Life Update: März

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Zur Zeit schlafe ich schlecht. Ich werde häufig wach und frage mich morgens, wenn die Sonne durch die Leinengardinen ins Schlafzimmer scheint, ob ich das alles nur geträumt. Corona, Ausgangssperren, wirtschaftlicher Zusammenbruch – ist das alles wirklich passiert? Hätte man mir vor einem Jahr von so einem Szenario erzählt, ihr hätte laut gelacht, den Finger an die Schläfen getippt und hätte ein sarkastisches „Ja, ne is klar“ von mir gegeben. Selbst jetzt scheint die Wirklichkeit so unwirklich und so komme ich nicht umhin mich immer wieder zu fragen:

Passiert das gerade wirklich?

Ich weiss noch wie ich vor zwei Monaten nach China schaute, mich wundernd, wie ein Land solche Maßnahmen ergreifen kann und selbst als Italien als erstes Land in Europa einen Lockdown verkündete, konnte ich es nicht glauben, dass uns in Deutschland etwas ähnliches geben könnte. Einschränkungen, ja möglich, aber die Maßnahmen, die getroffen wurden, überstiegen mein Vorstellungsvermögen.

Und jeden Morgen brauche ich einen Moment um zu realisieren, dass das hier nun die Wirklichkeit ist, meine Wirklichkeit, unsere Wirklichkeit, eure Wirklichkeit.

Wir sind alle davon betroffen und nahezu jeder muss in dieser Situation seine Komfortzone verlassen. Für den Einen bedeutet das Homeoffice, für den Anderen Kurzarbeit, wiederum andere sind stärker belastet durch Familie und Job. Wer in dieser Situation weder, um seine Gesundheit oder seine Existenz bzw. Die Gesundheit und Existenz seiner Liebsten bangen muss, der kann sich heutzutage glücklich schätzen. Das Coronavirus greift nicht nur unsere Gesundheit an, sondern führt uns auch all unsere anderen Schwächen vor Augen.

Ob politisch, wirtschaftlich oder individuell – es tut weh. Doch so schmerzhaft diese Phase gerade ist, sie lehrt uns Demut, Dankbarkeit und die Rückbesinnung auf alte Werte. Glücklicherweise bin ich kaum vom Virus betroffen: Ich erfreue mich bester Gesundheit, meine Liebsten auch und finanziell kann ich die Einbußen durch meine Rücklagen abfedern. Außerdem habe ich ein wunderschönes Zuhause, in dem ich mich gerne aufhalte, einen Balkon und einen Mann, mit dem ich selbst nach 3 Wochen noch immer gerne Zeit Zuhause verbringe. Mir schienen diese Dinge damals selbstverständlich in meinem Streben nach mehr, doch ich habe Glück und ich weiss es noch mal ganz neu zu schätzen.

Mittlerweile sind 3 Wochen Quarantäne um und nachdem ich die Situation erst unterhaltsam, dann nervig und irgendwann einfach akzeptiert habe, bin ich mittlerweile an dem Punkt angekommen, wo ich anfange sie von der positiven Seite zu betrachten und als Geschenk anzunehmen, aus dem ich gestärkt hervorgehen werde. So genieße ich nicht nur, dass ich mir mitten am Tag 10 Minuten Zeit nehme, in denen ich nichts tue, außer die Katzen zu streicheln, sondern entwickle auch ein neues Gefühl zu Zeit. Ich finde es schön, meine Oma wieder häufiger anzurufen und sie zu fragen, wie es ihr geht und verstehe, dass sie sich nicht erst seit Corona einsam fühlt und ich ihr in den letzten Jahren zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Generell vermisse ich meine Familie jetzt noch viel mehr, seit ich weiss, dass ich sie erstmal nicht sehen darf und es auch schon wieder ein Jahr her ist, seit ich sie das letzte Mal vollständig gesehen habe. Ich vermisse meine Mama und auch meine Oma. Ich vermisse meine Freunde und kann es kaum erwarten sie endlich wieder zu sehen und in den Arm nehmen zu können.

Durch diesen Virus merke ich erst, wen ich vermisse – und wen nicht.

Ich genieße es, neue Aktivitäten für mich zu entdecken, mich hin und wieder einfach gehen zu lassen und ist euch eigentlich aufgefallen, wie laut die Vögel singen, seit die Welt so ruhig geworden ist? Möglich, dass es auch damit zu tun hat, dass ich Vogelfutter auf meine Fensterbänke gestreut habe, schließlich sollen die Piepmatze nicht hungern, wenn die Cafes geschlossen sind. Auch für sie ist gerade Ausnahmezustand.

Random Facts:

  • Ich war das erste Mal nach Jahren mal wieder live
  • Quarantäne bedeutet für mich, dass nach und nach meine ganzen Nägel abfallen.
  • Ich habe die Zeit genutzt, um meinen Balkon zu renovieren und er ist jetzt fast fertig. Ich kann es kaum erwarten bis die Deko ankommt, es richtig warm wird und ich die restliche Zeit in Quarantäne da drauf verbringen werde.
  • Ich habe nach 2 Jahren aufgehört meinen Feed in seiner Puzzle-Form weiterzuführen und binde nur noch hin und wieder Puzzle Elemente ein. Irgendwie gibt mir das wieder mehr Freiheit. Zuletzt hat sich diese Collage nämlich wie ein Gefängnis für meine Kreativität angefühlt.
  • Zum 31. Geburtstag hat David für mich einen Schoko-Kuchen gebacken. Er hat noch nie etwas gebacken und ich musste ihn ein wenig unterstützen, denn allein schon die vegetarische Geleemasse war eine kleine Überforderung, aber der gute Wille zählt ja :)

Ich war das erste Mal nach einer Ewigkeit wieder live – allerdings nicht auf Instagram, sondern auf TikTok! Dort gibt es ein Format, das sich EduTikTok nennt, bei dem Influencer über eine Sache sprechen, von der sie Ahnung haben. Ich habe mich für das Thema Produktivität im Home-Office entschieden, weil ich durch Flow Lab ziemlich viele Methoden kennengelernt habe und schließlich auch zu meiner Eignen gefunden habe, um möglichst produktiv zu sein (wenn ich will). Tja und dann habe ich eine Stunde lang dazu referiert und es wurde so unglaublich ausführlich, dass ich beschlossen habe, dazu auch mal bald eine Blogpost-Serie zu veröffentlichen. Auch wenn eine Stunde lang für eine jüngere Zielgruppe eine Art Vortrag zu halten ziemlich anstrengend war, habe ich vor allem zwei Lehren daraus gezogen:

1. Ich unterrichte und diskutiere total gern
2. Live zu gehen hat einen gewissen Reiz. Wer hat Erfahrung mit Twitch? Vielleicht sollte ich diese Plattform mal für mich erkunden?

Gesehen: Rivalen
„Konkurrenz belebt das Geschäft“ heißt es doch so schön. Wie viel Wahrheit in diesem Satz steht, kann man in der Doku-Reihe des Öffentlich-Rechtlichen „Rivalen“ verfolgen. Auf Amazon gibt es zwei Staffeln in denen berühmte Firmen und Personen gegenübergestellt werden, ob Puma und Adidas oder Hering vs. LVMH – die Krieg findet oft im Verborgenen statt und so ist die Doku nicht nur unterhaltsam, sondern auch extrem lehrreich, um unsere Wirtschaft als das zu begreifen, was es ist: ein einziges Schlachtfeld.

Gedanken:
Irgendwie setzt mich diese Quarantäne Zeit auch unter Druck. Zwar arbeite ich nach wie vor weiter, schreibe Blogposts und produziere Content (hauptsächlich Workouts, wie euch vielleicht aufgefallen ist), doch zugleich fühle ich mich enorm unter Druck gesetzt, weil ich in der Krise nicht noch mehr mache. Weder lerne ich eine neue Sprache, noch gehe ich jeden Abend live, nähe Mundschutz für alle und schaffe es meine Community, also euch, mehr zu engagen und aufzuklären. Ich habe das Gefühl, ich tue einfach nicht genug, dabei wäre doch genau jetzt die richtige Zeit noch mehr Content zu bringen, neue Routinen einzuführen und überhaupt ein besserer Mensch zu werden. Geht es euch genauso?

April 4, 2020

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4 Kommentare

  1. Liebe Masha!

    Danke für deine tollen Beiträge – ich lese sie immer sooo gerne! Deine Gedanken haben mich nachdenklich gestimmt, vor allem der Satz: „Dabei wäre doch genau jetzt die richtige Zeit noch mehr Content zu bringen, neue Routinen einzuführen und überhaupt ein besserer Mensch zu werden.“ Vielleicht ist aber gerade jetzt die richtige Zeit dafür die von dir schon öfters erwähnte Ruhe, weniger machen etc. zu GENIESSEN ;-)) Ich verstehe dich wirklich gut, aber vielleicht sollten wir uns alle mal von dem Gedanken verabschieden, in der Quarantäne dies und jenes machen zu „müssen“ – sondern einfach tun, was uns gut tut. Wir spüren es ja, nur überdecken wir dieses Gefühl oft mit dem Gedanken nach „mehr machen, Zeit sinnvoller nutzen etc. etc.“. Alles Liebe und schau auf dich, Ramona

  2. Hallo liebe Masha, ich finde deinen Blogspot total ermutigend – und zwar weil ich ebenfalls die Quarantäne Zeit gerade total genieße und gute Seiten an der ganzen Sache entdecke! Und klar, auch ich habe Glück. Eigentlich studiere ich aber momentan verbringe ich die Zeit bei meinen Eltern auf dem Land, es ist schönes Wetter, wir haben keine finanziellen Sorgen, uns geht es gut und wir genießen die ungeplant gewonnene Familienzeit in vollen Zügen. Und manchmal, sogar echt oft, fühle ich mich echt schlecht deswegen. Weil ich weiß was sonst so auf der Welt gerade abgeht, und dass nicht alle so lucky sind. Aber den Kopf in den Sand stecken und Trübsal bringt uns ja auch nicht weiter! Und deswegen: mach deinen content weiter so wie bisher, ich – und bestimmt auch viele andere – finde es super, zu sehen, dass auch als Influencer dein Leben gerade genauso ’normal‘ Quarantäne mäßig ist wie von allen anderen auch! Ich hoffe du verstehst wie ich das meine haha. Ganz liebe Grüße :)

    1. Danke liebe Isabel,

      ja ich fühle mich teilweise auch schlecht deswegen, aber wie du schon sagtest, den Kopf in den Sand zu stecken bringt auch Niemanden weiter, auch wenn es okay ist, wenn man sich dafür entscheidet! Und ja – die Quarantäne betrifft mich genauso wie alle Anderen :D

  3. Hey Masha! :)

    Schön zu hören, dass es dir erstmal gesundheitlich gut geht. Wirklich spannende (und verdammt nochmal krasse und unwirkliche – und irgendwie auch total beschissene) Zeiten, in denen wir leben. :D

    Ich finde es toll, dass du auch das Gute an Corona sehen kannst (eben z.B. mehr Zeit für die Katzen und Oma). In meinem heutigen Blogartikel schreibe ich auch darüber, dass (und was) man auch Gutes an Corona sehen kann – und sollte! Ich haue hier mal den Artikel rein:

    https://www.mister-matthew.de/das-gute-an-corona-fuer-mich/

    PS: gerne wieder mehr auf dem Blog veröffentlichen! :) Ich liebs, das weißt du ja!

    Matthew <3