Sonntagspost: Influencer können nichts.

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Heute muss ich über ein Thema reden, das mich schon seit einiger Zeit verstimmt und zu dem ich meinen persönlichen Input geben möchte:
 
Wann ist eigentlich Influencer Bashing so groß geworden?

 

Unterwäsche: Calida

Man könnte fast meinen Influencer zu haten, auseinanderzunehmen oder zu verarschen gehöre neuerdings zum guten Ton einer jeder Tageszeitung.
 
Spätestens seit dem Artikel, in dem Caro Daur dem Manager Magazin ein Interview gegeben hat, wurde scheint das Herabsetzen von Influencern in allen Gesellschaftsschichten angekommen zu sein. Es ist fast so, als sei ein Streit ausgebrochen, der nur einseitig geführt wird.
 
Versteht mich nicht falsch!
Das kritische Hinterfragen halte ich für wichtig und Vertrauen in die Medien ebenfalls. Meiner Meinung nach haben seriöse nach wie vor Journalisten heutzutage nicht nur eine Daseinsberechtigung, sondern eine noch größere Verantwortung als früher: sie haben einen Bildungsauftrag und die Mission Missstände aufzuklären, sich objektiv und unvoreingenommen mit Themen auseinanderzusetzen und unterschiedliche Seiten zu beleuchten.
Konstruktive Kritik ist hier das Stichwort.
 
Was sie dagegen nicht haben: die Aufgabe mit schlechten Artikeln Click-Bait zu betreiben.
Und mit schlecht meine ich: einseitig, oberflächlich recherchiert und teilweise hetzerisch.
Alles für die Klicks.
 
Seit wann haben seriöse Zeitungen und Verlage es nötig möglichst stark zu polarisieren und nicht mehr ausgewogen Bericht zu erstatten? Vor allem in jüngster Zeit, seit Influencer selbst mehr und mehr in unterschiedlichen Medien stattfinden und ich dadurch fast indirekt persönlich betroffen bin, fällt mir das auf.
 
Natürlich will ich nicht verallgemeinern, denn nicht alle Artikel sind schlecht und bisweilen gibt es auch viele positive Artikel, doch seit einiger Zeit werden es immer mehr Artikel, die ich nahezu als Hetze einstufen würde.
Was denkt man sich dabei?

Schon bei dem Manager Magazin Artikel musste ich mehr als nur einmal den Kopf schütteln, denn während Caro ihr Bestes gab auf jede Frage einzugehen, selbst wenn sie noch so herablassend war, hatte die Journalistin Bianca Lang nichts Besseres zu tun als immer und immer wieder dieselbe Frage in anderer Verpackung zu stellen.
Zusammenfassend könnte man das Anliegen der Journalistin so benennen:
Was ist eigentlich deine Daseinsberechtigung und warum verdienst du so viel Geld damit?
 
Wer bei Instagram 3x nach dem Content fragt und diese Antwort auf die Frage partout nicht verstehen will ist für dieses Interview möglicherweise ungeeignet. Gleiches gilt übrigens für Fragen wie „Wie sparst du?“ und „Hältst du dich an gängige Gesetze?“ Ich habe das zuvor in keinem Interview gelesen und halte diese Fragen ehrlich gesagt für unangebracht und absolut nachvollziehbar, dass Caro darauf nicht eingehen wollte. Ich kenne auch Niemanden aus meinem weiteren Umfeld, der offen und gerne darüber plaudert, wie viel er nun jeden Monat verdient und was er mit seinem Geld anstellt. Ich finde die Nicht-Beantwortung dieser Frage sollte nicht kritisiert werden dürfen, schließlich fällt das in einen privaten Bereich.
Nachtrag: Anders sieht es beispielsweise aus, wenn man Politiker nach ihrem Gehalt fragt, da diese ihr Gehalt aus Steuergeldern, sprich: dem Geld der Öffentlichkeit beziehen. Blogger werden vom bereits vorhandenen Marketingbudget der Firmen bezahlt.
 
Zumal diese Fragen nicht so einfach zu beantworten sind:
auf der einen Seite gibt es unter Influencern sowas wie ein festes Gehalt ja meist nicht, sondern es variiert je nach Auftragslage und außerdem ist die Gesetzesgrundlage, die Influencer betrifft nach wie vor noch recht schwammig, weil die Gesetzesgebung noch nicht hinterherkommt spezielle Richtlinien für Influencer aufzustellen.
Was ich damit sagen will: man kann hier nicht pauschalisieren oder verallgemeinern.
Doch genau das passiert.

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Nicht nur im Manager Magazin, sondern auch in der Zeit, bei der FAZ und bei zahlreichen anderen Magazinen und Zeitungen, die eigentlich für einen gewissen Anspruch stehen. Vor allem ein Artikel in der FAZ und einer in der Zeit, die fast gleichzeitig publiziert wurden sorgten bei mir für negative Gefühle und ich würde gerne kurz darauf eingehen:
 
In dem Zeit Artikel begleiteten zwei ca. 30-jährige Journalisten Charles Bahr, der hier und da als jüngster Agenturgründer Deutschlands durch die Medien ging und Lisa Banholzer, meine Podcast Partnerin und Gründerin von Blogger Bazaar, die nicht nur selbst bloggt, sondern ebenfalls in beratender Tätigkeit unterwegs ist. Beides keine typischen Influencer, sondern Menschen, die mehrere Rollen spielen – darunter eben auch die des Influencers. Der Artikel hätte an sich also gute Chancen gehabt einen echten Mehrwert zu vermitteln, hätte man sich nur voll und ganz drauf eingelassen. Nur leider ist das nicht passiert.
 
Grade bei diesem Artikel hätte ich mir eine echte kritische Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht. Das Potenzial wäre ja vorhanden. Stattdessen wurde dieser Artikel nur oberflächlich recherchiert und Influencer allesamt verallgemeinert. Anstatt kritisch beispielsweise die Rolle des Influencers in der Gesellschaft und damit seine Verantwortung zu hinterfragen, wird nur die Rolle des Influencers als Werbefigur herausgearbeitet.
 
Vor allem das junge Alter vieler Influencer scheint einige Journalisten aufzuregen. Zwar ist es ungewöhnlich als Teenanger überhaupt Geld zu verdienen oder eigene Firmen zu gründen, aber warum nicht? Nur, weil es nicht ins gängige Rollenbild passt ist es nicht gleich zu verurteilen. Sich dann über die Tatsache, dass man schon früh weiß, was und wohin man will und bereit ist für diesen Traum zu kämpfen, lustig zu machen, ist meiner Meinung nur ein echtes Armutszeugnis.
 
Auf der einen Seite beispielsweise wurde immer wieder auf die Diskrepanz zwischen dem 15-jährigen Teenager Charles und seiner Rolle als junger Unternehmer hingewiesen. Ähnliches passierte bei Lisa, die zwar als gut-gelaunte, zugängliche Frau skizziert wurde, gleichzeitig aber als berechnend und manipulativ. Unterm Strich war der ganze Artikel negativ für beide Influencer, die die Journalisten mit in ihr Leben genommen haben – das zwar, zweifelsohne, nicht dem typischen Alltag entspricht, aber eben ihre Realität ist.
 
Leider kann man auch nicht die Richtigkeit des Artikels überprüfen, weil einige Dinge angepasst wurden, damit sie besser in die Story passen, so ist Lisa’s Freund beispielsweise kein DJ und Instagram besteht auch nicht ausschließlich aus perfekt kuratierten Bildern, aber dazu gleich mehr.

Was mich jedoch am meisten störte, war folgende Aussage:
 
„Influencer. Die Stars des Internets. Die Idole der Gegenwart. Sie sind nicht etwa deshalb berühmt, weil sie über ein besonderes Talent verfügen würden: Influencer ‚Beeinflusser‘, können nicht gut singen, schön tanzen oder erfolgreich Tennis spielen. Sie sind meist schlank und hübsch, das schon, aber nicht außerirdisch schön wie die Supermodels der neunziger Jahre. Es ist gar nicht so leicht zu sagen, was diese Influencer getan haben, um im Netz bei so vielen jungen Leuten so bekannt zu werden,..“
 
Für mich klingt das zusammengefasst so: Influencer können nichts.

Bei dieser Aussage musste ich einmal tief durchatmen, denn nichts ist frustrierender, als die eigenen Fähigkeiten abgesprochen zu bekommen. Auch hier hätte man sich bei der Recherche ein bisschen mehr Mühe geben können, zumal die Voraussetzungen doch ideal waren. Sich als 15-jähriger auf eine große Bühne zu stellen und über ein bestimmtes, branchenspezifisches Thema zu referieren erfordert großen Mut eines jungen Visionärs und hat in meinen Augen Respekt verdient. Insbesondere, wenn man daran denkt, was man selbst so mit 15 gemacht hat. Schade, dass dieser Aspekt im Artikel so gar nicht stattgefunden hat.
 
Natürlich gibt es Influencer, die vielleicht weniger engagiert sind, ihre Rolle als Vorbild nicht ernst nehmen und dennoch erfolgreich sind. Ich muss zugeben, dass ich mich bei dem ein oder anderen auch frage, woher eigentlich dieser Erfolg kommt, aber wenn ein (junger) Mensch es schafft viele Menschen zu begeistern, dann wird das schon seinen Grund haben, auch wenn ich selbst nicht drinstecke oder die Botschaft als kritisch erachte.

Trotz allem gibt eben auch welche, die tatsächlich was können. Beispiele gibt es auch hier zahlreiche, angefangen bei Toni Mahfud, der außerordentlich gut malen kann oder Christine McConnell, die außergewöhnlich gut backen kann. Beide Beispiele können nicht nur etwas außergewöhnlich gut, sondern stellen sich online als Person in den Vordergrund und ihre Kunst und ihr Talent rückt damit in den Hintergrund. Sie sind also zweifelsohne erfolgreiche Influencer – und können dabei was.
 
Behaupten, dass Influencer nichts können ist meiner Meinung nach genauso unsinnig, wie die Behauptung Journalisten könnten nichts. Schließlich müsse man dazu nur eine Tastatur bedienen. Oder Fotografen können ja auch nichts, weil man ja nicht viel können muss, als auf einer Kamera in den Automatikmodus zu schalten und einfach abzudrücken. Models stehen einfach nur rum. Doch sowohl unter den Journalisten, als auch unter den Fotografen und Models gibt es nun mal gute und schlechte Arbeit, Talent und naja, weniger Talent. Dass alle gleich in einen Topf geworfen werden (und in dem Zeit Artikel sogar auch noch unberechtigt, da meiner Meinung nach beide Influencer gute Arbeit leisten) und Influencer verallgemeinert werden für den anschließenden Zuspruch neidischer Leser halte ich für eine schwache Leistung.
 
Ganz abgesehen davon, dass man, wenn man sich mal umsieht, die Menschen mit der größten Reichweite auf Instagram nicht unbedingt die sind, die man gemeinhin in erster Linie als Influencer betiteln würde: Fussballer, Sänger und Schauspieler führen die Liste der meisten Follower an. Auch hier verschwimmen die Grenzen zwischen Reichweite und Beruf. Jetzt könnte man meinen, dass Influencer Menschen sind, die es trotz des Ausübens eines Berufs, der nicht in der Öffentlichkeit stattfindet, geschafft haben trotzdem von einer Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Beide leben in einer verzerrten Welt, beide genießen Privilegien, beide unterscheiden sich durch den Zugang in diese Welt.
Deswegen spricht man einander doch nicht gleich die Daseinsberechtigung ab?
 
Apropopos Fussballer: Können die eigentlich was? Es kann ja wohl nicht so schwer sein einen Ball durch die Gegend zu treten? *ironie off*

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Im Zeit Podcast sagt der Journalist, dass er Schwierigkeiten hatte Influencer zu finden, die sich auf dieses Experiment eingelassen hätten. Als er nach dem Grund gefragt wurde, vermutete er, dass Influencer Medien wie ‚Die Zeit‘ nicht mehr nötig hätten, weil sie selbst schon berühmt genug seien und das Publikum einer großen Zeitung nicht bräuchten. Er hätte sich wohl auch mit Leonie Hahne von Ohh Coutoure unterhalten, aber sie hätte wohl nicht mehr reagiert.
 
Ich konnte nicht anders, sondern musste mit dem Kopf schütteln. Nein es liegt nicht daran, dass Influencer große Verlage nicht nötig hätten – im Gegenteil! Die meisten von uns hätten richtig Lust auf so ein Experiment (Caro hat es auch im Manager Magazin Interview erwähnt) – aber nur wenige auf einen einseitigen Verriss.
 
Dass eine Leonie, eine blonde schlanke Frau in den Zwanzigern, die sich auf Instagram ihrem Millionenpublikum hauptsächlich vor den schönsten Kulissen dieser Welt präsentiert und diese durch einen rosaroten Filter jagt, natürlich enorm viel Angriffsfläche bietet, EBEN weil sie ein Klischee verkörpert, ist ihr selbst genauso klar. Leonie hat nämlich, neben hübschen Kleidern, auch Köpfchen und bedient einfach nur strategisch einen Markt und verdient so ihr Geld. Sie ist die Antwort auf eine große Nachfrage, die hauptsächlich aus jungen Frauen besteht, die sich inspiriert fühlen und sich in ihre Welt reinträumen wollen.
 
Ich schätze mal, dass Leonie bereits im Gespräch gemerkt hat, worauf der Journalist hinaus wollte und hat dann, aufgrund seiner Befangenheit, den Schluss gezogen nicht in diesem Artikel stattfinden zu wollen.
Es ist nämlich keinesfalls so, dass Influencer kein Interesse am Print haben – im Gegenteil.


„Mode und Lifestyle-Magazine wie Couch sind die Verlierer, auf deren Kosten die Influencer ihre Erfolge feiern. Die Magazine stecken in einem Dilemma: einerseits ruinieren die Influencer ihr Geschäft. Die Auflagen sinken, die Werbeetats wandern ab ins Internet. Andererseits sind die Stars aus der Onlinewelt längst zu berühmt, als dass die Lifestyle-Zeitschriften auf sie verzichten könnten.“

Ich frage mich in diesem Moment, ob diese Aussage nicht einfach nur die Angst der beiden Journalisten widerspiegelt. Magazine wie Couch, Instyle oder Businesspunk haben es verstanden eine gegenseitige Symbiose einzugehen: beide Parteien profitieren jeweils von der Reichweite des Anderen und finden dadurch crossmedial statt. Vor allem Mode und Lifestyle-Zeitschriften haben den Trend erkannt und schneller umgesetzt als die Konkurrenz. Sie schaffen es sowohl im Print, als auch Online präsent zu sein und dadurch weiterhin spannend für ihre Zielgruppe. Sowohl die Couch, als auch die Instyle sind übrigens auch Magazine, die trotz der allgemein sinkenden Auflagen noch immer gut laufen. Irgendwas machen sie also richtig!
 
Dass die Auflagen im Printbereich sinken, liegt allerdings weniger an den Influencern, sondern allgemein an ‚diesem Internet‘. Richtig erkannt fließt immer mehr Budget in Onlinemedien und das hat eben zur Folge, dass insbesondere Tageszeitungen davon betroffen sind. Warum sollte man einen Tag warten, wenn man die News schon in dem Moment lesen kann, wenn sie auch passiert? Das Internet ist die Revolution, die Influencer sind nur eine Begleiterscheinung.

Obwohl der Zeit Artikel auch gute Ansätze hatte, finde ich es einfach schade, was sie im Endeffekt daraus gemacht haben. Man hätte beispielsweise auch Positivbeispiele wie DariaDaria reinnehmen können oder auf Lisa’s politisches und gesellschaftliches Engagement hinweisen können. Man hätte Influencer dafür kritisieren können, dass sie ihre Reichweite mehr für Produkte und nicht für soziale Projekte nutzen, aber das alles ist nicht passiert. Man kann etwas kritisieren und am Ende ein negatives Fazit ziehen und keinesfalls braucht man alles toll finden, was Influencer so machen, aber ich hätte mir einen konstruktiven Beistatt gewünscht und eine etwas ausgewogenere Berichterstattung, bei der man sich mit beiden Akteuren intensiver beschäftigt hätte, anstatt sich an Oberflächlichkeiten abzuarbeiten.
 
Doch nicht nur der Artikel in der Zeit hat mich verärgert, auch die FAZ hat sich vor Kurzem nicht grade durch Vorzeigejournalismus ausgezeichnet:
Der Artikel über Chiara Ferragni’s Schwangerschaft liest sich wie eine einzige Hetze. Ihr wird die Mutterschaft nicht als Wunsch, sondern als Vermarkungsmöglichkeit ausgelegt. Ihr wird Profitgier und Narzissmus bezüglich ihrer Schwangerschaft unterstellt und ihr Umgang mit Social Media kritisiert. Chiara Ferragni hat allerdings nur das gemacht, was sie schon immer tut: sie hat ihren Alltag dokumentiert und ja, auch die Schwangerschaft. Man sieht keinen ausschließlich perfekt gestalteten Feed, sondern Tränen einer werdenden Mutter.
 
Man könnte es auch authentisch nennen. Ist nicht das Fehlen eben dieses Attributs genau das, was bei Influencern normalerweise kritisiert wird? Jetzt postet die bekannteste Modebloggerin Bilder aus ihrem Alltag, der zwar nach wie vor schillernder ist, als der Alltag unsereins, aber eben auch ein Spiegel ihrer persönlichen Realität und kann es damit manchen auch nicht recht machen.


Kommentare wie:
 
„Von Erschöpfungstränen während der Geburt (selbst da krallen sich noch Ferragnis makellos lackierte, blutrote Fingernägel in den Vordergrund) bis hin zur glückseligen Erschöpfung danach, wenn Papa, Mini-Me und Salat ihre ersten Stunden zu dritt verbringen, wird hier alles dokumentiert.“
 
„Seit Ferragni schwanger geworden ist, postete sie also neben verruchten Unterwäschebildern aus unschwangeren Zeiten mit mindestens genauso viel Hingabe Bilder ihres sich natürlich in perfekter Wölbung rundenden Bäuchleins, in dem ihr kleines Mini-Me heranwuchs. Besonders beliebtes Motiv dabei: der stolze Papa küsst den Babybauch. Das macht er nicht nur gerne oben ohne, sondern wie es scheint, auch überdurchschnittlich oft.“
 
„In Wahrheit ist jedoch die eigene Reproduktion, die Erschaffung eines kleinen Ichs, die eigentlich narzisstische Handlung: Die beiden schlachten also schon jetzt ihr Kind aus – denn das ist schließlich nur eine weitere fabelhafte Variante ihrer selbst.“
 
Lassen mich sprachlos zurück.


Liebe Frau Johanna Dürrholz, ich habe einige Fragen zu ihrem Artikel:
 
1. Warum ist es so unvorstellbar, dass eine Frau in den 30ern einfach gerne ein Baby bekommen möchte und zwar aus eigenen Gefühlen heraus und nicht aus Profitgier?
 
2. Warum dürfen schwangere Frauen keine manikürten Fingernägel haben, sondern sind gezwungen sich gehen zu lassen? Wäre eine Entscheidung nicht einer jeden Frau selbst überlassen?
 
3. Wie sieht ein nicht perfekt gewölbter Bauch einer schwangeren Frau aus?
 
4. Was ist die erlaubte Anzahl eines werdenden Vaters an Küssen auf den Bauch?
 
5. Seit wann ist das Kriegen von Kindern eine narzisstische Handlung?

 
Dieser Artikel trieft meiner Meinung nach so sehr vor Zynismus, dass ich gar nicht weiter darauf eingehen will. Ich muss da nur an folgenden Spruch denken:

What Susie says of Sally, says more of Susie than of Sally.

Ich finde es einfach nur enttäuschend in der FAZ einen solchen Artikel zu lesen. Schließlich rege ich mich nicht über einen Artikel in der Bild auf, von der man es ja auch irgendwie erwarten würde (und die das Thema Influencer sogar recht vorbildlich behandelt!) sondern von Zeitungen wie der Zeit und FAZ, von denen ich einfach mehr erwartet hätte – in erster Linie, weil es Zeitungen sind die ich selbst lese und abonniere. Vielleicht bin ich auch deswegen so enttäuscht.
 
Natürlich sind nicht alle Artikel in der Zeit oder FAZ oder in anderen Zeitungen schlecht. Wie es in einer Redaktion so ist, gibt es einfach gute und schlechte Artikel, was jeweils auf den Journalisten schließen lässt. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass man in diesem Fall ein bisschen genauer draufgeschaut hätte.
 
Ich erwarte keine Lobeshymnen, sondern eine echte kritische Auseinandersetzung des Themas, in der nicht alle Influencer in einen Topf geschmissen werden. Einen Beitrag, der das Berufsbild des Influencers genauer hinterfragt und nicht nur an der Oberfläche kratzt, gerne auch kritische Fragen stellt (aber die Antworten auch akzeptiert!) und offen ist für eine Diskussion auf Augenhöhe(!). Für ein friedliches Miteinander. Ich bin offen dafür, viele andere Influencer und Journalisten sicher auch.
Lasst uns den Dialog beginnen!

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April 1, 2018
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57 Kommentare

  1. Ich finde diese ganzen Artikel wirklich auch bedenklich, weil sie immer reißerischer werden und einfach immer die gleichen Argumente bringen: Influencer sind durchschnittlich und können eigentlich nichts. Habe vor ein paar Monaten auch schonmal etwas dazu geschrieben. Der Höhepunkt war für mich der Chiara Ferragni Artikel – den fand ich wirklich einfach nur noch eine Frechheit. Wie kann eine Frau eine andere Frau so dafür verurteilen ein Kind zu bekommen? Liebe Grüße Anna

  2. Liebe Masha,
    ich glaube, Neid spielt da eine ganz große Rolle.
    Wenn junge, attraktive Frauen eine Marktlücke entdecken, es dafür einen (offenbar großen) Markt gibt und sie damit auch noch viel Geld verlieden, ist Neid vorprogrammiert. Was soll man da sagen: Neid muss man sich erarbeiten. In diesem Sinne: schönen Abend und lasst euch nicht unterkriegen, liebe Influencer!
    Liebe Grüße
    Susanne

  3. Was mich richtig sauer bei dieser Debatte macht – und das finde ich bei so vielen Diskussionen wieder – ist das Argument der Nachfrage.

    „Leonie hat nämlich, neben hübschen Kleidern, auch Köpfchen und bedient einfach nur strategisch einen Markt und verdient so ihr Geld. Sie ist die Antwort auf eine große Nachfrage, die hauptsächlich aus jungen Frauen besteht, die sich inspiriert fühlen und sich in ihre Welt reinträumen wollen.“

    Nur, weil ein Konzept funktioniert, weil es anscheinend ausreichend bis zahlreiche Menschen unterstützen/wahrnehmen/einfordern, nimmt das die Anbieter*innen noch lange nicht aus der Verantwortung.
    Wenn Influencer*in XYZ irgendein Produkt bewirbt, das sowieso unter unfairen Arbeitsbedingungen entstanden ist, und damit gutes Geld verdient, dann soll das in Ordnung sein, weil die Leute genau das konsumieren und sehen wollen. Sonst würde sie ja durch Clicks, Follower, Seitenaufrufe etc. nicht Geld damit verdienen. Aber nur, weil in der freien Marktwirtschaft nach etwas verlangt wird und etwas möglich ist, heißt das noch lange nicht, daß es moralisch oder ethisch vertretbar ist. Und eine potentielle Nachfrage entbindet keinen Menschen von der persönlichen Verantwortung.

    Wenn tausend Menschen „Köpf´ deine Katze!“ rufen, ist das auch eine Nachfrage. Kommst du ihr nach?
    Nur weil tausende Follower übermäßigen Konsum, extravaganten Lifestyle und einen unreflektierten Umgang mit der Umwelt (und Menschen in Produktionsländern) sehen wollen, musst du dieses Verlangen nicht befriedigen.
    Und das ärgert mich an Influencern und das lese ich auch aus deinem Text heraus, daß ein konsumorientiertes Verhalten mit dem konventionellen Lebensmodell und unserer Gesellschaft legitimiert werden sollen.

    Nö. Ihr seid erwachsen. Ich erwarte, daß Dinge hinterfragt werden, infrage gestellt werden und nicht nur in vorhandenen Lebensrealitäten rumgeplanscht wird, sondern diese auch verändert werden.

  4. Ich sehe es anders: Ich fand den Artikel in der Zeit eigentlich gut. Was ich in deinem Post kritisiert sehe, ist Folgendes: die Medien kritisieren Influencer für das In-den-Vordergrund-stellen ihrer Person, nicht ihres Könnens. Und diese Kritik finde ich berechtigt!

    Viele Influencer können etwas, vermarkten aber weniger das Können, sondern mehr sich selbst als Person, mithilfe ihres Könnens – so wie z.B. viele einen bestimmten Fernsehkoch kennen und sehr viel Privatinformation über ihn haben, aber keines seiner Rezepte (wieder)(er)kennen. So, wie viele Menschen Fashion-Blogger kennen und sehr, sehr viel Privatinformation über sie haben, aber trotzdem nicht nennen können, welchen Kleidungsstil oder welche Marken die Blogger bevorzugen. Oder kaum Follower von Beautyblogs die benutzten Schminktechniken (er)kennen, nennen oder anwenden können.

    Das Problem bei den Bloggern ist das, wofür sie immer mal wieder Tritte kassieren: nämlich dass das Können zweitrangig wird, sobald das eigene Gesicht dabei auftaucht. Ich kenne viele Accounts, die das Können in den Vordergrund stellen, und nicht das hübsche Gesicht – bei diesen Accounts bleiben die enormen Followerzahlen aber aus. Trotz Können. Bei Tony Mahfud (den ich nur namentlich kenne) war für mich aus seinem Feed z.B. nicht auf Anhieb erkennbar, dass er malen kann. Ich sehe ihn nur modeln – ich sehe nur sein Gesicht, den Einsatz seines Körpers, durch eine Kamera.

    Können vermarktet sich nicht mehr gut, denn Töpfern oder Blumen züchten oder Malen oder sich stylen ist altbekannt, nicht neu, lädt wenig zum Träumen ein.
    Eine hübsche Person allerdings, die nebenbei töpfert, Blumen züchtet oder malt, wird viel lieber angesehen. Fashion Blogger z.B. müssen immer noch hübsch sein, um erfolgreich zu sein – es reicht nicht, seine Kleidung Hals abwärts zu posten. So lassen sich keine Träume verkaufen, zumindest nicht in diesem großen Ausmaß.

    Noch etwas: Influencer verkaufen Werbung auf eine sehr geschickte Art und ausgesprochen subtile Weise: sie bewerben, ohne dass es als Werbung BEWUSST wird – sie senden persönliche Botschaften an Menschen, die den Influencer in ihr persönliches Umfeld integriert haben, ihn als vertrauenswürdige Person und „Freund“ betrachten. Das ist eine sehr unterschwellige Art, Werbung zu transportieren, die ich für gefährlich halte, und ich sehe jede kritische Betrachtung dessen grundsätzlich positiv. Dabei müssen sich Influencer persönliche und direkte Fragen gefallen lassen, wie jede Person, die in der Öffentlichkeit steht. Dass dabei aber Höflichkeit und Respekt abhanden kommen, geht nicht. Auch das gehört kritisiert – und das hast du hier deutlich getan.

    1. Ich glaube manchmal, dass dieses Thema von außen leichter zu betrachten ist. Für mich, die ja voll drinsteckt, ist es manchmal echt schwierig, das komplett nüchtern zu betrachten. Ich glaube vor allem bei dem Zeit Artikel hat mich weniger das Urteil geärgert, als die Tatsache, mit welchen Personen es zustande kam. Ein junger Mann, der mit Reden Geld verdient, zeigt sich natürlich auch mit seinem Gesicht. Bei Lisa kann ich sowieso schwer neutral bleiben, weil sie meine Freundin ist. Einige Wochen und vor allem auch einige Ereignisse später frage ich mich, ob die Kritik wirklich so unberechtigt ist. An den Leuten schon, aber allgemein? Ich komme in Zweifeln..

      1. Von „innen“ sieht es ganz oft anders aus als von „außen“, da stimme ich dir total zu! Und besonders wenn Freunde aus dem engen Umkreis betroffen sind, noch mehr.
        Ich meine aber auch, dass es nur wenigen Menschen gelingt, sich selbst und seine Emotionen ganz zurückzunehmen, herauszuhalten und neutral zu agieren. (Das sind – unter Anderem – Anforderungen, wie sie z.B. an Pfleger gestellt werden, und auch an Polizisten. Das ist manchmal sehr schwierig, besonders bei Kriminalermittlungen, die emotional sehr aufwühlen. Trotzdem müssen Ermittler professionell agieren – und das heißt in ihrem Fall, ihre persönlichen Ansichten und Gefühle hintanstellen und nicht durchscheinen zu lassen.

        Bei Influencern ist auch Professionalität gefragt, aber andere – vermutlich eher im Sinn von „wenn das Wetter scheußlich ist und das Shooting schon lange dauert/ der Kooperationspartner unzuverlässig ist/… – beschwer dich einfach NICHT und bleibe freundlich“. Bei Influencern ist eben eher die persönliche Meinung gefragt.

  5. Die Qualität deines Posts (bespnders Syntax und Grammatik sind fehlerhaft) ist deutlich unter dem, was in irgendeinem Printmedium veröffentlicht wird. Angesichts dessen finde ich es eine Anmaßung, dich über negative Berichterstattung aufzuregen, in der Influencern mangelnde Fähigkeiten nachgesagt werden. Dein Post ist ein Beweis für die Berechtigung der Kritik.Liebe Grüße

    1. Die fehlerhafte Syntax und Grammatik führe ich eher auf Tippfehler und mangelnde Zeit zum genauen und mehrfachen Gegenlesen zurück (so wie du in deinem Kommentar eben auch einen Tippfehler eingebaut hast), nicht auf die Inkompetenz der Autorin. Hinter diesem Block steckt nämlich eine Person, hinter einem Printmedium wie einer Zeitung oder Magazin eine ganze Redaktion. Natürlich sind solche Fehler unschön, meiner Meinung nach aber zu vernachlässigen, wenn der Rest stimmt.
      Des Weiteren regt sich Masha nicht über negative, sondern über unvollständige und oberflächliche Berichterstattung auf. Auch regt sie sich nicht über Kritik, sondern über nicht-konstruktive Kritik auf.

      Das mal so als Antwort auf all die Kommentare hier, die die Botschaft hinter diesem Blogpost meiner Ansicht nach noch nicht ganz nachvollzogen haben.

    2. Hi Leni,
      das ist mir auch aufgefallen, ich bemerke es aber auch im Printbereich viel häufiger, als ich gerne würde.
      Vielleicht kommen die Fehler ganz einfach daher, dass sich Masha bei diesem Thema aufregt und mit erhitztem Gemüt in die Tastatur gehauen hat? Soweit ich weiß, hat sie nebenbei gerade alle Hände voll zu tun, ihren Blog, ihr Team und im Grunde ihre ganze Marke neu aufzustellen – vielleicht hat sie auch keine/n Korrekturleser/in.
      Leider ist deine Wahl der Formulierung bei mir belehrend und bissig rübergekommen, was ich schon beim Lesen unangenehm finde, im persönlichen Kontakt wohl noch mehr – und, oh, da ist sogar ein Tippfehler!

  6. Das hast du echt richtig gut geschrieben! Es ist so wahr: Viel zu oft werden in (Zeitungs-)Artikeln bestimmte Berufsgruppen (oder gerne auch Sozialgruppen) von vornerein abgestempelt und mies gemacht, alle „Angehörigen“ der jeweiligen Gruppen in einen Topf geworfen. Sowas geht einfach gar nicht! Leider passiert es immer wieder…

    Dass Influencer angeblich nichts auf dem Kasten haben, hört man ja mittlerweile mindestens genauso oft wie selbige Behauptung über Models. Ich frage mich, wie Menschen auf sowas kommen? Nur weil jemand sein Leben öffentlich präsentiert und seinen Alltag auf Instagram, Snapchat und Co. dokumentiert und dadurch viele Menschen erreicht und „beeinflusst“, heißt das doch noch lange nicht, dass der/diejenige dumm ist? Was hat ein öffentliches Leben mit dem IQ zu tun? Richtig – gar nichts!

    Ich finde es super, dass du dich so kritisch mit den Artikeln auseinandersetzt und das Thema aus der Sicht einer Influencerin behandelst. :)

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    http://www.themarquisediamond.de/

  7. Vielleicht mehr Outfits zeigen. Dafür steht ein Modeblog doch. Kritik über Influencer und andere Bereiche gehören eher auf eine separate Seite…

  8. Hey Masha,

    ich denke jede Branche hat mit ihren Vorurteilen zu kämpfen. Die einen mehr die anderen weniger.
    Jedoch denke ich entscheidet jede Person für sich selbst wie sie damit umgeht. Man kann es als „Beleidigung“ sehen oder aber auch als Ansporn nutzen um die Gesellschaft, durch sein eigenes Handeln vom Gegenteil zu überzeugen.

    Liebe Grüße Carlos

  9. Liebe Masha, ich bin eigentlich ein sehr passiver Konsument des ganzen Blogger/Influencer-Daseins, habs mit dem Bloggen mal probiert, aber tatsächlich meine Probleme damit gehabt. (Zu wenig Feedback, falsches Feedback etc.). Und seitdem eine sehr differenzierte Meinung zu dem ganzen Thema. Denn die Reichweite aufzubauen, nachzuhalten und bereit sein, sich nicht über ein anerkanntes Talent (Fußball, Musik, etc) der Öffentlichkeit zu stellen, sondern über das Talent zu gut mit der Öffentlichkeit zu agieren, sich zu platzieren, und über Netzwerke zu arbeiten, das muss erst noch gelernt werden, dass das auch ein Talent ist. Und zwar ein nicht zu verachtendes. Das ist bei Instagram oder Blogs ähnlich wie in der Wirtschaft. Es gibt Leute, bei denen weißt du eigentlich nicht „was sie tun“ – weil sie tatsächlich hauptsächlich von dem Talent leben, Menschen zusammenzubringen, Opportuniäten zu entdecken und darüber dann Geschäfte machen, Geld verdienen. Bei uns in Bayern sagt man auch gern „Gschaftlhuber“ dazu. Ein bisschen verächtlich immer noch, aber letzlich sind das die Menschen, zu denen du gehst, wenn du Hilfe brauchst, Investoren, eine Wohnung, Beratung oder sonst etwas. Ich glaube wir alle müssen lernen, dass wir „Können“ und „Talent“ nicht immer auf etwas definiertes reduzieren. Sondern akzeptieren, dass auch Auftreten, Darstellung und Präsentation, Netzwerken und wie sie alle heißen Talente sind. das wird noch dauern – aber das wird kommen. Und verfluchen tut man immer erstmal, was Angst macht. Das war schon so mit dem Internet, mit den Handys- dann mit dem Affiliate Business, jetzt sind es Daten und Influencer. Die alteingesessenes Business verändern. Neue Wege ermöglichen. Das wird schon!

  10. Liebe Masha, sein nicht böse, aber ich als junge Frau, die jeden Tag hart arbeiten muss um mir mein Geld zu verdienen, sehe immer noch Fragezeichen wenn es um Blogger und sogenannte Influencer geht. Und die Frage ist berechtigt: Was tun diese Influencer außer gut aussehen und ein Produkt anpreisen mit dem sie sich nicht identifizieren können. Und dafür bekommen sie ein Haufen Geld? Das läuft doch irgendetwas falsch.

  11. DANKE! Du sprichst mir aus der Seele. Ich finde dieses ganze Bashing auch einfach nur noch grausam! Natürlich sollen sich die Medien kritisch mit dem Thema Bloggen auseinander setzen, aber wie du schon sagst, das ist keine objektive Kritik sondern einfach nur Hetze. Für mich aktuell zum Beispiel ein Grund, warum ich mir solche Magazine etc. einfach gar nicht mehr anschaue bzw. auch definitiv nicht mehr unterstützen werde.

    LG
    Brini
    http://www.brinisfashionbook.com

  12. Liebe Masha

    Eigentlich bin ich eher stille Leserin (und Hörerin) von Dir. Ich mag, dass Du Deine eigenen Ansätze verfolgst und selbstständig denkst. Dies ist in meinen (zugegebenermaßen überschaubaren Kenntnissen der Branche) eine Ausnahme. Lisa sehe ich übrigens auch als solche an. Wenn ich an „den Influencer“ denke, dann fallen mir kleine Wannabes ein, die irgendwelche Produkte anpreisen oder zufällig gerade halten. Sorry! Das ist für mich die Realität auf Intagram. Wer glaubt denen schon, dass sie ihre Haare mit XY pflegen oder plötzlich total Fan von einem bestimmten Lippenstift sind. Du bist für mich eigentlich eher die Bloggerin und daher glaubhafter. Ist schon klar, dass Du auch Geld verdienen musst. Bei den Outfits finde ich Dich total glaubwürdig. Ich denke Dir gefällt was Du trägst und da (aber auch nur da) lasse ich mich inspirieren. Ich interessiere mich sehr für Mode. Als ich zum ersten Mal schwanger war, habe ich keinerlei gute Kleider gefunden (nur Punkte, Streifen und Blümchen). So bin ich überhaupt auf Pinterest, Intagram gelandet. Letztlich auch auf Deinem Blog (Du hast zu diesem Zeitpunkt Deine gewünschte Schwangerschaft thematisiert) und ich habe sooo auf Deine Mode mit Bauch gehofft :) Jetzt bin ich zum zweiten Mal schwanger und folge aus dem gleichen Grund Chiara. Den Artikel in der FAZ hatte ich unabhängig schon gelesen und halte ihn für eine Glosse und nicht wirklich ernst gemeint. Aber man kann ihn natürlich auch wie ihr verstehen. Dann ist er -zugegebenermaßensehr gemein. Dennoch finde ich es nicht ok wie Chiara ihr Kind in die Öffentlichkeit zieht und natürlich schon zum Werbeträger macht. Ich halte mich nicht für neidisch, sondern bin Juristin und nehme die Persönlichkeitsrechte von einem wehrlosen Baby ernst. Von meinem Kind existiert kein Bild auf Social Media. Natürlich wäre Chiara sicher nicht mit allen meinen Entscheidungen als Mutter einverstanden. Und ich finde sie grundsätzlich sogar sympathisch. Der Vollständigkeit halber: Es gibt grauenvoll hässliche Schwangerschaftsbäuche. Du machst Dir keine Vorstellung! Der Fingernägel-Kommentar ist wirklich komisch. Da gebe ich Dir recht. Eine Mutter wenige Tage nach der Geburt sieht selten wie Chiara aus und solche Leute üben unglaublichen Druck aus. Ohne so viel Hilfe ist man in den ersten Wochen halt weniger schick und perfekt geschminkt. Aber auch das finde ich ok. Es gibt aber auch Gegenbeispiele. So würde ich im Rückbildungskurs subtil dafür angefeindet, dass ich geschminkt war (mehrfach). Ich denke jede soll das handhaben wie sie mag und kann. Nur: Ohne Hilfe sieht keine Frau wenige Tage nach der Geburt aus wie Chiara. Auch die mit den besten Genen nicht.

    1. Hi Shermine,

      danke dir fürs Feedback <3

      Ja, ich weiss, was du meinst und ich finde es an sich schön, dass ich in eine komplett andere Schublade gesteckt werde. Ich höre hin und wieder den Satz „Aber du bist ja auch keine typische Influencerin“ und freue mich zwar jedes Mal darüber, andererseits ist es natürlich auch schade, dass eine Branche so negativ gesehen wird. Vielleicht bin ich deswegen so ambitioniert das zu ändern – zusammen mit Lisa, den Janes, den Dandys und vielen Anderen :)

      Und wegen der Schwangerschaft: das Leben kommt halt wie es kommt und obwohl ich mir schon ein Kind wünsche, bin ich auch froh, dass es nicht geklappt hat. Vielleicht habe ich bei dem neuen Partner (in einiger Zeit natürlich) mehr Glück, sodass sich auch endlich dieser große Wunsch von mir erfüllt :)

  13. Liebe Masha, gerne lasse auch ich ein paar Gedanken zu dem Thema nieder. Ich teile deine Ansichten und kann deinen Unmut gut nachvollziehen.

    Folgendes Zitat aus deinem Artikel trifft meiner Meinung nach ins Schwarze: „Leonie hat nämlich, neben hübschen Kleidern, auch Köpfchen und bedient einfach nur strategisch einen Markt und verdient so ihr Geld. Sie ist die Antwort auf eine große Nachfrage, die hauptsächlich aus jungen Frauen besteht, die sich inspiriert fühlen und sich in ihre Welt reinträumen wollen.“

    Das dauerpräsente Thema, ob ein Influencer „es verdient hat“, so viel Geld zu verdienen, ist eine Verklärung der wirtschaftlichen Lage. Ohne Nachfrage würde das Angebot zurückgehen bzw. nicht existent sein und Influencer gerade nicht daran verdienen können.
    Jeder, der einem Influencer in den Social Media folgt, und dieser eine gewisse Reichweite hat, müsste sich einmal bewusst machen, dass ER SELBST (!) seine Wahl zugunsten des Influencers getroffen hat und damit diesen finanziell pusht. Denn nur durch die Nachfrage an dem Angebot „Influencer“ besteht diese Berufsgruppe überhaupt. Und das ist nichts, was als verachtenswert oder ähnliches abgestuft werden sollte – denn wir selbst können bestimmen, was wir konsumieren wollen.
    Gäbe es nicht Millionen an Follower von Leonie, Chiara und Co, dann würden diese eben gerade nicht an ihren Bildern Geld verdienen können.

    Mir kommt es immer wieder so vor, als ob selbst hochrangige Journalisten sich des einfachen marktwirtschaftlichen Prinzips nicht bewusst sind – doch auch diese können nur aufgrund ihrer Nachfrage bestehen. Worin soll also der „böse Unterschied“ liegen, wenn die Nachfrage der Masse hin zu dem Alltag eines Influencers und weg von einem Zeitungsartikel geht? Es darf ja wohl jeder selbst entscheiden, wofür er seine Zeit opfert. Ob dies dann in qualitativ wertvoller Weise geschieht, ist ebenfalls jedem selbst überlasen und jedenfalls nicht Aufgabe eines Journalisten, darüber zu urteilen. Oder will dieser dann auch darüber urteilen, dass der Leser zu lange auf der Toilette war, ein paar Minuten zu viel an seinem Kaffee genippt hat oder zu lange geschlafen hat? Nein – denn jeder von uns ist selbstbestimmt und das zu Recht.

    Die Haupterkenntnis sollte doch viel eher sein: Ich bestimmte darüber, was ich mache und folglich auch, wem ich in den Sozialen Netzwerken folge oder nicht folge. Durch mein Folgen wiederum kann der Influencer potentiell Geld verdienen, also sollte ich mir gut überlegen, ob ich das unterstützen will oder eben nicht. Wenn ich das nicht will, dann ist die einfache Lösung: Entfolgen. Wenn ich aber einen Mehrwert in dem Folgen sehe, dann ist es doch auch nicht böse, wenn der Influencer dafür ab und an Geld bekommt?

    Danke dir Masha für das Teilen dieses kritischen Artikels!

    Liebe Grüße
    Kate

    1. Danke liebe Kate für deinen Input!

      Ich habe auch schon vor langer Zeit aufgehört mich zu fragen, warum der eine jetzt so viele und der andere so viele Follower hat, denn am Ende entscheidet der Follower wem er folgen will und wen er pushen will. Das sind echt Basics der Marktwirtschaft.

      Dass die leider(!!) nicht immer fair ist, sieht man am neusten Beispiel #twitternwierueddel

  14. Also, erstmal versteh ich deinen Ärger etwas, weil du das ganze sehr verallgemeinerst und auf dich beziehst. Jedoch ist es doch so, dass Journalisten sich auf eine Seite der Medallie fokussieren müssen, da ist es egal ob die andere Seite liebevoller oder angebrachter wäre. Sie müssen sich entscheiden aus welchem Blickwinkel sie schreiben – pro oder kontra und das ist doch auch Wasn positives oder nicht? Es ist Kritik mit der man als Blogger umgehen können müsste, sollte und definitiv kann, weil wie du selbst schon sagst, wir können ja schließlich auch was. Diese Aussage ist nämlich sehr von dir selbst interpretiert und wurde so direkt von keinem Journalisten gesagt und das ist eben auch nicht richtig, den Leuten jetzt einfach etwas zu unterstellen was keiner gesagt hat. Sicherlich gibt es nämlich auch genug Influencer die absolut gar nichts können (und ja da ist jetzt kein Platz für falsche Interpretationen), die sind einfach unfähig und arrogant, für diese Leute gibt es nämlich auch zahllose Beispiele die perfekt von diesen Beiträgen beschrieben wurden und die alles verkörpern wogegen du dich gerade wehrst. Im Endeffekt geht es glaube ich darum das du für du h entscheiden musst ob du dich mit solch Abschuldigungen oder negativen Aussagen identifizieren kannst oder nicht und dann ist doch eigentlich schon wieder gut oder nicht? Achso und naja ich denke nicht das die Kritik an der Schwangeren Frau liegt, sondern daran, dass man dieses super private und kostbare Thema in einem Maße an die Öffentlichkeit trägt, das schon fast krankhaft wirkt.

    Liebe Grüße, deine Sachen lese ich total gern – und lass dir nicht einreden du kannst was 😊

  15. Servus Masha,

    wieder einmal ein sehr sehr guter Artikel von Dir.
    Wir teilen Deine Meinung, absolut. Was aber auch leider Fakt ist, dass es viele Influencer gibt, die Firmen nach Strich und Faden betrügen, belügen und systematisch hintergehen. Das macht die ganze Branche nicht wirklich sympathisch.

    Insbesondere auch bei Hotels ist das ein riesen Problem, die haben oft keine großen Budgets, um Agenturen zu beschäftigen, um seriöse von unseriösen Bloggern zu unterscheiden.

    Leider sorgen auch diese schwarzen Schafe immer mehr dafür, dass Blogger und Influencer ganz gezielt diffamiert werden. Wir haben dies zum Anlass genommen und ein Buch geschrieben (Du bist auch als Positiv Beispiel darin erwähnt, wie man es eben richtig macht ganz ohne Followerkauf etc.) welches noch im April auf den Markt kommt, und hoffentlich so die Machenschaften der schwarzen Schafe künftig aufdeckt und deren Verhalten unmöglich machen soll.

    Liebe Grüße aus München

    1. Oh das freut mich aber mit dem Positivbeispiel :)

      Es geht mir auch nicht darum jeden Influencer in Schutz zu nehmen, denn wie du schon sagtest, gibt es viele schwarze Schafe da draußen, aber die zwei, die die Zeit begleitet hat gehören meiner Meinung nach nicht dazu. Aber vermutlich stecke ich, wie andere schon sagten, einfach zu tief drin in der Materie…

      ich bin schon gespannt auf euer Buch :)

  16. Hey Masha,
    zu dem ganzen Influencer-Thema fällt mir gerade nicht soviel ein. Schon oft gehört, schon oft drüber aufgeregt und schon alles gesagt, glaube ich.
    Dass allerdings die FAZ herablassende Beiträge schreibt ist nichts Neues. Ich schreibe meine BA zum Thema „gesellschaftliche Rezeption von Tätowierungen“ und bin da bereits auf einige Beiträge gestoßen, die sehr herablassend waren. In diesen Fall gegenüber von Tätowierten, von denen es ja nochmal deutlich mehr als Blogger gibt. Tätowierte Menschen werden da auch gern mal als „asozial“ bezeichnet. (Und ja, diese Artikel sind zT erst zwei Jahre alt oder jünger…)
    Also vielleicht einfach mal das tun, wovor die Journalisten Angst haben und die Zeit entabonnieren.
    Liebe Grüße
    Ruth

  17. Liebe Masha,

    ich habe Modedesign studiert und dann gemerkt, dass die Modeszene nicht für mich ist und bin jetzt Kulturwissenschaftlerin. Ich gebe dir in vielen Punkten recht und glaube absolut, dass du was kannst :-) Ich habe auch beim Podcast-hören mit großem Interesse verfolgt wie ihr euch über euren Job Gedanken macht. Du schreibst über Leonie (die ich leider nicht kenne): „Sie ist die Antwort auf eine große Nachfrage, die hauptsächlich aus jungen Frauen besteht, die sich inspiriert fühlen und sich in ihre Welt reinträumen wollen.“ Und da habe ich eine andere Sichtweise: Die Nachfrage ist nur da weil diese Welt als so unfassbar erstrebenswert dargestellt wird. Das will man haben, so will man sein! Und dann wird man erwachsen und stellt fest, dass Schönheit und Erfolg einem nicht unbedingt hilft geliebt zu werden oder glücklich zu sein und dass es jede Menge andere Dinge gibt die interessant sind und of auch eine erfüllendere Möglichkeit seine Zeit zu verbringen. Ich habe mich auch mal mehr für Celebrities und damals noch It-Girls interessiert, sonst hätte ich ja kaum Modedesign studiert und wäre zur Fashion-Week gestiefelt. Ich kannte aber auch keine „normalen“ Vorbilder. Das ist ein Riesenproblem unserer Gesellschaft aber daran sind eben auch nicht die Influencer schuld. Du bist ja nun eine Business-Frau und kannst dir überlegen wohin du das entwickeln willst. Ich wollte nur gesagt haben, dass Werbung IMMER erst Bedürfnisse weckt um sie dann zu stillen. Mode kann großen Spaß machen und Styling und Persönlichkeit macht sie immer wieder spannend und das ist auch ein Job den man besser oder schlechter machen kann. Aber Persönlichkeit und Stil kann man nicht kaufen und Werbung tut so als ginge es doch.

    Ganz liebe Grüße!

  18. Hallo Marsha,
    ich habe heute euren Podcast gehört und war schon geschockt als ihr über das FAZ Interview geredet habt, als ich ihn jetzt gelesen hab war ich einfach nur noch sprachlos. Ich glaube da spricht einfach nur der pure Neid. Wie schon bei euch thematisiert wurde- bei einem Geschäftsmann würde man niemals auf die Idee kommen den Kinderwunsch zu hinterfragen. Viele können wohl noch nicht verstehen( und wollen es auch nicht) das Frauen genauso ein Business führen können und Karriere machen könnend dafür nicht manipulativ oder kaltherzig sein müssen. Wenn man nicht versteht WIE so ein Business entstehen kann (bezogen auf Influencer), sollte man natürlich kritisch aber eben auch offen und lernwillig an die Sache rangehen und gerade als Journalist einer seriösen Zeitschrift multiperspektivisch Bericht erstatten .

    Man merkt du hast viel Energie und Zeit in diesen Artikel investiert und auch versucht nicht nur zu rechtfertigen sondern auch zu verstehen- was dir gut gelungen ist. Kompliment und weiter so!

  19. Hi Masha, toller Post… ich musste doch glatt die Artikel nochmal durchlesen- Vorallem der Chiara Ferragni Artikel hat mich schockiert! Wie du schon sagst: von der BILD würde es einen nicht wundern- aber von der FAZ?! Ich folge Chiara und einer Handvoll Bloggerin bei Instagram: und klar, ist sie immer makellos schön und vielleicht sogar ein stückweit selbstverliebt… aber ganz ehrlich: wenn ich Chiara wäre, dann wäre ich es auch! Aber als Grund für den Nachwuchs das Geld zu sehen??? Es ist ja nicht so, als wäre sie schon millionenschwer und hätte für ihr Leben mehr oder minder ausgesorgt… Da könnte ich mich jetzt echt aufregen…
    und als hätten Influencer keine anderen Talente oder Bildung- es ist ja nicht so, als hätten die meisten von euch nicht auch irgendwas studiert oder einen Beruf gelernt…
    Ich selber bin ein „normalo“ der einen Beruf weit weg von Medien führt, aber wenn der Tag es zulässt & ich Lust habe , die Instagramstorys verfolge… und obwohl ich nicht perfekt bin gucke ich es mir gerne an und verfolge es…
    Klar gibt es Influencer die Werbung für schlechte Dinge wie Detoxtees machen- aber a.) bestimmt nicht Caro, Chiara oder du (das wäre ein Grund jemanden auseinander zu nehmen) und b.) das Publikum das sowas glaubt will es auch glauben (egal ob von dem influencer geteilt oder nicht)…

    Ahja und ich muss dazu auch sagen, dass du wirklich keinen unrealistischen Account hast! Klar, die Bilder die du oft postest sind wundervoll- aber in deiner Instastory zeigst du dich oft ungeschminkt und auch die unperfekte Seite was sehr sympathisch ist! Mach weiter so!!! :)

    Artikel gerne- aber gerne auch mit mehr klasse!

    1. Ich wollte gerade auch einen Kommentar verfassen, aber Deiner, Alexandra, trifft es auf den Kopf.
      Wie es immer und überall im Leben ist: es gibt solche und solche. Es gibt natürlich Influencer, die sich im wahrsten Sinne des Wortes billig kaufen lassen, aber es gibt auch die anderen, die mit Stil, Höflichkeit und harter Arbeit auftreten.
      Um beim Bild-Zeitung-Beispiel zu bleiben: jeder regt sich gerne über die Influencer auf, aber warum haben sie denn zum Teil so unglaublich viele Follower? Weil doch auch alle ihre Posts anschauen! Es ist wie immer: die Nachfrage bestimmt das Angebot.
      Ich kann einer Chiara Ferragni auch nicht absprechen, dass sie sich nicht gerne präsentiert und ich persönlich bin auch der Meinung, dass man sich nicht unbedingt allzu freizügig präsentieren muss oder sicherlich auch nicht so viel privates preisgeben bräuchte. Nunja, jeder wie er meint… Aber andererseits ist das, was Chiara sich aufgebaut hat, doch auch vorbildlich und erstrebenswert: sie hatte sicherlich auch viel Glück, hat aber auch ihr Glück in die Hand genommen und sich so ihr riesen Business aufgebaut. Sie musste sich hocharbeiten und hat es gemacht! Aber von nix kommt nix, auch bei einer damals noch studierenden Chiara nicht.
      Was mich persönlich am meisten enttäuscht hat sind allerdings gar nicht die unterschiedlichen Meinungen, die die Autoren der diversen Artikel haben. Wofür haben wir schließlich die Meinungsfreiheit und das Recht der freien Meinungsäußerung?
      Ich finde es nur wirklich erschreckend, zu was für einer Art Journalismus sich die FAZ und auch andere renommierte Zeitungen hinablassen. Was die FAZ da gemacht hat, ist für mich kein Zeichen eines hochwertigen Journalismus. Mit Artikeln wie dem Chiara-Artikel sind sie nämlich auch nicht besser, als viele andere Influencer, die sie ja so verurteilen. Da geht es nämlich nur um Klickzahlen bzw. Lesergewinnung, nicht um gut recherchierten Content. Hat eine FAZ so etwas wirklich nötig? Ich frage mich, wieso die FAZ sich überhaupt zu so einem Bild-Zeitung-Journalismus herablässt? Eine Meinung zu haben und diese zu äußern, ist eine Sache. Aber der Ton macht die Musik. Man kann auch konstruktiv Kritik äußern – nämlich ohne gehässige und geschmacklose Texte. Mich hat die FAZ als Leserin ganz klar verloren.

  20. Guter Artikel! Das Neue wird immer erstmal lächerlich gemacht und bekämpft, glaube ich, vorallem wenn – im Fall der Journalisten – eine neue Branche heranwächst und die alte zu überholen droht.
    Viele kommen mit dem Wandel und dem Bedeutungsverlust der klassischen Printmedien nicht so ganz klar und verteufeln dann auch gleich die Influencer, die ihnen den Job streitig zu machen scheinen.
    Nur bringt es ja leider gar nichts, gegen die Zeit und neue Entwicklungen anzukämpfen. Lieber, wie du sagst, zusammenarbeiten.

  21. Ein Beitrag über Dinge die schon viel früher hätten angesprochen werden müssen…
    Du hast das super in Worte gepackt! Kompliment Masha!
    Ich wünsche dir morgen einen tollen Wochenstart.
    Liebst, Marie ❤️

  22. Hey Masha,

    Diese kritische und niveauvolle Auseinandersetzung mit diesem Thema ist schon einzigartig in der Szene, das muss man dir lassen.

    Prinzipiell kann man dir in allen genannten Punkten nur zustimmen. Ich möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen: Der traditionellen Journalismus ist gar nicht mehr existent und objektive Artikel, die über die neueste Reuters Meldung oder persönliche Meinung hinaus recherchiert sind eine absolute Seltenheit. Festangestellte Journalisten gibt es kaum noch und die meisten krebsen auf Freelance basis herum. Diese Entwicklung im Journalismus ging zwar der Entstehung der Influencer voran, heizt aber den Neid der Schreiber an.

    Besonders Amüsant finde ich immer die Aussage: Influencer sind Werbefiguren ohne Inhalte. Wenn ich die Vogue aufschlage finde ich allerdibgs weniger redaktionelle Artikel als bei den übelsten Kommerzbloggern.

    Die Influencerszene ist schon kaputt aber wie du schon sagtest bedienen die meisten nur eine bestehende Nachfrage. Ich frage mich seit Tag 1 wer so wenig Hirn hat, dass er/sie sich Bilder in einer Badewanne voller Blütenblätter, eine Lichterkette und den neuesten Venus Rasierer wünscht. Das Problem liegt hier eher beim User meiner Meinung nach.

    Ps.

    Die BILD hat übrigens Influencer kürzlich in einem Artikel über Hotel Kollabos als „Schmarotzer“ bezeichnet ;)

  23. Hallo Masha,

    kann dich aus der perspektive einer bloggerin verstehen, aber auch die Perspektive der Journalisten. Ich selbst folge nur einer Handvoll von Bloggern und schaue zwischendurch auch auf deiner Seite vorbei. Nicht weil mich dein Gespür für Fashion interessiert sondern weil ich den Stil deiner Fotos mag.

    Ich finde es gut, dass Journalisten Menschen von all dieser Oberflächlichkeit wach rütteln wollen! Auch Du vermittelst auf Instagram perfekt zu sein. Egal wie oft Du erwähnst, dass du nicht perfekt, makellos oder sonst was bist, vermittelst Du auf Instagram leider nichts anderes. Vielleicht bist du wirklich jemand, der nicht oberflächlich ist und dein Umfeld würde es sogar bestätigen. Aber es geht hier einzig allein um dein Profil bei Instagram.
    Deine Fotos sind schön und ästhetisch aber ich selbst kann es einfach nicht mehr sehen, wenn junge Menschen (Heranwachsende) etwas sein wollen, was sie nicht sind, weil Sie denken genauso wie Du und all die anderen blogger aussehen zu müssen. Weil Blogger einfach nichts anderes vermitteln außer schön und perfekt zu sein. Und da kannst Du noch so einen großartigen Beitrag über „ich bin nicht perfekt“ oder sonstwas in der Richtung schreiben. Im Endeffekt sagen deine Instagram Fotos das Gegenteil aus. Wenn du nicht perfekt bist, dann poste unperfekte Fotos. Wenn du es aber magst dich schön zu kleiden, dich von deiner besten Seite zu zeigen, in deinen tollsten Klamotten, mit dem tollsten Freund und den tollsten reisen (alles perfekt retuschiert und nem 1A Filter) dann liebe Mascha ist das was der Journalist da verfasst hat, so bitter es klingt, die Wahrheit.
    Instagram ist von Perfektionismus besessen!

    Und ob sich Lisa politisch interessiert, einsetzt oder nicht. Solange ihr perfektes Leben bei Instagram so toll anhand der Fotos inszeniert/dargestellt wird, so hat auch hier der Journalist leider recht. Wenn man das ganze von außen betrachtet, es auf die Waage legt, dann weißt Du (wenn du ehrlich zu dir selber bist), dass es so ist wie es ist. Man verkauft sich als das, für was man sich gibt. Die Kritik ist wirklich hart. Aber hey, steh zu dem was du bist und was du machst!

    Du bist eben schön, ziehst dich gut an und etc.
    Du kriegst deine likes die Du willst, denn darum gehts Dir. Du verdienst damit dein Geld.
    Wenn Du damit erfolgreich bist, dann ist doch alles cool! Solange Du hinter dem stehst was Du bist, dann ist alles in Ordnung. Aber bitte, versuche nicht die Journalisten aus gekränktem Stolz zu verurteilen, weil du Dich als Bloggerin angegriffen fühlst.

    P.S. Toni Ist anhand seiner Fähigkeiten berühmt geworden und irgendwann hat er angefangen sich selbst als Model zu vermarkten. Das ist ein Unterschied!

    1. Hallo liebe Liz,

      ich weiss nicht, ob das aus meinem Blogpost so klar hervorging, aber es ging mir tatsächlich in erster Linie darum in einen Dialog zu treten. Ich wünsche mir keine Lobeshymnen auf Influencer, sondern schlichtweg eine realistische und faire Auseinandersetzung mit dem Thema.
      Genauso finde ich übrigens auch, dass ein Blogger nicht nur auf sein Instagram Profil reduziert werden sollte, denn das ist, meiner Meinung nach, oftmals nicht aussagekräftig genug. Sowohl im Blog (anhand meiner Texte, aber auch meiner Bilder, wie zb hier: https://www.masha-sedgwick.com/?s=outtakes), als auch auf Instastories präsentiere ich mich eben auch unperfekt, unretouchiert usw.

      Ja, ich ziehe mich schön an und habe Glück gehabt in Sachen Genetik, aber ich pflege mich eben auch, treibe Sport und versuche mich gesund zu ernähren, obwohl ich mehr Bock auf Süßigkeiten und nicht auf Gemüse hätte. Das kann jede Andere auch und es macht einen großen Unterschied.

      Als Journalist ist es eben auch einfach mit dem Finger auf Blogger zu zeigen und zu sagen: Ätsch die machen Werbung! Aber als Journalist wirst du im besten Fall von der Zeitung bezahlt, die wiederum ihre Mitarbeiter dank der Werbung, die in der Zeitung stattfindet, bezahlt. Stehst du als Journalist hinter jeder Anzeigenkampagne, die in der Zeitung oder Magazin auftaucht? Würdest du persönlich Werbung für Desigual machen? Wenn aber Desigual dein Gehalt quasi mitbezahlt, dann ist das irgendwie schon ok, oder? Als Blogger kann ich es mir aussuchen mit wem ich Werbung machen will und das ist eine absolute Luxusposition. Trotzdem geht es eben nicht OHNE Werbung, weil ich keinen Verlag habe, der mich bezahlt.

      PS: im Übrigen verurteile ich nicht ALLE Journalisten, weil eben viele auch tolle Beiträge liefern und ich selbst mit vielen Journalisten/innen zusammenarbeite. Viele haben den Vorteil von Influencern erkannt und so kommt es immer mehr zu einer Symbiose aus Print und Online. Wie mehrfach im Text erwähnt geht es mir nicht ums Verallgemeinern einer ganzen Berufsgruppe!

      1. Ich habe schon verstanden worum es Dir geht. Deine Aussage war klar und deutlich. Du hast vollkommen Recht, wenn Du sagst, dass es nicht fair ist. Aber um ehrlich zu sein, geht es hier nicht um Fairness.
        Wenn du 1000 Menschen (aus deiner Zielgruppe) befragen würdest, warum Sie dir folgen, dann bin ich mir ganz sicher, dass die wenigen Dir wegen deinem Charakter, deinen politischen Interessen, deinem sozialen Engagement (falls du da aktiv sein solltest?) folgen. Du fütterst die Masse mit fashion und perfekt gestylten Bildern! Die wenigen interessieren sich für die Person dahinter. Aber wenn Du dich damit identifizieren kannst, dann ist es okay. Das bist dann eben Du. Aber komm auch damit klar.

        Du vermittelst an die kommende Generation etwas, was keinen großen Wert verdienen dürfte. Du unterstützt es Und trägst dazu bei, dass junge Menschen denken müssen so auszusehen um erfolgreich zu sein. Likes zu kriegen um sich definieren zu können.
        Wie bereits erwähnt, ist es jedem selbst überlassen. Du bist erfolgreich damit und deine Follower lieben es. Weil Du nicht anders bist als Sie.
        Ja, der Journalist hätte erwähnen können wie toll er es findet, dass sich Lisa politisch interessiert. Es wäre nett gewesen. aber hey der Schwerpunkt auf ihrer Seite ist nunmal nicht Politik! Es ist 90% Fashion und Lifestyle.

        Und nein, ich finde auch nicht jeden Artikel gut und stehe nicht hinter jeder Aussage was von einem Journalisten veröffentlicht wird. Aber zum Glück kann ich meine eigene Meinung bilden.. und laut deinen Kommentaren zu deinem Artikel, tut das der ein oder andere auch hier. So, Lucky you!
        Immerhin erreichst du damit auch ein Par Menschen die über ihren eigenen Schatten springen können!

        Übrigens! Es ist ebenso uncool von Dir zu sagen, dass Du dich bei dem ein oder anderen fragst warum Sie erfolgreich sind.
        Warum bist Du es? Findest Du dich schöner? Klüger? Interessanter? Investierst du mehr Zeit als andere hinein? Macht dich das zu einem besseren Blogger?
        Ihr habt doch alle ein gemeinsames Interesse was ihr verfolgt. Der eine macht es nebenbei, der andere lieblos, der andere steckt mehr Kraft und Mühe hinein. Ja. Fakt ist das was am Ende dabei rauskommt! Und es ist einfach dasselbe. Der eine in rot und die andere in blau.

        rote Journalisten, blaue Journalisten!!

        Bevor du etwas kritisiert, würde ich tief in mich hineingehen und mir die Frage stellen
        Ob das was ich mache mich wirklich von den anderen unterscheidet oder besser ist!
        Ob mit Schminke oder ohne Schminke in deinen Stories!

        Gute Nacht
        Liz

  24. Liebe Masha,
    Ich finde es großartig, dass du dich diesem Thema gewidmet hast. Es ist mittlerweile unglaublich wichtig geworden, darüber zu reden, was Influencer eigentlich sind und was wir von ihnen erwarten. Als ich vor 10 Jahren anfing, Blogs zu lesen, suchte ich nach Inspiration und ehrlichen Texten. Seitdem ist beides immer seltener geworden. Zwischen den ehrlichen, schönen Texten drängen sich nämlich immer mehr Werbeposts. Und ja, ich lese Blogs auch, weil ich Inspiration für Outfits haben möchte. Allerdings nicht in dem Ausmaß. Ich finde es fair, dass Blogger für Werbung bezahlt werden. Aber mir ist es zu viel. Alles ist nur noch Werbung. Zusätzlich für immer teurere Marken. Die Blogger, die einst so inspirierend waren, weil sie aus meiner Welt stammten und es trotzdem schafften, glamouröser zu sein, sind heute selbstständige Influencer, die sich von großen Designern auf Weekendtrips einladen lassen. Sie sind keine Vorbilder mehr, sondern möglichst authentische Lithfaßsäulen. Dass Modeblogger nach Paris zur Fashion Week fliegen, kann ich noch nachvollziehen. Dass Reiseblogger nach, Thailand eingeflogen werden, um für ein Hotel zu werben, auch so gerade noch. Aber dass man Modeblogger für einen Tag nach Kopenhagen fliegt oder nach Finnland zum Autofahren, erschließt sich mir nicht. Es ist für mich nur eine riesige Umwelrsünde und schafft nur mehr Distanz zwischen mir und meinen Lieblingsbloggern, die ich sonst eigentlich so für ihre Erreichbarkeit und Echtheit schätze. Es gilt eben nicht mehr als.cool, wer das ausgefallenste Outfit trägt (#hipster), sondern derjenige, der die neueste Designerhandtasche geschenkt bekommen hat. Trotzen finde ich es schön, dass man bei dir zwischen der ganzen Werbung auch noch gut überlegte Beiträge wie diesen hier finden kann. Das ist leider nicht überall mehr der Fall.

  25. Hallo Masha,

    ich bin Journalistin. Und ja, auch ich habe einige Kritikpunkte an Influencern, die meine Meinung prägen. Ich würde mal ein paar nennen:
    1. Verantwortung: Medien sind die vierte Macht im Staat, Journalist zu sein ist deshalb ein höchst anspruchsvoller und verantwortungsvoller Beruf. Wir recherchieren jeden Fakt nach, stellen unangenehme Fragen und sind ständiger Kritik ausgesetzt. Dann kommt ein Influencer daher, singt eine Lobeshymne auf Detox-Tees und ein Großteil seiner Follower glaubt ihm, ohne die Fakten zu hinterfragen. Junge Menschen verlieren durch diese Vermischung von Werbung und vermeintlichen Fakten ihre Fähigkeit zur Medienkompetenz. Meine Kollegen und ich befürchten, dass Influencer dahingehend ein schlechter Einfluss sind.
    2. Denn, sind wir mal ehrlich: Nur wenige sind so anspruchsvoll wie du. Du bist deshalb eine der wenigen Influencer, denen ich folge und die ich ernstnehme. Wenn ich die Seite von Bibi anschaue, rollen sich meine Zehennägel hoch. Diese zuckersüße Alles-ist-so-perfekt-Welt hat NICHTS mit der Realität zu tun. Du hast angesprochen, dass Influencer nicht nur Werbeträger sind – viele, und vor allem die mit dem Millionenpublikum, sind es aber. Und vermitteln jungen Menschen ein verzerrtes Bild der Realität.
    3. Und, ja, da spielt sicherlich Neid eine gewisse Rolle. Denn auch wenn man als Blogger 7 Tage pro Woche arbeitet, ist es für mich doch ein ziemlich großer Unterschied, ob meine Arbeitszeit mit Anproben, Posen, Schminken und Reisen gefüllt ist oder mit dem Schreiben fundiert recherchierter Artikel. Diesen Beitrag hier zum Beispiel würden wir so nicht in unserer Zeitung abdrucken können. Nicht, weil es sich um Meinungsbeitrag handelt. Sondern, weil sich darin einige inhaltliche, grammatikalische und faktische Fehler befinden.
    4. Und damit komme ich zu meinem letzten Punkt: Du kritisiert, dass Journalisten über Influencer schreiben und dabei eine einseitige Berichterstattung an den Tag legen, weil sie eigentlich gar nicht wüssten, woraus die Arbeit von Influencern besteht. Aber, liebe Masha, leider ist es auch andersherum der Fall. Ich erinnere mich, dass du dich in einem früheren Beitrag mal selbst als „Journalistin“ bezeichnet hast. Da musste ich mit dem Kopf schütteln. Zwar ist der Beruf des Journalisten nicht geschützt, jedoch zeigen Beiträge wie dieser mir immer wieder, dass du keinen vollständigen Einblick in die Arbeit eines Journalisten hast und dir essentielle Fähigkeiten dahingehend schlicht und einfach fehlen. Es geht beim Journalismus nicht nur ums Schreiben. Das Schreiben eines Artikels ist der letzte und zumeist kürzeste Schritt. Die Recherche ist das, was Journalisten von Autoren und Bloggern unterscheidet. Und diese beinhaltet nun einmal, das Berufsfeld des Influencers kritisch zu hinterfragen. Nachfragen nach dem Gehalt gehören da nun mal dazu. Diese Frage habe ich auch schon Bürgermeistern, Tankstellenbetreibern, Geschäftsführern und Sportlern gestellt – und immer eine Antwort erhalten. Nur von Influencern nicht. Seltsam, oder?

    1. Hi Nancy,

      1. das sehe ich genauso! Journalisten tragen eine große Verantwortung, genauso wie Influencer. Aber genau das ist der Punkt und die Kritik in meinem Text. Die Texte der Journalisten kratzen nur an der Oberfläche, sind schlecht recherchiert und werden dem Anspruch, den ich zB an eine Zeit habe, schlichtweg nicht gerecht. Genauso sehe ich es aber auch bei Influencern: im Text wird nicht die gesellschaftliche Rolle des Influencers hinterfragt, nach dem Motto: „Warum setzt der Influencer seine Reichweite nicht auch für wichtige Themen abseits der Werbung ein?“ sondern es ist eine Art Kuriositätenkabinett.

      2. Natürlich haben nicht alle denselben Anspruch – leider. Allerdings suchen sich die jungen Menschen selbst aus, wem sie folgen – und wem nicht. Es ist ja nicht so, dass es einen Mangel gäbe an guten und informativen Bloggern, aber sie haben eben kein Millionenpublikum, weil genau dieses diesen Anspruch nicht hat und eben genau die Art von Werbefläche aktiv sucht. Das ist vielleicht ein bisschen vergleichbar mit Popmusik – auch dort gibt es Künstler mit Anspruch und noch viel mehr ohne und dennoch wird meist der nächste „Sommerhit“ gefeiert, der genauso klingt wie der vom letzten Jahr.

      3. Ich habe leider keinen Chefredakteur, der noch mal über meinen text drüber geht. Es sind über 2000 Wörter und vielleicht kennst du es selbst, aber manchmal sieht man vor lauter Wörtern die einzelnen Fehler nicht mehr. Mir passiert das manchmal und hin und wieder schaue ich mir einen Text am nächsten Tag noch mal an und dann fallen mir noch einige Fehler auf, aber das ist eben der Nachteil daran, wenn vieles unter Zeitdruck entsteht und man Niemanden hat der noch mal einen Auge drauf wirft.

      4. Ich kann mich nicht konkret daran erinnern mich explizit als Journalistin bezeichnet zu haben, höchstens im Kontext, als ich versucht habe den Begriff des Bloggens zu erklären, denn als Bloggerin ist man eben eine Mischung als Journalistin, Stylistin, Fotografin, Grafikerin usw.
      Zwar bin ich in keinem der Berufe ausgebildet, weil mein Schwerpunkt nicht darauf liegt, aber dieser Vergleich sollte einfach nur den Beruf des Bloggers verdeutlichen. Das war allerdings nie als Angriff gegenüber Journalisten, Fotografen oder wem auch immer gemeint.

      1. Danke für deine ausführliche Antwort! Ich würde nur gerne zu deiner Kritik an den Artikeln etwas sagen, denn diese finde ich im Falle des Zeit-artikels absolut unbegründet. Der Artikel ist vorbildlich recherchiert, die Autoren haben sich sowohl mit influencern selbst als auch mit Wissenschaftlern unterhalten, von denen es nur wenige gibt, die sich mit dem Thema auskennen. Aus journalistischer Perspektive gibt es daran nichts auszusetzen, da auch keinerlei Wertung darin vorkommt. (Nein, der Text ist nicht von mir und ich arbeite auch nicht bei der Zeit)
        Dass du den Artikel zu schlecht recherchiert empfindest, liegt wahrscheinlich an deiner Freundschaft zu Lisa. Klar, du siehst sie anders als ein Redakteur der sie zum ersten Mal trifft. Genau deshalb schreiben Journalisten auch keine Texte über Freunde oder Familie. Du kennst Lisa als coole, bodenständige und nicht oberflächliche Frau. Ein anderer Mensch empfindet das vielleicht anders. Du siehst es als influencer als normal an, jede Aktivität mit dem Handy zu dokumentieren. Hätte ich eine Freundin, die jedes mal ihr Essen oder sich selbst fotografiert wenn wir etwas unternehmen, würde ich mich wahrscheinlich irgendwann nicht mehr mit ihr treffen – weil ich es nervig, oberflächlich und höchst unhöflich finde ständig am Handy zu hängen. Der Alltag eines influencers ist nun einmal nicht der, eines Normalsterblichen.

  26. Liebe Masha,

    Gratulation zu dem gelungenen Artikel, indem du beispiellos beweist, dass Influencer eben doch mehr sind als kommerzielle Werbemaschinen. Du reichst den Kritikern die Hand und eröffnest einen Dialog. Vielleicht sollte man ihnen den Link hierher schicken oder ihnen doch lieber ein ausgedrucktes Exemplar zukommen lassen, dass ihnen weitere Ausflüchte genommen werden und sie zu korrekter und tiefgreifender Recherche gezwungen werden?! Ob sie eine Antwort überhaupt hören wollen oder besser vertragen würden, ist hier eine berechtigte Frage, denn feuern geht immer einfacher von der Hand, als Kritik hinzunehmen und sich selbst zu hinterfragen. Das ist aber allerdings eine generelle Thematik in unserer heutigen Gesellschaft. Also liebe Masha vielen Dank für diesen konstruktiven Artikel, in dem es dir gelungen ist, trotz persönlicher Betroffenheit, einen objektiven und zum Nachdenken anregenden Beitrag zu teilen.

    Ganz tolle Ostern!!

    Herzlichst,
    Alina

  27. Hi Masha,

    erstmal danke dafür, dass du derartiger Borniertheit so viel Konstruktivität entgegensetzt.

    Ich arbeite in der digitalen Werbebranche, wo Kampagnen mit Influencern konsequenterweise dazu gehören, und würde gerne aus der Sicht zwei Punkte beitragen bzw. gedanklich erweitern:

    1. Handwerk von Influencern

    Jeder Influencer ist letztlich Träger einer Idee, seiner ganz eigenen oder einer individuellen Variation einer größeren Idee. Wenn eine Person auf die Weise ein Publikum findet und Menschen inspiriert, dann hat sie in ihrer Rolle der Verkörperung dieser Idee bereits etwas geschaffen. Ob man die Idee greifen kann, etwa in Form von Musik, Fotografie oder Mode, ist dabei meiner Meinung nach vollkommen egal, denn andere Menschen folgen dieser Idee.

    Dazu gehört viel Talent, Mut und Können. Eine Idee, um bei dem Bild zu bleiben, derart auf den Punkt zu bringen, wie es erfolgreiche Influencer tun, ist weder einfach noch kunstlos; würden sie das nicht schaffen, hätten sie keine Anhänger.

    Genau diese beiden Punkte unterscheiden Influencer kein Stück von Persönlichkeiten, deren Berufe gesellschaftlich anerkannt sind – oder in der Öffentlichkeit stattfinden, wie du schreibst.

    Allein deshalb ist die Diskussion um das Können von Influencern komplett gegenstandslos. Ersatzweise schleichen sich in die Debatte eben Neid und Missgunst ein, wie es auch bei bekannten Sängern, Schauspielern oder sonstigen Personen des öffentlichen Lebens der Fall ist, deren Arbeit Meinungen spaltet.

    2. Daseinsberechtigung von Influencern

    Eigentlich hat schon nur die Verkörperung der oben genannten Idee schon ihre Daseinsberechtigung, sofern sie Anhänger findet. Und die wird den Leuten ja nicht werblich eingeprügelt, denn eine Person wird erst zum Influencer und entwickelt damit auch Werberelevanz, wenn sie eine gewisse Followerschaft hat.

    Genau der werberelevante wirtschaftliche Faktor ist aber, denke ich, treibende Kraft in der öffentlichen Debatte. Denn das stattet den Influencer mit den von dir genannten und heimlich am meisten beneideten materiellen Privilegen aus.

    Darüber hinaus wird leider, und das nervt mich persönlich am meisten, selbst in der Werbebranche immer wieder die Frage nach dem Wert und Nutzen des Influencer-Marketing gestellt. Daher mein Punkt dazu:

    Die Mechanik ist doch super alt, nur der Name dafür ist neu. In der Marketingkommunikation a) auf die Reichweite von Meinungsbildnern zurückzugreifen, um Produkte zu bewerben und b) Marken mit Ideen aufzuladen, um den reinen Nutzwert der Produkte zu erweitern, ist schließlich keine Besonderheit des Influencer-Marketings. Personen also nicht als Markenbotschafter zu beauftragen, die beides gleichermaßen erfüllen und zusätzlich noch nachweisbar die relevantesten Segmente der eigenen Zielgruppe erreichen, wäre einfach blöd.

    Wie man die Authentizität der Person und damit ihre Idee, um den Bogen zu schließen, dabei nicht verletzt, das ist die einzige Diskussion die man hier führen muss.

    Also danke für den Gedankenanstoß und den Beitrag zur Debatte und schöne Feiertage!

    Flo

    1. Hi Flo,

      was soll ich dazu noch sagen? Ich mag deinen rationalen Ansatz und ich finde, dass man merkt, dass du aus der Branche kommst!
      Unterschreibe ich so also komplett! :)

  28. Ich glaube, dass Influencer/Blogger deshalb so stark auseinander genommen werden, weil sie (fast) die einzige Berufsgruppe ist, die sich lautstark gegen jede Kritik wehrt. Und da die meisten irgendwelchen Bloggern/Influencern folgen, sind solche Artikel auch für Zuelgruppen interessant, die sonst vielleicht die eine oder andere Zeitung nicht gekauft/gelesen hätten.

    Ist meine Vermutung, aber Aufmerksamkeit bringt es denen ja – und genau das ist es doch, was die meisten Zeitungen/Portale wollen :)

    Ich finde es absolut richtig sich zu wehren oder Sachen richtig zu stellen (wie die Tatsache, dass man als Influencer mehr macht, als nur mal eben schnell schön für ein Foto zu posieren^^), aber die Unternehmen/Zeitungen/Portale, die dann gezielt „drauf“ gehen, bekommen so doch eine Menge (unverdiente) Aufmerksamkeit.

    Traurig, aber wahr (was nicht heißt, dass ich deinen Artikel nicht dennoch feiere :-D).

    1. Ja, das waren auch meine Bedenken, als ich meine Antwort schrieb, aber gleichzeitig wollte ich es nicht einfach so stehen lassen. ich sah meine Mission darin, aus dem Punkt ein Fragezeichen zu machen, denn wie du schon sagtest, anders als vielleicht andere Berufsgruppen können wir uns wehren bei einer unfairen Berichterstattung :)

  29. Liebe Masha,

    danke für deinen tollen Artikel!
    Kannte die beiden Artikel vorher noch nicht und war wirklich schockier, als ich sie gelesen habe.
    Wirklich schade, dass alle Influencer über einen Kamm geschert werden – natürlich gibt es sehr viele Influencer, auf die manche Punkte zu treffen, aber es gibt eben auch Influencer wie dich, die wirklich hochwertigen Content produzieren.

    Wünsche dir schöne Ostern und eine gute Besserung!

  30. Liebe Masha,

    der Artikel, ich spreche hier absichtlich nicht von Post oder Text, ist wirklich gut geworden.

    Diese ewige Hetze gegen Influencer spiegelt nun einmal auch, wie du ja auch schon gesagt hast, die Unsicherheit und Angst einer ganzen Branche wieder.

    Da ich selbst aus dem Bereich Marketing/PR komme, kann ich aber sagen, dass die jungen Leute die Wichtigkeit von Influencern längst verstanden haben.

    Ein Blogpost oder ein Instagrampost bedeuten für euch genauso Arbeit und Zeit, die ihr investiert, anstatt euch anderen Dingen zu widmen –
    wo ist das also kein richtiger Job?

    Lasst euch von den alten Damen und Herren hinter den großen Schreibtischen in der Chefetage nicht abhalten euren Job zu machen, die heutige Welt ist schnelllebig und das Internet mit all seinen Facetten und Jobs nicht mehr wegzudenken.

    Das wird auch irgendwann bei allen ankommen.

    Hab schöne Ostertage!

    Lg Ina

  31. Liebe Masha,
    erstmal möchte ich sagen, dass der Artikel einer deiner Besten ist und er mega gut geschrieben ist. :)
    Und jetzt möchte ich auch gerne in die Diskussion einsteigen:
    Wenn ich mit anderen Menschen über Influencer rede, dann nehme ich vor allem Blogger, die neben schönen Fotos auch noch Mehrwert bieten, in Schutz. Lisa, Nina von Fashiioncarpet und auch du, ihr könnt mehr als „nur“ schöne Bilder und versorgt eure Follower mit inspirierenden und kritischen Texten. Doch andere Influencer, die zwar auch einen Blog haben, der aber alles andere als hochwertig ist und eher als „Deckmantel“ genutzt wird, kann ich einfach nicht ernst nehmen und da kann ich die reißerischen Artikel der Zeitungen auch ein wenig verstehen.
    Viele der Mädels auf Instagram haben eine große Verantwortung gegenüber ihrem deutlich jüngeren und stark beeinflussbaren Publikum und doch werben sie in nahezu jedem Post für überteuerte Labels und leben einen unnatürlichen Konsum von textilen Gütern vor, der für die Umwelt katastrophale Auswirkungen hat.
    Und jetzt aus der Sicht einer angehenden Journalistin: Ich möchte Modejournalist werden, studiere dafür seit drei Jahren, quäle mich von einem Praktikum ins Nächste, muss noch ein schlecht bezahltes Volontariat machen und habe danach ziemlich miese Aussichten auf einen guten Berufseinstieg. Klar, ich habe es mir selber ausgesucht und wusste, was auf mich zukommt, doch dass Andere, die kaum Hintergrundwissen haben und die in den meisten Fällen einfach nur ein wenig Glück hatten, nun als „neue Form“ der Journalisten gesehen werden, stößt mir schon ein wenig sauer auf (und ja, ein wenig Neid steckt da natürlich auch hinter).Und ich glaube ähnlich geht es vielen anderen Journalistenauch. Sie haben sich jahrelang von einem schlecht bezahlten Job zum Nächsten gehangelt und dann kommen da ein paar junge Mädchen, die Instagram zur richtigen Zeit und mit dem richtigen Content begonnen haben und verdienen sich mit kleinen Texten à la „Heute habe ich mir eine neue Gucci-Bag gegönnt. Wie findet ihr die Farbe?“ zu ihren Bildern ein goldenes Näschen.
    Klar, man kann es nicht verallgemeinern, doch der Großteil bietet einfach keinen hochwertigen oder kritischen Inhalt, wie Zeitungen (die dies in vielen Fällen noch tun).
    Das Chiara ihre Schwangerschaft dokumentiert hat ist völlig in Ordnung und da ist es ihr überlassen, wie viele und was für Bilder sie postet. Doch dass sie jetzt Bilder ihres Babys auf den sozialen Netzwerken teilt hat meiner Meinung nach einen bitteren Beigeschmack. Das Kind kann noch nicht seine Meinung äußern und vielleicht möchte es später gar nicht auf den sozialen Netzwerken zu finden sein?
    Ich wünsche dir wunderschöne Ostern :)

    xo
    Veni

    1. Hi Veni,

      danke für deinen langen Kommentar!

      Was die oberflächlichen Inhalte angeht, so habe ich schon lange aufgehört diese Dinge zu vergleichen oder mich vielleicht darüber zu ärgern. So funktioniert eben die Welt: wenn Influencerin XY keine Gucci Taschen posten würde, würde es stattdessen eben eine andere machen. Der Punkt ist doch: es ist genau das, was junge Mädels sehen wollen. Wenn ich an mich zurückdenke, dann war ich früher vielleicht auch mehr fixiert auf Oberflächlichkeiten und habe mir dementsprechend auch Idole gesucht, die meine Wünsche widerspiegelten. Das Ding ist doch: für jedes Bedürfnis gibt es den passenden Influencer und nicht jeder hat, wie du, einen Anspruch, sondern manche (vor allem jüngere) träumen davon reich und berühmt zu sein und Teil einer schillernden Welt. Also folgen sie entsprechend den Mädels, bei denen sich diese Sehnsucht erfüllt hat. Ich würde das beispielsweise auch klar von mir abgrenzen und sehe mich da nicht in einem Vergleich.

      Natürlich hat man es da als Journalist echt nicht einfach, insbesondere heutzutage, wo die Belastung um ein vielfaches gestiegen ist. Statt aber bei klassischen Medien zu arbeiten gehen immer mehr in die Online Richtung und auch da werden nach wie vor Stellen gebraucht und gesucht. Leider ist auch der Anspruch an Journalisten gestiegen, sodass sie mehr als „nur“ schreiben müssen: mittlerweile müssen Journalisten auch mit Photoshop umgehen können und layouten können. Ich glaube allerdings, wenn man bereit ist sich auch für online zu öffnen, kann man trotzdem sehr glücklich werde in seiner Rolle.

      Wegen Chiara:
      Ich verstehe voll, was du meinst, allerdings finde ich auch, dass die Entscheidung ihr Kind zu zeigen (oder eben auch nicht) einer jeden Mutter überlassen sein sollte. Ich glaube in 15 Jahren, wenn die Kinder, die schon sehr früh auf sozialen Medien stattfanden, erwachsen sind, wird die Welt, wie wir sie kennen, eh eine andere sein :)
      Dann ist es vielleicht normal? Wer kann das schon sagen…