über Respekt und zweite Chancenabout respect and human dignity

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Vor nicht allzu langer Zeit las ich einen Artikel in der FAZ.
Er handelte von der Gastrede, die Sibel Kekilli im Schloss Bellevue zum Thema muslimischer Kultur hielt, geprägt von ihren eigenen Erfahrungen.
Eine bewegende Rede, bei der sie über ihr Leben im Bezug zu ihrer Kultur und Religion sprach.
Eine bewegende Rede, aber auch eine ernste und traurige Rede und als ich mit dem Lesen fertig war, empfand ich tiefsten Respekt für diese Frau, die ihre persönliche Geschichte mit der Welt teilte.
Eine Geschichte, die mich bewegte.
 
Jetzt soll das hier kein politischer Text werden, in dem ich über den Islam oder die Rolle der Frau diskutiere, denn davon habe ich keine Ahnung und finde auch nicht, dass ich in der Position bin das Thema zu beurteilen. Und selbst wenn, würde ich das an dieser Stelle nicht tun.
Was ich aber durchaus beurteilen kann, sind die Kommentare, die ich anschließend auf der Facebook Seite gelesen habe und die waren unter aller Sau:
 
„Erst mit all möglichen Männern es vor der Kamera treiben, dann eine auf unschuldig und harmlos machen. Davon gibt’s eine Menge“
 
„Eine Pornodarstellerin möchte den Islam kritisieren, weil der Glaube keinen Platz für Prostitution hat? Sehr lächerlich, dass nun auch eine Prostituierte zum Islam ein Wort meldet.“
 
„Was hat Rumhuren mit Freiheit zu tun?“
 
„Ist doch ein Witz dieses Bericht Jahre lang hat sie sich breit gemacht die Beine,immer dabei ein nettes Gesicht gezeigt da habt ihr für dieses Interview wirklich die falsche Person dafür genommen“
 
„ja welch starke frau? hat es sogar mit mehreren maennern gleichzeitig aufgenommen…“

 
Und noch viele mehr, aber da saß ich nur noch kopfschüttelnd vor meinem Macbook und dachte mir:
Was zur Hölle ist mit diesen Menschen los?
Und warum gefallen diese Kommentare auch noch so vielen anderen?
Sind die jetzt alle verrückt geworden?
Oder sind es nur die Leser der FAZ, die so scheisse sind?
 
Sonntagsbeitrag-sibel-kekilli-2
 
Rand-Information:
Vor über 10 Jahren entschied sich die Türkin aus Geldmangel, aber auch teilweise aus Rebellion und dem Wunsch auszubrechen Pornos zu drehen. Sie war damals jung – und brauchte das Geld.
Nach ein paar wenigen Filmchen entschied sie sich eine „richtige“ Schauspielkarriere anzustreben und spielte u.a. in „Gegen die Wand“ „ Tatort“ und „die Fremde“ mit und wurde für ihre Leistung ausgezeichnet. Den internationalen Durchbruch schaffte sie bei Game of Thrones, der geilsten Serie überhapt, in der sie eine wichtige Nebenrolle spielte.
Dass die Türkin Pornos drehte, hat die Familie erst während eines Interviews mit der Bild Zeitung erfahren und die Tochter dann öffentlich verstoßen. Außerdem meldeten sich noch Lehrer, Amtsleiter und angebliche Freunde zu Wort und plauderten aus dem Nähkästchen. Am 2. Dezember 2004 rügte der Deutsche Presserat öffentlich die Bild Berichterstattung über Sibel Kekilli wegen Verletzung der Menschenwürde.
 
Ich bin davon überzeugt, dass Sibel Kekilli eine starke Frau und Persönlichkeit ist und ich finde es erschreckend mit was für einem Hohn und Abfälligkeit ihr begegnet wird. Ich verstehe nicht, wie Menschen auch noch Jahre später auf dieser einen Sache rumhacken können. Hat sie denn mittlerweile den Status als Pornodarstellerin nicht hinter sich gelassen? Ausgezeichnet und international gefeiert hat sie Vollgas gegeben, um die Geschichten der Vergangenheit abzuschütteln – aber alles was die Leute sehen ist sind die Fehler ihrer Jugend und die Probleme in ihrer Familie.
Ich finde das ganz ehrlich widerlich.
Zumal ich mich frage, ob ein Mann an ihrer Stelle ebenfalls solche Debatten ausgelöst hätte, wie sie es als Frau tat, ganz unabhängig von ihrem Glauben.
Ob man mit einem Mann ähnlich hart ins Gericht gegangen wäre.
Ich glaube nämlich: nicht.
Aber genauso schlimm, wie die ganzen abwertenden Kommentare finde ich es auch zu lesen, dass ihr das Recht Kritik auszuüben verwehrt wird, so nach dem Motto: „Hey du hast mal vor Ewigkeiten Pornos gedreht – du hast gar nichts zu melden!
Ist das die Art von Respekt, die man jedem Menschen gebühren sollte?
 
Wir alle machen Fehler und manchmal scheitern wir.
Manchmal scheitern wir im Stillen und manchmal scheitern wir mit ganz viel Drama.
Aber geht es nicht darum wieder aufzustehen?
Den Kopf senkrecht zu halten und einen Schritt vor den nächsten zu setzen?
Sollten wir den Menschen nicht die Hand reichen, statt immer wieder nachzutreten?
Sibel hat sich vor den Medien nicht unterkriegen lassen, sondern ist gestärkt aus der Situation hervorgegangen und hat Mut bewiesen.
 
Ich finde sie hat eine zweite Chance verdient.

A while ago I read an article in one of Germany’s biggest newspapers, the FAZ.
It was about the speech of Sibel Kekilli, a famous German actress. She spoke about the Muslim culture and her experiences. It was a touching speech and when I read the full text I felt so much respect for this brave, young woman. But it was also a sad speech about her family and freedom.
 
Now I don’t want this to be a political text and I don’t think, that I’m in the position to talk about the Islam.
That’s just not my business.
But I want to talk about the shocking comments on the Facebook page, because this angered me to read what the people wrote about her. They insulted and offended her.
 
I sat there and I couldn’t believe what I was reading. What the fuck is wrong with these people?
And why people like those comments?
 
Sonntagsbeitrag-sibel-kekilli-2
 
Backgroung information:
Over 10 years ago the young Turkish girl did some porn. Financial problems, but also some kind of rebellious ideas made her do that. But after a few films she decided to do some „real“ acting and appeared in a few important German movies like „Gegen die Wand“ „Tatort or „Die Fremde“, but most of you know her from her role „Shae“ in Game of Thrones.
Her family found out about her porn career in an interview with „Bild“ and repudiate her publicly.
 
I’m pretty sure, that Sibel Kekilli is a strong personality and I’m shocked that people talk about her with such a scorn and snideness. I don’t understand why people talk about the same thing over and over again. Didn’t she proved often enough, that she is a real actress. She did everything to make the people forget about her past, won prizes and she’s even internationally successful. But all they can see are the mistakes she did and the problems with her family. That’s disguisting.
I ask myself if that would be such a problem if the same story happened to a man? I don’t think so.
In their opinion she doesn’t even have the rights to critize like „hey you did some porn – shut up!“
This is disrespectful.
 
We all do mistakes and sometimes we fail. Sometimes we fail quietly, but sometimes we fail with drama.
But it’s all about standing up, keep your head high and take one step at a time.
Sibel taught me courage and braveness.
She deserves a second chance.

 
Sonntagsbeitrag-sibel-kekilli-3

März 22, 2015
Category - personal
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77 Kommentare

  1. Liebe Masha,

    ich folge deinen Blog jetzt schon eine ganze Weile und bin ein Fan deiner Texte (die immer sehr
    persönlich und toll geschrieben sind). Ich möchte das Du weißt dass die kommende Kritik nicht
    persönlich gemeint ist, sondern einer konstruktiven Absicht entspringt.

    Und jetzt kommt leider das „AAAber…“ Und ich weiß dass Du weißt, dass ich sicher nicht die
    einzige Leserin hier bin, die dein Artikel sauer aufstoßen lässt. Man liest es anfangs heraus dass
    Dir nicht ganz wohl dabei ist, es ist wirklich nicht einfach einen Lifestyle-Blog mit politischen
    Themen zu vermengen. Und leider muss ich schreiben, dass deine Intention (in allen Ehren)
    Frau Kekilli zu verteidigen leider nicht gewinnbringend umgesetzt wurde. Für Sie persönlich
    vielleicht ja, für das Recht auf freie Meinung ja, für die Frauen im allgemeinen, eher nein.

    Jede hier darf gerne ihre freie Meinung kund tun, allerdings sollte man bedenken dass dies im
    Netz Spuren hinterlässt. Dass andere, jüngere Frauen hier mitbeeinflusst werden. Du als
    erfolgreiche Social-Media Frau weißt das sicherlich selbst (du hast eine riesige Anzahl an Followern).
    Mit Macht geht immer eine große Verantwortung einher.

    Erst dachte ich, wow, es ensteht ja mal eine richtige Diskussion, vielleicht gar nicht so schlecht,
    aber leider ist das Ganze hier doch ziemlich schnell in eine bittere Richtung gekippt. Der Gesamt-
    eindruck der hier entsteht wenn man die Kommentare liest, lässt simpel runtergebrochen verlauten:
    „Porno-Darstellerin ist ein Job wie jeder andere.“

    Ich denke Nastja’s Absicht war es sicher nicht, sie wegen ihrer Erfahrung in diesem Bereich zu
    diskreditieren. Sie war einfach nur bemüht darum, dort nachzuhaken wo es anderen nach
    längeren Gedanken zu unbequem wird, um es mal milde auszudrücken.

    Und ich denke: Jede Frau die sich wirklich mal tiefgründig mit der Materie beschäftigt,
    wird früher oder später bemerken, dass es eben nicht ein Job wie jeder andere ist.
    Ich werde jetzt hier nicht ausholen und versuchen dieses komplizierte, höchst sensible,
    vielschichtige Thema mal eben in ein paar bequeme Absätze zusammen zu formulieren.
    Diese Arbeit sollte sich glaube ich, jede einzelne Frau da draußen selbst machen.
    Zu ihrem eigenem Wohl, zum Wohl ihrer Schwestern und ihren Kindern.

    Es ist nicht einfach, nicht angenehm und auch nicht unterhaltend sich in die Lage von
    Betroffenen zu versetzen und ja ich schreibe es in der Passiv-Form. Ich denke nicht
    dass wenn man sich selbst dazu entscheidet, man wirklich noch aktiv und autark handelt.
    Man wird benutzt und objektifiziert in dieser Branche. Klar gibt es auch Frauen-Pornos,
    aber der Anteil ist nicht nennenswert und nicht ausschlaggebend.
    Und genau wie in der Prostitution, leiden die meisten „Akteurinnen“ unter ihrer „Arbeit“.
    Das jetzt die Mehrheit hingeht und dies alles mit der „Wahlfreiheit“ einiger einzelner Frauen
    rechtfertigt und verteidigt, versetzt mir einen Stich ins Herz.
    Versucht mal die Tendenz in die sich das GANZE entwickelt zu beobachten
    und nicht nur aus der Warte der Freiheit einer selbstbestimmten Karriere heraus.
    Jede einzelne Frau da draußen betrachte ich als eine Schwester, ich bin euch nicht feindlich
    gegenüber eingestellt. Ich bitte euch, geht noch mal in euch und reflektiert das Thema
    wenn ihr Ruhe findet.

    Es ist immer wieder traurig mitanzusehen, wie Frauen in ihrer „Schwarm-Intelligenz“
    versuchen sich gleichzeitig emanzipiert, aber dennoch männergefällig zu geben.
    Dieser Drahtseilakt ist echt bemitleidenswert. Sobald irgendwo ein Mann ins Spiel kommt,
    ist es vorbei mit der Solidarität untereinander. Es ist mir persönlich egal wie prüde oder
    altbacken ich jetzt hier für euch klingen mag, aber ich habe im Laufe der Jahre den nötigen
    Respekt vor mir selbst entwickelt, dass seelische und körperliche Gesundheit einen höheren
    Stellenwert haben, als das Image der *sorry* Fickbarkeit und der Lifestyle der geilen und
    selbstbewussten Frau. Ich weiß dass Jede von euch begehrenswert sein möchte und eine freie
    Sexualität erfahren möchte, ich bin genauso.

    Aber irgendwo finde ich, sollte/ muss man zum Selbstschutz Grenzen setzen.
    Und dabei denke ich nicht nur an den eigenen Schutz, sondern auch den anderer Frauen.
    Und dafür verzichte ich dann auch gerne auf die Freiheit mir achso tolle „empowernde“
    Frauenpornos reinzufahren um mich daran aufzugeilen, wenn ich weiß das die Kehrseite dafür
    ein undifferrenzierter Moloch an Frauenverachtung ist, dann verzichte ich lieber komplett auf
    diesen „Luxus“ und entwickle lieber privat eigene Vorstellungen. Manchmal gibt es eben keine
    halben Sachen. Bei Menschenrechten gibt es keine Kompromisse.

    Eine Frau die sich für ihre Tochter prostituiert um ihr eine Luxustasche zu kaufen, ich weiß nicht
    wer es nochmal geschrieben hat, die Story muss doch erfunden sein, wie tief kann man sinken…
    Es gibt Notlagen die wir alle hier uns nicht mal ansatzweise vorstellen können. Das ist definitiv
    keine Notlage. Mir fehlen dafür die Worte, wie man so etwas legitim als Beispiel anführen kann.

    Ich hoffe ihr seid echt nicht so naiv und glaubt, dass sich alle Probleme dieser „Branche“ mal eben
    so auflösen würden, wenn denn nun die achso wichtige Gesellschaft ihr Go dafür gibt, dass es ja
    jetzt akzeptiert sei. Sorry so eine Welt möchte ich nicht und ich glaube ihr auch nicht.

    Es ist richtig die Nutznießer, sprich die Männer die sich an dem Leid laben anzuprangern,
    aber es ist nicht korrekt künstlich zu versuchen es doch noch irgendwie akzeptabel umzumodellieren
    um die Opferrolle erträglich zu machen oder sogar eine Art schizophrenen Stolz daraus zu beziehen.

    Jede die diese Branche hier verteidigt, kann ja gleich heute damit anfangen wenn sie will,
    aber ich glaube so blöd seid ihr nicht, ich traue euch allen mehr zu.
    Ich glaube letzten Endes wollen wir doch alle dasselbe: Respekt, Würde und Achtung für jede Frau.
    Zerfleischt euch bitte nicht gegenseitig wegen einer wohlmöglich missglückten Formulierung eines
    temporären Gedankens.

    Friedvolle Grüße an Dich Masha und auch alle anderen Leserinnen!

    1. Hallo Schwester,

      hab vielen Dank für Deinen Beitrag. Du hast es nochmals auf den Punkt gebracht, an dem mich einige falsch verstanden haben oder ungerne verstehen wollten. Dein Appell an eine aufrichtige Vorstellung der Würde und Freiheit der Frau finde ich gelungen.

      Mit besten Grüßen,
      Nastja

  2. Hallo, ich bin erst einmal sprachlos und freu mich auch, da ich jemanden gefunden habe, der auf den ersten Blick unterschiedliche Themen sehr gekonnt auf einem Blog vereint.Ich machs genau so und war mir ehrlich gesagt nicht sicher ob es funktionieren kann. Die doch schöne , bunte Welt der Mode und des Lifestyle gepaart mit kritischen Themen unseres Lebens. Aber Ansichten, Einstellungen und Verhalten haben doch auch etwas mit unserem Lifestyle zu tun und sind , wenn auch nicht so offensichtlich wie Fashion ein Statement wer wir sind und wer wir sein wollen. Ich finde Deinen Artikel und Deinen Blog hervorragend:) Danke dafür !
    PENFI / http://www.penfi.weebly.com

  3. Die Menschheit hat halt noch viel in Sachen Respekt, Miteinander und Selbstbestimmtheit zu lernen.
    Wie glücklich viele Menschen wären, wenn sie sich genauso wenig um die Angelegenheiten anderer kümmern würden, wie um die eigenen.
    Oder:
    Richte nie über einen Menschen solange du nicht zwei Monate lang in seinen Schuhen gelaufen bist.

  4. Was hat sie denn für Fehler gemacht? Selbstbestimmt ihr Leben geführt? Jeder Mensch hat das Recht selbst entscheiden zu können, was er tun und lassen will, solange er niemandem damit schadet. Und das hat sie nie getan. Sie ist eine starke, selbstbewusste Frau, die ich sehr respektiere.
    Ich bekomme wirklich Wut, wenn ich sole Facebook-Kommentare lese. Wie manche Leute Menschen beleidigen, verachten oder bloß stellen. Das werd ich nie verstehen.
    Mich regt diese Zweischneidigkeit auf. Die Frau hat niemandem irgendetwas böses getan oder respektlos behandelt.
    Ich finde deinen Text wirklich super. Aber sie hat (meiner Meinung nach) keinen Fehler gemacht. Man muss ihr nicht „trotz allem“ Respekt zollen. Mann muss ihr „genau deswegen“ Respekt zollen.

  5. Wow, hitzige Diskussionen hier! Finde es manchmal sehr spannend die Kommis zu lesen. Ich finde es auch nicht verwerflich, dass sie mal Pornos gedreht hat – höchstens ungewöhnlich, weil sich hinter den meisten Pornodarstellerinnen keine beeindruckenden Charakterdarstellerinnen verbergen! Ich finde sie macht das super und diese Kommentare sind absolut nicht ok, aber was will man schon erwarten von der „anonymen Leserschaft“

  6. …Und selbst wenn sie heute noch Pornodarstellerin wäre und unbekannt, hätte sie denselben Respekt verdient wie jeder andere Mensch! Wer sind wir, wer zur Hölle bist du und wer zur Hölle bin ich, das Recht zu haben, einem anderen Menschen keinen Grundrespekt entgegenzubringen?!
    Ich finde es erschreckend, widerlich und abstossend, dass sich manche Menschen über das Internet alles erlauben und sich das Recht rausnehmen, ein Grundrecht eines anderen (Meinungsfreiheit und Freiheit generell) untersagen zu wollen!

    http://www.daisys-diary.de

  7. Sie hat sich in ihrer Rede ja nicht für „Pornokarriere für alle!“ eingesetzt, sondern gegen Gewalt und Hass ausgesprochen. Aber der geBILDeten Gesellschaft ist das wohl nicht skandalös genug…

  8. Wieso genau braucht sie überhaupt eine ‚zweite Chance‘?
    Denn obwohl ich dir in deiner Argumentation vollkommen recht gebe, sehe ich da einen logischen Fehlschluss.
    Sie hat Pornos gedreht und Ende. Das ist nunmal Fakt. Man sollte dort ansetzen – Was ist daran so verwerflich? Und wie bereits erwähnt: Wieso braucht sie eine zweite Chance? Sie ist wie sie ist und steht dazu. Das is das Beeindruckende! Und somit sollte man auch die Pronodarstellerin in ihr sehen und akzeptieren.

    1. Das sehe ich ähnlich!
      Ich finde es nicht verwerflich, wenn man Pornos dreht.
      Das ist auch nur ein Film.
      Eine zweite Chance braucht sie nicht, denn sie hat ihre erste nicht verspielt.
      Ich mag diese Schauspielerin unglaublich gerne und verstehe den ganzen Aufruhr nicht :)

  9. „Was ist so bedrohlich an einer freien Frau?“
    – Der Satz aus dem Teaser zum FAZ-Text bringt es auf den Punkt. Freie Frauen werden leider als Bedrohung empfunden. Und DAS sollte mal zum Nachdenken anregen!

  10. Der einzige Punkt, der mir an deinem Text ein wenig „sauer“ aufstößt, sind die Zeilen, die es klingen lassen, als sei Pornos drehen etwas schlimmes.

    Fehler machen? Zweite Chance verdient?

    Sie hat sich wohl bewusst dazu entschieden und daran ist nichts verwerflich. Du hast selbstverständlich recht, das spricht ihr vor allem nicht das Recht auf eine eigene Meinung und Kritik ab.

    Aber ich verdiene nun seit ca. 5 Jahren mein Geld in der Pornoindustrie (nicht als Darsteller, sondern Designer hinter den Kulissen) und kenne daher genügend Frauen persönlich, um zu wissen, dass da viele dabei sind, die genau das und nichts anderes machen wollen.

  11. Selbst wenn sie heute noch Pornos drehen würde, hätte sie das Recht Kritik zu üben und Respekt verdient. Ich verweise da immer gerne auf Stoya. Eine Pornodarstellerin aus Amerika und unglaublich interessante Person. Sie bezeichntet sich selber als Feministin und hat schon viele gute Texte verfasst.
    Ich kann mir nicht vorstellen auf diese Art und Weise in dieser Branche zu arbeiten, habe aber trotzdem Respekt vor jeder Frau, die dies aus freien Stücken tut. Ich wohne in Hamburg und habe auch schon 1-2 Menschen kennengelernt, die in der Branche arbeiten und nur weil ich mir das nicht vorstellen könnte, hatte ich weder weniger Respekt noch das Gefühl, dass sie weniger gute und wichtige Dinge zu sagen haben.
    Die ganze Hetzjagd hat mich damals schon extrem aufgeregt, als Gegen die Wand in die Kinos kam und die Presse voll mit dem Müll war… Am Schlimmsten finde ich, wenn angebliche Feministen anfangen rumzukeifen. Ich verstehe unter Feminismus unter anderem, dass jede Frau das Recht haben sollte den Beruf auszuüben, den sie möchte. Warum sollte es da branchenspezifische Einschränkungen geben? Ich verstehe das bis heute nicht, aber egal.
    Super Text!!!

    LG Julia

  12. „Pornos drehen ist nicht schlimm“… Wie weit sind wir nun in unserer Moralvorstellung als Frau gekommen? Die Pornoindustrie ist gleichzusetzen mit der Prostitution. Gerade Frauen sind in diesem Bereich tätig und befriedigen die Nachfrage der Männer, die für Sex zahlen. Selbstverständlich ist dies jedem freigestellt, ob er das Angebot gibt und ob man dieses annimmt. Aber seien wir ehrlich, wer von den hiesigen Lesern, Kommentatorinnen, geschweige denn der Autorin selbst, würde es tolerieren sich selbst zu prostituieren und den eigenen Körper zu verkaufen. Wer würde es tolerieren, wenn der eigene Freund, Vater, Bekannte oder Mann dieses Angebot von fremden Frauen annimmt oder je angenommen hätte?

    Für mich persönlich ist es eine Frage der eigenen Moral, ob man sich in dieses Rotlichtmilieu begibt. Es ist eine Frage, ob man sich als Frau auf diese Art und Weise erniedrigt, denn den eigenen Körper zu verkaufen, das ist keine gewöhnliche Arbeit, keine Arbeit, die akzeptiert wird und ja, sie ist eine bis heute verpöhnte Tätigkeit. Den Körper und damit Sex für Geld zu verkaufen, das steht jedem frei, aber ich wage es zu bezweifeln, dass diejenigen, die hier schreiben, dass dies nicht „soooo schlimm“ sei, es selbst überhaupt in Erwägung ziehen würden soetwas zu machen. Nun fragen wir uns, weswegen sich die Merheit dies nicht zumuten, sich selbst nicht anmaßen würde. Der Grund ist, weil die Mehrheit diesen Beruf- schlussendlich ist es tatsächlich ein beim Amt eingetragener ausübbarer Beruf, für den die Arbeiterinnen Steuern zahlen, anekelnd findet. Dieses Gefühl von „Totem und Tabu“ (S. Freud) steckt schlussendlich glücklicherweise (!) doch in uns und so urteilen wir insgeheim dennoch über die Personen, die dies ausüben und sehen darin weder für uns, noch für unsere nächste weibliche Generation ein Vorbild. Und DARUM ging es den Kritikern.

    Bitte versteht mich nicht falsch: ich respektiere ihre Entscheidung, ich respektiere ihren Weg und ich respektiere ihre Meinung, wie auch die anderen hier. Aber ich toleriere nicht die Moraleinstellung, dass Pornografie und Prostitution zur Normalität unserer Gesellschaft gehören sollten. Wenn wir noch weiter gehen würde und einbeziehen, wie groß der Graubereich in diesem Milieu ist an verschleppten Kindern und Frauen, die aufgrund von Armut, Abhängigkeit und Hilflosigkeit in diese „Sklaverei“ der Prostitution gezwungen werden, KANN man doch nicht mehr die Meinung vertreten, dass Pornografie „normal“ sei.

    Kommen wir aber wieder zurück zu dem Punkt, dass angemaßt wurde, dass eine Frau wie sie keine Meinung haben sollte bzw. ihre Meinung nichts wert sei. Dem stimme ich ebenfalls nicht überein. Meinungsverbot DARF nicht toleriert werden! Jeder Mensch hat ein Recht auf eine Meinung, ob diese akzeptiert wird, ist eine andere Frage. Und so kommt es, dass eine Muslima bzw. türkische Frau, die in dem Milieu tätig war, vor allen Dingen von ihrem eigenen Volk nicht mehr für voll genommen wird bzw. sie nicht als Beispiel gesehen werden will. Dies ist für mich aufgrund oben genannter Argumente nachvollziehbar. Würde jemand von Euch der eigenen Tochter diese Frau samt ihrer Geschichte als Vorbild zeigen wollen? Würdet ihr wollen, dass Eure erwachsenen Töchter Pornografie für normal halten? Würdet ihr Eure Töchter in solchen „Filmchen“ mitspielen lassen? Ich schätze, die Mehrheit verneint nun diese Fragen, denn diese Art von „Freiheit“ möchte keiner den eigenen Kindern oder sich selbt „gönnen“. Vielmehr zielt man den rechten Weg an: eine wahre Berufung, eine Leistung, die ohne Wenn-und-Aber akzeptiert wird. Vor allen Dingen aber würden wir selbst nie den Ruf der Pornodarstellerin oder „Hure“ vorweghaben wollen. Und sage mir nocheinmal jemand „Pornografie sei nicht sooooo schlimm“. Doch das ist sie. Dieses Milieu ist stigmatisiert, weil wir zuvor eine bestimmte Vorstellung von Moral hatten. Eine Moral anderen und vor allen Dingen sich selbst gegenüber. Und diese Moralvorstellung hat diese Frau für sich selbst gebrochen und kann von mir deswegen nicht wie andere Schauspielerinnen genauso ernst genommen werden. Und so verfolgen manche Fehler einen schlussendlich doch ewig. Vor allen Dingen sind es Fehler, bei denen man die Moral einmal überschritten hat, gleich ob Mord, Betrug, Wollust, die man nicht mehr rückgängig machen kann, weder für sich, geschweige denn für andere.

    Nastja

    1. Hi Nastja,

      tut mir Leid, aber da kann ich dir nicht zustimmen. Weder finde ich, dass sich Pornodarstellerin mit Prostitution gleichsetzen lassen (du vergleichst Krankenschwester auch nicht mit Altenpfleger), noch kann ich dir zustimmen, dass hier die moralische Grenze so überschritten wird, wie bei einem Mord oder Betrug oder was auch immer. Nein, „Pornodarstellerin“ mag vielleicht kein alltäglicher Beruf sein und auch nicht der Berufswunsch, den ich mir für meine Tochter/Sohn vorstellen würde, aber ich würde meinem Kind tatsächlich diese Freiheit lassen. Ich finde auch, dass es einen GROßEN Unterschied gibt zu Frauen, die sich dafür entschieden haben einem solchen Beruf nachzugehen und denen, die ihrer Freiheit geraubt wurden und gezwungen werden.
      Außerdem finde ich schon, dass diese Frau mit eben dieser Geschichte und vielleicht auch grade deswegen ein Vorbild ist.
      Grade dadurch, dass sie eben trotz schlechter Karten es doch geschafft hat anerkannt zu werden, ist doch bewunderswert. Jemand, der in Watte gepackt wurde und nie vor solch schwierigen Entscheidungen stand, hat es sicher einfacher die „von der Öffentlichkeit akzeptierten“ Entscheidungen zu treffen.

      1. Also teilweise ist es echt Bullshit den du da schreibst und ich weiß gar nicht wo ich da anfangen soll, deshalb fasse ich mich kurz…. Ich gebe dir vollkommen recht das zwangsprostitution und Menschenhandel abartig und grausam ist. Es sollte meiner Meinung nach die Grenzen wieder zu gemacht werden, mit Grenzkontrolle und allem, denn seit dem das alles offen ist, floriert dieses drecks Geschäft. (Quelle ein Bericht des Spiegel)
        Ich kenne viele Prostituierte die diesen Job freiwillig machen und ihren Job weder moralisch anstoßend finden noch sonst irgendwie entwürdigend, denn sie haben ihn sich ausgesucht, weil sie zum Beispiel NICHT in der Altenpflege arbeiten wollen.
        Gut, nun komme ich aus Hamburg und Prostitution ist hier so normal wie ein Einkauf beim Lidl. Deshalb gehen wir hier wahrscheinlich anders um mit dem Thema. Pornografie/ Pornodarsteller sind doch im Prinzip nichts anderes als Schauspieler, nur dass sie vor der Kamera geschlechtsverkehr haben. Diesen haben wir alle! Beide Darsteller werden bezahlt, meist kriegt der Mann nur etwas weniger, weil er nur einmal kann;-) also kann man in dieser Branche auch nicht von Unterwerfung der Frau reden. Und Pornos werden im übrigen nicht nur für Männer gedreht;-) Frauen schauen sehr wohl auch Pornos und das ist gut so! Mich nervt dieses altbackene Frauenbild, welches DU verkörperst so dermaßen! Von wegen Moral, Blabla und dann heimlich an Zwerge und Ziegen unter der Dusche denken, ne?! (ist hier bei uns eine Redewendung) Und zum Thema Sibel… SIE HAT SELBSTVERSTÄNDLICH DAS RECHT SICH KRITISCH ZU ÄUßERN, EGAL WELCHEN BERUF SIE AUSÜBT ODER AUSGEÜBT HAT!

          1. Ehrlich eingestanden empfinde ich mein Bild nicht als „Altbacken“ und meine Meinung lasse ich nicht mit „Bullshit“ gleichsetzen. Meinung sind unterschiedlich und jeder hat ein Recht diese zu äußern. Dass auch diese besagte Schuaspielerin ihre Meinung äußern darf/ soll, habe ich nicht angezweifelt, noch die selbe Meinung wie die Männer, die diese Frau kritisiert haben. Moral setze ich nicht gleich mit „Altbacken“ sein, sondern mit einem gewissen Grad an Anstand, einem Grad an Grenzen, die in einer Gesellschaft vorherrschen sollten und ich muss nicht bekehrt werden, dass das, was ich persönlich für moralisch unkorrekt halte, schlussendlich doch „Gang und Gebe“ sein sollte. Wer dem nicht zustimmt, bitte. Ich habe nicht behauptet, dass jemand meine Meinung teilen muss odre dass jemand mein „Bild der anständigen Frau“ verinnerlichen sollte. Ich habe mich lediglich MEINER Freiheit bedient meine Meinung sachgemäß und freundlich zu äußern. Und diese lautet nuneinmal, dass Moral einen hohen Stellenwart in der Gesellschaft hat und dass diese in meinen Augen immer mehr verfällt, da dieses Milieu immer mehr verharmlost wird. Diese Verharmlosung, die Umkehrung von Weiß und Richtig in Schwarz und Falsch, hier greife ich auf, dass ich bieder sein solle, empfinde ich nicht als korrekt. Wenn wir hier anfangen und sagen, dass dies genehm sei, dann geht das Ganze immer weiter und immer mehr Grenzen der Gesellschaft werden verfallen. Eine Gesellschaft setzt sich aber eben aus diesen zusammen, Grenzen, die Stabilität geben und sobald sich jeder das Recht nimmt gewisse Grenzen zu überschreiten, gibt er dem „Schwarzen“ immer mehr raum. Bis alles, was als moralisch korrekt angesehen wurde aufeinmal schlecht ist und jene Dinge, die wir hinter den Grenzen, als „Abjektes“ (Kristeva), ansehen, zu unserer Normalität gehören. Ich bin für Toleranz, aber auch die hat ihre Grenzen.

            Nastja

            Nastja

      2. Kommen wir zu ersterer Antwort: „In Watte gepackt…“ Entschuldige, aber hätte sie nicht auch die Möglichkeit gehabt ihr Geld auf anderem Wege zu verdienen? Du schreibst es geradezu so, als hätte sie keine andere Möglichkeit gehabt. Ich habe ausreichend Menschen gesehen, nein, ich komme sogar selbst aus einfachen Verhältnissen mit Eltern, die mit Nichts in der Tasche in ein fremdes Land ausgewandet sind, und weiß, dass dieser persönliche Moralbruch das Letzte wäre, was diese Menschen oder ich getan hätten. Die Alternativen hierzu waren ausreichend vorhanden.

        Nun gut, also hat sich diese Person, die Schauspielerin, entschieden sich als „Notlösung“ vielleicht sogar, wie es aus Deinem Beitrag zu lesen war, zu prostituieren. Du titulierst es aber selbst als „Fehler“, den sie begangen hat, also bist auch Du schlussendlich nicht vorurteilsfrei, was ihren Karrierebeginn betrifft. Auch Dir kann ich nur sagen, dass ich dieses „Selbstverständnis“ des zwielichtigen Milieus nicht ganz nachvollziehen kann. Dass Du Deinen Kindern die Freiheit gibst, das ist Dir überlassen- keine Frage, aber genauso ist mir meine Meinung überlassen und da ändern beide Antworten eingestanden nichts an meiner Haltung. Was aber auch nihts „Tragisches“ ist, wie Picasso so schön sagt: „Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder übr sie malen.“

        Nastja

        1. Selbstverständlich hast du das Recht deine freie Meinung zu diesem Thema zu äußern, genauso wie die liebe Sibel, ohne Beschimpfung! Und darum geht es eigentlich…. Nichts desto trotz ist deine Vorstellung von Moral und Anstand unzeitgemäß. Hast du denn noch nie einen pornografischen Film geschaut zum Zweck der Selbstbefriedigung? Falls nicht, wird das aber dringend mal Zeit… Und das ist nun einmal MEINE Meinung. Das die Gesellschaft zu Zeiten von Youporn, Facebook-Mobbing und happy slapping verroht, steht doch gerade gar nicht zur Debatte. So und da hast du völlig recht, das Internet und Filme in denen Frauen zu Tode gefoltert und vergewaltigt werden, im großen Stil dazu bei tragen das die Gesellschaft verkommt. Aber nicht die Prostituierte von nebenan, die alleinerziehend ist und ihrer Tochter unbedingt eine Michael Kors Tasche zum Geburtstag schenken möchte. So sieht das nämlich aus, als kleines Beispiel… Genauso wenig trägt die Pornodarstellerin dazu bei, die gerne ein Auto hätte, anstatt Bahn zu fahren….

        2. Ich gebe dir Recht, Prostitution oder auch Pornographie ist fuer mich ebenfalls nicht ein ganz normaler Job /normales Gewerbe und mir geht diese Welt auf den Zwirn, wo es nur nur um Geld , Trieb und Macht geht .. Mein Kind verstoßen wuerde ich deshalb auch nicht aber ganz klar aufzeigen, was ich davon halte …. Und deshalb ist man nicht pruede oder verklemmt oder sonst was… Respekt hat auch eine Hure verdient daran will ich nicht zweifeln , weil man immer den Menschen sehen sollte . Trotzdem ist es fuer mich unvorstellbar wie man sich als Wichsobjekt präsentieren kann und damit den Männern die ihren Trieb so ausleben müssen Material gibt… mich widern Pornos einfach nur mega an .. und auch das sich alles um Sex dreht sei es beim Daten usw … aber so ist das Leben und trotzdem sehe ich sie als einen Menschen an wie jeden Anderen . Der Job hat damit nichts zu tun…

    2. Danke Anni!
      Nastja, der Grund, warum die grosse Mehrheit eine Kariere in der Pornobranche nicht in Betracht zieht, sind Menschen wie du. Das ist ja genau der Punkt, dass ein solch enormes Stigmata mit diesem Beruf einhergeht. Würde die Gesellschaft Prostitution und Pornografie nicht moralisch verurteilen, würde das alles ganz anders aussehen. Eine Frau, die sich für einen solchen Beruf entscheidet, weiss, dass sie davon ihr Leben lang nicht mehr wegkommen wird. Selbst wenn sie irgendwann einen anderen Job findet (was schon hart genug ist – sobald ein Unternehmen raus findet, dass du mal in der Erotikbranche warst, bist du in den meisten Fällen raus), wird ihr dieses Image für immer bleiben.
      Stell dir einfach mal vor, KassiererInnen hätten dieses Stigmata zu tragen – ein unmoralischer Beruf, es wird getuschelt, eine andere Anstellung ist danach nur noch schwer denkbar… Die Kassen bei Aldi & Co. wären leer.

      Ich stimme dir in dem Punkt zu, dass auch ich die Pornoindustrie zu grossen Teilen als Frauenverachtend und -erniedrigend empfinde, an der Situation lässt sich aber bestimmt nicht durch üble Nachrede an den Darstellerinnen was ändern!

      Ich habe grossen Respekt vor dieser Frau & dem Weg, den sie gegangen ist.

    3. Ich stimme Nastja größtenteils zu… und möchte so einen Beruf weder für mich noch für meine Kinder wünschen. Dass Prostitution für einige Menschen alltäglich scheint, finde ich sehr traurig.

      1. Gut – aber das gibt niemandem das Recht, Prostitutierte und Pornodarsteller zu verurteilen. Dann frage ich mich auch, WER geht zu den Prostituierten hin? Immer die ANDEREN Männer, niemand, den man kennt, ist klar. Und die Kunden/Konsumenten werden natürlich nicht verurteilt, DAS ist Doppelmoral. Und solche Frauen mit solchen Haltungen fördern das System leider. Da denkt mal drüber nach.

    4. Das ist ein zutiefst reaktionärer, weltfremder und frauenverachtender Kommentar! -> Nastja/ Und was für ein verschobenes Moralbild! VIEL ehher ist Sibel ein Vorbild als jemand mit Deiner Haltung! Es geht um den MENSCHEN!

      Und wie naiv ist das: „Wer würde es tolerieren, wenn der eigene Freund, Vater, Bekannte oder Mann dieses Angebot von fremden Frauen annimmt oder je angenommen hätte?“ — Schon mal überlegt, wo die Kundschaft herkommt?? Das wird wohl durchaus des Öfteren der eigene Freund/Mann/Vater sein, auch wenn es niemand wahrhaben will.

    5. So, ich habe auch noch das Bedürfnis, meinen Senf dazuzugeben:D Zuerst einmal muss ich dir widersprechen: Die Pornoindustrie ist nicht gleichzusetzen mit Prostitution, es ist schon noch ein großer Unterschied.

      Es stimmt, das es eine Frage der eigenen Moral ist, ob man sich in dieses Rotlichtmilieu begibt, egal ob als Prostituierte oder als Kunde, aber jeder Mensch sollte selbst für sich entscheiden, ob er das will und mit sich vereinbaren kann. Ich selbst finde diese Branche ziemlich abstoßend und könnte das nicht, aber ich toleriere die Entscheidung anderer, was aber noch lange nicht bedeutet, dass ich so etwas gutheiße. Genauso geht es mir mit Pornografie.
      Aber ich kann auch verstehen, dass es Situationen gibt, in denen man sich für so etwas entscheidet, weil man z.B. starke Geldprobleme hat oder jemand anderem helfen muss.

      Ich finde auch, dass jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Beruf usw das Recht, hat seine Meinung zu äußern und dass auch man kein Recht hat über einen anderen Menschen wegen seinem Beruf zu urteilen, wenn man nicht die Hintergründe und die Person selbst nicht kennt.
      Wenn mein Kind als Pornodarsteller arbeiten wollte, fände ich es nicht gut, ich würde ihm auch ins Gewissen reden, aber es deshalb noch lange nicht aus der Familie verstoßen, denn man liebt doch sein Kind, (fast) egal was es tut.
      Und Mord, Betrug und Prostitution lassen sich nun wirklich nicht in eine Schublade stecken.

      1. Dies wird nun mein letzter Beitrag sein, denn ein jeder vertritt hier seine feste Meinung und weder an Eurer noch an meiner wird durch Eure zu rütteln sein. Vielleicht rütteln aber diese Berichte von ehemaligen Darstellerinnen Euch wach. Darstellerinnen, die die Konditionen wiedergeben und aufzeigen, dass dieser Bereich alles andere als normal ist. Mit einigen Links und einem Zitat einer Erotikdarstellerin gehe ich „die prüde und an scheinbar Zwergen und Ziegen denken mittelalterliche Frau“ des 21. Jahrhunderts aus dieser Diskussion, die mich ernsthaft staunen lässt, dass man jemanden, der gegen Pornodarstellung der heutigen Art und Weise, die selbst frauenverachtend ist, als „frauenverachtend“ deklariert wird.

        Um auf den eigentlich ursprünglichen Punkt zu kommen: diese Schauspielerin soll gemäß Eurer und auch meiner Ansicht nach (!) eine freie Meinung haben und äßern dürfen. Wieso darf ich hier dies nicht ebenso unbekümmert tun, sondern werde von der Mehrheit- teilweise hatte ich das Gefühl, dass sich hier sogar Personenvon meiner sachlich geäußerten Meinung persönlich angegriffen gefühlt haben, ohne direkt beschimpft zu werden? Ihr beschwert Euch in der Masse darüber, dass diese Schauspielerin samt ihrer Meinung von den Männern verachtet wird und verachtet mich zeitgleich mit meiner Meinung. Da spreche nocheinmal jemand von einer Doppelmoral.

        Mia Magma: „In Deutschland ist Pornografie moderne Prostitution.“ http://www.bild.de/unterhaltung/erotik/pornografie/enthuellungsreport-teil-eins-sex-branche-moderne-prostitution-28058436.bild.html

        „Bis zu 16 Stunden am Tag wurde gefilmt. “Manchmal hatte ich starke Schmerzen danach”, sagt sie. “Einige Kolleginnen kompensierten den Stress mit Alkohol.”
        http://www.bz-berlin.de/erotik/sieben-jahre-sex-nach-20-pornos-ist-schluss

        „Wohl fühlt sie sich nicht in ihrer Haut – doch sie versucht, ihre negativen Gedanken auszublenden. „Ich habe mir einfach vorgestellt, dass ich mit jemand anderem schlafe“, schildert Montenegro.“
        http://www.bild.de/news/ausland/escort-service/escort-dame-packt-aus-36714954.bild.html

        „Er war ziemlich unattraktiv, schob einen dicken Bauch vor sich her. Ich wusste gar nicht, was ich tun sollte. Aber er drückte meinen Kopf gleich in seinen Schoß, ich sollte ihm einen blasen. Er kam in meinem Mund. Ich unterdrückte einen Würgereiz und bekam 80 Euro.“
        http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13409319/Ich-unterdrueckte-den-Wuergereiz-und-bekam-80-Euro.html

        Das hört sich wirklich sehr positiv an. Und nun mag nochmals jemand von menschlicher Würde sprechen und davon, dass ich frauenverachtend sei, wenn ich diese Branche, die so mit Frauen umgeht, nicht für gut heiße. Nun werde ich dafür geächtet, dass ich es nicht okay finde, dass eine Frau sich für Ihre Tochter prostituiert, damit sie sich ein Luxusgut wie enie Michael Kors Tasche leisten kann. Ich möchte auch vieles, ich hätte gerne einen Porsche, gerne teure Designerkleidung, würde gerne jede Woche zum Friseur, aber ich kann es mir nicht leisten. Und lieber habe ich dies nicht, aber dafür meine Würde und eine Vorstellung von Moral.

        1. „Und diese Moralvorstellung hat diese Frau für sich selbst gebrochen und kann von mir deswegen nicht wie andere Schauspielerinnen genauso ernst genommen werden. “ Zitat aus Deinem ersten Kommentar. DAMIT stimmen die meisten hier NICHT überein, und das dringt nicht zu Dir durch. Denn es ist nun mal frauen- und menschenverachtend. Das System „Frau als Ware“ ist ein riesiges Thema mit vielen Schattierungen. Die von Dir gewählten Quellen (bild, welt,..) sind natürlich keinesfalls sachlich oder wissenschaftlich, sondern folgen ihren ebenfalls frauenfeindlichen Zielen (by the way: warum sind in den Gazetten immer nackte Frauen auf Seite X oder Seite 3?! Warum ist die Werbung voll von nackten Frauen? – ihr seht, das ist ein Fass ohne Boden). Ich finde, man macht es sich sehr einfach, wenn man Pornografie und Prostitution nur in Sklaverei und Gewalt-Milieu (was es ohne Frage gibt!!) verortet und den Frauen dort jegliche Moral und Respekt abspricht. Es geht um die Ursache HINTER all dem und das ist die Angst vieler Männer vor der Frau. Das ist die Notwendigkeit der Unterdrückung der Frau, die manche Gesellschaftselemente verspüren und ausleben. Daneben gibt es aber auch Frauen, die selbstbestimmt, aus Überzeugung, aus Experimentierfreude, als Selbstfindungstrip, was auch immer, mit verschiedenen Facetten der Sexarbeit in Kontakt treten. Das kann man akzeptieren. Seltsamerweise sind ja Playboy-Models gesellschaftlich fast völlig akzeptiert, was auch wieder verlogen ist (Stichwort Ästhetik). Es ist ein endloses Thema. Um das auf die Essenz zu bringen: Es geht um den Menschen und ein Mensch sollte mehr wert sein, als ein Moralkonstrukt. Nichts ist simpel und schwarz-weiss, es gibt viele, viele Nuancen.Und es gibt leider eine ganz reale Diskriminierung von Frauen (wie es sie auch gibt von Homosexuellen, Flüchtlingen, Drogensüchtigen etc.) und das ist ein Problem, dem man sich nur widmen kann, wenn man nicht die große Masse stigmatisiert sondern das Individuum sieht und jeder Mensch hat Respekt verdient. Hier geht es um Sibel Keklili, die mutig ist und reflektiert, die offen ist und selbstkritisch und damit ist sie ein Vorbild und keine verachtenswerte Frau.
          Vielleicht kann man auch mal da ansetzen, wo die Nachfrage herrührt – es sind ja nicht die bösen moralfreien Frauen, die die Mäner zum Konsum verführen. Was stimmt denn diesbezüglich nicht in unserer Kultur? Wie kann man da vorbeugen und andere Rollenbilder und Werte vermitteln? Nicht, indem man mit dem Finger auf Prostituierte und Pornodarstellerinnen zeigt. Das ist zwar einfach, aber falsch.

        2. @Anastasija APPLAUS meine Liebe! So und nicht anders! “ Ich möchte auch vieles, ich hätte gerne einen Porsche, gerne teure Designerkleidung, würde gerne jede Woche zum Friseur, aber ich kann es mir nicht leisten. Und lieber habe ich dies nicht, aber dafür meine Würde und eine Vorstellung von Moral.“ Danke für diesen sinnvollen Kommentar!

      2. PS: „Pornografie sei durch das Internet bezahlbar, leicht zugänglich und anonym geworden. Und weil das Angebot so groß ist, wird der Hardcore-Porno immer härter.“ „http://www.huffingtonpost.de/2015/01/08/pornostars-brutal_n_6437578.html

        Und soetwas soll nicht frauenverachtend sein? Es tut mir leid, aber ich KANN einfach nur mit dem Kopf schütteln. Diese Frauen sind auf ewig geschädigt, dass sie ihren Ruf weg haben, ist da noch das kleinste Übel, ein Großteil der Frauen möchte mit Männern nichts mehr zu tun haben, ein Großteil der Frauen fühlt sich wertlos, ein Großteil der Frauen stürzt sich in eine Sucht und in Depression. Wünscht ihr SOETWAS jemandem? Man sollte tatsächlich erst immer mit dem Finger auf sich selbst zeigen und sich fragen, ob man sich dies für sich oder für die beste Freudin wüschen würde. Dieser Artikel zeigt neben all den Büchern, die von Frauen aus der Branche geschrieben wurden, wie schrecklich verharmlost dieses Milieu, dieser Beruf wird. Dass man dies nicht einsehen möchte/will/kann und das Bild der „Pretty Woman“ preist, DAS liebe Leute ist FÜR MICH EIN VERSCHOBENES WELTBILD!

        Nastja

        1. Keiner hat hier von Pretty-Women-Märchenbildern geschrieben, oder?
          Da wird leider nicht verstanden, was die Kommentare aussagen. Ist ja auch einfacher.

  13. Ein wirklich toller Beitrag! Ich teile deine Meinung, jeder Mensch macht mal Fehler und wenn diese Fehler „angebracht“ waren, sollte man diese auf jeden Fall verzeihen.

  14. Ich frage mich, was diese Menschen, die solche Kommentare öffentlich schreiben, besser gemacht hätten?? Was sind das genau für Menschen?
    Solche Kommentare im Internet zu schreiben ist eine pure Frechheit! Natürlich haben wir Meinungsfreiheit, darum geht es nicht! Aber diese Kommentare sind alles andere als konstruktiv, sondern nur beleidigend und einfach unter aller sau (wie du es schön sagst)! Hmm können sie es nicht einfach für sich denken und die Klappe halten?! Wohl nicht eh.. andere zu beleidigen und urteilen ist doch easy…

  15. Ich verstehe diese Leute auch nicht. Jeder hat doch irgendwie „Leichen im Keller“, wenn man es denn überhaupt so nennen möchte.
    Ich teile deine Meinung und finde diesen Post sehr stark.

    Liebe Grüße!

    PS: Die gute Sibel ist heute bei Arte’s „Durch die Nacht“. George RR Martin ist auch am Start. 22.55 , falls jemand Lust hat

  16. Mich regt es auch furchtbar auf, wie arrogant und anmaßend viele Menschen sind.

    Als ob alle so perfekt seien und nie Dinge tun würden, die sie vielleicht später bereuen. Mal abgesehen davon, dass es eh jedem freisteht, zu tun was er will.

  17. Ich kann auch nicht verstehen, wieso manche Menschen so verbohrt sein können.
    Jeder hat schonmal Dinge gemacht, die er im Nachhinein vllt. bereut oder anders getan hätte, aber das verbietet ihm ja nicht den Mund auf Lebenszeit. Zumal das ja wirklich nichts ist, womit sie irgendjemanden in Mitleidenschaft gezogen hat.
    Solche Kommentare machen mich wirklich wütend >.<

  18. Warum zweite Chance
    ?
    Sie hat nichts falsch gemacht. Pornodarsteller sind ja genau so innerlich schön oder unschön wie alle anderen auch!

    Find ich total gut,dass du das Thema aufgreifst!

    1. Das hat mich auch gestört. Sie hat ja nichts verwerfliches getan. Sie ist ein MENSCH und nur weil sie eine FRAU ist, wird ihr daraus ein Strick gedreht – auch von Männern, die gerne und oft derartige Dienste/Produkte in Anspruch nehmen und auch leider von Geschlechtsgenossinnen, die die Geschlechterdiskriminierung damit schön zementieren. Ätzende Doppelmoral!

  19. Wundervoll geschrieben! Menschen werden viel zu oft verurteilt und in Schubladen gesteckt, aus denen sie nur schwer wieder herauskommen. Menschen reagieren oft auch aus Neid unverschämt, können Erfolge nicht gönnen, sobald auch nur ein kleiner „Ausrutscher“ im Lebenslauf ist – was echt traurig ist.. denn keiner ist doch perfekt. Jeder hat im Leben doch etwas durchgemacht, wofür viele einen vielleicht verurteilen würden, was viele anders gemacht hätten und sobald eine Frau sogar so stark ist, darüber zu reden, kommen die ersten wieder an, um GENAU DAS bis zur Unendlichkeit zu kritisieren. Ich finde es schrecklich, dass viele Menschen sich so schwer mit Vergebung tun, denn alles lehrt einem im Leben. Bei Sibel hat die Porno-Vergangenheit sehr wahrscheinlich auch ihren Teil getan. Hat sie sicherer im Umgang mit der Kamera gemacht und sie erwachsen werden lassen. Sie hat großen Respekt für ihren Mut verdient und nicht, dass sie wegen ihrer Vergangenheit verurteilt wird.

    Lg Lea

    http://Zucker-schlecken.blogspot.de

  20. man kann getrost davon ausgehen, dass die personen, die sibel kekilli in ihren kommentaren so verurteilen und herabwürdigen, im privaten die ganzen „bitches“ geil finden und nach außen einen von ehre labern.

    es gibt einen teil menschen in unserer kultur, die selters predigen und selber sekt saufen bzw. nicht nach ihren eigenen (?) hohen maßstäben leben bzw. sich für sich selbst das recht herausnehmen, so zu leben wie sie denken, dieses aber anderen nicht zugestehen.

    leider reißen die dann auch immer ihren mund auf.

  21. Ein wunderbarer Beitrag!
    Sie ist eine großartige Schauspielerin und ich glaube auch (ich kenne sie ja nicht persönlich) eine starke Frau.
    Diese Kommentare sind einfach sche*** und doof.
    ich weiß gar nicht, ob es wirklich eine zweite Chance ist… eigentlich hat sie ihre erste ja nicht verspielt…

    Viele Grüße,
    Fiona

  22. Hey Masha,
    ich finde den Artikel und deine Einstellung gut, aber wie auch schon Leute vor mir gesagt haben, stellst du die Zeit als Pornodarstellerin mit einer „Jugendsünde“ gleich und das ist nicht okay. Das ist eine Wertung. Menschen, die sich prostituieren oder Pornos drehen, begehen keine Sünde, keinen Fehler, und es liegt nicht an dir das als solches zu bezeichnen. Niemand muss sich als „sex worker“ schämen.
    Insofern muss man von einer zweiten Chance gar nicht sprechen. Sibel ist immer noch bei ihrer ersten Chance, sie hat nichts falsch gemacht.
    Das ist es auch, was sie in ihrer Rede überhaupt deutlich machen wollte: Sie hat ihre eigenen Entscheidungen getroffen und sollte dafür nicht verurteilt werden.

    1. Hi Anja,

      Prinzipiell bin ich deiner Meinung und finde an „sex workers“ nichts Schlimmes oder Verwerfliches, im Gegenteil – es ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft.
      Das mit der Jugensünde habe ich aus den zahlreichen Interviews so entnommen, genauso wie: „ich war jung und brauchte das Geld“. Aus den Interviews ging hervor, dass sie ihre Entscheidung von damals bereut und sich der „Konsequenzen“ nicht bewusst war.
      Sie hat nichts aus unserem Blickwinkel falsch gemacht, sondern aus ihrem, aber teilweise waren die Interviews mehrere Jahre alt, vielleicht hat sich diese Ansicht auch mittlerweile geändert.

      1. Sie hat es bestimmt nur bereut, weil der größte Teil der Gesellschaft ohne „Moral“ nicht leben kann, genauso wenig, wie ohne andere zu verurteilen.
        Wäre sie dafür nicht verurteil worden, hätte sie auch nix zu bereuen…
        lg

  23. Top Beitrag.
    Bin selbst Feministin aus ganzem Herzen und finde es toll, wie du das Thema subtil hast einfließen lassen, ohne den Zeigefinger zu erheben.

    Im gleichen Zuge muss ich sagen – ich finde gar nicht, dass sie gescheitert ist. Sie hat sich aus freien Stücken dazu entschieden Pornos zu drehen – ja mei. Der Fehler besteht ja nicht in ihrer Entscheidung, sondern in der Reaktion der Gesellschaft, die fleißig youporn konsumiert und dann mit dem Finger auf diejenigen zeigt, die ihre Sexualität offen ausleben.

    Schön, dass man auf deinem Blog auch immer ein bisschen intelektuell bedient wird und nicht nur ästhetisch. Der einzige Blog, bei dem ich eigentlich nie das Gefühl hab, irgendwas vorgemacht zu bekommen – man merkt eben, dass du das Bedürfnis hast, auch etwas mitzuteilen. Danke dafür!

  24. Ich finde gut, dass jemand mal hier aufräumt. Jeder hat Leichen im Keller und jeder ist nicht wirklich stolz auf alles, was er bisher gemacht hat. Nur – wird nicht jedem ein Strick daraus gedreht. Das ist der große unterscheid. Nichts desto trotz : kleiner Tipp Fehler „beste Serie überhaUpt“

  25. Grundsätzlich stimme ich deinem Artikel zu. Aber was mir nicht gefällt, ist diese unterschwellige Botschaft, dass Sibel Kekilli nur Respekt verdient hat, weil sie das Milieu verlassen hat. Auch Pornodarstellerinnen und Prostituierte haben jedes Recht darauf, dass ihre Stimme gehört und respektiert wird, Punkt. Eine (aktive oder inaktive) Pornodarstellerin ist nicht weniger Wert als ich und hat ein Recht auf Menschenwürde. Derartig abstoßende Kommentare wären kein bisschen mehr gerechtfertigt, wenn sie diese Filme noch drehen würde. Wer sind wir, um zu urteilen, wer „es wert“ ist? Niemand.

    1. Hi Sabrina,

      da gebe ich dir vollkommen recht und vermutlich ist meine Botschaft ein wenig falsch rübergekommen.
      Dass ich Ihre Pornofilme als „Jugendsünde“ abtue hat nichts mit meiner eigenen Meinung zu tun, sondern war aus den Interviews die ich mit ihr gelesen habe rauszulesen. Sie ist nicht unbedingt stolz auf diesen Teil ihres Lebens und tut ihn betonte in vielen Interviews, dass sie damals noch jung und naiv war. Ich sehe das sonst genauso wie du: jeder hat Respekt verdient, egal ob Prostituierte oder Politiker.

  26. Ich habe Sibel Kekilli seit „gegen die Wand“ auf dem Schirm und bewundere sie. So eine zarte Person und so viel emotionale Stärke. Gegen die Wand stand sie nämlich spätestens, nach dem Eklat um ihre Familie. Schlimm wenn die eigenen Familie ihr Kind verstößt aus Angst vor Schande. Die Meinung anderer ist wichtiger als das eigenen Kind?! Wie Krank ist das? Sind wir doch mal ehrlich, die meisten Menschen haben gewisse geistige Barrieren im Kopf. Die einen erlauben sich ein Urteil über Frauen die zu freizügig mit ihrer Sexualität umgehen, die nächsten verurteilen Übergewichtige, die nächsten hassen Menschen die an etwas anderes glauben. Die Liste kann man beliebig und Kleinkariert fortsetzen. Manchmal reicht schon ein anderer Kleidungsstil. Das was nicht ins eigenen Weltbild passt, wird be- und verurteilt und man hat eine Meinung, die sich in erster Linie aus Vorurteilen bildet. Toleranz? Ja klar aber bei dieser einen Sache eben nicht…..kennen wir alle oder? Frauen sind sicher härter und unnachgiebiger betroffen. Nach meiner Ansicht aber aus dem Grund, weil Frauen mit Frauen eben auch unsensibeler und härter ins Gericht gehen. Das finde ich besonders bedauernswert. Ich wünsche Sibel Kekilli jeden Erfolg und alles Glück der Welt. Dir sage ich Danke, für diesen tollen Post über eine starke Frau.

  27. Ich finde die frau ganz toll und beeindruckend. Sie ist hübsch und sehr begabt.schön,dass du ihr bzw.diesem thema einen so ehrlichen beitrag gewitmet hast. Man muss es aber auch mal aus der sicht betrachten:sie hat eine riesen chance bekommen.vor einugen jahren war die filmindustrie sicher noch nicht so tollerant einer verstoßenen,türkischen ex-pornodarstwllerin seriöse,wichtige filmrollen anzubieten.ich finde da ist bereits eine menge in sachen akzeptanz und tolleranz geschehen…ich denke sie ist stark und schlau genug auf solch unsinnige fb-kommentare zu scheißen.sie weiß was sie erreicht hat und solche intolleranten wi**** wird es leider immer geben.zum glück auch genug andere!

  28. Danke, danke, danke! Ich habe den Artikel der FAZ auch gelesen und hatte Gänsehaut. Sibel Kekilli ist eine Frau, von der sich viele noch eine Scheibe abschneiden könnten. Sie ist stark, wahnsinnig intelligent und beweist großen Mut. Ich bewundere sie auf jeden Fall!
    Absolut unfassbar, wie respektlos die Menschen online sind. Ich wette, keiner würde ihr solche Kommentare im persönlichen Gespräch an den Kopf werfen.

  29. Ganz einfach: Neid.
    Sie hat es geschafft, hat hart gearbeitet, und jetzt steht sie als gestärkte Frau in der Öffentlichkeit.
    Toller Sonntagsbeitrag mal wieder! :)

  30. Hej Masha, Danke für diesen Artikel. Die Frage „muss man ihr nicht eine zweite Chance geben“ finde ich deplatziert. Wieso ein zweite Chance?! Ist es nicht genau der Weg den die bestritten hat der verdammt richtig und gut für sie war? Ich finde Sebil steht schon lange für eine grossartige Schauspielerin, die Pornodarstellerin ist sie nur noch für solche die gerne mit dem Finger suf Andere zeigen, um von ihrem eigenen unzulänglichkeiten abzulenken. Traurige Gesellschaft, grossartige Sebil!

    1. An diesem Satz bin ich auch hängengeblieben :-D Eine 2. Chance braucht Sibel gar nicht. Sie hat nichts Böses getan :-) Tolle Idee, toller Artikel, liebe Masha. Wirklich zum Nachdenken anregend!! Und klug gemacht, wie du am Anfang direkt klar stellst, dass du hier keine politische Diskussion anfangen willst! Weiter so!!

    2. Es ist doch keine Schande, in einem Porno mitgespielt zu haben? Arbeit, die mit Sex zutun hat, hat oft mit Stigmata zu kämpfen. Dabei sind diese Berufe alles andere als einfach, und müssen neben ätzenden Bedingungen auch noch mit negativen konnotationen kämpfen. Sibel braucht keine „zweite Chance“, muss nicht beweisen, dass sie ihre „fehler der Vergangenheit“ überwunden hat. Sie ist eine großartige Schauspielerinund eine Frau, der Respekt gebührt, ganz ohne jegliches Wenn und Aber.

  31. Was ein schöner Sonntagsbeitrag und wie recht ich dir da gebe! Die Menschen heutzutage sind leider oftmals darauf aus, alles schlecht zu machen… Sei es eine Leistung die nicht viele geschafft hätten. Ich würde gerne mal sehen wie viele von diesen „Kritikern“ an Sibels Stelle heute noch als Prostituierte gearbeitet hätten und ihren Durchbruch nicht geschafft hätten. Hinter diesen Internet Profilen stecken meist gebrochene, schwache Menschen. Schade.

    Aber ich finde es toll, was diese Frau geleistet hat. Meinen Respekt hat sie.

    Liebe grüße und einen schönen Sonntag <3

  32. Mein erster Comment ist irgendwie verschwunden. Toller Text und klasse das du auch sowas ansprichst. Ich würde noch nicht mal von Fehler oder Jugendsünde sprechen. Sie hat es gemacht, na und. Jeder von uns wäre vllt nicht da wo er jetzt ist, hätte es nie “ Fehler“ oder so gegeben. Pornos sind doch nichts schlimmes?! Und jeder hat doch ein Recht auf seine eigene Meinung, gerade in der heuzigen Gesellschaft ist es so wichtig zu dieser zu stehen und nicht immer alles so zu machen wie die Gesellschaft das gerne hätte. Ich finde es klasse was sie gemacht hat und was sie momentan macht.

  33. Ein wirklich toller Beitrag, Masha!
    Ich bin selbst immer wieder entsetzt, wenn ich solche Kommentare auf Facebook oder auf den Websites der Zeitungen sehe. Ich frage mich, wie Leute so denken können. Leider kommen Frauen dabei immer besonders schlecht weg, werden diskriminiert, als Objekt behandelt und aufs tiefste beleidigt. Letztens hat hier eine Studentin in einer facebook-Gruppe eine Reinigungskraft für ihre Wohnung gesucht, weil sie selbst nicht genügend Zeit zum putzen hatte und wurde daraufhin von mehreren beleidigt, dass sie als Frau eine echte Schande sei und sich schämen solle, dass sie als „faule, dem Staat auf der Tasche liegende“ Studentin ihren Kram nicht selber erledigen könne.
    Ich hoffe immer, dass dies nicht die breite Masse der Bevölkerung ist, die solche Kommentare verfasst. Denn wenn es so ist, kann man sich echt nur schämen.

  34. Moin, liebe Maria,

    ein toller, hoffentlich augenöffnender Post, den man hervorragend auf seinen eigenen Alltag übertragen kann! Zu oft sind wir Richter und Henker zugleich.
    Als kleine Anmerkung lediglich mein imaginäres Fragezeichen hinter der Betitelung „Türkin“. Ich kann verstehen, dass der kulturelle Hintergrund für den Kontext notwendig ist. Kann mir allerdings auch vorstellen, dass unbeabsichtigt und leider eine negative Konnotation aufkommt. Außerdem entpersonalisiert der Begriff und fördert Schubladendenken. Warum sie nicht beim Namen nennen und subtil die Herkunft miteinflechten?!

    Dir einen sonnigen Sonntag!

    Alles Liebe,
    Mari

    1. Ich weiss was du meinst, aber ich habe das bewusst so gewählt. Es darf keine negative Konnotation bei „Türkin“ aufkommen, dann ist etwas mit uns nicht in Ordnung. Es war aber auch notwendig für den Text.

  35. Guter Text, wobei ich noch nicht einmal von Fehlern oder Jugendsünden sprechen würde. Sie hat Pornos gedreht, und? Wenn sie es freiwillig gemacht hat und vllt noch Spaß dran hatte, ist es doch schön. Die Leute tun so als ob Porno was gaaaanz schlimmes ist. Ich finde es ist doch scheiß egal was mal irgendwann vor zig Jahren war. Wichtig ist doch, wie der Mensch jetzt ist. Und selbst wenn sie jetzt noch pornos drehen würde, eine eigene Meinung darf doch jeder haben und sollte diese auch vertreten. Gerade in unserer Gesellschaft ist die eigene Meinung so wichtig. Finde ich gut das du auch mal sowas ansprichst.