Life Update: Mai

Anzeige

Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, wie ich diesen Beitrag überhaupt anfangen soll. Normalerweise spreche ich Anfang des Monats immer über das, was im vorangegangenen Monat passiert ist, doch ich glaube, es gab nur wenig Monate, die mich so sprachlos zurückgelassen haben, wie dieser.

Der Mai war emotional.

Klar, es gibt immer mal wieder ein Auf und Ab der Gefühle, doch die letzten zwei Monate war es so intensiv wie schon lange nicht mehr. Während ich im April meine innersten Wünsche und Gefühle hinterfragte, konfrontierte mich der Mai mit nackten Tatsachen, die mein Leben auf den Kopf stellten und ich glaube selten hat mich ein Monat emotional so überfordert wie dieser.

Random Facts:

  • Ich komme bald aufs COUCH Cover!!! Man darf also gespannt bleiben!
  • Mittlerweile ist aus mir eine richtige Balkon-Gärtnerin geworden. Zum ersten Mal haben die Blümchen auf dem Balkon überlebt und blühen fröhlich vor sich hin, woran im Übrigen nicht nur ich, sondern auch die vielen Hummeln sich erfreuen, die mich besuchen kommen.
  • Ich habe mich mit dem Thema „Eier einfrieren“ auseinandergesetzt und das stieß bei euch auf ziemlich viel Interesse. Ich denke ich werde dem weiter nachgehen.
  • Obwohl ich zwischendurch echt gut dabei war, bin ich wieder etwas raus aus dem TikTok Game. Ich weiss auch nicht, aber irgendwie stresst es mich zur Zeit mehr, als dass es mir Freude bereitet.
  • Habe ich euch schon erzählt, dass ich zur leidenschaftlichen Roller-Fahrerin mutiert bin. So ein Elektroroller war wirklich die beste Investition aller Zeiten und macht einfach sooo viel Spass!
  • Ich habe die Yoga Krähe gelernt und perfektioniert!
  • In letzter Zeit beschäftige ich mich total gerne mit Themen der Astrologie. Wie für Andere eine Religion geben mir diese Themen irgendwie das Gefühl die Welt ein bisschen besser zu begreifen und Ereignisse besser anzunehmen.

#BlackLivesMatter
Nachdem ich bereits die #metwo Bewegung begrüßt habe, folgt nun #BlackLivesMatter in der über Polizeigewalt und strukturellen Rassismus gesprochen wird. Man möchte sagen: ENDLICH. Mein eigener Anspruch erfordert Toleranz und Gleichberechtigung. Es ist mir wichtig, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der alle Menschen dieselben Chancen haben und dieselben Privilegien genießen. Dafür habe ich mich bereits in der Vergangenheit eingesetzt und werde es auch immer wieder tun. Deswegen war es für mich selbstverständlich mich an der Rassismus Debatte zu beteiligen, auch wenn ich selbst nicht betroffen bin.

Dass struktureller Rassismus auch in Deutschland existiert, stand für mich außer Frage, doch wie genau er im Kleinen aussieht, das wusste ich nicht im Detail – bis vor 2 Wochen. Der Tod von George Floyd und die damit verbundenen Proteste schwappten schnell auch zu uns nach Europa und rissen alte Wunden bei BPOCs auf. Durch ihre Geschichten und Erfahrungen stellte ich fest, dass auch ich viele Fehler im Umgang mit BPOCs gemacht habe, allen voran war ich „farbenblind“ und damit auch blind für die vielen weißen Privilegien, die ich zwar genoss, die ich aber nie meinem „weiss-sein“ zusprach. Es ist wichtig, diese Rassismen auch bei sich selbst zu erkennen und zu hinterfragen und so lernte ich nicht nur viel über strukturellen Rassismus in den letzten Tagen, sondern habe mich auf vorgenommen mich weiterhin mit dem Thema zu beschäftigen, es auf meinen Kanälen selbst auch weiter zu spielen und nie mehr leise zu sein, wenn ich Rassismus im Alltag begegne.

Denn auch, wenn dieses Thema wieder mehr in den Hintergrund tritt, sollten wir in Zukunft darauf achten, dass die kleinen und großen Erfolge nicht nur von kurzer Dauer und Aktionismus geprägt sind, sondern wir langfristig gemeinsam für einen Wandel sorgen.

Geweint:
Geweint habe ich ziemlich viel in den letzten zwei Monaten. Aus Frust, aus Angst, aus Nostalgie, doch vor allem aus Trauer aus aus gutem Grund. Vor einem Monat bekam mein geliebtes Kätzchen Katie eine Krebs Diagnose: Lungenkrebs im Endstadium.

Für mich ist damit eine Welt zusammengebrochen, denn ich liebe meine zwei Katzen so sehr wie Familienmitglieder und vor allem Katie und Ich sind unzertrennlich. Zu wissen, dass meine kleine, süße Maus vermutlich dieses Jahr nicht überlebt, hat mir einen Stoß mitten ins Herz versetzt. Obwohl ich weiss, dass diese Fellnasen mich nicht bis ans Lebensende begleiten werden, hoffte ich irgendwie dennoch darauf und wollte es nicht so recht wahrhaben, dass unsere Zeit nur begrenzt ist. 11 Jahre ist meine kleine Katie nun schon an meiner Seite und Worte können nicht beschreiben, wie sehr ich sie (und den dicken Maley) liebe.

Meine kleine Katie ist eine unfassbar liebe und treue Katze, die mich noch nie gebissen oder gekratzt hat und ein ungebrochenes Vertrauen zu mir hat. Unsere Bindung ist so eng, dass ich manchmal vergesse, dass sie eigentlich ein Tier mit wilden Instinkten ist, doch die scheint sie vollkommen zu vergessen, wenn wir mal wieder schmusen. Und das tun wir ziemlich viel, denn Katie ist fast immer irgendwie in meiner Nähe und liebt es ordentlich durchgekrault zu werden – selbst am Bauch und an den Pfötchen. Wir schlafen sogar gemeinsam ein, sie in meinem Arm und ihr kleines Köpfchen in meiner Hand. Sie ist wirklich ein besonderes kleines Kätzchen und zu wissen, dass sich ihr kleines Katzenleben und damit unsere wunderschöne gemeinsame Zeit dem Ende zuneigt, tut einfach unfassbar weh. Und trotzdem bin ich auch dankbar, dass ich es weiss, jeden Moment ganz bewusst mit ihr genießen kann und alles tue, um ihr die verbleibende Zeit so schön zu gestalten, wie es nur irgendwie geht. Mehr kann ich nicht tun.

Gefreut:
Beruflich läuft es wieder etwas besser. Tatsächlich sieht die Auftragslage eher zurückhaltend aus, doch auch hier mache ich das Beste draus. Ich mache wieder mehr Sport, was dazu geführt hat, dass ich meine Jahrespartnerschaft, für die ich damals mit Nike so gekämpft habe, vertieft hat (drückt mir die Daumen, das sie im Sommer verlängert wird!) und ganz unerwartet hat sich eine weitere Chance aufgetan: ich werde einen weiteren Podcast machen. Ja, richtig gehört. Neben Sonntagsgedanke und Unshared wird es ein weiteres Baby geben: Meanwhile in Mitte.
Hier werde ich ein wöchentliches Update geben zu allem, was Politisch und Kulturell in meiner Bubble los war und mit wechselnden Gästen über die Woche reden. Der Podcast wird exklusiv bei Podimo erscheinen und erstmal ein Jahr laufen. Ehrlich gesagt bin ich unfassbar happy darüber, denn so ein neues Projekt bringt nicht nur eine Menge Sicherheit in mein Leben, sondern auch Freiheit. Freiheit weniger auf Instagram zu werben und meinen Fokus immer weiter von der Mode hin zu relevanten Themen zu verschieben und weniger abhängig von Kurzaufträgen zu sein. Ich glaube es ist genau das, wonach ich mich schon länger gesehnt habe.

Gelesen:
Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus von Shohana Zuboff
Zugegeben, es ist wirklich ein dicker Wälzer über die Unternehmen, die heute unsere Daten sammeln, unser Leben bestimmen und unser Verhalten vorhersagen, doch so anstrengend der Inhalt ist, so explosiv ist es auch. Stück für Stück nimmt sich Zuboff die einzelnen Aspekte unseres Fortschritts heraus und zeigt, wie wir dadurch bestimmt und beobachtet werden. Eine erschreckende, aber auch sehr wichtige Erkenntnis!

Gesehen:
Unorthodox (Netflix-Serie)
Die Miniserie beruht lose auf dem Buch von Deborah Feldmann, die ihre Erfahrungen als ultraorthodoxe Jüdin mit ihren Lesern teilt. Die Serie gibt spannende Einblicke in eine Parallelgesellschaft, die in New York ihren Anfang nimmt und in Berlin spielt und das ein oder andere Berliner Klischee zwar mitnimmt, aber im Großen und Ganzen ein ernstes Thema von einer interessanten Seite beleuchtet. In meinen Augen eine absolut empfehlenswerte und kurzweilige Serie.

Juni 14, 2020
Taged under -

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

8 Kommentare

  1. Hey Masha, ich bin begeistert, dass du dir das Buch von s. Zuboff reingezogen hast. Deswegen lese ich deinen Blog (als fast einen der letzten), du schaust über den Tellerrand und interessierst dich für die Gesellschaft.

    Umso mehr freue ich mich für dich, dass du dein Business so weiterentwickeln kannst, dass du den Raum für solche Themen schaffen kannst!

  2. Hallo Masha,

    die damit verbundenen Proteste arteten in Plünderung, Geschäfte anzuzünden (wo auch Menschen saßen) und selbst Gewalt gegen die Polizisten aus. Das hat mit Protest nichts mehr zu tun. Damit hetzt man den Hass noch höher.
    Es wird nie enden und es wird noch mehr werden. Fakt ist, dass nicht alle verschiedenen Kulturen kompitabel sind und deswegen entsteht dieses Problem. Sorry, aber ich kann nicht in ein Land auswandern und meine Gewohnheiten und Vorstellungen dort ausleben. Dort gibt es andere Regeln an dem ich mich halten muss. Leider tun das die wenigsten.
    Menschen können sehr übertreiben, wissen wir auch. Aber diese Plünderun und Zerstörung Proteste sind ein NO GO! Dafür fehlt mir jedes Verständnis.

    Liebe Grüße

    Laura T.

    1. Hey liebe Laura,
      das sehe ich komplett anders.
      1. reden wir hier von einer jahrhundertelang andauernden Diskriminierung gegen Schwarze, deren friedliche Proteste immer nur auf taube Ohren stießen.
      2. Kann man Sachbeschädigung nicht gegen Menschenleben aufwiegen, ähnlich wie man linke Gewalt nicht mit rechter Gewalt vergleichen kann. Das Eine richtet sich gegen Menschen bzw. Menschengruppen, das andere gegen ein System.
      3. Hat die Polizei ein Gewaltmonopol und trägt damit auch Verantwortung. Struktureller Rassismus ist keine Übertreibung oder Erfindung, sondern kann anhand von Statistiken belegt werden.
      4. Vor allem in Amerika wurden Schwarze 300 Jahre lang aus ihrer Heimat entführt und verskalvt – das hat nichts mit Auswanderung und Anpassung zu tun und die, die heute dort leben, sind dort geboren und haben die Kultur und den Wohlstand mitgeprägt
      5. Niemand begibt sich in Lebensgefahr und flüchtet, weil es Zuhause etwas unbequem geworden ist. Die Nato führt in zig Ländern Kriege, plündert andere Länder aus für den eigenen Wohlstand und destabilisiert systematisch Länder. Geflüchtete kommen nicht mit böswilliger Absicht, sondern sie suchen Schutz und hoffen auf ein Leben in Sicherheit. Deutschland sollte es in meinen Augen diesen Menschen einfacher machen Asyl zu bekommen und sie integrieren, insbesondere angesichts unserer schrumpfenden Gesellschaft, statt diese Menschen im Mittelmeer untergehen zu lassen.

      1. Hallo Masha,

        ich schrieb nichts über „keine Übertreibung oder Erfindung“, sondern bezog mich auf die Art der Demonstranten. Gewalt ist keine Lösung. Statistiken sollte man kein Glaube schenken. Genauso vieles so zu sehen wie man es gern hätte. Man kan Deutschland nicht für alles verantwortlich machen. Außerdem hat Deutschland mehr Asyl gewährt als es tragen kann. Ich wünschte die Gesellschaft würde sich für das Klima und Umweltschutz genau so Stark machen.
        Denn hier beginnt unser Problem und Platz wird die Natur von alleine schaffen.

        Gruss
        Laura T.

        1. Ich bezog mich auf das „Menschen können sehr übertreiben“ und habe es als Empfindlichkeit von Minderheiten interpretiert.
          Selbstverständlich sollte Gewalt niemals die Lösung sein, aber ich sehe die Gewalt weniger bei den Demonstranten, als bei der Polizei.
          Auch bei der Demo in Berlin habe ich nur friedlichen Protest gesehen und war schockiert von den Videos der Vorfälle, die sich danach ertrugen.
          Sicherlich ist Deutschland nicht alleinverantwortlich (deswegen: NATO), aber DE hat großen Einfluss und gehört im Übrigen auch zu den größten Klimasündern.
          In meinen Augen kann DE sogar noch deutlich mehr Asyl tragen. In der Coronakrise haben wir gesehen, wie reich dieses Land ist und wenn es ein bisschen weniger Geld für Maut und gescheiterte Bauprojekte ausgeben würde und dafür ein Grundeinkommen eingeführt hätte, wären wir alle auch ein bisschen besser durch die Krise gekommen.

          Was Umweltschutz angeht, gebe ich dir Recht, wobei es hier noch deutlich mehr auf die Politik ankommt, in meinen Augen, als beim Thema Rassismus.
          So lange sich Umweltschutz nicht finanziell rechnet, werden große Firmen weiterhin unsere Natur ausbeuten. Ich sehe hier die größte Verantwortung bei der Politik u.a. aus der Kohle auszusteigen.

          1. Hallo Masha,

            da bin ich ganz bei dir mit gescheiterte Bauprojekte. Doch Klima geht uns allen an und nicht nur die Politik. Wir noch mehr. Tatsache ist, eine Bedrohung, die uns alle betrifft, unser Leben beinflusst. Ein Blick ins weiter Leben ist ungewiss, kaum einer vermag heute zu sagen, was uns in den nächsten Monate oder darüber hinaus erwarten wird. Vielleicht wird es Menschen zum Nachdenken anregen, über die Oberflächlichkeit und Sorglosigkeit, die sie in der Vergangenheit viel zu oft an den Tag gelegt haben. Auf kosten des Klimas, der Umwelt, konnte es nicht weitergehen. Vielleicht trägt die derzeitige Situation dazu bei, dass sich die Menschen grundsätzlich mehr Gedanken machen und sich neu ausrichten. Es sind kleine Schritte, die – gemeinsam gegangen – eine große Kraft entfalten können. Was sollte uns mehr antreiben als unsere Umwelt? Nachhaltigkeit ist eine Entscheidung für das Leben, für unser Leben auf diesem schützenden Planeten. Wir haben es in der Hand „schönes Leben oder untergehen“. Die Bedeutung Leben muss wirklich erkannt werden. Verbraucher haben die Macht, was sie konsumieren und in welche Richtung die Politik gehen soll. Also nicht jammern sondern handeln. Und ja, du hast recht mit dein Satz: „So lange sich Umweltschutz nicht finanziell rechnet, werden große Firmen weiterhin unsere Natur ausbeuten.“
            Auch diese werden nicht ungestraft davon kommen. Die Natur rächt sich. So oder so. Bedauerlich dass viele unschuldige Kinder und Menschen mit untergehen werden.
            Trotzallem werde ich weiter für die Natur mein Beitrag geben.
            Vielen Dank für deine interessanten Themen.

            Sende dir Grüße

            Laura T.