil bei euch nicht alles ein rosa, blau, weißes Wunderland gezeigt wird, was mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Weil ihr Bilder postet, auch wenn sie vielleicht nicht perfekt ausgeleuchtet sind – sondern weil sie echt sind.
    Das ist natürlich alles nur meine persönliche Meinung, aber ich hoffe du kannst meine Denkweise etwas nachvollziehen.

    Mach bitte bitte weiter so- denn du bist wirklich einzigartig !
    Becci

    1. Hi Becci,

      danke dir! Deine Einschätzung und dein Lob an dieser Stelle bedeuten mir wirklich sehr viel und sind grade in diesen unsicheren Zeiten, wo ich selbst nicht so genau weiss, wie es weitergeht ein echter Trost :)

      xx

  12. Ich kann es gut verstehen, dass sich viele in der Branche dagegen sträuben als Dienstleister/in angesehen zu werden, geschweige denn sich selbst so zu bezeichnen. Schaut man sich aber die gängigen Definitionen an, bleibt es dennoch dabei: wer mit Aufträgen sein Geld verdient, erbringt in dem Moment eine Dienstleistung. Ich selbst bin z.B. Fotografin, fotografiere Portraits, Hochzeiten, Paare, natürlich auch freie Sachen, aber hauptsächlich sind es Auftragsarbeiten. Viele Kolleg/innen haben mir daher direkt davon abgeraten, mich bei der Künstlersozialkasse zu melden, eh keine Chance. Das kratzt natürlich auch an meinem Ego, denn klar, wie ich die Bilder gestalte, mein Bildlook, der Umgang mit den Menschen auf meinen Bildern entspringt ja mir selbst und meiner Kreativität, wieso sollte ich dann keine Künstlerin sein?
    Ich kenne tatsächlich echte Künstler (Malerei, Installationen) und wenn ich mich mit dem, was sie machen, auseinandersetze, wird der Unterschied schon deutlich. Künstler leben für ihre Kunst, erschaffen sie und zeigen sie erst dann einem Publikum, Galeristen, Ausstellern und freuen sich natürlich wenn sie jemand kauft. Dennoch der Schaffensprozess ist völlig frei, das Risiko – vor allem
    das finanzielle, das sie eingehen so viel größer.
    Im Vergleich zu ihnen fände ich es anmaßend von mir, mich selbst als Künstlerin zu bezeichnen. Daher verwende ich gerne den Begriff „Kreative“ und kann damit schon besser leben. Ggf ist das ja auch für für Blogger/Influencer-Branche ein möglicher Kompromiss?!

    1. Hi Katharina,

      ja auf so eine Lösung habe ich mich mit meinem Freund gestern auch geeinigt. Er sieht die Dinge ähnlich, denn bei der Kunst gibt es keine Vorgaben und keinen garantierten Abnehmer, auch wenn Künstler auch Dienstleister sein können. Ganz schön schwierig eine Linie zu ziehen…

    2. Guter Punkt, wenn man das mal mit (laut Definitionen) „richtigen“ Künstlern vergleicht.
      Da geht es nämlich nicht um das Darstellen und in Szene setzen anderer „Marken“, „Firmen“ etc.
      Ich kann mich dem nur anschließen.
      Bei einer Dienstleistung gibt es ganz klar eine Nachfrage. Und das ist in meinen Augen bei Bloggern/Influencern ganz klar der Fall.
      Man hat einen Kunden und für den Erfüllt man eben den Auftrag.
      Und das kann man natürlich auch kreativ erfüllen. Das ist aber keine Kunst

      Kunst erfüllt keinen Zweck, ist nicht zweckorientiert.
      Kunst ist nicht zweckgebunden bzw nicht zweckorientiert!

      Und aus diesem Grund ist für mich ein*e Blogger*in ganz klar KEIN Künstler, denn die Arbeit erfüllt einem Zweck.
      Ebenso wie bei Designern auch.
      Design erfüllt auch einen Zweck.
      Moderation erfüllt einen Zweck.
      Werbung erfüllt einen Zweck.

      Das heißt aber nicht, wie schon geschrieben, dass die Arbeit nicht kreativ und hochwertig sein kann!

      1. Hi Isabel,

        grundsätzlich schließe ich mich euch da an.
        Aber laut dieser Definition müsste ich zumindest anfangs eine Künstlerin gewesen sein, als mein Blog noch keinem Zweck diente. War das dann eine Kunstform?

        1. Man kann es ja nicht einfach umdrehen. Kunst schließt aus, dass es zweckgebunden ist. Aber es ist nicht so, dass alles was nicht zweckgebunden ist, Kunst ist. Bisschen wie mit einem Hund und Dackel. Jeder Dackel ist ein Hund, aber nicht jeder Hund ein Dackel. Es ist einfach ein Kriterum als Hilfestellung.
          Das sieht man auch bei der Mode. Sobald es um Haute Couture geht, geht es in Richtung Kunst.
          Ich glaub du musst einen anderen Begriff für dich suchen, als den der Dienstleisterin. Der ist einfach unsexy in dem Sinne. Du bist eine Kreative. So würd ich das eher betiteln!

          1. Ja ich verstehe was du meinst. Ich glaube aber persönlich auch nicht unbedingt daran, dass Kunst zwecklos ist. Verfolgt nicht alles irgendwie einen Zweck?

  13. Interessant….hm für mich ist aber ein Magazin auch nicht Kunst. Influencer sind für mich die nicht analoge Version oder anders gesagt die neue Art von Magazin. Wie eben die Vogue, ELLE, etc.
    Aber Künstler*in?
    Ich verstehe das leider gar nicht. Ein*e Moderator*in ist für mich aber auch kein Künstler*in.
    Grafikdesigner im klassischen Sinne sind es ja auch nicht. Und in der Fotografie gibt es auch eindeutig eine Grenze. Wenn du mehr Auftragsarbeiten hast, wie bei Fotostudios, Hochzeitsfotografie, dann ist es eben auch keine Kunst. Man kann sich durch Dienstleistund mit solcher Fotografie natürlich seine freien Projekte finanzieren. Ein sonntagspost aber zum Beispiel wäre für mich auch keine ‚Kunst‘, sondern redaktionelle Arbeit, eben wie in einem Magazin.
    Das ist auch keine Kritik. Gar nicht!
    Aber auch einfach keine Kunst.

    1. Hi Isabel,
      das kann ich ebenfalls verstehen, weil du eben eine andere Definition hast von Kunst als ich beispielsweise. Ich nehme das nicht als Kritik wahr, mein Umfeld denkt da genauso wie du :)
      Ich finde das eher spannend, weil ich vorher den Kunstbegriff nicht hinterfragt habe :)

  14. Ein sehr komplexes Thema wie ich finde und wenn ich weiter nachdenke wären Köche die ja auch Dienstleister sind auch Künstler. Vor allem im Sternebereich oder auch geschmacklich. Für mich sind Influncer Künstler, da durch die unterschiedliche Bildsprache niemand ersetzbar ist. Ein sehr spannedens Thema

    1. Ich glaube auch hier kommt es darauf an: sicherlich sind viele Köche keine Künstler, aber es gibt einige Künstler unter den Köchen, grade diejenigen, die neue Ideen haben, unerwartet kombinieren und vielleicht sogar einen Stern bekommen. Eindeutig Künstler!

Influencer: The Art of Providing a Service?

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A little while ago I had a discussion with some people in my circle. It all starte with a simple, casually made statement: “After all, you’re a service provider.”

Hang on.
I am… what?

Sven Marquardt is not only the toughest bouncer in the world, but also photographer – and artist!

I couldn’t really tell you why exactly, but in the first moment everything in me rebelled against the idea.

A service provider? Me? I’m an artist!

And I never questioned that. Until now, that is. But as it sometimes is when the inner and outer perceptions diverge, the gap can reveal surprising truths. It turns out the majority of people in my private circle, even my family, see me as a service provider (you provide a service to clients, hence you are a service provider). The casualness of this assessment left me surprised, confused, and questioning.

The reasoning:

An artist sells their freely created art. A service provider handles jobs, and even if that may entail some creative freedom, it remains a service.

In common parlance and in economics, a service is an immaterial good, which is created when one economic entity provides a service to another, for a fee.

Ironically, it was less the assessment per se that influencers are service providers, which upset me. Rather, it was the realization that I, too, am seen as a service provider in my circle. It immediately made me want to find an answer to the following question:

Where is the line between art and service?

For one, pretty much everything can be interpreted as art. That said, the classic ideal is still the painter, creating paintings and selling them, the musician, who channels their emotion through music and plays concerts, or the author, who tells stories and sells books. No doubt, these are archetypical artists.

But what about all the jobs in between?

Presenters, photographers, journalists, graphic designers, fashion designers and, well, influencers?

These jobs are often characterized by contracted work. For example, a presenter can only show their humor and wit if they have a show, while a fashion designer, who may not work under their own label name (like e.g. Phoebe Philo) may nevertheless create art for the runway. And influencers? What does an influencer do?

It’s probably helpful to differentiate here. I think it’s fair to say that not every influencer is an artist, and I’m sure that this is true, more generally, for the entire creative service sector.

But what actually defines an artist?

According to Wikipedia, “An artist is a person engaged in an activity related to creating art, practicing the arts, or demonstrating an art.”

In my eyes, art is based on the capacity to create something that stimulates thoughts and emotions, channeling them in specific ways.

Is it possible to create such a reaction with a product placement? And would that mean that commercials are an art form?

Melora Kuhn shows women’s heads in her first sculpture exhibition

A man paints with his brains, not with his hands.

Michelangelo

As influencer I pursue a creative line of work. I produce text and images, according to an inner vision (this is also true for commissioned work), and with my work I attempt to inspire emotions or thought processes among my readers and followers. At the same time, the platform i use, in fact the entire industry I work in, is geared towards commerce and mainstream. In a nutshell:

Instagram equals consumerism. Art is pop. And the artists of today are usually entrepreneurs as well.

So, does that make me an artist, or would that be a preposterous claim? Conversely, could it be that “service provider” is simply too narrow a category in our minds, maybe too negatively charged? Is it conceivable that I am both, artist and service provider? Isn’t that a paradox?

Well, these reflections didn’t clarify my own identity for me. So I asked some influencer colleagues how they feel about this dichotomy.

Riccardo Simonetti:

I consider myself an artist and entertainer. It was always my dream to be able to inspire and entertain others, and social media gives me the reach to do just that. Every day, I share content on the web which actually takes me al day to produce, with the sole intention to entertain people. Moreover, I make all this content freely available. This is only possible as long as my activity is cross-financed by advertising. Every sponsored post (which, by the way, may be just as entertaining as content that is not paid for) finances the 10 subsequent posts, which I create solely for the purpose of entertainment. It’s just like with television and newspapers: the content is financed by ads. The same is actually true for the arts. Every contracted job, every commission gives the artist the luxury to dedicate themselves to projects that are of purely creative nature. Only through adds is it possible to create a sustainable model in this industry, i.e. to keep creating more content. Without financial fuel, the activity will always remain a hobby. In no way do I feel less like an artist, only because I get paid for my art. Naturally, cooperations with clients sometimes result in content that may differ from the more personal posts on the timeline, but more than anything that’s a challenge to one’s own creativity: to create sponsored posts that are as entertaining to users as non-sponsored posts. At the end of the day, I am the platform, I make the decision whether and which content is shared. And this constitutes a fundamental difference between a service provider (in the  strictest sense) and an artist: the ability to make decisions.

Carola Pojer:

In my view, viennawedekind.com is primarily a source of inspiration as well as information, which in turn entails services as well as art. On the one hand I am a photographer, editor and visual artist, inasmuch as I channel my creative approach to fashion and art into unique content, which i then distribute using my channels. On the other hand, i also distribute information in the process (what’s new? what’s recommendable?), along with inspiration, which one can justifiably consider a service. If I had to pick one of the two words, I’d describe myself as an artist. After all, my visual language and creativity cannot just be replaced y anyone, which I’d say is often the case in non-creative service jobs.


Olja Ryzevski:

I think it’s just a matter of interpretation. Every blogger, influencer or public figure has his or her own views, ideas and goals, which he or she pursues and can shape as he or she wishes. Personally, I see myself as an artist. It makes sense, of course, that many people see it differently, and it’s also true that we really often have to stick to briefings and deadlines. But for me something else comes into play here: creativity. Our clients or brands want to work with us for a reason. They want to put their product into a creative scene. And they choose suitable candidates who already have their own image or follow their own style. We then creatively implement this production for the client, consider ideas and invent new ways to integrate these ideas into our channels in a way that fits our style. For me it’s the process that turns my work into art and I put a lot of energy and time into it. So it’s clear to me that without inspiration and creativity, my work would not have come into being this way. You also have to be aware that we are only talking about one part of a big picture. Do I do a service when brands come to me and offer cooperations? Yes, definitely. Is my activity based solely on material interests? No, otherwise my blog/profile and my pictures/videos would look completely different. I see the category service as a naturally existing category of my artistic activity, which brings with it a variety of other aspects such as my own ideas/projects, my vision and lifestyle, the image and my own ideas. Isn’t it the demand for a certain artist and his works that makes him famous and successful? Whether and how this is implemented on the business level is another question.


Thomas Demand’s stop motion animations seem sinister, almost spooky.

Quite remarkably, most influencers I asked (also the ones I talked to privately) consider themselves artists. Actually, all of them do. And each and every one of them reacted with similar shock when I breached the subject and suggested they may actually be “merely” service providers.

All of them brought up more or less the same set of reasons why they see themselves as artists: they produce their own content, create an individual visual language and interpret as well as integrate ad-partners in their own, creative way. But you, the community, took the opposite view. I conducted a little poll, and the vast majority of you said that you perceive influencers as service providers. I feel a bit like a candidate at “Who wants to be a millionaire”. I just called my telephone joker, was suggested answer, but feel as much in the dark as before. Maybe there simply aren’t any conclusive answers to some questions.

If you had to make a call, what would your response be? What is an influencer: an artist, a service provider, or something else entirely?

Noa Eshkol’s motto is: „I don’t follow any rule, any theory – just passion“ – and with this she also makes her special tapestries.
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16 Kommentare

  1. This is an interesting topic, influencers are providing a service and artists create art as a hobby, both can be a source of income so influencers could be seen as the digitals age of artists.

    redonwhite.org

  2. Искусство это не просто что-то создать, искусство несет духовную ценность. В творчестве блоггеров я лично не вижу духовной ценности. Эстетика и реклама, но душу это никак не трогает, оно и в памяти не остается дольше чем на пару минут. Картины же энергетически заряжены, потому что руками нарисованы и несут какой-то смысл, посыл. Духовный.

  3. Hi Masha,

    ein richtig spannendes Thema, auch die Kommentare haben mir viele neue Perspektiven auf den Kunstbegriff eröffnet. Mein Wissen dazu war das Kunst bedeutet seine Techniken zu beherrschen, etwas Neues zu schaffen und dies aus einem inneren Antrieb heraus erfolgt, der keinen Zweck verfolgt.

    Nach einigen Jahren in der Dienstleistungsbranche würde ich persönlich mich auch der Meinung anschließen, dass ihr als Blogger in der Regel weder Dienstleister noch Künstler seid. Den Begriff „Kreative“ finde ich sehr passend für bestimmte Blogger. Dazu zählst Du für mich definitiv, ich lese Deinen Blog seit vielen Jahren. Heutzutage wo es nun sehr viele Leute gibt, die ihren Lebensunterhalt mit dem was jetzt „Influencer“ heisst verdienen, sticht für mich als Person die inzwischen paar Jährchen jenseits der 30 ist schon heraus, wenn ein eigener Stil der sich stetig weiter entwickelt vorhanden ist, eine Persönlichkeit die interessant und nicht glatt gebügelt ist dahinter steht.

    Ich empfinde Dich und auch BloggerBazaar bspw. manchmal ein bisschen wie eine Art extrem selektives Magazin, wo der Inhalt so gut ausgewählt ist das man das ganze Heft lesen möchte. Etwas, was es in der Vergangenheit nur sehr selten bei Indie-Musikmagazinen gab, die dann aber leider sehr schnell mies wurden und sich zur Finanzierung immer schlimmere Inhalte suchen mussten. Das passiert hier nicht. Und das ist der Part der für mich eine künstlerische Komponente hat, denn wie oft in den Jahren von Dir thematisiert wusstest Du häufig nicht ob Du floppen wirst mit manchen Konzepten, aber Du hast sie dennoch umgesetzt weil Du einer inneren Überzeugung gefolgt bist die nur aus Dir selbst zu kommen schien.

    Warum Dienstleistung so negativ besetzt ist, ist auch eine gute Frage. Was ist schließlich falsch daran Qualität zu liefern auf Anfrage? Genau das tut ein guter Dienstleister und da steckt viel Wissen, Können und auch im besten Fall Herzblut hinter. Ich glaube es ist das Wort selbst. Menschen sehen sich ungern als „unfrei“ , insbesondere kreative Menschen haben dagegen oft eine Allergie ;) Jemandem einen „Dienst leisten“ klingt erstmal ein bisschen nach gezwungenem, fremdgesteuertem Handeln. Diese Art von Dienstleistung gibt es leider sehr oft – wenn Geld zum einzigen Motivator geworden ist. Interessanterweise konnte ich in meinen eigenen Berufserfahrungen beobachten, dass dieser Weg bei vielen Menschen nur zu Frust und mangelnder Motivation führt. Denn wer wirklich gern tut was er als Dienstleistung anbietet, dem geht es immer auch darum etwas zu verkaufen wo er selbst dahinter steht.

    Dienstleistung kann daher auch selektiv sein und einen hohen Anspruch haben. Eine Marke zu bewerben mit der man sich identifizieren kann und alles zu geben um ein tolles Projekt daraus zu machen ist eine tolle Sache finde ich.

    Ich liebe Kunst, ich konsumiere wahnsinnig viel Kunst. Aber ich muss auch sagen, ich konsumiere auch genauso gerne Inhalte von Menschen wie Euch, bei denen ich das Gefühl habe auch wenn Sie mir ein Produkt nahe bringen fliesst Ihre eigene Liebe zur Kunst da mit hinein.

    Macht weiter so, Ihr seid eine Bereicherung für die Welt der Dienstleistungen und auch für die Welt der Kunst, denn ihr vereint viele Aspekte der beiden auf eine sehr authentische und ehrliche Art und Weise von der diese Welt und Gesellschaft mehr gebrauchen kann.

    Liebe Grüße
    Anna

    1. Liebe Anna,

      vielen lieben Dank für deinen wirklich auch ausführlichen Kommentar zur Debatte. Grundsätzlich sehe ich das ähnlich, nur eben mit dem Einwand, dass der negative Aspekt zur Dienstleister Debatte daraus resultiert (möglicherweise), dass bei einem Influencer Privates und Berufliches untrennbar zusammengeführt werden. Das hört man schon in der Wortwahl: ich BIN Influencer, ich arbeite nicht ALS Influencer. Ähnlich ist es mit Künstlern: man kann Künstler sein, man arbeitet aber selten ALS Künstler. Vielleicht fühlen sich Influencer durch diese sprachliche Verwandtschaft eher zum Künstler Begriff hingezogen :)

      So oder so: ich bin auch dafür, dass es wieder mehr Künstler unter den Influencern gibt :)

      1. Die Theorie das es an der starken Verbindung zwischen Tätigkeit und Person liegen kann finde ich ebenfalls schlüssig. Das ist vor allem sehr viel besser zu beurteilen wenn man das selbst macht.

        Für mich als „Zuschauer“ besteht ja weniger Einblick wie es sich anfühlt dieser Tätigkeit nachzugehen. Umso spannender Eure Perspektiven zu lesen. Auch wenn es zu Kommentaren in Überlänge führt :D Ich finde es immer toll etwas über andere Lebenswelten zu erfahren und
        Berufe (und Berufungen ;)) sind ja so vielfältig wie die Menschen selbst. Danke dafür :)

  4. ich bin hauptberuflich festangestellter grafiker. nicht in einer coolen agentur, sondern bei einem größerem mittelständischen staatlichen unternehmen. obwohl ich den ganzen tag das corporate design maßgeblich umsetze und vorantreibe, würde ich meinen beruf nie als „kunst“ einstufen. ich habe ein handwerk gelernt, so richtig schön klassisch als ausbildungsberuf. mit den werkzeugen, die mir gegeben wurden, kann jeder talentfreie mensch ein durchschnittlicher grafiker/mediengestalter werden, denn die regeln der grafik sind allgemeingültig. ich bin ganz klar ein dienstleister. das ist ne feine sache, für mich ist das wort keinesfalls negativ belegt und ich finde es bemerkenswert, dass es für andere offenbar ein affront ist.
    mein beruf erlaubt es mir mich in meiner freizeit um das zu kümmern, was ich als meine kunstform ausgewählt hab. momentan fotografiere ich massiv viel und bin dabei nicht auf bezahlungen angewiesen. für mich ist das ein luxus: ich kann ohne rücksicht auf verluste frei das tun und lassen, was ich liebe. sicherlich kannst du das auch, aber du hast dir auch durch viel fleiß und hingabe einen großen namen erarbeitet, der dir die freiheiten gibt, die ich auf meinem level nicht hätte, sollte ich versuchen geld mit fotografie zu verdienen.

    das ist ein interessantes gesprächthema, je mehr ich darüber nachdenke. ich hab influencer auch klar als dienstleister eingestuft. und wenn ich überlege, wen ich als künstler einstufen würde, da kommt mir spontan helmut newton in den kopf (gestern in der ausstellung gewesen, der eindruck ist noch sehr frisch). und wieso ist das so anders, was newton gemacht hat? denn eigentlich ist es das nicht.
    ich glaub, darüber will ich noch ein wenig nachdenken.

    1. Hi Puck!
      Mein Freund ist auch Designer, hat früher auch in einer Agentur gearbeitet und sich selbst als Dienstleister betrachtet und nebenbei fotografiert. Ich musste grade lächeln, als ich das gelesen habe. Wir hatten damals zu dem Thema auch viel diskutiert. Ich glaube keinesfalls, dass Dienstleister negativ ist, aber es ist eine Identitätsfrage: als Influencer BIN ich Influencer und arbeite nicht als Influencer. Es ist mehr als nur ein Beruf für mich.
      Ich glaube deswegen grenze ich mich so sehr ab :)

  5. Hallo Masha!
    Ich bin beruflich tatsächlich Dienstleisterin und ich kann dir gar nicht in Worten beschreiben, wie sich diese Fragestellung gerade bei mir anfühlt. Aber definitiv nicht gut! Warum wird Dienstleistungen so negativ besetzt? Was ist so schlimm daran? Warum ist Kunst wertvoller als Dienstleistung? Was ist ein Frisör? Dienstleister? Künstler? Tatsächlich ist er Handwerker! Warum müssen diese Schubladen überhaupt sein? Schade! Das ist nicht böse gemeint, ebensowenig, wie Du sicherlich nicht bezweckt hast Dienstleistung zu diskretieren.
    Wie sehe ich euch „Influencer“? Ich empfinde euch als eine Art neuer Models, welche den Agenturen wahnsinnig viel Arbeit abnehmt, und das ohne jede Wertung! Und wie überall gibt es davon gute und schlechte…und selbst das ist Geschmacksache. Wie auch immer; da ich gerne auf deinem Blog vorbei schaue, hoffe ich deutlich zu machen, dass ich deine Arbeit sehr schätze.
    Schubladenfreie Grüße, W.

    1. Hi W!
      Ich bin total froh, dass du das grade ansprichst, weil ich mir darüber ebenfalls viele Gedanken gemacht habe, ohne sie vollständig auf dem Blog auszudiskutieren, sondern eigentlich nur anzureißen mit „Warum ist Dienstleistung negativ konnotiert“, denn wie du schon sagtest: Was ist falsch daran Dienstleister zu sein.

      Ich kann es nicht allumfassend beantworten, warum Künstler höher bewertet wird, als Dienstleister, aber ich denke es hat viel mit der Identität zu tun:
      Als Influencer zeige ich weite Teile meines Lebens, auch meines Privatlebens, deswegen BIN ich mein Beruf – ich übe ihn nicht nur aus. Ich BIN also Influencer, ich arbeite nicht nur als Influencer. Und ich glaube daher kommt der Wunsch nach der Nähe zum Künstler, denn auch ein Künstler IST Künstler, und arbeitet nicht als Künstler. Beim Handwerker, Friseur, etc. gibt es sicherliche viele die ihren Beruf als Berufung verstehen, aber sie ziehen eine deutlichere Linie von Privatem und Beruflichem und ich glaube das ist eins der wesentlichen Merkmale, warum es möglicherweise von außen wie Dienstleister aussieht, sich aber von innen wie Künstler anfühlt :)

  6. Ich finde die Entwicklung dahingehend alle Leute die öffentlich Social Media betreiben als Influencer zu bezeichnen sehr schlecht. Für mich bist Du immer noch eine Bloggerin, die eigenen Content vermittelt. Sämtliche YouTuber die hauptsächlich Produkte in die Kamera halten und für uns testen sind für mich Influencer- sie sind Dienstleister, die von Firmen bezahlt werden, um uns als Kunden zu beeinflussen, wie der Name es schon sagt, damit mehr gekauft wird. Und das Konzept funktioniert ja. Ich schaue mir auch lieber Beautyyoutube Videos an, statt Fernsehwerbung, aber im Grunde ist es alles nur Werbung und man kauft immer mehr Dinge, die man absolut nicht kauft. Wie in einem Hamsterrad- diese Entwicklung generell in der Gesellschaft finde ich sehr fragwürdig. Auf deinem Blog sehe ich das Künstlerische durch die Texte und Bildqualität und durch Deine individuelle Meinung, die Du zeigst, wie zB in den Sonntags Posts. Da sehe ich Inhalte und nicht nur Werbung.
    Herzliche Grüße

  7. Hi Masha, das ist eine interessante Frage, die Du Dir stellst. Sie betrifft ja nicht nur Influencer, sondern viele Freiberufler und auch Festangestellte, die in irgendeiner Form kreativ tätig sind. Ich denke, Du kannst beides sein. Für Deine Kunden und die Mehrheit Deiner Leser bietest Du eine Dienstleistung an, hier bist Du also Dienstleisterin. Der Content, den Du anbietest, kann aber trotzdem Kunst sein, sodass Du hier auch gleichzeitig Künstlerin bist. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Und ich sehe Dienstleistungen auch nicht als etwas Negatives, sonders es bedeutet, dass Du etwas produzierst, das andere Menschen konsumieren wollen.

    Auch eine angestellte Journalistin oder Art Director in einer Agentur können den Output ihrer Arbeit als Kunst verstehen, selbst wenn sie durch einen Kunden beauftragt ist.