Rassismus ist real. #metwo

Liebe Leser,
wir müssen reden.
Doch diesmal geht es nicht um mich, sondern um unsere Gesellschaft. Eine Gesellschaft, um die ich mir zunehmend Sorgen mache.

Mesut Özil’s Austritt aus der Nationalmannschaft wegen Gründen des Rassismus hat eine Debatte ausgelöst, die meiner Meinung nach längst überfällig war. Denn Mesut Özil, deutscher Staatsbürger, geboren in Gelsenkirchen, sah sich mit Rassismus konfrontiert. Und dass Kommentare wie „Türkensau“ und „Ziegenficker“ (das sagte übrigens SPD-Politiker Holzhauer zu ihm!) einfach nur rassistisch sind, darüber müssen wir nicht diskutieren. Wer also behauptet Özil würde nur „jammern“, der hat sich mit dem Thema nicht vernünftig auseinandergesetzt.
 
Auch die Bild Zeitung beteiligt sich munter an der Hetze gegen den Nationalspieler. Zuerst rüttelt man mit der Schlagzeile „er pilgerte nach Mekka und liebt eine Miss Türkei!“ am Fundament Özils „Deutschheit“ um sie ihm nach der WM vollends abzusprechen. Beispielhaft fand ich folgendes Zitat dafür in einer Bild-Kolumne: ..gut, dass sie das Hemd mit dem Adler ausgezogen haben, wir passen nicht mehr zusammen
 
Sowohl Holzhauer, als auch Reichelt mussten anschließend viel Kritik ertragen, doch geändert hat es wenig. Die traurige Wahrheit ist nämlich:

Deutschland ist rassistisch.
 
Sobald der Schutzmantel des sportlichen Erfolgs gefallen ist, wird „sogar“ ein mehrfach ausgezeichneter Sportler, der als Nationalspieler eine WM gewonnen hat, in Deutschland geboren und aufgewachsen ist und Millionen Steuern gezahlt hat, ausgrenzt „ausgedeutscht“ und ist zum Abschuss freigegeben.
 
Versteht mich an dieser Stelle bitte richtig: ich persönlich finde ebenfalls, dass es ein Fehler war ein Bild mit Erdogan zu posten und sich nicht von der türkischen Politik klar zu distanzieren. Schließlich ist Mesut Özil auch ein Vorbild für viele junge Menschen und alleine schon deswegen hätte ich mir eine Klarstellung dahingehend ebenfalls gewünscht.
Doch Fehler hin oder her – kein Fehler legitimiert in meinen Augen rassistische Anfeindungen. KEINER.
 
Doch Rassismus, mal mehr, mal weniger offensichtlich, ist Teil unserer Gesellschaft – und selbst einer der erfolgreichsten Nationalspieler Deutschlands wird davon nicht ausgenommen.

„…so why don’t people accept that I’m German?“
Mesut Özil

Und das ist schon allein deswegen so bestürzend, weil Rassismus für viele zum Alltag geworden ist – und dadurch wird es zur Selbstverständlichkeit.
„Es ist halt so.“
 
Deswegen ignorieren viele die kleinen Sticheleien im Job oder lachen auch mal bei einem unangebrachten Witz mit. Man will schließlich dazugehören, angepasst sein, nicht auffallen.
So schlimm war es ja auch nicht. Tja, bis Mesut Özil ausgetreten ist. Denn auf einmal betraf Rassismus nicht nur den Alltag irgendwelcher Unbekannten, es betraf die Fußballnationalmannschaft – Deutschland’s ganzer Nationalstolz und wunder Punkt.
WIR waren schließlich Weltmeister.
 
Aber Mesut Özil’s Austritt bewirkte mehr als nur einen Aufschrei – es war der Anfang einer ganzen Protestbewegung. Unter dem Hashtag #metwo berichten Menschen von ihren Erfahrungen mit Rassismus und erzählen Geschichten aus ihrem Alltag.
 
Und spätestens hier sollte man zuhören und merken, dass Rassismus tatsächlich ein Virus ist, an dem unsere Gesellschaft erkrankt ist – und dass sich dieser Virus ausbreitet.
 
Schauen wir uns hier einfach mal die Fakten an:
Die Zeit (die Zeit!) denkt öffentlich darüber nach, Boote mit Flüchtlingen in internationalen Gewässern einfach absaufen zu lassen, die Afd hat erreicht mit ihrer rassistischen Haltung 12% (bei der aktuellen Sonntagsfrage sogar ganze 17%, Tendenz also steigend) Horst Seehofer freut sich über 69 Abschiebungen an seinem 69 Geburtstag, tja und Nationalspieler Mesut Özil sieht sich eben mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert – und dann will mir irgendwer noch erzählen Rassismus sei in Deutschland kein Thema mehr?
 
Das Gegenteil ist der Fall – und das erkennt man spätestens, wenn man sich die Tweets der #metwo Bewegung durchliest. Diese Geschichten machen mich betroffen, aber was ich fast noch schlimmer finde: wie früh die meisten mit Rassismus konfrontiert werden.
 
Denn für viele beginnt Rassismus schon in der Schule. Das ist insofern besonders schlimm, als dass Kinder diesen Kommentaren hilflos ausgeliefert sind. Es geht sogar so weit, dass ich manchen Lehrern bereits emotionalen Missbrauch vorwerfen würde und mich ernsthaft frage, wie es denn sein kann, dass ausgerechnet diese Menschen ausgebildete Pädagogen sind. Schlimm genug, dass Kinder unter sich grausam sind – wie muss man sich als Kind fühlen, wenn dich auch die Lehrer verletzen?
Wie willst du Vertrauen in eine Gesellschaft entwickeln, die dich bereits so früh ausgrenzt?
 
Beispielhaft für diese Problematik finde ich zB. diese Tweets:

„Mein Deutsch Lehrer hat sich vor der Klasse 2 Jahre lang über meine falsche Artikel Nutzung und mein „r“ lustig gemacht. Ich spreche fließend 5 Sprachen und er hat es in all der Zeit kein einziges Mal geschafft meinen 4 Buchstaben Namen richtig auszusprechen. – @seratonin
 
„Als es in der Schule um Bewerbung ging und ich sagte, dass ich studieren möchte, hat die Lehrkraft zu mir gesagt „Ach komm, bis dahin wirst du eh verheiratet“ – @navasgeht
 
„“Also bei uns in Deutschland verwendet man seinen Klarnamen und kein Pseudonym! Vielleicht wissen Sie das ja nicht.“ „Das ist mein richtiger Name.“ Dekan an Uni in Leipzig“ @WhoIsYade

„Kind im Hort erklärt meiner Tochter, sie wissen, warum sie so braun ist. Ihr Vater habe ihr erklärt, so markiert man die besonders dummen Babys, indem man sie eine Weile in einem brennenden Kohlefass schmoren lässt.“ – @SoSumbu
 
„“Ich (Bereite Seminarraum vor)
Student: „Sind Sie bald mit putzen fertig? Wir haben hier nämlich gleich einen Kurs.“
– @SelvetaB
 
„Mein Bruder ist Klassenbester gewesen, 1er Schüler. Erhält eine Klassenarbeit Note 2 vergleicht Fehler mit Mischüler & stellt fest, dass er trotz weniger Fehler eine schlechtere Note hat. Lehrer nur: „wenn ich dir eine 1 gebe, was soll ich dann den deutschen geben?“ @Livenitup_DE

„Mein Vater arbeitete als Kapitän auf einem Frachtschiff. Gerichtsurteil in den Achzigerjahren, uns aus Deutschland abzuschieben, mit der Urteilsbegründung: „Die Heimat eines Seemannes ist das Meer.“ (Kein Witz, ich hab das Urteil noch!)“
@HasnainKazim
 
„Wenn Neonazis deine Mutter bedrohen und die Staatsanwaltschaft ihr sagt: „Naja, vielleicht sollte Ihr Sohn sich nicht so prominent in der Öffentlichkeit äußern.““
@ShahakShapira
 
„Der Rettungsarzt, der meine Verwandte trotz schwerer Atemnot nicht behandeln wollte, bevor ihm der Pass nicht gezeigt wurde.“
@julyarabinowich

Doch nicht nur die Schule, auch der Staat und die Justiz,scheinen viele Deutsche im Stich zu lassen, statt sie zu schützen.
 
Beim Lesen der Kommentare (es sind so viele!) überkam mich ein Gefühl der Scham und der Wut.
Was mich hier teilweise besonders aufregt: die Kommentare unter den Tweets.
 
Menschen teilen ihre Erfahrungen und statt ihnen einfach zuzuhören, fühlen sich manche persönlich angesprochen, werden beleidigend oder sprechen ihnen den Rassismus ab. Statt Zuspruch und Verständnis müssen sie sich also weitere Demütigungen und Herabwertungen anhören. Da fragt man sich: Was zur Hölle ist mit den Leuten los?
 
Übrigens, das sei an dieser Stelle anzumerken, finde ich es grundsätzlich falsch Menschen ein Gefühl von Rassismus absprechen zu wollen. Menschen, die in Deutschland nicht von Rassismus betroffen sind, steht es nicht zu zu bewerten, was Andere als Rassismus empfinden.
Man bleibt Zuschauer.
(Und Nein – „Almans“ oder „Kartoffel“ ist kein Vergleich.)
 
Insofern ist es für Nicht-Betroffene auch ein Privileg sagen zu können, die Hautfarbe, etc. würde für einen selbst keine Rolle spielen. Denn für diejenigen, die mit Rassismus konfrontiert werden spielen Hautfarbe, Religion und andere oberflächliche Merkmale sehr wohl eine Rolle. Sie bekommen seltener Zusagen bei Wohnungen, werden seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen und müssen sich häufiger rechtfertigen. Viele Diskriminierungen finden unterschwellig statt, schwingen einfach mit.
 
Auch bei Deutschen mit Migrationshintergrund scheint es Unterschiede zu geben:
Asiaten sind bessere Deutsche, als Afrikaner oder Türken. Und Schweden und Amerikaner sind ja sowieso keine Immigranten. Selbst Jemand wie ich, die nicht mal in Deutschland geboren ist und zweisprachig aufgewachsen ist, aber dafür europäisch aussieht und einen europäischen Namen hat, hat gar keine Probleme, obwohl Merve, die in 3. Generation in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, sich mit Diskriminierungen herumplagen muss.
 
Unweigerlich stellt sich einem die Frage:
Was macht eine*n Deutsche*n zur/zum Deutschen?
Die Hautfarbe? Die Abstammung? Die Mentalität? Der Geburtsort? Die Staatsangehörigkeit? Die Sprache?
Wo fängt Deutsch-sein an und wo hört es auf
?
 
Unterscheidungen und Grenzen, wohin man schaut.
Deswegen gibt es nur eine Lösung: diese Grenzen gilt es zu sprengen.
 
Dafür reicht es nicht abzuwarten und zu hoffen.
Um die Grenzen aufzulösen muss man aus seiner Rolle als passiver Beobachter heraustreten und aktiv werden. So wie unsere Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, so müssen wir auch für eine tolerante Gesellschaft kämpfen. Das erfordert Mut, Einsatz, Rückgrat und kein Wegschauen. Es bedeutet im ersten Schritt sein eigenes Handeln zu reflektieren und im zweiten Schritt sich für Andere einzusetzen, also aktives, statt nur passives Handeln.
 
Heute sollte sich jeder die Frage stellen wo er selbst vielleicht schon mal rassistisch gehandelt hat. Viele verletzt es bereits, wenn sie nach ihrer Herkunft gefragt werden. Wenn jemand sagt er ist Hamburger z.B., dann sollte man das einfach so akzeptieren. Genauso wie die Tatsache, dass nicht jeder über seine schlechten Erfahrungen oder Hintergründe reden will. Grundsätzlich sollte man ein gewisses Fingerspitzengefühl entwickeln und nicht nur sein eigenes Handeln, sondern auch das der Freunde und Verwandte unter die Lupe nehmen und darauf hinweisen. Das ist oft nicht einfach und erfordert Courage, aber es führt Schritt für Schritt in die richtige Richtung, denn eins der wesentlichen Probleme, das ich in dieser Debatte sehe ist: Die meisten behaupten sie seien keine Rassisten – dabei sind sie es sehr wohl und merken es nur einfach nicht. Viele betrachten ihre beiläufigen Kommentare nicht als rassistisch oder finden „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“.
 
Um für dich selbst zu reflektieren, ob du in diese Denkmuster verfällst, frag dich mal Folgendes: Wie würde ich handeln und was würde ich sagen, wenn ich Hautfarbe, Religion und Name beiseite schiebe und keinen Unterschied mache. Akzeptierte, dass Murat genauso deutsch klingt wie Mark, Hautfarbe genauso unterscheide wie Augenfarbe (man ist mit braunen Augen schließlich auch nicht weniger deutsch) und akzeptiere, dass der Islam genauso eine Religion ist wie das Christentum. Wenn ich all diese Unterschiede aus meinem Kopf streiche – was bleibt da noch?
Richtig, der Mensch.
Und kein Schubladenregal.
 
HIER habe ich einige sehr spannende Ansätze gelesen und wenn ihr es immerhin bis hierhin geschafft habt, solltet ihr euch unbedingt noch Zeit nehmen für diesen Artikel.
 
Doch bei all der Kritik darf man nicht vergessen, wie viel weiter unsere Generation gekommen ist und wie viel toleranter wir sind. Wir sollten uns daran erinnern, wie viele von uns sich für Gleichstellung und Menschenrechte einsetzen und dass wir viele sind. Und auch wenn es manchmal nicht so scheint, so gibt es trotz all des ganzen Bullshits Zusammenhalt und Courage, Nächstenliebe und Einsatz. Wir müssen nur alle an einem Strang ziehen, dann gibt es auch Hoffnung – für uns Deutsche, Europäer und für uns als Gesellschaft.
 
Oder wie die Ärzte es mal formulierten:


„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es ist nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

Ein Nachtrag:
Meine Freunde haben mir von diesem Beitrag abgeraten. Der Grund war nachvollziehbar: als Nicht-Betroffene dürfte ich nicht über Rassismus reden, schließlich wäre ich ja selbst nicht betroffen und es wäre ein sehr komplexes Thema. Und natürlich haben sie in dem Punkt Recht. Aber bringt es eine Gesellschaft weiter, wenn man sich immer nur schweigt aus Angst anzueecken? Ja, dieser Beitrag mag vielleicht dem ein oder anderen nicht gefallen. Vielleicht auch deswegen, weil ich kein Recht hätte, etwas zu kritisieren, dessen Zuschauer und nicht Opfer ich bin. Es kostete mich einiges an Mut ihn trotzdem zu schreiben und durch die Diskussion habe ich selbst noch einiges dazugelernt. Macht euch also stark, hört auf den Rat eurer Freunde, aber viel wichtiger: Hört auf euer Bauchgefüh!

This post is also available in Englisch Russisch



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32 Kommentare


  1. Mhhh, die Wahrheit ist, jedes Land ist rassistisch. Deutschland, Schweden, Russland, China, jedes Land.

    Und noch eine Wahrheit: Jeder von uns ist irgendwie rassistisch. Wer das Gegenteil behauptet, lügt.

    Rassismus als solches ist also nichts Negatives. Viel mehr ist die Frage wie ausgeprägt die Neigung ist.

    Aber mit Rassismus kann man immer einen Artikel schreiben, denn hier muss man nichts nachweisen. Behauptungen aufzustellen, reicht vollkommen aus und die besorgten Leser finden sich.

    Antworten

  2. Liebe Masha, danke für diesen tollen Artikel. Ich find deine Art zu schreiben und auch deine Podcasts und die Denkanstöße, die du bringst eigentlich immer super. Aber dieser Artikel ist so toll geschrieben und bringt ein so schwieriges Thema so auf den Punkt, wirklich gratulation dafür. Und auch für deine Community, ich hab mir die Kommentare grad durchgelesen und eigentlich nur intelligente, nette gefunden und das sagt find ich schon einiges über die Qualität deines Inhalts aus finde ich!
    Alles Liebe, Feli

    Antworten

  3. Masha,
    ein toller Artikel, der sehr lesenswert ist.
    LEIDER, geben Deine Zeilen etwas wichtiges nicht her (wie übrigens 99% aller Artikel zu diesem Thema) und zwar Rassismus gegen Deutsche!
    Mag an Deiner „Unbetroffenheit“ liegen oder einfach an den verzerrten Verhältnissen durch Medien und Netz.
    Dennoch wird es nur ganz selten (wenn überhaupt) erwähnt.
    Rassismus findet in DE statt, ja, aber Rassismus gegen Deutsche im eigenen Land auch.
    Beispiele gibt es genug, gerade in den Schulen mit einem sehr hohen Anteil an Kindern mit Migr.hintergrund, sind gerade deutsche Kinder, Ziele und Opfer der Anfeindungen.
    Und ich glaube fest daran, dass wenn wir diesen Aspekt nicht aus den Augen verlieren, werden die ganzen Debatten eine ganz andere Richtung annehmen!

    Antworten

    1. … Ziele und Opfer von Lehrpersonal und autoritären Institutionen oder anderen Kindern? Ich finde da sollte klar unterschieden werden.

      Dass ich das Thema (bewusst) nicht mit reingenommen habe, spiegelt meine innere Haltung wider.

      Antworten

    2. Ein Ansatz i.d. Theorie bezüglich Rassismus erklärt schrittweise, wie nicht-betroffene reagieren, wenn sie mit Rassismus vorwürfen konfrontiert werden. Einer dieser ist die Ablenkung bzw. Verlagerung des Problems. So zb.“Deutsche sind auch von Rassismus betroffen!“. Nein. Nicht in jeder möglichen Situation im Alltag. Nicht bei „Woher kommst du?“ , im Club, im Supermarkt, bei der bsag, im Seminar, beim Kaffeetrinken, beim Tinderdate, überall. Immer. Nicht in dem Ausmaß wie die Tweets es zeigen. Nicht systematisch in der Gesamtgesellschaft. Nicht historisch wie durch Kolonialismus und Sklaverei. „Alman und Kartoffel“ ist kein Rassismus, wenn 3 Ausländer nicht mit dir feiern gehen möchten auch nicht. Es ist ein Schutzraum vor der „Woher kommst du?“ Gesellschaft. Bitte akzeptier es so, oder denk darüber nach. Das ist so viel mehr Wert, als zurück zu feuern mit „Ich aber auch!!!“, wenn jemand dir eröffnet, dass er in diesem Land (am Rassismus)leidet.

      Danke für den Großartigen Beitrag Maria. Du hast viele wichtige Punkte erwähnt, und es ist gut wenn man sich so sensibel mit dem Thema auseinander setzt, wie du es tust, ob betroffen oder nicht. Liebe Grüße :)

      Antworten

  4. Ich würde es in Deutschland schon fast als -Akzeptierten-Rassismus- bezeichnen, in diesem verfällt man auch selber so oft wenn man sich nicht klar reflektiert, dass fängt schon bei typischen Vorurteilen an die zu 99% bei jedem Gespräch fallen, zu 99% bei jedem Gespräch mit jemanden Neuem den du kennenlernst. Und Masha vielleicht bist nicht von dem krassen Rassismus betroffen wie eine Merve (ich habe bei einem Artikel ein Kommentar gelesen wo sich jemand darüber beschwert hat, dass wenn schon jeder sooo integriert ist warum dann die 3 Generation immer noch ausländische Namen trägt….). Würden wir nämlich jeden Rassismus ernst nehmen und so sensibilisiert dafür sein müssten wir Deutschrussen uns in die Debatte mit einmischen…was wir aber eh nicht machen würden denn wir sitzen alle zusammen, jeden Tag nur am Wodka trinken, auch im Winter wobei total unverständlich mit Jacken, warum auch immer aber uns sollten die kühlen Temperaturen doch null anhaben.

    Antworten

    1. Hey Katja,

      ja ab und an bekommt man schon den ein oder anderen Witz, aber ehrlich gesagt fühle ich mich davon nicht angegriffen. Aber das ist eben auch ein Aspekt: jeder zieht seine eigenen Grenzen und das sollte man akzeptieren. Sprich: nur weil es für mich nicht schlimm ist, ist es das vielleicht für jemand anderen.

      Antworten

  5. Liebe Masha,
    Ich habe gerade deinen Beitrag zum Thema Rassismus gelesen und ich finde es super, dass du ihn geschrieben und veröffentlicht hast!

    Ein großes Danke!

    Die Begründung, dass du als Nicht-Beteiligte nicht über dieses Thema schreiben solltest finde ich nicht ausreichend. Meiner Meinung nach sollte man sich auch als Nicht-Beteiligte für die Menschen einsetzten dürfen, die Rassismus ausgesetzt sind. Im Endeffekt nützt es doch weniger wenn man nur daneben steht und zusieht wie zwei Fronten sich gegenseitig auseinander nehmen.

    Wir sind genauso Mitglieder dieser Gesellschaft und sollten auch aktiv an der Gestaltung dieser teilnehmen dürfen. Und wenn wir der Meinung sind es ist falsch was diese und jene Menschen sagen gegenüber Minderheiten, dann sollten wir uns auch konstruktiv dazu äußern dürfen.

    Antworten

  6. This was a very interesting read. Most people in my family are very much against immigration and refugees being welcomed into EU countries. I’ve had many fights with them about this, raising similar points as you have in this post, but they cannot seem to be convinced that refugees are people as much as we are. I agree with them to a certain degree that the EU cannot save every refugee running from a bad economy as opposed to war, but that’s about the extent of my understanding for their backward mindsets. So, yes racism is all around us, sadly. Now, I try to avoid the topic when speaking with my family because it simply gets too heated.

    Antworten

  7. Danke Masha, dass du deine Stimme auch für die wirklich wichtigen Themen nutzt. Danke auch dafür, dass du dich nicht von deinen Freunden davon abhalten lassen hast!!

    Ich finde es gerade wichtig, dass wir uns als „Zuschauer“ auch damit auseinandersetzen und darüber sprechen. Denn oft schwingen in der Diskussion nur allzu viele persönliche Emotionen mit, die vielleicht verständlich, aber eben auch oft nicht weiterbringend sind.

    Rassismus geht uns alle an! Ganz egal, ob wir davon direkt oder indirekt betroffen sind. Schließlich ist es ein großes Thema in einem Land, in dem wir leben (wollen). Wie kann uns das nicht betreffen?!

    Antworten

  8. Danke Masha, dass du deine Stimme auch für die wirklich wichtigen Themen nutzt. Danke auch dafür, dass du dich nicht von deinen Freunden davon abhalten lassen hast!!

    Ich finde es gerade wichtig, dass wir uns als „Zuschauer“ auch damit auseinandersetzen und darüber sprechen. Denn oft schwingen in der Diskussion nur allzu viele persönliche Emotionen mit, die vielleicht verständlich, aber eben auch oft nicht weiterbringend sind.

    Rassismus geht uns alle an! Ganz egal, ob wir davon direkt oder indirekt betroffen sind. Schließlich ist es ein großes Thema in einem Land, in dem wir leben (wollen). Wie kann uns das nicht betreffen?!

    Antworten

  9. Dass Deutschland ein Rassismusproblem hat wurde mir zum ersten Mal in Folge der Sarrazin Debatte bewusst. Plötzlich wurden diese hässlichen Kommentare von Menschen aus meinem unmittelbaren Umfeld geäußert. Unqualifizierte, einseitige und ganz klar rassistische Außerungen von Kollegen, Freunden und Familienangehörigen. Ich selbst bin Deutsche (waschechte Hamburgerin) und lebe seit einigen Jahren in Amsterdam. Ich genieße die lieberale und solidarische Haltung dieser Stadt sehr und kann mir nicht mehr vorstellen, noch einmal nach Deutschland zurück zu kehren. Trotzdem wünsche ich mir einen Wandel in der deutschen Gesellschaft hin zu mehr Verantwortung und Courage.

    Antworten

  10. Es ist Sonntag Mittag und ich habe gerade Deinen Artikel zum Thema Rassismus gelesen – Danke für Deinen Mut, trotz allem den „Veröffentlichen“ Button gedrückt zu haben. Rassismus ist ganz klar ein Thema in Deutschland und nicht nur dort. Ich lebe jetzt seit knapp zwei 10 Jahren in der Schweiz und muss sagen, dass es hier auch nicht anders ist. Es ist also meiner Meinung nach nicht nur ein deutsches Phänomen und hat viel mit der Angst von Menschen zu tun etwas zu verlieren, zu teilen oder abgeben zu müssen. Die Angst vor mehr Konkurrenz. Da ist es natürlich immer einfacher den Fehler bei anderen zu suchen, als bei sich selbst. Unzufriedenheit trägt wohl auch dazu bei – es ist leichter jemand anderem die Schuld für den fehlenden Job in die Schuhe zu schieben, als für sich selbst zu kämpfen, sich weiterzubilden oder sich zu engagieren. Dies soll jetzt keine Verallgemeinerung sein und es gibt auch immer wieder Sonderfälle, aber der Frust scheint vielen Menschen Dinge leichter über die Lippen kommen zu lassen. Vielleicht auch ohne, dass man vorher mal nachdenkt, wie man sein Gegenüber damit treffen kann. Davon kann ich mich wohl auch nicht immer zu 100% ausnehmen. Man sollte sich dessen einfach nur mehr bewusst sein. Kein Mensch will wie ein rohes Ei behandelt werden, jedoch mit Fairness.

    Wenn man mal überlegt, sind die Deutschen ja zum Teil schon untereinander rassistisch. Ossis vs. Wessis zum Beispiel. Als ich meinen Freund vor 12 Jahren kennengelernt habe, wurde ich von einigen seiner sehr guten Freunde als die Wessibraut bezeichnet. Manchmal eher hintenrum, manchmal wurde es mir aber auch direkt ins Gesicht gesagt. Es war definitiv ein komisches, befremdliches Gefühl und ich konnte mir nicht erklären warum. Mein Freund hat mich immer „verteidigt“ und ich habe bei seinen Freunden nachgehakt. Komischerweise kam keine Antwort und eher beschämtes Schweigen zurück. Seitdem ist mir sehr bewusst, was für ein Gefühl ein solcher einfach mal so dahingesagter Satz auslösen kann. Worte sind mächtig.

    Wir können also nur mit gutem Vorbild vorausgehen und bei uns selbst anfangen. Sonst wird sich nichts ändern. Und das betrifft in unserer heutigen Gesellschaft leider viele Punkte. Es ist so Vieles selbstverständlich, dass wir das Kämpfen nicht mehr gewohnt sind. Deshalb finde ich es super, dass Du Deine Social Media Kanäle nutzt! Damit zeigst Du mir, dass Du Deine Verantwortung in der Öffentlichkeit wahr nimmst. #bosslady

    Zu Mesut Özil: ein grandioser Sportler, aber leider hat er wohl angeblich nicht gemerkt, dass auch er eine (politische) Verantwortung hat, sobald er in der Öffentlichkeit steht. Und das im Nachgang abzustreiten ist schwach.

    Antworten

  11. Liebe Masha,
    toll geschrieben und ich finde es gut und richtig, dass Du darüber schreibst und Deine Plattform dafür nutzt. Man merkt, wie viel Arbeit Du Dir mit diesem Beitrag gemacht hast. Ich finde die Anfeindungen gegen Özil, die leider die deutsche Mehrheitsmeinung spiegeln, auch ganz traurig und es auch generell immer unglaublich feige, wenn man auf den sozialen Netzwerken pöbelt. Aber ich hoffe dennoch auf die Zukunft, auch wenn das vielleicht naiv ist. Um mal beim Fußball zu bleiben: Mein kleinen Sohn (6 Jahre) kickt auch. In seiner Mannschaft trainiert ein toller, sehr strenger Trainer (türkischer Abstammung) eine bunte Truppe mit Wurzeln aus Mexico, Ghana, der Türkei, Kroatien, Russland, Italien, China, Spanien und auch zwei „Deutschen“. Ich weiß das aber nur, weil die Herkunft oder Wurzeln sich während der WM durch T-Shirts etc. offenbarte und auch bei den wartenden Mamas ein entspanntes Thema war („Oh Mann, „Unsere“ waren gestern gut/nicht gut etc.“). Vorher war es nur ein Haufen kickender Kinder und für die Kinder ist es das sowieso. Vielleicht wächst da also eine Generation heran, die begreift, dass Vielfalt eine Chance ist. Kommt halt auch darauf an, welche Werte Ihnen die Eltern vermitteln. Hab einen wunderschönen Sonntag, liebe Grüße, Heike

    Antworten

  12. Hallo Masha,

    Danke. Danke für diesen Beitrag. Danke für die Worte, die durchdacht sind und trotzdem von Herzen kommen. Danke für die Klarheit. Danke für den Mut all das aufzuschreiben.

    Mein Mann ist Afrikaner, ich bin sehr nordisch aussehende Deutsche und unsere Tochter die schönste Mischung aus uns entstehen konnte. Seitdem es sie gibt bin auch ich persönlich immer mehr von Rassiums betroffen. Aber nicht nur deshalb sehe ich es als unsere Pflicht aufzustehen und laut zu sagen, was wir denken. Denn es ist ja unsere Gesellschaft. Und nur wir alle gemeinsam können sie vielleicht besser machen.

    Also: Danke. Danke für die bewegenden Worte.

    Antworten

  13. Hallo Masha.
    Danke für deine Gedanken zu diesem Thema. Ich denke jedoch, dass sich die Sicht darauf ändert, je nachdem von wo aus man es betrachtet: Ich arbeite in Offenbach, die Stadt mit den größten Migrations-Anteil in Deutschland (nein, das ist nicht Berlin!). Ich war in den 90er als Teenie immer ganz vorne bei den „Anti-Rassismus“-Demos, habe bis heute Freunde unterschiedlichster Wurzeln (das spielt aber keine Rolle!). Nun erlebe ich es bei meiner täglichen Arbeit, dass z.B. polnische Mitbürger türkisch-stämmig Deutsche als „Kanaken“ bezeichnen, die wiederum Menschen mit afroamerikanischen Wurzeln als „Bimbos“… Alle lachen darüber und ich stehe mitten drin, bemühe mich um politisch korrekte Haltung und werde dafür milde belächelt. Um mich herum blühen die Parallelgesellschaften: junge Frauen tragen Kopftücher (von Nike bis Gucci) als bewusst abgrenzendes Statussymbol, ohne tatsächliche religiöse Ideologie… Wenn ich auf Grund mangelnder Deutschkenntnisse mit Mitmenschen (welche teilweise seit Jahrzehnten in Deutschland leben) nicht richtig kommunizieren kann, rät mir mein Kollege (Deutscher mit arabischen Wurzeln) ich solle halt „Kanakisch“ sprechen… Er macht es mir vor und es funktioniert!
    Wir alle sollten häufiger Mal die Komfort-Zone verlassen, dahin gehen, wo es auch weh tut und uns auf einen Perspektiv-Wechsel einlassen…
    Wenn wir unsere Mitmenschen behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten, dann machen wir meist fasst alles richtig…und den Rest können wir dann vielleicht mit ner Prise Humor leichter hinnehmen.

    Antworten

  14. Hej Masha,
    ich finde es gut, dass du auch mal andere Themen ansprichst und nicht nur über Mode & Trends schreibst. Ich folge dir erst seit kurzem, finde aber, dass einfach viel zu wenige Influencer Stellung beziehen – früher gab es Stars wie die Ärzte oder die Toten Hosen, die ständig gegen Rechts und Rassismus aufgestanden sind. Heute fehlt sowas. Influencer sind zwar da, aber sie beeinflussen lediglich unseren Konsum, nicht aber unsere politische Bildung, was ich schade finde.

    Wer beeinflussen kann, sollte das auch machen. Nicht jedem ist die Möglichkeit gegeben, mehrere tausend oder sogar Millionen Nutzer auf einmal anzusprechen. Aber viele haben wohl auch Angst, dass sie keine Jobs oder Aufträge mehr bekommen. Heutzutage ist Fame und Geld wieder wichtiger als Authentizität.

    Darum finde ich es umso besser, dass du das Thema ansprichst und Stellung beziehst – das solllten wir alle machen! Egal ob gegen Rassismus, Homophobie oder irgend eine andere Form von Hass. Dafür ist einfach keinen Platz !!! Niemals.

    LG, Tom

    Antworten

  15. Hallo Masha,
    vielen Dank für deinen Beitrag. Meine Eltern sind in Afrika geboren. Meine Schwester in Frankreich und ich in Deutschland. 2004 war ich zum ersten Mal in Afrika und musste mir jedes mal anhören, ich sei doch keine Afrikanerin sondern Deutsche, da ich Deutsch spreche und überwiegend Deutsche Freunde habe. Ich habe bisher keine Erfahrung mit Rassismus gesammelt. Jedoch suche ich immer noch nach meiner Identät (ich bin mittlerweile 25 Jahre alt). Im Herkunftsland meiner Eltern, werde ich als Deutsche gesehen. In meinem Geburtsland, welches gleichzeitig mein Heimatland ist, bin ich nicht wirklich Afrikanerin aber auch nicht wirklich Deutsche. Ich stecke in einem Zwiespalt und weiß meistens nicht, was ich antworten soll wenn ich gefragt werde, wo ich denn herkomme. Ich bin in Deutschland geboren habe jedoch meinen Migranten Hintergrund in Afrika.

    Vor kurzem hatte ich ein nettes und langes Gespräch mit einem älteren Herren. Der als Wissenschaftler arbeitet. Er hatte meiner Meinung nach eine Aussage getroffen, die ich sehr interessant fand. Seine Aussage war: ,,Ich finde es sehr interessant und verblüffend, was wir mit dem technischen Fortschritt heutzutage alles leisten können. Nur leider liegen wir mit unserem menschlichen und sozialen Fortschritt weit zurück.“

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    1. Ich glaube damit kämpft jeder der in zwei Kulturen groß wird, bei mir war es so, dass ich mir bis ich ca. 12 war nie Gedanken darüber gemacht habe. Für mich war es völlig normal in Deutschland zu leben aber in Russland geboren zu sein und in beiden Länder daheim zu sein, nur als meine eigene Cousine dann sagte: „Ach du bist ja schon komplett deutsch.“ wurde mir ein Floh in der Kopf gesetzt und damit auch die Frage: „Na was nun?“. Mittlerweile versuche ich diesen Zwiespalt zu akzeptieren, mir hilft es zu wissen das es vielen so geht, wenn mich jemand frägt dann komme ich aus Nürnberg, derzeit die Stadt wo ich lebe. Den meisten reicht es, heißt ich versuche schon selber nicht die Tür zu meinem Herkunftsland zu öffnen, was ich mir aber schwieriger vorstelle je weiter sich das Äußere vom „klassischen Deutschen“ entfernt.

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  16. „Ein Mensch. Und kein Schubladenregal.“
    Ich hatte Tränen in den Augen bei diesem Part.
    Danke, dass du den Artikel geschrieben hast. Du behandelst das Thema meiner Meinung nach extrem gut und du schreibst super darüber, dass es nicht „DIE“ und „UNS“ gibt, sondern dass wir alle gleich sind.

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  17. Ich finde es sehr wichtig über dieses Thema zu diskutieren… jedoch habe ich auch kritische Gesanken dazu . Ich arbeite mit Menschen aus verschiedenen Ländern , Kulturen und religiöser Zugehörigkeit … und ich mag Menschen !! Auch aus dem einfachen Grund weil wir zwar alle verschieden sind aber doch zusammengehören. Die Debatte die nun entstanden ist rund um Özil verstehe ich nicht ganz .. denn wenn jemand etwas tut wovon wir hier in Europa nicht besonders happy sind und es wohl wissentlich, ( glaube ich oder hoffe ich zumindest dass ihm das bewusst war ), trotzdem tut dann hat das eine Konsequenz.. und nun das schwierige Thema rassismus in diesem Zusammenhang zu verwenden halt ich für ungehörig! Denn man sollte Fakten nicht aus dem Fokus verlieren… ich finde deine Beiträge unglaublich gut und es ist wichtig sich vom Mainstream der Blogger Welt abzuheben .. weiter so Masha und Danke !!!

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  18. Ein sehr sehr guter Artikel, Masha. Hier meine kleine Geschichte dazu: Meine Mutter muss (zum Glück nicht oft) mit Rassismus kämpfen, obwohl sie flüssig deutsch ( und sogar besser als manch anderer Bewohner in Sachsen-Anhalt) spricht und seit 18 Jahren hier wohnt. Am Telefon bei ihrer Arbeit wurde sie sogar von einer Anruferin gefragt, ob sie nicht langsamer für meine Mutter sprechen sollte (sie könnte es ja vielleicht nicht verstehen). Und das nur wegen ihrem Namen. Von Menschen in der Bahn gezwungen, den Platz freizumachen, (obwohl die ganze Straßenbahn leer war)da sie sich dort hinsetzten wollen und meine Mutter kein Recht hat als Flüchtling zu sitzen, wo sie will. Für mich völlig unverständlich wie man so einen Hass auf Menschen schüren kann, die mehr erreicht haben als die „angeblichen Angegriffenen“. Es macht mich traurig und wütend, wie es als Normalität abgestempelt wird, dass man heutzutage so viel Rassismus in der Gesellschaft ertragen muss.

    Antworten

  19. Einer der besten Beiträge, die ich zu dem Thema je gelesen habe.

    Hatte gerade gestern das Thema mit meinem Freund und meinte zu ihm: „Wieso gibt es sowas? Wieso können wir nicht alle einfach normal miteinander umgehen? Mir ist egal wie jemand aussieht, wo er herkommt, ob er schwul, lesbisch, hetero oder sontwas ist. Solange jemand mit mir normal umgeht gehe ich auch mit ihm normal um.“

    In meiner Heimatstadt wurde sehr oft über die ganzen Flüchtlinge geschimpft, die sich asozial benehmen würde, das ganze Einkaufszentrum in Beschlag nehmen und niemand würde sich noch in die Stadt trauen. Ich war oft in der Stadt, ich habe mich NEBEN diese ganzen angeblich Asozialen gesetzt, habe sie angelächelt, war höflich. Und genau das habe ich auch zurück bekommen. Höflichkeit, Respekt, liebe Worte. NIE habe ich eine schlechte Erfahrung gemacht. Aber so war ich schon immer. Ich habe mich noch nie an der Nationalität oder einer Hautfarbe gestört. So wurde ich erzogen und so gebe ich es auch an meine eigene Kinder weiter.

    Schlimm finde ich, dass man mittlerweile mitbekommt wie viele Leute um einen herum rassistische Denkweisen haben. Menschen von denen man das nie gedacht hätte. Arbeitskollege von mir meinte mal, er hätte nichts gegen Ausländer, aber wenn man in die Stadt geht sieht man ja „nur noch Solche.“ Da war es bei mir schon vorbei. Geht gar nicht.

    Ich finde es so schön wenn verschiedene Nationalitäten zusammen kommen. Das bereichert ein Leben doch total :)

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    1. Liebe Masha, danke für deine ehrlichen Worte die so viel Wahrheit beinhalten.

      Ich kam mit 6 Jahren von Spanien nach Deutschland. In der Grundschule musste ich wegen meiner kaum vorhandenen Deutschkenntnisse in die erste Klasse zurück. Für mich damals kein Problem, für meine Schulleiterin schon.
      Bei den Empfehlungen für die weiterführenden Schulen, wurde ich von ihr als Förderfall eingestuft, obwohl ich mich sichtlich anstrengte im Unterricht.
      Ich kam auf eine Gesamtschule, machte mein Abi mit 1,9, habe diesen Sommer mein Bachelor in Architektur angeschlossen und werde im Oktober ein Master in Ingenieurswesen beginnen.
      Ich habe mir das alles selbst erarbeitet, aus meinem eigenem Wille jedem zu zeigen, dass auch ein „Ausländisches“ Kind einen tollen Job haben kann.

      Und jedes Mal wenn ich gefragt werde: Als was fühlst du dich eher, als Deutsche, weil ich schon 18 Jahre hier lebe, oder als Spanierin, weil ich immer noch nur den spanischen Pass/Perso habe?!
      Ist meine Antwort: ich fühle mich als Mensch und bin Europäer !

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      1. Hi Moni,
        lustig. So eine ähnliche Erfahrung habe ich auch gemacht :)
        Meine Grundschullehrerin fand schon in der ersten Klasse ich hätte keine Chance auf ein Gymnasium, weil ich damals auch noch kein Deutsch konnte. Aber ist ja alles gut gegangen :)

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  20. So viele ware Worte !!!!
    Danke dass du es aussprichst und deine Stimme als Blogger nutzt um auch über solche Themen zu sprechen!

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  21. Danke Masha für deinen Mut diesen Artikel zu verfassen. Rassismus ist vor allem in der heutigen Zeit wieder ein Alltagsthema geworden. Es ist wichtig, dass man sich für eine tolerante und respektvolle Gesellschaft einsetzt! 😊

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  22. Ich finde das Thema so, so wichtig. Im Rahmen meiner Masterthesis beschäftige ich mich mit Kultur und Kultursensibilität und es ist einfach unheimlich schwer, Kultur zu fassen und für sich zu definieren, weil es keine einheitliche Definition gibt und Kultur einfach so facettenreich ist. Kultur ist viel mehr als die Nation, Religion und äußere Erscheinung. Es zählen auch die Werte dazu, also das, was nach außen hin und auf den ersten Blick nicht sichtbar ist. Diese Erkenntnis ist elementar, um eben nicht nur oberflächliche Unterschiede sondern auch Gemeinsamkeiten wahrnehmen zu können und sich nicht von dem vermeintlich „Fremden“ abzugrenzen. Wir sind am Ende des Tages alle Menschen und sollten uns auch menschlich im Umgang miteinander verhalten. Danke, dass du deine Reichweite nutzt, um zu sensibilisieren und auf Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen 🙏🏼

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  23. Wow, Masha. Danke dass du das aussprichst. Ich hab nach dem Lesen des Artikels wirklich Tränen der Wut in den Augen. Du bringst das Problem des Alltagsrassismus so treffend auf den Punkt. Riesen Respekt an deine Arbeit!

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