2018 – ein persönlicher Rückblick

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Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird es auch wieder ruhiger.

Karl Valentin

Wie ein Marathon hat sich dieses Jahr hingezogen. Zähne zusammenbeißen, noch ein Tag, noch eine Woche, noch ein Monat.
Doch irgendwie schien dieser Marathon endlos lang.

Was ist aus der Ruhe geworden, die ich mir letztes Jahr selbstverordnet habe? Nach außen hin war es tatsächlich ein bisschen ruhiger um mich, denn ich habe kaum gebloggt und auch sonst wenig privates geteilt. Von innen betrachtet war es aber das wohl unruhigste Jahr seit langem – und nicht unbedingt das Beste

2018 habe ich viel riskiert, viel gewonnen und viel verloren.

Ich musste vielen Herausforderungen entgegentreten und die wohl Größte war die auf ein neues Management nach fast 7 Jahren.
Das änderte tatsächlich alles. Sich in einem neuen Team zu finden, mit neuen Leuten zusammenzuarbeiten war Fluch und Segen zugleich – doch im Rückblick eine gute Entscheidung. Doch vor allem stellte sich für mich auch als Gelegenheit heraus das ganze Konzept meines Jobs in Frage zu stellen – etwas, dass ich im normalen Trott vielleicht nie gemacht hätte..

Bleibe ich weiterhin ein Einzelunternehmen oder gründe ich eine GmbH?
Kann ich Aufgaben abgeben?
Sollte ich auf Youtube setzen?
Wie kann ich mein Konzept auch auf Instagram umsetzen?
Brauche ich ein Rebranding?

Die Antworten auf viele Fragen könnt ihr euch sicherlich denken, doch um sie zu bekommen musste ich vieles neu planen und ausprobieren.

Und genau das tat ich dieses Jahr: ich habe mich ausprobiert – und nicht immer gewonnen.

Dieses Jahr hat meine ganze Kraft gebraucht und viele Opfer verlangt. War es das am Ende wert?

Ich weiss es nicht.
Am Ende habe ich kaum noch gebloggt und auch sonst wenig von mir geteilt. Ich habe diesen Spurenwechsel gebraucht, aber er hat mich nicht glücklich gemacht habe ich festgestellt.


Mir fehlt das Private.
Mir fehlt die Kommunikation mit euch.
Mir fehlt „die alte Masha“

Denn in diesem ganzen Prozess der Neuerfindung habe ich mich zwischenzeitlich verloren. Ich habe meine Identität verloren und bin zu einer Werbeplattform geworden. Das war so nicht geplant, doch was soll ich sagen? Ich habe mich übernommen, zu oft „ja“ gesagt und kam aus diesem Strudel der Verpflichtungen nicht mehr raus. Ich kann ja schlecht sagen: „Ich bin überarbeitet, ich breche die Kooperation mitten im Prozess ab.“ – insbesondere, wenn es langfristige Sachen sind.

Leider hat auch mein Umfeld zu spät gemerkt, wann aus „viel“ „zu viel“ wurde und so war ich bis Ende des Jahres eine Geisel meines eigenen Erfolgs. Deswegen lautet einer der Vorsätze für nächstes Jahr: weniger Aufträge. Viel weniger Aufträge.


Das bedeutet vor allem: häufiger „Nein“ sagen.
Und jeder, der selbstständig ist und seine Existenz bedroht sieht, weil er nicht weiß, was morgen kommt, kann nachvollziehen wie schwierig es ist, grade in so einer unsicheren Branche, einfach mal „Nein“ zu sagen. Da lässt der Nervenzusammenbruch nicht lange auf sich warten.

Doch auch das war mir eine Lehre in diesem Jahr, denn je mehr Aufträge ich annehme, desto weniger kann ich freie Sachen machen – und von den freien Sachen lebt ja schließlich die Authentizität eines Bloggers, nicht wahr?

Insofern war es vielleicht eine harte Lehre, aber eine Notwendige, denn jetzt, wo ich die meisten Aufträge abgeschlossen habe, habe ich meinen Fokus wieder und weiss was ich will und wohin ich will. Doch dafür brauche in Zukunft Freiraum und insofern ist das wohl ein großer Vorteil an 2018: ich habe nun diesen finanziellen Freiraum, der es mir ermöglicht weniger Projekte anzunehmen und mich stattdessen meinen eigenen Projekten zu widmen. Und von denen stehen viele an, die ich bald (sehr bald!) nach und nach verkünden werde. Und eins kann ich euch sagen: es wird wieder privater.


Doch fürs Erste möchte ich wieder in einen Rhythmus kommen, in dem ich wieder regelmäßig Sonntagspost schreiben kann – denn die vermisst nicht nur ihr, sondern auch ich!

Genau das Gegenteil trifft auf das Private zu, denn was das angeht, kann es kaum besser laufen: ich habe mir ein wunderbares kreatives Umfeld geschaffen und bin so glücklich wie selten zuvor. Ich habe einen Traummann an meiner Seite, mein Freundeskreis hat sich um einige großartige Köpfe erweitert, ich arbeite mit meinen Freunden zusammen und einigen Freundschaften konnte ich unter anderen auch dadurch wieder neues Leben einhauchen. Selbst meine Freundin Lina habe ich dieses Jahr überdurchschnittlich oft gesehen.

Dieses private und berufliche Umfeld ist es auch, das mir (kreative) Energie schenkt und mich zu neuen Erkenntnissen führt. Das liegt nicht zuletzt daran, weil es das erste Jahr ist, in dem ich mein Privatleben an erste Stelle setze und mir auch mal das Wochenende mit meinen Liebsten für private Unternehmungen gönne. Ob Festivals, Museumsbesuche oder Reisen – kaum etwas hat mich so glücklich gemacht wie Zeit mit meinem Lieblingsmenschen zu verbringen.

Auch was meine Gesundheit angeht, war 2018 unterm Strich ein gutes Jahr:
Ich habe nicht nur den Schritt zum Vegetarismus geschafft, sondern habe auch sportlich gute Leistungen erbracht und habe sogar angefangen zu joggen. Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet! Zwar war mein Bandscheibenvorfall Anfang des Jahres ein kleiner Rückschlag, doch durch den Sport konnte ich den gut auffangen.

Und während ich so auf 2018 schimpfe, so bin ich am Ende doch froh, dass berufliche Herausforderungen meine einzigen Probleme waren, denn je älter ich werde, desto dankbarer bin ich für die Jahre des Friedens und der relativen Sorglosigkeit. Meine Familie und Freunde sind gesund und wohlauf und ich habe das Glück in einem sicheren Land zu leben, das nicht meine Existenz bedroht – was könnte ich noch mehr wollen?

Meine Probleme sind reine Luxusprobleme und alleine dafür bin ich schon dankbar und allein deswegen betrachte ich das Jahr 2018 als ein gutes Jahr.

Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass dieses unruhige Jahr 2018, ein Jahr voller Hochs und Tiefs, vorbei ist. Zwar kann ich nicht sagen, dass es beruflich mein bestes Jahr war, aber es war ein Schritt in die richtige Richtung. Ich habe dazugelernt. Ich weiss jetzt wieder was ich will und habe meinen Fokus. Ich weiss, wen ich an meiner Seite haben will und das ist auch sehr hilfreich, um voller Power ins neue Jahr zu starten.

2019 – ich komme.

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Dezember 24, 2018
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9 Kommentare

  1. Ein ehrlicher und auch ein wenig schonungsloser Rückblick…
    Ich hab das Jahr 2018 mit dir sehr genossen und gerne deinen Blog gelesen, dein Instagram verfolgt und Matchlatte gehört… Deinen (neuen) InstagramFeed finde ich großartig und die Idee des „Mashaloves_“ ebenfalls!

    Ich wünsche dir für 2019 nur das Allerbeste! Nein sagen ist nicht einfach, aber du bist eine mutige und starke Frau und mit dem notwendigen Rückhalt, kann man auch mal schwierige Entscheidungen treffen! Ich drück dir die Daumen!

    Liebe Grüße,
    Fiona

    PS: Über die vermehrten Sonntagsposts freue ich mich schon besonders bzw. freue ich mich schon die vergangenen Wochen ;) Ich hab sie sehr vermisst!

    1. Hi Fiona,

      awww das freut mich aber! Ja, ich will wieder häufiger bloggen. Meine Outfitposts finden nur noch in der Outfit Sektion statt, sodass ich viel viel mehr Zeit für die Sonntagsposts habe! Jetzt sitze ich schon wieder an einem und habe die nächsten 4 auch schon im Kopf. Es liegt ganz schön viel Schreibarbeit vor mir… :D

  2. Ich freue mich auf das Jahr 2019 mit dir, tatsächlich habe ich dich im letzten Jahr nicht mehr so verfolgt da mir, wie du schreibst, die „echte“ Masha verloren ging. Auf dem Blog schaue ich aber trotzdem fast täglich vorbei und lese jeden Eintrag :)

  3. Liebe Masha, ich schaue hier auch immer wieder vorbei, weil ich Deine Looks und Bildsprache cool und inspirierend finde. Vor allem bin ich aber Podcasthörerin und war dieses Jahr sehr angetan, wie viele spannende und wichtige Themen Ihr auf gute und originelle Weise aufgegriffen und diskutiert habt. Ich finde, dass Du sehr wohl Position bezogen hast und Deine Stimme richtig toll eingesetzt hast. Dafür danke und Ich freu mich auf mehr. Hab noch schöne faule Feiertage!
    Liebe Grüße, Katharina

  4. Sehr schöner Rückblick. Das hilft doch immer sehr, um herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist! Ich bin gespannt, was das neue Jahr so bringt und wünsche dir alles Gute ♡

  5. Super schöne Bilder Masha! <3

    2018 war wirklich ein sehr intensives Jahr, auch für mich.
    Ich finde es toll, dass du aus den negativen Erfahrungen Lehren ziehst, anstatt daran zu verzweifeln oder zu jammern.

    Ich wünsche dir schöne Festtage mit deinen Liebsten und bin gespannt auf die neue "alte Masha" und deine ganzen Projekte <3

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    https://www.themarquisediamond.de/