Life Update: April

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Ich weiss nicht genau, wann es mir aufgefallen ist, aber irgendwann habe ich einfach aufgehört in meinen Kalender zu schauen.
Wozu auch? Welche Termine, Reisen oder Verabredungen sollten dort schon drinstehen, die ich mir nicht merken kann? Aktuell ist jeder Tag ist gleich. Im Grunde fühlt es sich an, wie ein einziger langer Tag – der einfach nicht aufhört.
Es ist so ruhig geworden, dass ich morgens sogar die Glockentürme höre, begleichet von den Gesängen der Vögel höre. Die sonst so laute Straße ist verstummt. Es passiert nichts. Weder auf der Straße, noch in den sozialen Netzwerken. Manchmal stehe ich auf dem Balkon, beobachte die Vögel auf den Bäumen, die Menschen unten auf den Straßen und frage mich, wann ich das letzte Mal so bewusst die Welt um mich herum wahrgenommen habe.
Mittlerweile hat sich Staub auf meine Koffer gelegt. Alle Reisen sind fürs Erste auf Eis gelegt. Wann werde ich meine Familie wiedersehen? Wochen? Monate? Ich hätte die gemeinsame Zeit beim letzten Mal intensiver genießen sollen. Ich glaube sie denkt ähnlich, denn ich sehe jedes Mal den traurigen Gesichtsausdruck meiner Mama, wenn wir miteinander facetimen. Wir telefonieren zwar fast jeden Tag, aber ich habe selten etwas zu erzählen. Draußen ein Eis zu essen ist zu meinem Highlight geworden.

Ich glaube, was mir zur Zeit besonders zu schaffen macht, ist die Einbruch meiner Kreativität. Die letzten Jahre habe ich aus der Not und Anpassung meine Kreativität immer von außen gezogen. Von den Menschen, denen ich begegnete, von den Orten, die besuchte und den Dingen, die ich erlebte. Ich entwickelte eine schnelle Auffassungsgabe und habe dabei vor allem eins verlernt: auf meine innere Stimme und Kreativität zu hören.
Fragen wie: „Was will ich eigentlich?“ münden in „Wer bin ich eigentlich?“ und bleiben offen. Vielleicht ist deswegen dieser Monat für mich so aussergewöhnlich ruhig. Bevor ich nach außen streue, muss ich aus mir selbst heraus schöpfen. Also lenke ich mich ab, lerne mit den neuen Umständen umzugehen und finde zu mir selbst zurück.
Gleichzeitig macht mir diese Reise Angst. Ich habe Angst davor mich fallen zu lassen.

Werde ich jemals wieder in der Lage sein so hochzufahren, wenn ich einmal wieder voll und ganz bei Bewusstsein bin?

Immerhin gibt mir eine Sache Hoffnung: David und Ich haben uns noch nicht gegenseitig die Köpfe eingeschlagen, obwohl wir vermutlich kurz davor waren.

Random Facts

  • der Balkon ist fertig! Ich kann es kaum erwarten bald unter die Interieur Influencer zu gehen!
  • ein guter Freund in meinem Alter (gesunder Lebensstil, etc) hatte vor Kurzem aus dem Nichts einen Schlaganfall und selten hat mir etwas so viel Angst gemacht, wie diese Tatsache.
  • Festivals. Ich vermisse vor allem Festivals.
  • Nachdem ich seit Jahren keine „analogen“ Bücher mehr gelesen habe, habe ich mir gleich 3 Neue geholt und lese sie jetzt immer vorm Schlafengehen.
  • Obwohl ich kaum rausgehe, verbringe ich mittlerweile fast doppelt so viel Zeit mit Haar- & Körperpflege und schminke mich sogar freiwillig fast jeden Tag. Ehrlich gesagt überrascht mich das selbst, denn ich dachte ich würde mich vollkommen gehen lassen, doch das Gegenteil ist eingetreten.
  • Mein Kater hat die Schnauze voll von uns. Seine Zündschnur ist mittlerweile richtig kurz. Ich glaube wir haben ihn mittlerweile ein paar Mal zu oft hochgenommen und gegen seinen Willen geknuddelt, sodass er aktuell richtig schnell sauer ist.
  • David hat bei uns ein neues Ritual eingeführt: Geoguesser. Bei diesem Spiel wird man via Google Streetview irgendwo auf der Welt „ausgesetzt“ und muss dann raten, wo man gelandet ist. Man kann sich anhand von Schildern, Straßenmarkierungen und Flora und Fauna orientieren und mittlerweile sind wir beide ziemlich gut darin.
  • Ich habe gelernt mir meine Nägel selbst zu machen. Was erstmal banal klingt, war eine Kleinigkeit, die mich wirklich nervte und Nachdem ich wirklich unter dem Zustand meiner abfallenden Nägel gelitten habe, habe ich beschlossen die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und es geschafft einigermaßen akzeptable Gelnägel zu schaffen und fühle mich nun richtig unabhängig.

Gesehen: Homeland Serienfinale.
Selten hat mich eine Serie von vorne bis hinten so überzeugt wie Homeland und obwohl ich traurig bin, dass es nach so vielen Jahren nun vorbei ist, bin ich auch zugleich dankbar für diese 8 wunderbaren Jahre. Es blieb einfach konstant spannend, unterhaltsam, lehrreich und vor allem bekam die Serie ein würdiges Ende. Falls ihr also noch einen passenden Kandidaten für euren Serienmarathon sucht, kann ich Homeland sehr empfehlen, insbesondere dann, wenn man sich für Politik interessiert und eine Serie sucht, die sich nah am aktuellen, politischen Geschehen orientiert.

Gelesen:
Eigentlich wollte ich nicht mehr so viel zum Thema Corona schreiben, aber ehrlich gesagt passiert ja auch sonst nicht allzu viel und es wird auch nicht mehr über allzu viel geschrieben, deswegen möchte ich diesen einen Artikel teilen, der das Problem in meinen Augen gut auf den Punkt bringt und mir auch das Problem etwas näher gebracht hat. Vor allem in diesen crazy times sollte es Pflichtlektüre sein. Nächsten Monat habe ich dann hoffentlich eins meiner neuen Bücher durch und kann es euch empfehlen.

Mai 2, 2020

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6 Kommentare

  1. Liebe Maria,

    ich folge dir nun schon seit 2014. Ich habe dich immer als inspirierende, andersdenkende junge Frau wahrgenommen. Oft passten deine aktuellen Themen genau zu meiner Lebenslage (Bin ich eine gute Freundin? Umzug, oder ich melde mich öfter bei meiner Großmutter, Abtreibung). Deswegen war ich immer sehr gespannt auf deinen Sonntagspost. Dabei standen weniger deine Outfits für mich im Vordergrund obwohl ich Mode liebe. Ich war Anfang/Mitte zwanzig und in einer schwierigen Lebenslage und eine Hose für um die 300 Tacken das war einfach undenkbar. Also las ich zwischen den Zeilen und folgte gespannt deinen Kosmetik oder Reisefeeds. Ich war vor kurzem endlich in Marrakesch und bin deiner Empfehlung gefolgt und habe das Café Nomad besucht. Kurz habe ich an diesem 3000 km entfernten Ort an dich gedacht. Hier war mal Masha Sedgwick vor 5 Jahren. (Du warst dort mit Fashionmonger etc.)
    Für mich wirst du immer eine Bloggerin sein denn von Influencer halte ich nicht viel. Zu unauthentisch, wer will sich schon gerne „anstecken“ lassen auch wenn beides Synonyme sind hat dieser Blog doch viel mehr Tiefe als eine Sarah Harrison (die Böse Sarah die ihr Kind zur Schau stellt) oder Kisu je über Instagram vermitteln könnten. Ich habe dich dafür geliebt, dass du in dem Moment wo du in Barcelona überfallen wurdest und enttäuschst über die Reaktion deiner Mutter warst dies mit deiner Community kommuniziert hat. (Oh mon Dieu, wer kritisiert schon die eigene Mutter öffentlich? Alle versuchen doch eine angeblich perfekte Welt zu suggerieren)

    Ich weiß nicht genau was mein Kommentar bezwecken soll. Ich hatte einfach schon seit längerer Zeit das Bedürfnis dir meine Gedanken mitzuteilen. Du hattest dir ja mal (ist schon was her) mehr Feedback gewünscht.

    Ich habe das Gefühl das dein Blog mich nicht mehr erreicht, denn auch ich habe mich verändert in den letzten 5 Jahren. Dafür war dein Blog oft helfende Inspiration und Input. Auch du bist strukturierter geworden. Vielleicht ist es das? I don´t know! Ich wünschte mir das dein Blog mich wieder mitreißen würde so wie er es damals tat.

    Liebste grüße

    1. Danke liebe Lena für dein Feedback. Wir alle verändern uns irgendwie und manchmal verlieren wir uns ein bisschen, manchmal finden wir wieder zueinander und manchmal ist das einfach so. Tatsächlich gibt es zur Zeit auch einfach weniger zu erzählen als früher, aber ich freue mich dennoch, dass ich dich so lange begleiten konnte <3

  2. Liebe Masha,
    ich bin schon langjährige Leserin deines Blogs bzw. Followerin deines Instagram Kanals. Leider kann ich nur zustimmen, was du in diesem Post andeutest. Du hast dich ein bisschen verloren. Ich meine das nicht böse, aber irgendwie fehlt mir momentan der Mehrwert. Gefühlt geht es bei dir nur um Sport, Firmenkooperation, Podcast und manchmal noch Politik. Mir fehlt leider wirklich der Fashion Anteil (finde es schade das der auf einen zweiten Account ausgelagert wurde) und deine Persönlichkeit! Man bekommt leider kaum noch mit, was dich persönlich beschäftigt, wie sich dein Leben entwickelt mit Freund/Freunden usw. Ich vermisse leider die Zeiten, wo Lisa und du darüber im Podcast gesprochen haben. Aber vielleicht willst du auch nicht mehr so viel preisgeben, was ich auch verstehen könnte. Allerdings darf man trotzdem sich selbst nicht verlieren.
    Das ist alles nur meine persönliche Meinung, aber es war mir schon seit längerem ein Anliegen dir das mitzuteilen, weil ich es eben so schade finde.
    Liebe Grüße

    1. Ja, ich würde auch gerne wieder mehr von meinem Privatleben teilen, aber es ist oftmals so verletzend für Andere und ich habe dann immer diese Diskussionen mit den Menschen um mich herum. Fragen von Davids Eltern, meiner Mama ob „wirklich alles gut ist“ usw. halten mich häufig davon ab Gedanken mitzuteilen :(

      Und Fashion? Finde ich nur noch so mittelmäßig spannend gerade irgendwie

  3. Liebe Masha,
    danke für deine Worte…du sprichst mir aus der Seele. Ich fühle was du schreibst.
    Du bist die einzige deren Blog ich noch wirklich lese und bei dem ich mich immer über die inspirierenden Worte freue.
    Mach weiter so.
    Liebe Grüße von deiner stillen Beobachterin
    Isabel
    Ps. Ich finde auch deinen Podcast wirklich wunderbar.