Sorgen einer End-Zwanzigerin I.

DDR Fashion Shooting | Museumswohnung Berlin | Masha Sedgwick & Fee-Gloria Groenemeyer | labels: Marina Hoermanseder

DDR Fashion Shooting | Museumswohnung Berlin | Masha Sedgwick & Fee-Gloria Groenemeyer | labels: Marina Hoermanseder.

The struggle is real.

Sorgen – was sind heutzutage schon Sorgen im Vergleich zu dem Hunger und Krieg, der draußen herrscht. Es fühlt sich irgendwie falsch an von Sorgen zu reden. Trotzdem habe ich Ängste, die sich nun mal nicht anders beschreiben lassen und sich nicht weniger real anfühlen. Es sind kleine Sorgen, aber es sind eben die Sorgen unserer Generation.
 
Luxusprobleme – aber eben auch Probleme, die uns Kopfzerbrechen bereiten und klein im Verhältnis zu dem, was Andere durchleben müssen, aber immerhin groß genug, um uns hin und wieder nachts wach zu halten.
Es heisst ja immer „Früher war alles besser!“ – doch das stimmt nicht.
Richtig wäre: „Früher war alles anders!“.
 
Dennoch möchte ich nicht mit meinem Teenager Dasein tauschen wollen und keine Erfahrung missen und ich denke meinen Eltern und Großeltern wird es nicht anders gehen. Sie möchten sicherlich auch nicht mit mir tauschen wollen und erneut all die Sorgen durchleben müssen, die man mit Ende Zwanzig nun mal hat.

Genau darum geht es heute, denn das Schöne an Sorgen ist: wenn man sie teilt, werden sie leichter.
Denn im Endeffekt, so hoffe ich zumindest, geht es vielen so wie mir: wir alle machen uns Gedanken, haben Ängste und Sorgen. Uns alle beschäftigt etwas und nicht selten ist es das Gleiche.
 
Deswegen spreche ich heute offen über meine Sorgen, teile sie mit euch und erleichtere mein Herz, denn eins dürfte klar sein: gemeinsam lässt es sicher besser an einer Lösung feilen, als allein!

DDR Fashion Shooting | Museumswohnung Berlin | Masha Sedgwick & Fee-Gloria Groenemeyer | labels: Marina Hoermanseder

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1. Die Angst vor der beruflichen Zukunft

„Weisst du was du nach dem Bloggen machen willst?“
Das ist meine absolute Lieblingsfrage. Nicht.
 
Dennoch wird sie mir in aller Regelmäßigkeit gestellt und ist nach: „Kann man damit Geld verdienen?“ wohl die zweithäufigste Frage und ganz oben auf meiner Unbeliebte-Fragen Skala. Ich muss nämlich zugeben: ich habe absolut keine Ahnung. Ich weiss nicht mal, ob es ein „nach dem Bloggen“ geben wird.

Die Frage überfordert mich einfach.
Ob ich einen Plan B habe? Grob.. vielleicht.
Was mache ich also in Zukunft? Ich weiss es nicht.
 
Vielleicht schreibe ich mal ein Buch. Vielleicht arbeite ich hinter der Kamera.
Doch was soll diese Frage überhaupt? Wird sie anderen Berufsgruppen genauso oft gestellt?
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte kein bisschen Angst vor der Zukunft, aber es ist eine zuversichtliche Angst, nach dem Motto: wird schon werden. Denn schließlich ist es das immer – irgendwie. Und was bleibt mir auch anderes übrig, als einen Schritt vor den anderen zu setzen?
 
Die Angst vor der Zukunft ist real, sie ist da, aber ich lasse mir von ihr bestimmt nicht meine Zukunft verbauen.

DDR Fashion Shooting | Museumswohnung Berlin | Masha Sedgwick & Fee-Gloria Groenemeyer | labels: Marina Hoermanseder

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2. Karriere und Kind – wie soll das gehen?

Mittlerweile ist das Thema „Kind“ nicht mehr ganz so weit entfernt, wie der ein oder andere schon mitbekommen hat. Zwar bin ich noch nicht soweit, aber zumindest bin ich bereit für Kinder und hätte gerne das Erste vor meinem 30sten Lebensjahr. Dennoch mache ich mir regelmäßig Gedanken darüber, ob ich beides stemmen kann: Mutter zu sein und trotzdem gut im Geschäft. Obwohl wir ständig Erfolgsstories von Müttern hören, die gefühlt alles gleichzeitig perfekt auf die Reihe kriegen, sieht die Realität vermutlich doch anders aus.
Kind und Karriere – leichter gesagt, als getan.
 
Was Kinder angeht, kann ich wenigstens erleichtert darüber aufatmen, dass ich in Berlin wohne, wo Kind und Karriere eigentlich kein Problem sein sollte, aber Zweifel bleiben dennoch.
Kann ich meinem Kind die Aufmerksamkeit schenken, die es braucht, oder bin ich im Job zu eingespannt?
Was mache ich mit dem Kind, wenn ich mal wieder wochenlang verreise? Geht das überhaupt noch?
Schadet es meiner Karriere, wenn ich in der ersten Zeit erstmal mit dem Kind beschäftigt bin?
Kann ich mir eine Pause überhaupt erlauben?

Fragen über Fragen, deren Antwort ich schuldig bleibe.
Doch mal ernsthaft: wenn ich es nicht probiere, werde ich niemals herausfinden, ob ich nicht Powerfrauen-Potenzial habe und einfach beides unter einen Hut bekomme!

DDR Fashion Shooting | Museumswohnung Berlin | Masha Sedgwick & Fee-Gloria Groenemeyer | labels: Marina Hoermanseder

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3. Die Angst vorm Verpassen

Wenn du noch sehr jung bist, stehen dir alle Türen offen. Zumindest ist es das, was die Eltern immer zu Einem sagen. Man selbst versteht in jungen Jahren nicht genau, was die damit genau meinen und die Möglichkeit rein theoretisch eines Tages alles zu tun was ich will, führte, jedenfalls mich, in eine Art gänzliche Überforderung und eine daraus resultierende Überforderung.
„Was möchtest du mal werden?“ war immer meine Hass-Frage.
 
Doch plötzlich steht man da, hat viele der angeblich offenen Türen geschlossen, manche sogar regelrecht zugeworfen und versteht erst jetzt was das bedeutet. Erst, wenn man vor verschlossenen Türen steht, wird einem klar, was die Eltern damals eigentlich immer gemeint haben.
Aus mir wird vermutlich keine Musikerin mehr (das war mir allerdings auch schon sehr früh klar) und auch für meine Ausbildung als Ballerina ist es schon lange zu spät. Manche Abzweigungen führten ins Nichts.
Aus meiner einstigen Hass-Frage ist eine neue entstanden, mit der ich mich selbst foltere: „Was willst du mal erleben?“.
 
Mittlerweile gehöre ich schon nicht mehr zu Mitte, sondern eher zu Ende Zwanzig und stehe da vor meiner Bucket-List, die irgendwie immer länger wird, statt kürzer.

Ich bin noch niemals Fallschirm gesprungen und ich war noch niemals in Tokio.
Ich habe noch niemals Insekten gegessen (wobei ich wirklich nicht weiss, ob ich mich da jemals überwinden kann) und bin noch nie weiter als 10 Kilometer am Stück gelaufen.
Ich bin noch nie wirklich getaucht und habe Deutschland als Wohnort noch nie verlassen
Ich weiss nicht mal, ob ich wirklich woanders wohnen wollen würde, aber ich habe Angst davor, dass es für diese Erfahrung irgendwann mal zu spät sein könnte.

 

Die Angst etwas zu verpassen ist eins der Luxusprobleme unserer Generation.

 

Während unseren Eltern und Großeltern bei weitem nicht die Möglichkeiten zur Verfügung standen, die uns überfordern, beklagen wir uns über die Qual der Wahl, statt dankbar dafür zu sein sie nutzen zu können – oder eben auch nicht.
Meine Damen und Herren, hier haben wir sie: die Qual der Wahl. Die mögliche ungenutzte Chance, die alles verändert.
 
Aber ist es nicht anstrengend immer diese Angst im Nacken sitzen zu haben?
Manchmal erwische ich mich noch dabei, wie ich zu angesagten Partys oder Events gehe, obwohl ich keine Lust habe, „nur um dabei gewesen zu sein“. Am Ende des Abend fühle ich mich auch nicht anders, bin kein besserer Mensch und versuche es mir irgendwie schön zu reden, selbst, wenn es eine Vollkatastophe war. Ich habe eben die Chance genutzt, das ist ja auch schon was.

Manchmal dagegen verstecken sich hinter harmlosen Einladungen die schönsten Abende ganz ohne Glamour, aber dafür mit viel Gefühl. So richtig vorhersagen lässt es sich einfach nie.
Und vielleicht ist das gut so. Denn Chancen manchmal nicht zu nutzen ist genauso richtig, wie sie zu nutzen.
Bei unseren Entscheidungen gibt es kein richtig oder falsch.
 
Dennoch bleibt dieses schale Gefühl, dass es eben noch ein paar Dinge gibt, die ich gerne vor 30 schaffen würde, einfach um mir eine Benchmark zu setzen. Die große 30. Sie hängt über mir wie ein Mahnmal und erinnert mich an alles, was ich nicht geschafft habe, statt mich das sehen zu lassen, was ich bereits alles gerockt habe.
Und ist das nicht eigentlich der Witz an der Sache?
 
Wir verpassen die Gegenwart, während wir uns auf die Zukunft konzentrieren.
Es ist schön Träume und Ziele zu haben, aber sie sollten nicht nur in der Zukunft, sondern auch in der Gegenwart spielen. Und vielleicht sollten wir mal lernen, mit dem zufrieden zu sein, was wir sind, statt unglücklich darüber, was wir alles verpassen könnten.
Doch wie die Lösung kommt es mir auch nicht vor.

DDR Fashion Shooting | Museumswohnung Berlin | Masha Sedgwick & Fee-Gloria Groenemeyer | labels: Marina Hoermanseder

Könnt ihr euch noch an das DDR Shooting erinnern, von dem ich euch erzählt habe? So here it is!
Zusammen mit der grandiosen Fee-Gloria Groenemeyer haben wir in einer DDR Wohnung und mit Unterstützung von Marina Hoermanseder dieses mega coole Shooting auf die Beine gestellt, das mich ein bisschen in eine andere Zeit versetzt. Ich muss sagen, ich LIEBE Fees Stil einfach, denn die Bilder sehen so herrlich weiblich aus, sinnlich und gleichzeitig wie aus einer anderen Welt.
Folgt ihr unbedingt auf Instagram, denn ich bin mir sicher, dass sie einer der nächsten Rising Stars in der Szene ist!
 
Morgen gibt es dann den zweiten Teil des Posts und auch den zweiten Teil des Shootings.

 
 



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53 Kommentare


  1. Ein sehr schöner und ehrlicher Post! Vor Allem die Angst vor dem Verpassen trifft 100% zu! Man sollte wirklich mehr im Jetzt leben anstatt sich permanent über Zukunftspläne Gedanken zu machen!
    Love it!
    XXX

    Antworten

  2. Sehr schöner Post, unglaublich stilvolle, geschmackvolle Fotografien und immer wieder bin ich begeistert, wie vielseitig deine Talente sind – Autorin, Model, Designerin, Art Director… Große Klasse! Ich wünschte, ich wäre in deinen Schuhen manchmal.

    Zum Thema Verpassen: Ich habe mir auch schon viele Gedanken darüber gemacht und denke mir – vielleicht immer wieder einfach auf das Bauchgefühl hören. Was fühlt sich gut an?

    Antworten

    1. Dazu bin ich auch schon übergegangen. Ich glaube das ist die einzig richtige Lösung, um später nichts zu bereuen.

      Antworten

  3. Ваши “ страхи“ настолько схожи с мыслями большинства девушек.
    Да, стареть не одной девушке не хочется и именно поэтому мы прибегаем рано или поздно к услугам косметологов.
    Дети. Без них не возможно, с ними ( детьми ) сложно. С 25 лет я мечтала о детях и все никак не получалось((( на фоне этого огромного желания, работа и все остальное не приносили удовлетворения. И,какое было счастье , когда все- таки появился малыш в нашей семье. И удавалось совмещать работу, увлечения и семью. Все возможно, нужно только хотеть.
    К Вашей второй части этой темы, которую я уже тоже прочла, хочу добавить , что родителям нужно говорить о своей любви постоянно , беречь их, не расстраивать по пустякам, чаще обнимать и встречаться. Действительно, может наступить такой момент, что сказать не кому уже, позвонить не кому уже. Это моя боль.
    А Вы красавица, все у Вас будет хорошо.
    С огромным приветом из Москвы;))

    Antworten

  4. Die Bilder sind wahnsinnig toll geworden, da hast sowohl du als auch Fee sehr gute Arbeit geleistet. :)
    Die Ängste, die du hier beschreibst, kennen denke ich sehr sehr viele bis die Meisten jungen Leute, teilweise auch Teenager. Das mit der beruflichen Zukunft macht mir nämlich auch etwas Angst. Ich habe zwar eine ziemlich genaue Vorstellung, in welche Richtung ich gehen/was ich machen will, aber innerhalb dieser Vorstellung gibt es wiederum so viele unterschiedliche Möglichkeiten, dass ich es eben doch noch nicht ganz genau weiß. Aber dennoch bin ich da – wie du auch – recht zuversichtlich und denke, dass es schon werden wird. Das mit Kind und Karriere beschäftigt mich zwar momentan noch nicht, aber irgendwann sicherlich auch. Das mit dem Verpassen ist sowieso so eine Angst, die viele Menschen haben. Man will keine Party, keine Reise, keine sonstige Chance verpassen, alles mitbekommen, immer dabei sein – selbst, wenn man mal nicht so viel Lust darauf hat. Aber das kennen wie gesagt sehr viele Menschen, denke ich.

    Ein sehr toller, offener und ehrlicher Post, liebe Masha <3

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    http://themarquisediamond.de/

    Antworten

  5. Wundervoller Beitrag und du triffst mal wieder voll ins Schwarze! … zu den Bildern brauche ich ja wohl nichts mehr sagen, oder? Wirklich beeindruckend wie wandelbar du bist!
    Liebe Grüße,
    Hella von http://www.advance-your-style.de

    Antworten

  6. Grandioser Post!! Damit sprichst du so vielen aus der Seele. Mit 23 bin ich genau in der Phase wo sich die ersten Türen schließen. Im Moment kann ich mir zwar noch einige offenhalten, aber ich habe Angst vor dem Tag, an dem ich mich mal entscheiden muss. Ich liebe es, alle Möglichkeiten zu haben und ich finde es kostet sehr viel Mut sich gegen einige von diesen zu entscheiden. Aber wahrscheinlich müssen wir in den Zwanzigern einfach lernen, dass man eben nicht alles haben kann… Die Bilder finde ich übrigens mindestens so großartig wie den Text dazu. Sie passen einfach perfekt!
    Ganz liebe Grüße!
    XX, Cathrin
    http://www.cat-walking.com

    Antworten

  7. Liebe Masha,

    auch mit 32 Jahren stellt man sich diese Fragen. Leider hört es nie wirklich auf, wie ich glaube. Es ist einfach der Lauf des Lebens. Ich denke, jeder sollte grundsätzlich viel achtsamer sein und das Hier und Jetzt wahrnehmen, um es auch genießen zu können. Um das zu können, muss man allerdings auch sehr hart an sich arbeiten. Denn diese Schnelllebigkeit in unserem Alltag hilft uns nicht gerade dabei. Aber jeder Tag ist schließlich eine neue Chance und dafür da, dass wir es erneut probieren können.

    Ich wünsche dir viel Energie dafür.
    Gruß
    Eve von eveblogazine.com

    Antworten

  8. Liebe Masha, die Bilder sind der absolute Wahnsinn !!! Und textlich ist das mal wieder ein rundum super Post. Kann dich sehr gut mit diesen Gedanken nachvollziehen, obwohl ich zwar nicht komplett die Gleichen habe. Dennoch bin auch ich mit 27 Jahren an einem Punkt in dem man vielen in Frage stellt und ab und zu sich zu schnell verunsichern lässt. Mal schauen wie sich das alles so entwickelt :)

    Liebe Grüße Gitta // http://www.gittawitzel.com

    Antworten

  9. Du bist ende zwanzig? stimmt…ich lese deinen blog seit jahren, aber das du älter wirst habe ich gar nicht gemerkt. Du siehst immer jung aus, wie eine anfang zwanzig!
    Liebe Masha, du bist eine tolle persönlichkeit & ich finde es toll, dass du solche privtaen gedanken mit uns teilst. Bleib so wie du bist! <3
    Ich bin übrigens erst anfang 20 deswegen kann ichs schwierig beurteilen, wie man sich da fühlt… Aber du wirst aufjedenfall immer eine tolle bloggerin bleiben, solange wie du es sein möchtest.

    Antworten

  10. Also, erst einmal: Wunderwunderschöne Fotos! Und zu Problem Nummer 1 und 2 habe ich folgendes zu sagen: Ich bin mir sicher, dass du den für dich richtigen Weg finden wirst. Solche Ängste sind völlig normal und es wäre schlimm, wenn man sie nicht hätte. Oft ist es einfach nicht möglich zu planen, sondern man muss die Dinge einfach auf sich zukommen lassen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was da bei dir in den nächsten Jahren noch so passieren wird und bin mir sicher, dass ein Kind deine Karriere eher bereichern als bremsen würde. Denn du scheinst ja wirklich bereit dafür zu sein.

    Ines – twashion.com

    Antworten

  11. Die Fotos sind grandios! Du siehst MEGA aus und ganz ehrlich, auch wenn Du in keinster Weise irgendwelche vorzeitigen Zeichen von Hautalterung aufweist, so ist es doch etwas anderes eine Frau in solchen Bildern zu sehen als ein Mädchen und das ist nichts was jetzt mit Alterung der Haut oder so zutun hat bevor man mich jetzt missversteht :D Ich bin selbst bereits über 30 und meine nicht irgendwelche Falten die da nicht sind denn wenn man die Sonne immer wegblockt und nicht total mies mit sich umgeht hat man ja mit Ende 20 auch kaum welche und so ist es auch bei Dir :D Nein, es ist wirklich die Ausstrahlung denn auch mit Ende 20 kann man noch ein Mädchen sein wenn es schlecht läuft. Früher wusste ich nicht was die Leute damit meinen. Heute weiss ich es. Und es wirkt einfach doppelt so toll wenn hinter einem Gesichtsausdruck auch wirklich etwas steckt und eine selbstbewusste Mimik nicht nur krampfhafte Pose ist sondern wirklich echt. Mordsgeile Bilder. Alter Falter!

    Und das ist eigentlich auch schon das was ich sagen will zum Thema „Angst zu verpassen“. Das wirklich Schöne am Älterwerden sind für mich nicht die Dinge die ich (noch) nicht tue, sondern die Dinge die ich bereits getan habe. Es ist doch wie eine Galerie die man in sich hat, voller endloser Bilder und Filmchen aus Erinnerungen. Früher wenn es mir schlecht ging oder ich etwas schlimmes erlebt habe bin ich viel tiefer gefallen, heute sind da mehr Griffe zum Festhalten. Und ich habe irgendwann festgestellt das diese Griffe bei mir Erinnerungen sind, gute Erinnerungen oder krasse Erinnerungen meistens, Dinge die ich bewältigt habe, die ich erlebt habe weil ich mich angestrengt habe und allen Mut zusammengenommen habe und nicht gekniffen habe. Bei deiner tollen Geschichte mit dem Blog und allem was dranhängt wirst du eine Riesenmenge davon haben stelle ich mir vor :) Es macht mich öfter happy das es eben nicht so ist wie ich früher dachte, dass das Leben eben nicht immer die gleichen „struggles“ ewig wiederholt sondern sich da wirklich dauerhaft die inneren Perspektiven verschieben.

    Das gibt einem auch irgendwo die Sicherheit das man noch jede Menge tolle Dinge erleben wird und erreichen wird. Denn man hat es bis hierhin zu persönlichen Erfolgen gebracht – egal wie die für den einzelnen aussehen mögen – und wird auch weiterhin daran anknüpfen, vielleicht anders als früher, vielleicht kleiner, vielleicht viiiiiel grösser…keiner weiss es…aber man geht weiter, man bleibt nie stehen bis es eben vorbei ist eines Tages und meine grösste Hoffnung ist das ich als alte Frau dasitze und eine leuchtende Erinnerungs-Sammlung größer als die Eremitage in Sankt Petersburg im Kopf habe und trotz allem Schmerz über das Vergehen sagen kann „Wow, das war spannend!“.

    Egal was also kommt, wenn man bewusst schaut was einem passiert und begeisterungsfähig und motiviert für all das bleibt was sich einem bietet, glaube ich das man gut 30 werden kann und sich dabei eher deutlich besser fühlt als beim 20 werden und es eigentlich eine verdammt geile Lebensphase ist :) So ging es mir, trotz aller Paranoia und kleinen Wehmutstropfen von all den verpassten Gelegenheiten, die ja irgendwo dazugehören, war ich unheimlich dankbar für alles. Diese Wut und Frustration die ich als ich 20 wurde hatte, war nicht mehr da. Ich denke für Altersmilde ist es wohl zu früh :D, aber mein Bewusstsein für die Dinge ist anders geworden, weniger eingeschränkt würde ich am ehesten sagen.

    Danke für den tollen Beitrag! :)

    Antworten

    1. Hi Anna,

      vielen lieben Dank, dass du dir so viel Mühe gegeben hast mit dem Kommentar. Ich liebe den Vergleich mit den Griffen und du hast wirklich Recht. Ich stehe auch manchmal vor Herausforderungen und denke mir: Naja, du hast dies und jenes geschafft, dann kann dir das auch keine Angst machen.

      Ich bin einfach viel entspannter als früher, weil ich weiss, dass es kaum etwas gibt, dass mich wirklich kaputt machen kann. So gesehen freue ich mich auch schon aufs Älter-werden und die reichen Erfahrungen, die man von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr macht. Und natürlich über noch mehr Griffe zum Festhalten. Ein wirklich schöner Vergleich ist das!

      Danke dir!

      xx

      Antworten

  12. DIESE BILDER!!! Ich habe das Shooting auf Snapchat gesehen und habe mich schon lange gefragt, wann du sie uns endlich zeigen wirst. Sie sind grandios! Wunderschön und Edel. Und auch dein Text ist gut gelungen. Da ich schon Ü30 bin, kann ich bei manchen Sachen sogar schmunzeln. Denn auch mit 30 ist es eigentlich ganz gut da draußen. Das kann ich dir versichern ;) Alles Liebe, Jen

    Antworten

  13. Liebe Masha,

    was für ein Post, ich muss sagen, er hat mich sehr zum nachdenken gebracht, beziehungsweise muss ich zugeben, dass ich bereits sehr ähnliche Gedanken seit einigen Jahren habe und sie mir beim lesen deines Beitrags wieder sehr stark bewusst geworden sind. Ich kann einfach alles, was du schreibst sehr gut nachvollziehen, ich bin schon 29 und die 30 steht mir unmittelbar bevor, nicht mal mehr ein halbes Jahr bis zu meinem nächsten Geburtstag und ich muss sagen, es macht mir auch ein bisschen Angst. So lange lebt man in der Twen-Blase und auch wenn man weiß, dass es nicht für die Ewigkeit sein kann, kommt es einem doch ein Stück weit so vor und es geht einfach so unfassbar schnell, dass man das letzte Jahr als 20-Jährige vor sich hat, dass man zwangsläufig ins Grübeln kommt. Wenn ich deinen Blog lese, was ich regelmäßig und mit Vergnügen tue, bewundere ich immer, wohin du alles schon gereist bist, darunter sehr viele Orte, an denen ich noch nie war und auch träume eines Tages hinzukommen. Ich finde es toll, wie du dein Leben lebst, dass du in Berlin deine Traumwohnung und deinen Traummann gefunden hast, dass du so einen reichhaltig gefüllten und wahnsinnig faszinierenden Kleiderschrank hast und es schaffst, so viele Leute mit verblüffender Regelmäßigkeit mit wunderschönen kunstvollen Fotos und ehrlichen Gedanken zu unterhalten. Ich denke, dass du es ganz richtig machst, du lebst deinen Traum, du machst genau das, was du kannst und was dir Spaß macht, auch wenn es vielleicht gewisse Risiken birgt, aber du bist frei und glücklich und das können mit Sicherheit nicht alle Menschen von sich behaupten. Das Gefühl etwas zu verpassen, kenne ich sehr gut. Es kam in der Vergangenheit häufig vor, dass ich über mein Leben nachgedacht habe und regelrecht Panik verspürt habe, alles falsch gemacht zu haben. So viele meiner Freunde haben eine Zeit im Ausland gelebt, ob als Aupair, Praktikant, Rucksacktourist, Work-And-Traveller oder Erasmus-Student, ich leider nicht. Nicht, dass ich nicht theoretisch die Möglichkeit gehabt hätte, aber irgendwie hatte ich nie das Gefühl, das jetzt der richtige Moment dafür gekommen war. Zudem hatte ich immer auch Angst davor. Auch habe ich mein Studium nicht gerade in der Regelstudienzeit durchgezogen, habe sogar nach 4 Semestern noch mal das Fach gewechselt, weswegen ich mir auch schon häufig Vorwürfe gemacht habe. Zudem habe ich zwar zum Glück den richtigen Mann fürs Leben gefunden, bin aber weder mit ihm verheiratet (kommt noch :)), noch habe ich Kinder. Früher habe ich auch immer gedacht, ich möchte das alles machen bevor ich 30 werde und mir da, je näher das Datum gerückt ist, sehr großen Stress gemacht. Aber mittlerweile bin ich Gott sei Dank davon abgekommen. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass es egal ist, was die anderen Menschen um mich herum machen. Ob sie tausend Praktika in Kuala Lumpur oder New York oder sonst wo gemacht haben, ob sie dies oder das gesehen und erlebt und geschafft haben. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie glücklicher sind als ich. Ich bin gesund, habe eine liebe Familie, wunderbare Freunde und einen super tollen Mann an meiner Seite, der mich genauso mag wie ich bin. Ich habe mein Studium (so gut wie) geschafft und darauf kann ich auch stolz sein. Auch weiß ich endlich, was ich beruflich machen will (was auch lange Zeit nicht klar war) und somit kann ich mich ganz zielstrebig und mit all meiner Energie darauf konzentrieren, was mir ein ziemlich gutes Gefühl gibt. Anstatt sich immer mit denen zu vergleichen, die augenscheinlich mehr haben und mehr erleben, sollte man sich darauf konzentrieren, was einem selbst gut tut. Muss man wirklich zu der Party XY, obwohl man sich nicht gut fühlt und auf die man eigentlich sowieso keine Lust hat und auf der man Leuten begegnet, die man eigentlich meiden möchte? Nein, muss man nicht. Ich verstehe, dass du denkst, dass das aus beruflichen Gründen von Vorteil sein kann, was sicherlich auch hin und wieder stimmt, aber ich glaube, dass es besser für dich ist, häufiger einfach mal bewusst nicht hinzugehen und stattdessen mit Freundinnen oder deinem Liebsten gemütlich bei einer DVD zu Hause zu chillen. Das gibt einem auch wieder richtig Kraft für alles, was weiterhin ansteht. Also, liebe Masha, um zum Ende zu kommen: Mach so weiter wie bisher, mach dich nicht verrückt, 30 ist auch nur eine Zahl wie jede andere und bedeutet nicht, dass man gewisse Dinge geschafft haben muss, das redet einem die Gesellschaft nur ein. Jeder ist frei, sein Leben so zu gestalten, wie er möchte, das ist eigentlich auch das Schöne an unserer Zeit. Genieße die tollen Momente und sei stolz darauf, was du alles schon geschafft hast, das ist nämlich sicher mehr als du manchmal denkst :)

    Mit den liebsten Grüßen,

    Mel

    Antworten

    1. Vielen lieben Dank Mel für dein langes Kommentar.

      Ich höre das nicht zum ersten Mal und wenn Menschen mein Leben von außen analysieren, kann ich es nie so wirklich glauben, dass sie von mir sprechen. Es klingt einfach zu gut. Ich bin mir oft einfach nicht bewusst darüber, was ich geschafft habe, sondern sehe immer nur den Weg der vor mir liegt. Ich denke deine Ansicht ist da um einiges gesünder, aber ich schaffe es (noch) nicht mich von dem Druck zu befreien. Meine Schwäche ist gleichzeitig mein Ansporn, weil ich selten denke: OK, jetzt ist gut. Jetzt reicht es. Nein, es geht immer noch mehr. Das macht mich manchmal wahnsinnig!
      Aber vermutlich ist das auch so ein Twenties Ding :/

      Antworten

  14. Hey,

    Tolle Fotos & interessanter Post!

    Ich stolpere jetzt aber zum wiederholten Male über diese Lederhalsbänder/Körperketten/Dinger und finde diese hier in rosé/nude (?) jetzt wirklich total hübsch. Wie heißen diese Teile nur genau und woher stammt speziell diese Variante hier?

    Danke & Liebe Grüße!

    Antworten

  15. Hey masha,
    Tolle Bilder!!❤
    Ich bin im (fast)gleichen alter wie du und ich mache mir viele ähnliche Gedanken. Vorallem das „etwas zu verpassen “ und unzufrieden sein mit dem was man hat obwohl es eigentlich gut ist.
    Ich habe auch eine bucketlist gemacht und hoffe das sie mit der Zeit kürzer wird und meine Erfahrungen dafür umso schöner. Ich möchte schließlich bei meinen Enkeln mal angeben können;)

    Bei dir steht Insekten essen auf der Liste!? Mach es! Halb so schlimm wie man denkt im Gegenteil,wenn man es schafft den Kopf auszuschalten und den ekel an dem Tag überwindet sind die echt sogar okay.aber ess die nicht roh?

    Antworten

    1. Hi Ester,

      absolut.
      Ich weiss nicht, ich bin nicht ganz sicher, ob es wirklich auf meiner Liste steht. Ich habe so viel Schiss davor, aber vermutlich werde ich es genau deswegen mal machen. Einfach nur zur Überwindung XD

      Antworten

  16. I SOO FUCK’N LOVE YOU,

    ..wahnsinn diese Fotostrecke. Mega aussagender text, mal wieder toll zu lesen!

    viele liebe Grüße aus der schönen mitte von Deutschland (Baunatal)
    Mascha aka @wildsoulmasch :)

    Antworten

  17. Liebe Masha,
    ein toller Text und wundervolle Bilder!
    Ich kann dich beim Thema Kinder bekommen auch nur ermutigen, einfach Kinder zu bekommen. Ich bin selber freiberufliche Fotografin,28, und habe mittlerweile das zweite Kind. Na klar,es ist oft sehr anstrengend aber auch wunderschön.
    Weißt du,deine Kreativität hört nicht plötzlich auf,nur weil du ein Kind bekommst.Genau so wie deine Lust an etwas zu arbeiten oder zu tun.
    Das pausiert vielleicht ein wenig aber ich vergleiche es immer mit den Menschen,die eine Auszeit vom Job oder eine große Reise machen:Die werden ja auch wieder in ihrem (Arbeits-) Umfeld aufgenommen und machen danach einfach weiter.Wenn man offen kommuniziert(ja,auch als Freiberufler),dass man jetzt für einen gewissen Zeitraum weniger arbeitet oder nicht zu erreichen ist,da man ein Kind erwartet, habe ich positive Erfahrungen gemacht.Und oft auch viel Unterstützung,da viele der arbeitenden Menschen ja auch Kinder haben oder diese irgendwann planen.
    Mit Kindern setzt du deine Prioritäten anders aber ich selber habe dadurch viel besser herausgefunden,welche Jobs ich machen möchte und welche nicht. Man lernt einfach die wenige, vorhandene Zeit so effektiv und konzentriert wie möglich zu nutzen.
    Also,ich freue mich schon auf Babyposts von dir?.
    Liebe Grüße
    Jelena
    http://www.filipinski.de

    Antworten

  18. Wundervoller Post, die Fotos sind so unglaublich schön und ich liebe den Fake-Fur Hut…den habe ich in schwarz, hab schon richtig Bock den wieder zu haben. Dass Ostel ist eine ziemlich coole Location in Berlin….wunderbar. Und alle diese Ängste die du hast, kann ich mit 28 selbst sehr gut verstehen, obwohl ich nach Bachelor und Masterstudium jetzt erst beruflich so richtig richtig durchstarten kann….Ich denke diese Ängste sind normal und man kann das Leben eben nur leben, um zu schauen was es für einen bereithält.

    Liebst,

    Madlén Bohéme

    Antworten

  19. Ach, Machen’ka! Ich bin zwar ein Nobody für Dich, aber komm mich mal besuchen, dann „kriege“ ich Dich dazu in den Tag hinein zu leben (ohne, dass Du bankrott gehst), diese Sorgen ein wenig abzulegen und das was Du hast einfach zu genießen…. :))
    Ich kann Deine Gedanken nachvollziehen und glaub mir: es ist doch alles irgendwie in bester Ordnung :*

    Alles Gute für Dich!
    Deinen Weg wirst Du auf jeden Fall wiederfinden.

    Life goes on. No matter what. Make the best of it – for you, not for others.

    Antworten

  20. Isn’t Groenemeyer hosting one of your Sunday posts? Stunning photography and clothing.
    As well as beautifully written post, sometimes I thing people tend to think so much, eyes pointed into the future and not fully appreciating the present.
    Cheers to you,
    T.
    https://tbymallano.wordpress.com/

    Antworten

  21. Wie unterschiedlich die Bilder von Fee zu den „gewohnten“ doch sind! Fantastisch, und auch sehr „Editorial“! Ich mag die Posen, das Setting, und ganz besonders den Hoermannseder-Rock und Harness. Hach… *träum*

    Vielleicht lassen sich diese schwer-wiegenden Gedanken auf einen einzigen gemeinsamen Nenner destillieren: Zukunftsangst.
    Wir verbringen sehr viel Zeit damit, zu planen, Absichten auszulegen und Etappenziele abzustecken, und vernachlässigen dabei, dass sich das Leben nicht planen lässt. „Willst du Gott belustigen, so mache Pläne“ sagt mein Freund immer – und steckt sich stattdessen lieber Ziele. Sie sind eine sichtbare Landmarke im Geist, aber der Zeitpunkt und die Modalitäten, zu denen wir das Ziel erreichen (oder auch, absichtlich daneben vorbeigehen) sind variabel. Das entspannt und nimmt sehr viel selbstauferlegten Druck – was wiederum fokussierter und produktiver macht; es lässt uns das Ziel also eher erreichen. Wenn wir es zu der Zeit dann auch noch wollen.

    Die berufliche Zukunft von Bloggern ist in etwa wie die von Politikern: man kann diesen Beruf eigentlich nicht wirklich lernen, man kommt über seine Interessen rein und lebt von der Vernetzung. Am Ende dieser ersten Karriere stehen dann oft Tätigkeiten in völlig anderen Umfeldern: Unternehmensberatung, Vorstandsvorsitz, Sprecher, …, Stylistin, Fotografin, Model, Schauspielerin, selbständige Boutiquenbesitzerin, Online-Shop-Betreiberin, Redakteurin. Du hast ein Netzwerk und einen Bekanntschaftsgrad, die dir beide sicher vieles ermöglichen. Es werden Wege kommen, die du nicht ahnst, und die auf keiner Karte verzeichnet sind.

    Kind und Karriere ist immer noch ein sehr großes und ständig aktuelles Thema. Hier will ich mir nicht anmaßen, mich näher zu äußern (ich habe „nur“ eine selbständige Fotografin mit Einzelkind und Ehemann in der Verwandtschaft), und übergebe das Heft lieber an Mama-Blogger, die da sicher vieles dazu zu sagen haben. Eine Frage stellt sich mir trotzdem: wer sagt mir, wann der Zeitpunkt richtig ist? Jemand von außen, der Kiosk-Verkäufer, die Uni-Professorin, der Vater, die Schwester, der Kalender, die Kerzen auf der Torte? Oder sind es nicht eher die inneren Faktoren wie „Erdung“, Zufriedenheit mit der aktuellen Lebenssituation, ein stabiles Lebensumfeld, die Sehnsucht, etwas weiterzugeben oder als Teil in einem anderen Menschen weiterzuleben, der Drang nach „Erschaffung“?
    Wann springst du vom Dreimeterbrett – wenn von unten jemand ruft, dass er dich springen sehen will, oder wenn du dich bereit fühlst? Mach‘ es, wenn es sich für dich passend anfühlt, und wenn’s mit 34 ist, ist’s eben dann. Den für dich richtigen Zeitpunkt kannst du nicht berechnen, nur erspüren. Du lernst jeden Tag mehr, über dich, die Welt, das Leben, du kannst mit jedem Tag mehr weitergeben. Stress dich nicht, denn dann übersiehst du die wichtigsten Sachen am Wegesrand – auch im übertragenen Sinn.

    Etwas zu übersehen, nicht mitzubekommen, zu verpassen, die kennen wir wohl alle. Was aber, wenn wir uns darauf konzentrieren, WAS wir mitbekommen? Wenn wir uns bemühen, unseren Fokus wieder auf das, was in diesem exakten Moment mit und um uns passiert, zu richten, anstatt so weit in die Ferne zu blicken, wo wir eh nur alles unscharf sehen? Was dann passiert, kannst du leicht ausprobieren: du nimmst bewusst wahr. Dass der Kaffee heiß ist und dampft, und der Dampf sanft um deine Nasenspitze streicht. Dass du soeben ein Lächeln geschenkt bekommen hast, dass der Wind heute kühl, aber dafür nur brisenzart weht, dass das Laub dumpf riecht, du aber nur „Herbst“ im Kopf hast, und dir bei diesem Geruch ganz wohlig warm wird. Du ent-schleunigst wieder, denn ich habe das Gefühl, dir wird von deiner eigenen Geschwindigkeit schon etwas schwindelig! Nachzudenken ist gut, aber denk‘ nicht am Leben selbst vorbei.

    Ich geb‘ dir einen Satz, der mir sehr wichtig ist, und deshalb auf einem schönen, alten Spiegel in meinem Schlafzimmer hängt. Den einen Satz, den ich täglich lese, und den ich jeden Tag brauche(n kann). Der eine Satz, der die wildesten Wellen in mir mit einem einzigen Punkt an seinem Ende glättet, der die größte Aufregung beruhigt und mir den Schwindel des rasenden Lebenskarussells nimmt.

    „Die Wirklichkeit kümmert sich nicht um unsere Bedenken.“

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    1. ach vivien,

      ich liebe ja jedes einzelne Kommentar von dir, aber dieses ist besonders schön, vor allem der letzte Teil.

      Du hast natürlich vollkommen recht und es liegt eigentlich auf der Hand und dennoch lebe ich selbst auch manchmal nicht bewusst genug, sondern lasse es an mir vorüberrauschen. morgen gibt es den zweiten teil – ich bin schon gespannt was du dann dazu sagst <3

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  22. Hey Masha,
    Ich finde es toll, dass du viele deine Sorgen/Ängste teilst.
    Der Text ist wirklich schön geschrieben, weil du es gut auf den Punkt gebracht hast. Die Fotos sind der Wahnsinn. <3

    Liebe Grüße, Swetty

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  23. Ob die 1. Frage auch anderen Berufsgruppen gestellt wird ? Oh ja, weißt du schon was du nach dem Abi, nach der Ausbildung, nach dem Studium machst ?? Diese Frage hat mich jedes Mal überfordert und irgendwie zu Entscheidungen gezwungen, die ich später mal bereut habe.
    Wirklich toller Text!!

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    1. Und weitere 10 Jahre weiter hat man dann definitiv vieles verpasst, aber sieht es ganz entspannt (meistens). Denn trotzdem öffnen sich immer wieder Türen und man stolpert über interessante Sachen, über die man früher nicht nachgedacht hat.
      meine Nachbarin lernt mit ber 70 Snapchat, wenn das kein Ansporn ist neugierig zu bleiben…

      Liebe Grüße ♥
      Claudine / http://www.claudinesroom.com

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  24. Der Text ist mal wieder wahnsinnig schön geschrieben und du bringst es auf den Punkt.
    Dazu noch diese wunderschönen Fotos *.*
    Dies ist einer meiner Lieblingsbeiträge von dir :)

    Liebe Grüße
    Veni
    http://venilista.de/

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  25. Ob das wirklich alles Luxusprobleme sind, wage ich zu bezweifeln. Den Job zu verlieren oder sich neu orientieren zu müssen, diese Angst ist sehr real – im Zeitalter der Kurzlebigkeit, wo von einem Tag auf den anderen hunderte Jobs gestrichen werden und wo Trends die Lebenserwartung von Eintagsfliegen haben.
    Das fühlt sich alles sehr real an.
    Und da ist es absolut egal, ob man selbständig oder fix angestellt ist, dieser Angst muss sich jeder stellen. Eine fixe Anstellung bedeutet heutzutage nicht die Erlösung jeglicher Existenzängste wie noch vor 20-30 Jahren, wo es fast unvorstellbar war, jedes Jahr einen neuen Job zu haben, in einer anderen Firma zu sein.
    Das alles ist nur eine Frage der Ehrlichkeit, vor allem sich selber gegenüber.
    Gibt man es zu, Angst zu haben? Oder blendet man lieber aus?
    Am Ende muss man selber entscheiden wie man damit umgeht.
    Wenn man jemandem aufzeigt wie fragil das momentane Lebenskonzept ist, sagt das doch oft vielmehr über den Fragensteller aus als vice versa.
    Und wenn man auf jede Frage eine Antwort hat, müsste man wohl tausend Leben gelebt haben.
    Manches ergibt sich, und je älter man wird, desto mehr muss man sich eingestehen, dass man doch nicht so viel weiß wie man denkt, angefangen von wohin zum Beispiel die Reise geht, was man machen will/wird uvm.

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  26. Hi Masha!
    Ich liebe deine ehrlichen Beiträge!! Du bist die eine der wenigen, die wirklich aus dem Leben selbst erzählt und auch kritische Themen bespricht. Das weiß ich sehr zu schätzen! Vor allem in dieser Glitzerwelt (was uns Außenstehenden vermutlich oft nur so vorkommt… :)) stellt sich ja jeder immer möglichst schön und perfekt dar… Ich find´s super, dass du da anders bist!!
    Liebste Grüße

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  27. Sorry, wenn ich jetzt nicht auf den Inhalt eingehe – dafür reicht die Zeit nicht- aber ich muss eins los werden: Diese Fotos sind wunderschön! Elegant, feminin und trotzdem zeitgemäß – ich bin schwer begeistert!

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  28. Deine Sorgen werden gern als „Luxusprobleme“ bezeichnet, aber ganz ehrlich: auf diesen „Luxus“ kann ich gern verzichten! Denn diese Probleme sind absolut real; vor allem in der westlichen Gesellschaft. Und sie sind es nicht weniger wert, ernst genommen zu werden. Und aktzeptiert. Aber in erster Linie von uns selbst, denn was die anderen darüber denken, ist nebensächlich! Letztendlich müssen wir da ganz allein durch.
    Entscheidungen müssen nach dem Bauchgefühl getroffen werden. Denn nur der weiss was richtig für uns ist. Im Gegensatz zum Kopf, liefert der Bauch keine Argumente.
    Ich musste dieses Jahr leider einen schmerzlichen Verlust erleiden, der mich stark verändert hat. Was ich dir als Rat mit auf den Weg geben kann, der dir vielleicht ein wenig die Angst nehmen kann: lebe im Jetzt, denn das ist die einzige Zeit, die du beeinflussen kannst! Weder die Vergangenheit, noch die Zukunft kann man verändern. Lebt man in der Vergangenheit, entstehen Depressionen. Lebt man in der Zukunft, hat man Angst (vor dem Unbekannten, das man im Jetzt eh nicht beeinflussen kann!).
    Wenn du jetzt da bist, und es in vollen Zügen genießt, dann hast du alles was du brauchst.
    Und sollte dein Jetzt unerträglich sein, dann hast du immer noch die Wahl: Take it, leave it, or change it! Wie auch immer die Entscheidung ausfällt: treffe sie mit dem Herzen!

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  29. Masha, ich bin ernsthaft SPRACHLOS!
    Nicht nur, dass einen diese absolut umwerfenden Fotos packen und direkt in eine vergangene Zeit versetzen, sondern auch noch dieser unheimlich ergreifende Text dazu. Mit 29 stehe ich aktuell an genau dem gleichen Punkt und kämpfe mit den gleichen Sorgen & Ängsten..

    Gerade in letzter Zeit sieht man so unendlich viele Blogs, auf denen nur noch herzlos einfach wahllos Bilder gepostet werden und die Verfasser sich überhaupt keine Gedanken mehr über den Inhalt machen und ich bin unfassbar dankbar dafür, dass dein Blog hierbei ein Paradebeispiel für das exakte Gegenteil dafür ist!

    Danke für diesen wunderbaren Post.
    Liebe Grüße,
    Jacky

    My photography-blog: http://www.vifer-photography.blogspot.com

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  30. Ein ganz toller Text: das mit dem Thema Kind wirst Du aber erst wissen, wenn Du Mutter bist. Vorher macht man sich Gedanken was für eine Mutter man sein will: Job und Kind gleichzeitig war immer für mich ganz weit oben. Jetzt wo ich ein Kind habe, ist mir Arbeit herzlich egal. Sobald Du Mutter wirst werden die Fragen etwas anders klingen: Will ich überhaupt so lange OHNE Kind verreisen? Will ich mein Kind überhaupt mit einem Jahr schon in die Krippe geben? Will ich vielleicht überhaupt noch in Berlin ein Kind großziehen?

    Und genau die Fragen die Du Dir jetzt stellst, werden nicht mehr so im Vordergrund sein. Ich habe sie mir auch alle gestellt, ob beruflich oder privat. Das Gefühl dabei sein zu müssen und sich bloß nicht festlegen zu dürfen lastet einfach sehr auf einem.

    Ich hoffe, dass Du einen Weg aus den Problemen unserer Generation findest. Jeder hat eine andere Antwort – meine war ein Baby. Es lässt Dich alles mit anderen Augen sehen!

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    1. Das kann ich nur unterschreiben… mit Kind ändert sich das ganze Leben, alle Sorgen und Fragen die man davor hatte, sind eigentlich eh voll für’n Hugo… weil sich alles verschiebt und im Endeffekt kann man nur ins kalte Wasser springen und wird in die neue wunderbare Erfahrung reinwachsen (und ja, es ist möglich die Arbeit zu machen die man liebt und für das Kind da zu sein das man liebt)

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  31. Was für ein ergreifender Post. Ich bin nun auch Mitte Zwanzig und stelle fest, dass sich das Leben doch anders entwickelt hat, als ich es mir noch vor 10 Jahren vorgestellt habe. Aber alles ist gut gelaufen, wahrscheinlich sogar noch besser. Daher habe ich wohl nicht mehr ganz so viel Angst vor der Zukunft… Du wirst sicherlich die coolste Mum in Deutschland!

    Liebe Grüße Kristina

    PS: Nur noch heute gibt es auf meinem Blog ein Wimpernserum zu gewinnen!

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  32. Mit fast 39 Jahren kann ich mich sehr gut in Deinen Text hineinversetzten!
    Früher war alles anders … Ja, wie recht Du hast und es ist gut so wie es ist:)
    Als Österreicherin liebe ich Frau Marina Hoermanseder und kann nur sagen -ein gelungenes Shooting und ein Mega Text.
    xo
    Tanja/Salzburg
    http://www.tbfashionvictim.com

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