Monatsrückblick #9

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Budapest | Fashion Editorial Shooting | Summer dress via Topshop

Kann mich mal bitte jemand kneifen?

Während die letzten Monate eher von einzelnen, schönen Momenten geprägt waren, war der August für mich ein Feuerwerk der Gefühle, Momente und Erinnerungen. Ein Blick in meinen Kalender verriet mir zwar, dass der August ein intensiver Monat werden würde, aber während ich diese Zeilen schreibe, kann ich noch immer nicht fassen, wie viel Leben in wie wenig Zeit reinpasst. Es ist wirklich verrückt: erst passiert gefühlt ewig nichts und dann plötzlich alles auf einmal. Es ist schon verrückt, wie das Leben manchmal spielt.

Budapest | Fashion Editorial Shooting | Summer dress via Topshop
Budapest | Fashion Editorial Shooting | Summer dress via Topshop

Nach Kopenhagen ging es direkt weiter mit dem Kontrastprogramm:

Budapest.

Nachdem ich 2015 schon mal auf dem Sziget-Festival war, zog es mich dahin zurück und generell auch mal wieder nach Budapest, in meinen Augen eine der schönsten Städte Europas. Ich wurde nicht enttäuscht: zusammen mit meinem Lieblingsmenschen hatten wir nicht nur eine tolle Zeit auf dem Festival, sondern konnten gemeinsam die Stadt erkunden und neue Ecken kennenlernen. Es ist unglaublich wie vielseitig diese Stadt ist und wie viel Spass sie vor allem im Sommer macht, wenn das Sziget stattfindet und eine besonders ausgelassene Atmosphäre über der Stadt liegt, begleitet von Vibes der Musik.

Das Sziget gehört einfach zu meinen absoluten Lieblingsfestivals und ich glaube für uns als Paar war es ebenfalls noch mal eine einzigartige Erfahrung. Einzigartig war übrigens auch der Rückweg nach Berlin mit dem Nachtzug. Eine spannende Erfahrung, die ich mir auf jeden Fall noch mal vorstellen könnte zu wiederholen.

Wiederholen muss ich noch eine andere Reise: nämlich die nach Madeira. Madeira ist eine relativ kleine Insel im Atlantik und gehört zu Portugal. Ich hatte sie schon länger auf dem Schirm, allerdings habe ich nicht erwartet, WIE gut es mir dort gefallen würde. Am liebsten wäre ich einfach dortgeblieben, denn es ist das reine Paradies, wie ihr es in meinen Bildern vielleicht schon erkennen konntet. Zu Madeira folgt allerdings noch ein Blogpost mit meinen Lieblingsspots.

Budapest | Fashion Editorial Shooting | Summer dress via Topshop

Aber fangen wir einfach vorne an:
Es war Fashion Week in Kopenhagen.
Das ist natürlich etwas, das ich mir nicht entgehen lasse, mittlerweile kennt ihr vielleicht sogar schon meine Liebe zu Mode aus Kopenhagen und ich muss zugeben, ich war ein bisschen erstaunt, wie sehr sich doch vieles verändert hat und wie populär und international angesehen die Kopenhagener Fashion Week geworden ist. Für mich war es diesmal ein besonderes Erlebnis, weil ich mit Freunden in dem krassesten Apartment aller Zeiten untergebracht war. Das war so durchgestyled, dass ich richtig Lust hatte meine eigenen vier Wände noch mal richtig auszumisten und aufzumotzen.

Und genau das mache ich jetzt Schritt für Schritt: Ich miste aus und überlege ob ich die Dinge noch immer so cool finde, wie noch vor einigen Jahren. Am Ende ist es wirklich Kopenhagen, das mich immer wieder aufs Neue in Sachen Interieur und Mode inspiriert wie keine andere Stadt. Vermutlich weil Danish Design so präzise ist, die perfekte Mischung aus Minimalismus, zeitlosem Design und Liebe zum Detail, dass jemand wie ich, der schon fast eine Art Trendmüdigkeit hat, sich enorm davon angesprochen fühlt.

Budapest | Fashion Editorial Shooting | Summer outfit

Ja, ich war ziemlich viel unterwegs, doch es hat mich auch ehrlich gesagt ein bisschen erschöpft und die Konsequenz dessen habe ich zwischen Budapest und Madeira gespürt. Ich bin krank geworden. Fiebrig und schniefend verbrachte ich einige Tage auf dem Sofa und war dementsprechend schlecht gelaunt. Es ist halt wirklich so: Der Körper holt sich eben das zurück, was ihm fehlt, wenn er die Chance dazu bekommt. Vermutlich spüre ich genau deswegen zur Zeit so eine Müdigkeit und Erschöpfung. Es war eben ein intensiver Monat.


Fallschirmspringen in Berlin-Brandenburg | Sommer | Masha Sedgwick

Getraut:
Neben den Reisen gab es vor allem ein Highlight, das mich überwältigte:

Ich war Fallschirmspringen!

Ich glaube es immer noch nicht, aber ja, ich bin aus 4000 (!!!) Metern Höhe aus einem Flugzeug gefallen und es war das krasseste Gefühl überhaupt! Obwohl ich dem Ganzen anfangs recht entspannt entgegensah, so überkam mich schon ein mulmiges Gefühl, als ich dann in voller Montur in den Flieger stieg und es immer höher ging. Ich weiss noch wie ich fragte, wie hoch wir mittlerweile wären und die Antwort lautete: 300 Meter (erst). Da kapierte ich langsam, wie hoch eigentlich 4000 Meter dann sein müssen. Würde man mich aus dem All schießen oder wie???
Wie zur Hölle bin ich eigentlich in diese Situation geraten?
Ich gebe zu: Ich hatte richtig Schiss. Und dann kam der Moment. Es war weniger eine bewusste Entscheidung, dass ich jetzt springen möchte, sondern viel eher wurde ich aus dem Flugzeug geschubst und fiel dann auf einmal. Und fiel. Und fiel. Fast eine Minute lang befand ich mich quasi im freien Fall auf die Erde bis der Fallschirm aufging. Eine Minute. Wisst ihr wie lang sich das ziehen kann? Diese Minute habe ich mich so frei gefühlt, wie vermutlich noch nie zuvor und hatte gleichzeitig die Angst meines Lebens. Ein komisches Gefühl, aber sicherlich eins, das ich unbedingt noch mal wiederholen möchte. Allerdings irgendwo, wo man einen Wahnsinnsausblick hat auf Berge oder Meer und nicht das Brandenburger Ackerland.
So oder so kann ich diesen verrückten Lebenstraum endlich von meiner Bucketlist streichen.

Fallschirmspringen in Berlin-Brandenburg | Sommer | Masha Sedgwick
Fallschirmspringen in Berlin-Brandenburg | Sommer | Masha Sedgwick

Hörbuch des Monats auf Audible:
Die Hungrigen und die Satten von Timur Vermes

Eigentlich wollte ich mich mal wieder nach leichter Kost umsehen und habe mich auf einen Satire-Roman gefreut, nachdem ich schon länger keinen Roman gelesen habe. Insbesondere von Timur Vermes, dessen „Er ist wieder da“ ich auch schon sehr mochte. Nun ja, sagen wir mal so: leichte Kost ist der neue Roman vom Bestseller Autor nicht grade – im Gegenteil: verpackt in eine Satire spitzt sich dieser Roman zu einem durchaus realistischen Drama zu, das gut durchdacht und wirklich bitterböse ist. Zwischendurch dachte ich mir, was für eine geniale Idee das beschriebene Unterfangen wäre. Klar, es war an vielen Stellen überspitzt, wie es sich für eine Satire gehört, aber eben doch auch relativ realistisch, eben ganz anders als der Vorgänger. Das Buch beleuchtet sowohl die Politik, als auch die Medienlandschaft und regt zum Nachdenken an – und das wirklich lange, nachdem man es zu Ende gelesen hat.

Gesehen:
Free Solo

Der Dokumentarfilm begleitet den Freikletterer Alex Honnold in wirklich beeindruckenden Bildern bei seinem krassesten Free Solo, also dem Klettern ohne jegliche Hilfsmittel wie Seile, etc. auf den ca. 1000 Meter hohen Granitfelsen El Capitan in unter 4 Stunden.

Dieser Film ist intensiv, extrem und obwohl man bereits im Vorfeld weiss, dass er es packen wird, versteht man erst die Dimension dieses Unterfangens, wenn man diesen Film sieht. Besonders spannend fand ich persönlich einen Einblick in das Mindset des Extremsportlers, um zu verstehen, warum man eigentlich sein Leben für eine so unnötige Sache eigentlich riskiert und bereitwillig aufs Spiel setzt oder auch: Ist er lebensmüde? Vielleicht ein bisschen, aber wesentlich weniger, als ich anfangs dachte. So oder so – dieser Film hat mich berührt und das obwohl ich mit Klettern so gar nichts am Hut habe.

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August 31, 2019
Category - wochenrückblick
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2 Kommentare

  1. Hallo liebe Masha,
    ich finde es richtig schön, wie viel Aufmerksamkeit der Film „Free Solo“ und damit ja auch die ganze Kletterszene bekommt. Ich selbst gehe regelmäßig bouldern (klettern ohne Seil aber nur an einer Wand bis maximal 4,5 Meter) und habe den Film natürlich auch kürzlich gucken müssen :-D
    Ich finde Alex Honnold einfach unglaublich krass! Irgendwie sehr faszinierend, aber schon auch ziemlich lebensmüde, meiner Einschätzung nach. Viele fanden wohl die Freundin im Film sehr anstrengend/nervig, aber ich fand ihr Verhalten und ihre Sorge vollkommen gerechtfertigt. Ich hoffe mein Freund kommt nicht auf so lebensmüde Ideen :-D
    Beste Grüße,
    Svenja von All the wonderful things

    1. Ja, ich stelle es mir als Freundin auch nicht grade einfach vor mit so jemandem zusammen zu sein und ich finde als Boyfriend kommt er nicht grade wie guter Fang rüber.

      Das mit dem Bouldern wollte ich auch letztens anfangen, bis ich festgestellt habe, dass meine Nägel zu lang sind ^^