Keine Zeit.

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.Kolumne über das Thema Zeit | Ort: Königsberger See, Bayern, Deutschland, Österreich, Österreichische Berge | Mode Editorial Shooting | Generation Y

Kapitel 1

Ich schaue auf die Uhr.
Keine Zeit. Keine Zeit.
Schon wieder keine Zeit.
Nie ist Zeit.

Ich funktioniere. Ich mache. Ich produziere. Ich denke nicht viel dabei nach.
Denn Denken beansprucht Zeit.
Tja, und die habe ich nicht.
Der Alltag hält mich beschäftigt.
Wann hat man denn schon Zeit?
Am Ende des Tages falle ich wie tot ins Bett – schon wieder so viel geschafft und trotzdem nicht genug.
Wenn ich nur mehr Zeit hätte…
Aber es ist nie genug Zeit da.

Weil wir beschleunigen und immer schneller leben und weil Zeit dadurch immer knapper wird. Immer knapper.
Wir dafür immer schneller.
Immer schneller.
Hektik. Termindruck. Stress.
Ich muss. Ich muss. Weiter.
Wir geißeln uns mit unseren eigenen Regeln und setzen unsere Grenzen immer enger. Anschließend sagen wir, wir leben am Limit.
Aber wer hat das Limit gesetzt?
Und warum ist es so klein gefasst?

photos: Theresa Kaindl
location: Königsberger See

Ich muss raus aus diesem Hamsterrad.
Deswegen will ich dieses Jahr ein neues Projekt wagen:
ich will mehr Zeit haben.
Und weniger Stress. Und keine Grenzen mehr.
Ich weiss, jedes Jahr dieselbe Laier:
ich will mir mehr Zeit nehmen, bla bla.
Aber diesmal meine ich es auch so.
Ich will mein Leben ändern. Diesmal wirklich.
Vielleicht ist das meine letzte Chance.

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Kapitel 2

Ich sitze hier und versuche meine Gedanken zu sortieren.
Ich wünschte es wäre einfacher, aber sie sind wie kurze Blitze. Kurze, intensive Gefühle – so hell und so schnell, dass sie mich blenden und ich sie nicht greifen kann.
Wie kleine Nadelstiche.
Eine Mischung aus Angst und Hoffnung.

Tick. Tack.

In letzter Zeit stelle ich mir immer mehr Fragen.
Die der grundlegenden Sorte, die man nicht beantworten kann, sondern nur die Zukunft selbst beantwortet. Fragen auf die es keine Antwort gibt – noch nicht.
Ich habe manchmal Angst vor der Welt und noch mehr Angst vor der Zukunft. Ich glaube, das kann man so sagen. Ich frage mich, ob das bei meinen Eltern auch so war. Oder bei den Großeltern.
Sicherlich stellte sich jede Generation Fragen wie „Wird es mich in 50 Jahren noch geben?“ „Werde ich mein Haus abbezahlen können und finanzielle Sicherheit haben?“ „Was bringt mir die Zukunft?“ „Wird es meinen Kindern gut gehen?“
 
Diese Fragen stelle ich mir gar nicht mehr, denn sie scheinen mir so klein und nichtig im Vergleich zu den Fragen, die ich mir stelle: „Wird es die Menschheit in der uns bekannten Form überhaupt noch geben?“ „Wie wird sich die Gesellschaft formen?“
„Was passiert mit unserem Planeten?“
Alles bewegt sich immer schneller, jeder Tag ein Quantensprung, doch wohin soll das noch führen?
Das kann dir keiner sagen.
 
Deswegen ergibt sich daraus nur eine logische Konsequenz: wir müssen mehr im JETZT leben. Denn wer weiss, was die Zukunft schon bringt. JETZT – das ist die Zeit, in der ich auch Zeit habe. Ich kann sie frei einteilen. Ich kann die Zeit von gestern nicht zurückdrehen, noch kann ich mir Zeit von morgen leihen. Ich kann beschließen jetzt schlafen zu gehen, weil es vernünftig wäre, oder weiter diesen Text zu schreiben, der mir jetzt schon so wirr vorkommt, dass ich mich ernsthaft frage, ob ich ihn posten soll, oder ob man mich für meine Gedanken auslacht.
„Jetzt ist sie völlig übergeschnappt“
Dabei stelle ich mir selbst und damit auch euch nur einige Fragen, nichts weiter.

Für was genau lebst du?
Glaubst du wirklich noch an eine Rente?
Was macht dich glücklich?
Für was hättest du gerne mehr Zeit?

Wann ist der richtige Zeitpunkt um die Dinge zu machen, die uns glücklich machen?
Ist er wirklich jetzt? Oder ist er später?
Und wann wird aus spät ZU spät?
Auch auf diese Fragen gibt es keine Antwort, aber dafür eine Lösung für das Problem:
Ich möchte bewusster leben.
Ich will meine Gefühle auch wirklich fühlen und mein Leben wirklich leben.
Ich bin verliebt, mit jeder Faser und ich möchte dieses Gefühl spüren und speichern.
Ich bin glücklich, weil ich gesund bin und die Menschen, die ich liebe auch.
Ich bin ängstlich, weil es Menschen und Dinge gibt, die mir wichtig sind.
Ich bin lebendig. Und dieses Leben will ich auch mehr spüren.
Also mach ich die Dinge jetzt und genieße die Tatsache, dass ich verliebt, verletzlich und lebendig bin – ganz bewusst.

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Kapitel 3

Zeit.

Sie zerrinnt zwischen meinen Fingern und am Ende bleibt die Frage: wie viel Zeit habe ich eigentlich noch? Und was will ich damit anfangen? Und ist Zeit etwas das ich wirklich besitze, oder etwas, das ich mir nehmen muss?

Vielleicht suche ich noch ewig eine Antwort auf meine Fragen. Vielleicht wird es auch nie eine geben. ‚Vielleicht‘ kann eine Ewigkeit bedeuten. Wer kann das schon wissen. Alles scheint irgendwie möglich.
 
Und alles worauf ich hoffen kann, dass die Zeit, die ich in diesen Artikel gesteckt habe es wert war und euch ein Lächeln auf die Lippen gezaubert habt. Ihr wisst schon, weil jeder Moment kostbar ist und weil ihr mir eure Zeit geschenkt habt.

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Januar 18, 2018

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62 Kommentare

  1. Liebe Masha,

    seitdem ich im IG Feed diesen Blodpost gesehen habe, wusste ich, er gehört zu den besonderen von Dir.
    Leider hatte ich bis jetzt.. keine Zeit (welch Ironie…..)
    Mir die Zeit zu nehmen, die ein solcher Beitrag braucht. Er gehört zu denen, die ich abspreichere, um Sie immer und immer wieder zu lesen, wenn das Leben in die falsche Richtung geht. Wenn man nicht mehr weiß, welche Fragen man sich grade stellen sollten, um sich wieder in der richtigen Bahn einzufinden.
    Ich liebe dein Schreibstil, grade in Bezug auf diese sehr tiergehenden Posts und ich liebe die Ausdruckskraft deiner Bilder in diesen Artikeln. So wenig ich mit Mode anfangen kann, um so mehr liebe ich es, bei dir so viele Facetten des Lebens und deines Jobs mitzubekommen. Danke für diese Worte, diese wichtigen Fragen ( die definitiv wichtiger sind; als: was trage ich heute für Schuhe?). In einer Zeit wie dieser, in der alles nur noch um Schnelligkeit und Effizienz geht, ist das einzige, was wir manchmal tun können und sollten, innezuhalten.
    Danke für deinen täglichen Input.

  2. Liebe Masha, das ist ja traurig genug, dass du meinst, du kommst als „übergeschnappt“ rüber, nur weil du ein paar Fragen abseits „was ziehe ich an“ stellst. Ist Philosophie uncool? Wird man gleich als „hysterisch“ verschrien, wenn man ein paar verschachtelte Sätze bildet? Ist „kompliziert“ in unserer Welt nur noch ein Schimpfwort?
    Ich finde, manchmal sollte „unkompliziert“ das Schimpfwort sein. Denn Leute, die sich keine Gedanken um ihre Mitmenschen machen, ruinieren diese Welt.

    :D
    lg

    Esra

  3. Liebe Masha, das ist ja traurig genug, dass du meinst, du kommst als „übergeschnappt“ rüber, nur weil du ein paar Fragen abseits „was ziehe ich an“ stellst. Ist Philosophie uncool? Wird man gleich als „hysterisch“ verschrien, wenn man ein paar verschachtelte Sätze bildet? Ist „kompliziert“ in unserer Welt nur noch ein Schimpfwort?
    Ich finde, manchmal sollte „unkompliziert“ das Schimpfwort sein. Denn Leute, die sich keine Gedanken um ihre Mitmenschen machen, ruinieren diese Welt.

    :D
    lg

    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de/

  4. Grandioser Post Masha – genau dieses Thema beschäftigt mich immer und immer wieder. Ich denke, gerade weil es mir derzeit so vor Augen geführt wird, wenn es einem lieben menschen eben nicht gut geht, die Gesundheit nicht mehr so selbstverständlich ist und damit eben auch nicht die gemeinsame Zeit.

    Wunderbar geschrieben udn die Fotostrecke dazu ist wie immer ein Genuss!!

    Schön, dass du dir die zeit genommen hast, dies in Worte zu fassen, umzusetzen + zu fotografieren. <3

    xxx
    Tina

    https://styleappetite.com

  5. Hey Masha,
    super Beitrag. Wahnsinn wie toll du schreiben kannst.
    Vor allem gerade bei dir da du so viel Unterwegs bist und so vieles um die Ohren hast finde ich den Beitragstitel so gut gewählt!

    Meld dich mal bei uns, wir würden auch gern mit dir einen Beitrag veröffentlich :)

    Freu mich auf deine Antwort

  6. wenn du jung bist, fehlt dir die Zeit, wenn du älter wirst, möglicherweise die Kraft – genieße deine Jugend, lebe im hier und jetzt,sei dankbar für all die wunderbaren Geschenke und Möglichkeiten deines Lebens und achtsam gegenüber anderen und dir selbst

  7. wenn du jung bist, fehlt dir die Zeit, wenn du älter wirst, möglicherweise die Kraft – genieße deine Jugend, lebe im hier und jetzt,sei dankbar für all die wunderbaren Geschenke und Möglichkeiten deines Lebens und achtsam gegenüber anderen und dir selbst

  8. wenn du jung bist, fehlt dir die Zeit, wenn du älter wirst, möglicherweise die Kraft – genieße deine Jugend, lebe im hier und jetzt,sei dankbar für all die wunderbaren Geschenke und Möglichkeiten deines Lebens und achtsam gegenüber anderen und dir selbst

  9. Ein wirklich schöner Text und so wundervolle Bilder. Ich hab mich in vielen Punkten deines Textes wiedergefunden.
    Manchmal fühlt man sich in der heutigen Zeit wie das Weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland…“Keine Zeit. Keine Zeit“…

    Vielen lieben Dank für dieses kurze Innehalten…sich mal wieder bewusst werden was wirklich wichtig ist.
    Es hat mir wirklich Freude gemacht deinen Post zu lesen. Dankeschön! :)
    Liebe Grüße, Jennifer

  10. Wieder mal wunderbare Fotos!!!!
    Ich gehe jedoch davon aus, dass diese am Königssee geschossen wurden und nicht am „Königsberger See“ (wie im Blog erwähnt).
    Egal, einfach tolle Bilder… bitte so weitermachen!

  11. Sehr cool geschrieben ??? Ich habe darüber auch schon mal einen Blogpost verfasst. Durch die Digitalisierung wird unser Leben tatsächlich immer schneller und verändert sich rasant. Und der Dauerstress ist auch nicht gut für die Gesundheit. Das habe ich selbst erfahren können. Durch zu viel Stress hab ich vor zwei Jahren einen schweren Bandscheibenvorfall bekommen und musste sogar notoperiert werden. Seitdem hab ich mein Leben radikal geändert ?? Auf jeden Fall ein interessantes Thema.

    LG Carina

  12. Liebe Masha, ich bin schon lange deine Leserin, aber dieser Beitrag hat mich wirklich beeindruckt
    und berührt.
    Die Bilder sind einfach fantastisch und dein Text trifft es auf den Punkt und spricht mir sehr aus den Herzen!!
    Ich hoffe Du wirst dieses Jahr dein Ziel erreichen und Dir mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge
    – das Leben- nehmen können!Ich mache es diese Jahr endlich radikal und lasse mein gewohntes Leben hier in Hamburg hinter mir um 1 Jahr lang mit den Motorrad durch die Welt zu Reisen. In der Hoffnung endlich mal Zeit für mich und meinen Partner zu finden und den Moment wirklich bewusst zu genießen. Ich bin gespannt ob wir beide, Du und Ich unsere Ziele auf unterschiedlichem Wege erreichen :)

    Viele liebe Grüße,
    Caro

    1. Danke liebe Caro! Tatsächlich werde ich immer besser darin unwichtiges auszublenden und mich mehr auf meine Wünsche zu konzentrieren :)

      Das mit dem Motorrad ist krass – aber auch gefährlich! Also pass bitte gut auf dich auf <3

  13. Super toller Post ! Man muss bewusst aus dem Hamsterrad kurz aussteigen und innehalten, sonst merkt man irgendwann nicht mehr dass das Leben vorbei ist und man vergessen hat bewußt die Zeit zu genießen.

    Ich habe mich sehr gefreut, dich auf der Fashionweek (InstyleLounge) persönlich kennengelernt zu haben und mit Freude festgestellt, dass du auch live so nett bist wie du auch in deinem Blog rüberkommst.Es freut mich auch das du die Partymasha wieder aktiviert hast und diese Woche viel auf Partys warst. Man muss die Feste doch feiern wie sie fallen.
    LG Ilse

    https://www.ilsemittermeier-blog.com/

  14. Sehr inspirierende Gedanken! Bin zurzeit auch sehr nachdenklich & habe mich vor kurzem auch mit diesem Thema beschäftigt. Ich habe festgestellt dass ich so oft mit dem Kopf schon beim nächsten Punkt meines imaginären Ablaufplans des Tages bin. Das möchte ich ändern. Mehr im Hier & Jetzt leben und den Moment fühlen. Danke für diesen schönen Post – bin gerade zu 100 % im Text versunken :)

    Liebe Grüße Isy

  15. Hey Liebes,

    wunderwunderwunderschöner Post, der Potenzial hat, einer meiner Lieblingsbeiträge von dir zu werden. Ich erkenne mich in deinen Gedanken so unheimlich gut wieder und es tut wahsinnig gut zu lesen, dass man nicht allein so fühlt.

    Vielen lieben Dank für diesen Post und ein großes Lob an ich und Theresa für die tollen Fotos! :)

    Fühl dich lieb gedrückt und hab noch einen schönen Abend! :)

    Liebst,
    Jasmin von couturedecoeur.com | Fashion Blog from Germany / Modeblog aus Deutschland, Köln

  16. Mega Blogpost und definitiv lesenswert! Und er passt im moment so gut, denn oft drängt sich mir die Frage auf, ist das deine Zeit wert? Egal ob beruflich oder privat. Und dein Post war es wert mir die Zeit dafür zu nehmen!

  17. Hallo Masha,
    ich finde folge deinem Blog schon ziemlich lange. Da ich auch in letzter Zeit Zeit für andere Dinge hatte, habe ich länger nicht bei dir in deinem Blog geschaut.
    Ich freue mich sehr, dass du verliebt bist. Ich dachte du bist wegen deiner Liebe nach Berlin gezogen! Ist es richtig, dass du eine NEUE Liebe gefunden hast! Mich geht es zwar nicht wirklich was an, aber du hattest es hier auf deinem Blog erwähnt. Würde mich über eine Antwort freuen – da sich sowas wahrscheinlich auch bei mir ereignen wird. Viele liebe Grüße Nicole

  18. Was für ein tiefgründiger und nachdenklicher Blogeintrag – Glückwunsch dazu, liebe Masha! Die Fotos sind ja der absolute Wahnsinn. Sowohl die Mode als auch die Landschaft sind traumhaft! Herzliche Grüße, Susanne

  19. Masha,ich bin durch Zufall erst vor ein paar Tagen auf dich aufmerksam geworden und ich finde deinen Blog,deine Präsentation,die Fotos und natürlich nicht zu vergessen deine unglaubliche Ausstrahlung sehr besonders und wunderschön.Grosses Kompliment!Ich bin jemand der -unter anderem-aus diesem Thema „Zeitmangel „ selten etwas kommentiert doch dieses Thema liegt mir sehr am Herzen denn es ist auch „ mein Thema „…..Ein paar Gedanken von mir nun dazu ….Ich bin 56 Jahre,selbstständig als Kosmetikerin,habe mit 21 Jahren mein Geschäft eröffnet,es erfolgreich ein paar Jahre geführt und es dann der Liebe wegen verkauft.Umgezogen,bewusst und mit großer Liebe 2 Kinder bekommen,nach 3 Jahren wieder in Liebe zu meinem Beruf selbstständig und sehr reduziert gearbeitet (nur wenn die Kinder im Kindergarten oder der Schule waren) um viel ZEIT mit Ihnen zu erleben!Die schönste Zeit überhaupt!Nach 13 Jahren Ehe wurde ich Witwe ,ich habe es wunderbar geschafft alleine meine Kinder groß zu ziehen-genügend ZEIT für sie zu haben und meinen Beruf nebenher auszuweiten.Heute sind die Kinder natürlich aus dem Haus ( meine Tochter ist so alt wie du:-)und ich konnte Ihnen die wichtigsten und wertvollsten Werte vermitteln-Zeit füreinander zu haben ,zu erkennen was wirklich wichtig im Leben ist und dieses bewusst zu nutzen.Leider kämpfe ich sehr mit „zu wenig Zeit „ für mich-unendlich viel Arbeit in meinem Beruf und ich weiß im Moment auch nicht wie ich es am besten verändern kann( trotz Yoga…aber ich bin auch,so wie du,dieses Jahr mehr als bereit dazu!)Was ich abschließend zu deinem Post sagen kann,weil ich so viel erlebt habe….die schönsten Zeiten rückblickend waren die,in der ich die meiste Zeit für die Menschen hatte die mir am Herzen lagen…einen Kuchen zu backen,spontan,weil die Äpfel reif waren….Sich zu treffen ohne Wochen vorher einen Termin zu machen-Winterurlaube in der Hütte ohne Strom und Weihnachtsschmuck für den selbst gefällten Baum zu basteln…von diesen Dingen reden meine Kinder heute noch voller Liebe und Begeisterung.Heute reist man schnell von A nach B um die Welt…doch am Ende des Tages zählen andere Dinge wenn man zurück blickt.Auch ich liebe Fortschritt und die Möglichkeit Menschen überall auf der Welt kennen zu lernen,aber manchmal reicht es die kleinen Dinge „zu sehen „.Diesen Zeilen habe ich von ganzem Herzen meine Zeit gewidmet .Ich wünsche dir,Masha,sowie allen Menschen Zeit „ inne zu halten , damit unsere Seele die Möglichkeit hat uns einzuholen.“Von Herzen alles Liebe und einen wundervollen Tag wünscht euch,Claudia

    1. Oh Claudia, vielen lieben Dank für deinen langen Kommentar! Es ist schön zu lesen und bestärkt mich in meiner Annahme, dass es die kleinen Momente sind, an die wir uns später erinnern. Ich freue mich dieses Jahr häufiger inne zu halten, bewusster Zeit zu erleben und mein Glück mit anderen zu teilen :) <3

  20. Ein wirklich toller Text, der mir das Gefühl gibt, dass jemand mich versteht. Man denk so oft, dass man mit seinen Sorgen alleine da steht und es erleichtert mich unglaublich, wenn ich merke, dass ich nicht alleine bin.

  21. Danke dafür, dass es noch jemanden gibt, der sich
    im Laufrad des Lebens die selben Fragen stellt und die gleichen Ängsten verspürt. Nochmals Danke für die naheliegende und so einfache Antwort, die Umsetzung wird nur unendlich schwer…

      1. Ja, da ich an mich selbst zu hohe, viel zu hohe, schon fast ungesund hohe Ansprüchen stelle und dadurch nur schwer Zeit finde mal durchzuatmen und allem seinen Lauf zu lassen, ohne die komplette Kontrolle haben zu wollen.

  22. Wow der Artikel regt wirklich zum nachdenken an!!
    Mir geht es sehr ähnlich!
    Es ist so schade, dass man keine Zeit mehr hat..
    Was ich persönlich auch sehr anstrenge find, ist dieser Drang den ich verspüre, die Freizeit die ich habe so „effektiv“ wie möglich verbringen zu müssen..
    Möglichst viele wichtige Menschen unterbringen, möglichst noch Sport und gutes Essen und Unternehmungen integrieren..
    Sitze ich einfach nur rum habe ich das Gefühl Zeit „verloren“ zu haben..

    1. Ja, ironischerweise geht es mir genauso und cih glaube vielen anderen auch. Freizeitstress heisst das glaube ich und ich denke Social Media ist nicht ganz unschuldig daran, dass der Druck effektiv Zeit zu verbringen immer größer wird :(

  23. Oh Masha… du hast mich sehr berührt mit diesem Artikel. Ich bin eine eher stille Leserin, aber verfolge dich schon lange. Jetzt musste ich aber mal was sagen. :)
    Ich verstehe dich soooo wahnsinnig gut. Momentan befinde ich mich in einer wichtigen Phase der Entscheidungen für meine Zukunft. Ich bin total durcheinander und weiß nicht mehr, was richtig ist und was falsch ist, ob ich noch genügend Zeit habe um mich wirklich zu entwickeln oder ob ich in 20 Jahren zurück blicke und mir denke: „Ich war doch eben erst Mitte 20… und jetzt? Hat sich immer noch nichts verändert.“ Ich hoffe, dass das nicht passieren wird. Denn ich möchte nicht stehen bleiben. Ich möchte mich weiter entwickeln. Und so wie du möchte ich nun auch endlich mal mein Leben ändern. Die letzten Jahre waren sehr hart für mich. Ein Schicksalsschlag nach dem anderen – und immer habe ich mir vorgenommen mich JETZT endlich zu ändern. Klar, habe ich mich verändert. Aber nicht auf die Art und Weise wie ich es mir vorgenommen habe. Letztes Jahr ist allerdings etwas passiert, was mich dazu zwingt meinen Plan durchzuziehen, wenn ich glücklich werden will. Ich wünsche uns beiden und allen anderen, denen es genau so geht, ganz viel Kraft, Mut und Willen! :) Keine Ahnung, wieso ich hier jetzt so viel geschwafelt habe. Ich denke, dein wunderschöner Artikel hat ein Mitteilungsbedürfnis bei mir ausgelöst. :D Ich wünsche dir alles Gute! Let it flow! :)

    1. Hallo Julchen,

      danke für deinen lieben Kommentar!! :)

      Ich wünsche dir ganz viel Liebe und Kraft für die Zukunft und dass du dein Ziel erreichst <3
      Wenn nicht jetzt, wann dann :)

  24. Wow, wow, wow! Masha, der Artikel ist der Wahnsinn! Einfach mega, sowohl inhaltlich, über’s Layout bis zu den Bildern! Ganz tolle Fotostrecke!!! Und auch ein spannendes Thema, mit dem ich mich zur Zeit immer wieder beschäftige… Ich hoffe es entschleunigt sich alles irgendwann mal mehr, bzw. wir sollten uns alle ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen… Tolles Post, mit Abstand einer deiner Besten! Hab einen schönen Tag und dir schenke ich immer wieder gerne Zeit! :)

  25. Ein Gedanken zu den deinen: wenn du dich langsam bewegst, scheint die Zeit langsam zu vergehen. Wenn du dich schnell bewegst, scheint auch die Zeit zu rasen. Wenn du so vieles schaffst, aber nur an die vergangene Zeit denkst, fehlt dir die Erfüllung – etwas geschafft, finalisiert, abgearbeitet zu haben, ist ein Einschnitt im Projekt, Tagesablauf, in der Zeit. Setzt dich kurz gerade auf, sieh auf dein Projekt, erinnere dich kurz an den Anfang, an seinen Lauf, und an sein Ende. Wenn du magst, evaluiere kurz: was hat mir gefallen? Was weniger – und kann ich das beeinflussen, verändern? Was habe ich dabei gelernt? Wie habe ich mich in dieser Zeit verändert?

    Das hier könnte dir helfen (ist eine konkrete Anleitung, und deshalb so lang):

    Nimm dir jeden Tag etwas Zeit, die du bewusst langsam verbringst, und beschäftige dich nur mit deiner Wahrnehmung (welche Sinneswahrnehmung, ist nicht wichtig, such dir eine aus, und beginne mit genau 2 Minuten, nicht mehr. Bleibe einen Monat lang bei zwei Minuten am Tag, aber mache es jeden Tag. Jeden Tag 2 Minuten kurz Zeit nehmen ist das, was du am Anfang trainierst. Erst danach kannst du langsam Zeit und Sinnes“anzahl“ steigern.) Beginne: Atme. Bewusst, fühle und hör dem Atem zu. Beschäftige dich in deinen ersten zwei Minuten z.B. damit, was du siehst. Einfach nur schauen, nicht bewerten, nicht sortieren, nicht benennen – denke an nichts anderes, als an die Information, die du über deine Augen erhältst.
    Eine Wand. Denk nicht daran, dass sie neu gestrichen werden soll – diese Information gibt dir das Gehirn, nicht das Auge. Nimm sie nur als bloße Wand wahr, ihre Größe, Format, Höhe, Oberfläche. Nimm wahr, ob sie geschmückt, dekoriert ist, oder nicht. Sieh sie schlicht und einfach 2 Minuten lang an, und nimm sie wahr.
    Wenn du keine Wand ansiehst, sondern eine Lampe, so sieh die Lampe, und nur die Lampe an. Ist sie an oder aus, Form, Farbe, Größe, Oberfläche, Material, Transparenz, Position im Raum. Wenn du länger schaust, kannst du nach jedem „fertig gesehen haben“ einen neuen Gegenstand anschauen, oder auch den leeren Raum.

    Oder gehe danach, was du hörst (Verkehrsrauschen. Herzklopfen. Katzentatzen, oder Nachbarsschritte. Türquietschen am Gang. Vogelsang). Danach, was du schmeckst. Wie sich dein Körper anfühlt, der kleine Zeh, ein Ohr, ein Finger, deine Brust, der Bauch.

    Du wirst mit jedem Tag geübter werden – nur zwei Minuten. Du wirst aber auch ruhiger werden.
    Wenn du deine 2 Minuten nach einem Monat ausdehnst, und du länger schaust/hörst/fühlst/schmeckst/…, denk daran: Gedanken kommen. Sie sind willkommen, aber gehe geistig einen Schritt von ihnen zurück, während dieser zwei Minuten sind sie nur Spaziergänger, die in deinem Kopf vorüberziehen. Du grüßt sie, und lässt sie vorbeiziehen. Reagiere nicht auf sie. Atme freundlich weiter, und bitte sie mit einem unsichtbaren Nicken an dir vorbei.

    Schon nach den wenigen ersten 2 Minuten wird die kurze Zeit sich langsamer, länger anfühlen. Du wirst ruhiger. Ganz von selbst.

    1. Hi Vivi,

      machst du das so? 2 Minuten klingen durchaus umsetzbar :)
      Ich habe seit Anfang des Jahres mein Leben sowieso total entschleunigt und mache mir wesentlich weniger Stress als früher. Gut, nach so einem stressigen Jahresende ist das auch keine Meisterleistung, aber dafür habe ich auch kaum gearbeitet und dementsprechend kaum was verdient, aber das kommt dann sicher noch, wenn alle langsam Fahrt aufnehmen.. :)

      Alles zu seiner Zeit!

  26. Ich habe mal über die Zeit geschrieben: „die Zeit hält nichts vom Hetzen, davor läuft sie davon. Denn in Eile sind alle Menschen gleich. Wenn wir aber warten müssen, beim Arzt, auf den Bus, auf einen Beginn, oder auf ein Ende, so scheint sie ihren Lauf zu verlangsamen, bis sie nur noch schleichend vergeht, und manchmal scheint sie sogar stehenzubleiben. Denn unser Warten macht uns für sie interessant: sie sieht uns dabei zu, beobachtet uns, und erkennt die Unterschiede, den Einzelnen. Den, der nervös auf den Zeitmesser, das Handy, seine Hände blickt, unkonzentriert immer nach noch einer Zeitschrift greift, und doch nichts darin liest, sondern nur wild durchblättert und sich schließlich gereizt an den Kopf greift und schnaubt. Den, der jede Unebenheit an der Wand und am Boden entdeckt hat, aber trotzdem nicht sagen kann, ob der Nachbar seinen Schal überhaupt abgenommen hat. Der, der ständig umhergehen muss, eilig, weil das die Zeit vertreibt.
    Und dann lächelt die Zeit – denn dann sieht sie den, der sich hinsetzt, ganz bewusst die Augen schließt und einen Atemzug nimmt. Der das tut, und sich dann denkt: “ Wie schön, jetzt nichts zu tun. Ich der Zeit beim Vorübergehen zusehen.“ Dachte es, und war gelassen. Und die Zeit lächelte leise, und ging vorbei – ganz in Ruhe, ganz entspannt.