Slut!

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Ich kann mich noch gut daran erinnern, als man mich das erste Mal eine Schlampe nannte.
Ich war jungfräulich und ohne jegliche Erfahrungen in dem Bereich. Ich war 13.
Doch das alles spielte keine Rolle, denn der Grund war: ich trug fast nur Röcke: lange, kurze, Wickel- und Schlauchröcke.
Ich war „das Rockmädchen“ – und deswegen gleich eine Schlampe.
Klar, in der Logik der 7.-Klässler machte das Sinn.
Im Übrigen hatte ich seitdem auf der Schule den Ruf dann weg und dafür war es noch nicht mal nötig auch nur mit einem einzigen Schüler zu schlafen. Später war es der etwas zu tiefe Ausschnitt und am Ende der komplett unkonventionelle Stil, der mich zur Schlampe machte. Aber das war mir dann auch egal, denn ihr wisst ja: Ist der Ruf erst ruiniert… (kann man tragen was man will).
Trotzdem hat mich diese Erfahrung in der frühen Jugend dermaßen geprägt, dass ich bis zum Ende der Schulzeit mit keinem anderen Schüler aus der Schule geschlafen habe.
Ich wollte einfach nicht, dass sie ‚Recht‘ haben mit ihren Anschuldigungen.
Heute weiss ich, wie lächerlich das ist. Damals noch nicht…
Doch nicht nur Kinder können grausam sein.
 
Heutzutage braucht es nicht viel um als Schlampe zu gelten.
Man kann den ‚falschen‘ (Ex)Partner haben.
Man kann den ‚falschen‘ Kleidungsstil haben (zu viel Haut)
Man kann den ‚falschen‘ Freundeskreis haben (mehr Männer als Frauen)
Man kann die ‚falschen‘ Bilder posten (ebenfalls zu viel Haut).
Man kann einfach den ‚falschen‘ Grund für Sex gewählt haben. (Sex darf nur aus Liebe passieren)
Man kann ‚zu viele‘ Partner gehabt haben (wer bestimmt eigentlich was ‚zu viel‘ ist??)
 
Was jedoch wirklich richtig oder falsch ist bestimmt jeder für sich selbst.
Was in die Kategorie Schlampe fällt, dagegen nicht.
 
Wenn eine Frau mit vielen Männern schläft, ist sie eine Schlampe.
Wenn ein Mann mit vielen Frauen schläft ist er ein Casanova, oder – schlimmstenfalls – eine männliche (!!!) Schlampe. Denn weil Schlampen ja sonst weiblich sind und man ein vergleichbares Verhalten nicht anders beschreiben kann. Ehrlich gesagt macht mich sowas wütend. Und nicht nur das..
 
Wenn es darum geht Frauen als „Schlampen“ zu betiteln, sind es meistens gar nicht die Männer, die einem diesen Stempel aufdrücken, sondern andere Frauen. Und vielleicht tut es deswegen so weh. Weil aus den eigenen Reihen geschossen wird.
Und warum? Um sich selbst auf- und Andere abzuwerten.
Wie soll Gleichberechtigung funktionieren, wenn wir uns selbst nicht mal gleichberechtigt beurteilen können? Wie können wir selbiges dann von Männern erwarten?
Auf welcher Grundlage können Themen wie Sexismus behandelt werden, wenn wir uns selbst gegenseitig unterdrücken, anstatt einander zu bestärken?
 
Zugegeben, man muss nicht alles gut finden, was der Andere macht, man kann es auch beurteilen, aber gleich verurteilen? Das ist alles andere als anständig, vor allem dann, wenn es um die Sexualität geht, das wohl intimste Thema von allen. Ein Thema, das so privat ist, dass es eigentlich nur einem selbst vorbehalten sein sollte darüber zu urteilen, aber bestimmt keiner Öffentlichkeit.
Schliesslich ist die Sexualität doch etwas, das jeder für sich selbst entdecken sollte – ohne die Angst im Rücken als Schlampe zu gelten. Oder genauso schlimm: als frigide und verbittert, nur weil man sich dagegen entscheidet.
 
Ich frage mich, was dagegen spricht die eigene Sexualität zu erkunden, auszuprobieren und sich auch auszuleben. Warum ist es in Ordnung wenn Männer sich genau dem widmen, aber nicht, wenn Frauen sich selbst das gleiche Recht einfordern. Wenn sie Sex haben, weil sie Sex wollen.
 
Warum muss ein Mann erst erobert werden und gezähmt, wenn er sich nicht auf eine Frau festlegen will und eine Frau ist gleich verbraucht?
Warum erntet ein Mann Respekt für die Zahl seiner Sexpartner und eine Frau nur Hohn?
Warum fehlt es einer Frau an Ehre (mein Lieblingswort in diesem Bezug..), während es für einen Mann zum guten Ton gehört viele Sexualpartner gehabt zu haben?
Warum sind Frauen Schlampen, wenn sie knappe Kleidung tragen, aber ein Mann wird bewundert und begehrt, wenn er seinen sportlichen nackten Oberkörper zeigt?
Und wenn wir schon das mal weiterspinnen:
Wie viele Vergewaltigungen hat es bereits gegeben, nur weil eine Frau einen Mann durch ihren Kleidung ‚provoziert‘ hat?
Wie kann der Kleidungsstil einer Frau ein Verbrechen rechtfertigen?
 
Was ich damit sagen will ist, dass Slut Shaming nicht einfach eine harmlose Beleidigung am Rande ist, sondern ein ernsthaftes Problem unserer Gesellschaft. Indem wir andere Frauen als Schlampen bezeichnen werten wir nicht nur andere Frauen, sondern in erster Linie uns selbst ab und treten all das mit Füßen, was der Feminismus in den letzten Jahren erreicht hat. Stattdessen sollten wir anfangen uns nicht nur in beruflicher Hinsicht für Gleichberechtigung stark zu machen in Form gleicher Löhne und Anzahl der Führungspositionen, sondern auch in privater Hinsicht.
Wir sollten aufhören Frauen nach ihrem sexuellen Verhalten zu beurteilen und jeden die Entscheidungen treffen lassen, die er selbst für richtig hält, egal ob es dabei um die Partner- oder Kleiderwahl geht. Das ist schlichtweg nicht unsere Angelegenheit. Und wem diese Aufgabe zu einfach fällt, der kann ‚Schlampen‘ doch in Zukunft einfach als Kämpferinnen der Gleichberechtigung betrachten.
 
Denn wir alle wissen mittlerweile:
Gleichberechtigung macht am meisten Spass, wenn sie im Bett ausgetragen wird.
 
 


I remember the day well when I was first called a slut. I was still a virgin, without any sexual experience whatsoever. I was 13. But that didn’t matter. What seemed to matter was that I was wearing mostly skirts at the time, short, long, wraparound and tube skirts.
I was the ’skirt girl‘ – and that’s what made me a slut.
Sure thing, makes sense from a junior high school point of view. The reputation stuck for the remainder of my school career. It wasn’t even necessary for me to sleep with anyone to earn my label.
Kids can be cruel. Grown ups too.
 
It doesn’t take much these days to be called a slut.
Could be the ‚wrong‘ (ex-)partner.
Could be the ‚wrong‘ fashion choice (too much skin).
Could be that you hang out with the ‚wrong‘ group of people.
Could be you posted the ‚wrong‘ pictures (too much skin, again).
Could be that you choose to have sex for the ‚wrong‘ reason (sex must be tied to love at all times).
Could be that you had ‚too many‘ partners (who draws the line?).
 
It’s up to each and every one of us to decide for ourselves what’s wrong or right.
But it’s not up to us what makes us fall into the slut category.
 
When a woman has a promiscuous lifestyle, she’s a slut.
When a man sleeps with lots of women, he’s a Casanova, or – at worst – a male (!!!) slut. The negative ’slutty‘ connotation is obviously female by default, so much so that there is not even a proper word for the ‚male slut‘. Honestly, this makes me angry.
 
And the thing is, that often enough the insult does not even come from men but from women. Maybe that’s why it hurts so bad. It’s a stab in the back.
And for what? To put someone else down in order to look and feel better.
How, I ask you, are we going to achieve equality among the sexes if we can’t even sort it out among ourselves? On which basis are we going to discuss sexism, when we oppress each other instead of standing up for one another?
 
I’m not trying to say that we should be ok with everything others do. It’s ok and human to sometimes categorize the people around us. But do we have to pass judgement so quickly and indiscriminately? Or, in fact, at all? It’s not decent. Especially when talking about sexuality, the most intimate subject of all. It’s a sphere so private and delicate that it shouldn’t be subjected to judgement by anyone, certainly not uninvited. Sexuality is discovery. It’s a journey that should be possible without fear of being labelled a slut. The opposite is just as bad, by the way. No one should be labelled frigid for their choices.
 
I ask myself, what speaks against discovering your own sexuality? What’s wrong with trying things out, with living through experiences? Why are men afforded the privilege of having sex when, with whom and as often as they want, while women aren’t?
 
How is it that a man needs to be ‚conquered and tamed‘ when he doesn’t want to restrict himself to monogamy, and a woman is considered somehow dirty and ‚used‘? How does a man reap recognition and admiration for the number of his sex partners, while a woman is rewarded with mockery and scorn? Why are women seen as lacking pride and ‚honor‘ (my favorite word when it comes to this subject…), while men are considered bonvivants for exactly the same choice? How come women are sluts for wearing tight dresses, and men are admired and desired for showing off shapely torsos, completely topless?
And, as we’re talking about it: how often do we hear that a man raped a woman because she ‚provoked‘ him by showing too much skin? How on earth can a crime be justified like that?
 
I would like to make it very clear that slut shaming should not be seen as a harmless act. It’s a deeply rooted problem in our society. Calling women sluts means we degrade them, and ourselves. We neutralize and throw away all that was achieved through feminism over the past years. We should stand up for equality, equal pay for equal work, more women in leading positions. And we should most definitely stand up for equality in our private lives.
We should stop judging women for their sex lives, and leave it up to the individual to make the choices she deems right for herself. The clothes she wears, the partners she chooses – it’s simply none of our business. And if this is too easy a task for you, how ‚bout you take it one step further and see these so-called ’sluts‘ as fighters for equality!
 
We all know, after all, the fight for equality is most fun between the sheets.
 
 

sonntagspost-slut-shaming-2

Juni 28, 2015
Category - personal
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47 Kommentare

  1. Liebe Masha,
    ich bin beeindruckt mit welcher Souveränität du dieses schwierige Thema ansprichst. Du triffst im Prinzip die Faust auf’s Auge. Du nennst alle Probleme und Kehrseiten dieses Themas, ohne dabei beleidigend oder provozierend zu wirken. Ich bin in der Altersklasse, in der meiner Meinung nach das Wort Schlampe am häufigsten genannt wird (schokierender Weise oftmals ohne wirklich zu wissen, was damit gesagt wird). Mich persönlich widern Menschen, die andere als Schlampe bezeichnen an. In jeglichen Aspekten die du genannt hast kann ich dir nur zustimmen. Danke für diesen wundervollen Post.

  2. Ich muss sagen, dass „Slut Shaming“ in meinem Umfeld sehr selten vorkommt und ich darüber wirklich froh bin.

    Traurig, dass es dieses Wort überhaupt geben muss.

    Das Einzige, bei dem ich mich immer rechtfertigen muss/soll, ist, wenn ich Kleidung mit tiefem Ausschnitt trage.
    Ich betone aber nun mal gern mein Dekolleté und sehe darin nichts sexistisches.
    Wie ich es anderen (immer Frauen!) erklären soll, dass daran nichts verwerflich ist, weiß ich leider auch nicht.

  3. Ich bin ein Mädchen und erst 14, doch ich liebe deine Sicht auf so viele dinge und besonders deine offene Art darüber zu reden. Ich bin in der 9. Klasse und es ist mittlerweile Alltag, dass man selbst oder andere Mädchen als Schlampen bezeichnet werden und das sowohl von den Jungen als auch von den Mädchen. Mit diesen Beitrag hast du ein Thema angesprochen was mich sehr beschäftigt und ich deine Meinung zu diesem Thema vertrete, denn es ist doch schlimm wenn ich eine Schlampe bin nur weil mein BH am der Seite meines Shirts rausguckt. Danke für diesen Eintrag Masha ❤

  4. Mit deinen Worten hast du absolut Recht!
    Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen! Nur wir selbst bestimmen unser Maß!
    Deine Bilder sind der Hammer! Gefallen mir sehr sehr gut.

  5. Toller Beitrag. Ich liebe deine Sonntagsposts, denn oft schreibst du mit ihnen nieder, was ich, und auch viele andere Frauen, einfach denken.

    Ich habe heute mit jemandem über ein ähnliches Phänomen diskutiert. Es ging darum, dass man sich immer mit anderen Frauen duelliert, sich zu stark vergleicht und es immer nur um Konkurrenzdenken geht (oder wie du es geschrieben hast, sie gleich als Schlampe abstempelt und von oben herab über jemanden oft Fremdes richtet), anstatt jemanden sein zu lassen, wie man ist, ob mit zwei Speckröllchen mehr, mit einem offenerem Sexleben oder einem anderen Kleidungsstil. Ich schaue gerne Frauen hinterher und an. Klar vergleicht man sich auch unterbewusst und ich bewundere ihre schönen Haare oder die perfekte Figur. Aber es ist wichtig, dass man den Neid rauslässt. Denn das führt oft dazu, dass man jemanden falsch abstempelt (z.B. als Schlampe). Man darf sich von anderen inspirieren lassen, aber bitte nicht vor Neid erblinden. Es ist in Ordnung, anders auszusehen und anders zu sein. Jeder hat seine Stärken und hübschen Seiten:)

    (vielleicht schreibst du darüber mal deine Gedanken nieder?)

    Viele Grüße und einen guten Wochenstart;)

  6. Ich möchte dir vor allem in dem Punkt zustimmen, dass Sexualität reine Privatsache ist. Es ist unmöglich, wie viele Leute denken, sie hätten Mitspracherecht bei anderer Leute Sexualleben. Das fängt an bei Ampelfiguren in Wien und hört auf bei Dreierangeboten, lediglich, weil man homosexuell ist.
    Kleidung soll eine Andeutung sein? Eine Aufforderung zum Ficken.? Wie bitte? Es ist immer wieder verblüffend, wie viele (!) so denken. Und nicht unbedingt auf das sensible Thema Vergewaltigung bezogen. Selbst wenn man einfach nur tanzen geht, und rein gar nichts außer dem tut, gibt es immer irgendeinen Idioten, der das tatsächlich als Aufforderung ansieht.

    Ich danke dir vielmals für diesen Artikel. Frauen sollten sich unterstützen, ja, aber vor allem sollten Menschen anderen Menschen ihre Entscheidungen frei und selbstständig treffen lassen.

    Auch gut, dass du diesen Post geschrieben hast, weil ich hoffe, dass ihn viele Leute lesen und darüber nachdenken, was ihre Wortwahl betrifft.

    Ich wünsch dir einen schönen Start in die nächste Woche,
    Casey

  7. Damals in der achten Klasse, wurden die Mädchen als Schlampen bezeichnet, die schon einen Freund hatten. Ich gehörte damals dazu und hatte immer das Gefühl mich dafür rechtfertigen zu müssen. Wie absurd das war. Man galt als Schlampe weil man eine Person geliebt hat. Eine!

  8. Toller Post und tolles Foto!

    Du hast völlig Recht. Wir Frauen müssen zusammenhalten. Uns unterstützen. Männer sind uns da oftmals überlegen und bilden Seilschaften…helfen sich weiter…unterstützen sich……vielleicht sollten wir uns da was abgucken?!
    Liebe Grüße,
    Gaby

  9. Wahnsinnig guter Post, danke dafür! Grade das Thema beschäftigt mich auch ziemlich oft in letzter Zeit.

    Warum kann man nicht einfach leben und leben lassen, ohne gleich urteilen zu müssen oder von anderen degradiert zu werden?
    Also ja, ich gehe bei allem, was du zu dem Thema hast mit dir konform.
    Und das Bild ist super!

  10. Oh wow, hammer Post. Dasselbe ist mir damals auch passiert. Ich hatte mich gebückt und dabei ist mir mein Rock hoch gerutscht-.- Wie schrecklich…! Mein damaliger Kinder Popo mit den Blümchen Schlüpfer und den Rüschchen dran, war wohl zu viel für manch einen. Dazu muss ich sagen…ich war 14 Jahre alt, jungfräulich und brav. Aber das zählt nicht :D

  11. Dieses Wörtchen „Schlampe“ hat sich heutzutage doch so dermaßen abgenutzt, dass es sehr oft auch außerhalb des sexuellen Kontextes fällt. Und sonst gibt es im tatsächlich sexuellen Rahmen all zu oft leider auch dazu das gegenteilige Beispiel, nämlich „das langweilige Mauerblümchen“ oder „die ewige Jungfrau“ (wobei Männer für diese Prädikate teils härter verurteilt werden als Frauen). Dadurch stehen viele Jugendliche so unter Druck, dass vielen von 13 – 18 Jahren der Titel „Schlampe“ fast schon erstrebenswerter erscheint, so unglaublich das auch klingen mag. Wer einen braven und aufgeräumten Eindruck macht, ist sofort out. Kurios, dass wir ausgerechnet im 21. Jahrhundert uns auf solche Extreme reduzieren lassen und das in einem Thema, was die Allgemeinheit eigentlich nichts angeht. Und mindestens genau so kurios ist die Tatsache, dass diese „Titel“ nach Oberflächlichkeiten oder im Schlimmstfall aufgrund falscher Gerüchte vergeben werden, so wie es bei dir der Fall ist. Das man damit die Reputation eines anderen zerstört, der damit in Wirklichkeit vielleicht so viel gemein hat wie eine Kuh mit Obama, daran denken leider nur die wenigsten.

  12. Hi, ich äußere mich eigentlich nur bei den Themen Hautpflege und Make up. Allerdings ist es unbedingt erforderlich, dass ich mich äußere. Ich bin schon „älter“ und bin erfreut und beruhigt, wenn (junge) Frauen so eine meistens hingenommene zutiefste Ungerechtigkeit zur Sprache bringen. Ich habe mich mein Leben lang geweigert, Rollenerwartungen, die ich heuchlerisch und verlogen fand, zu entsprechen. Mein Wunsch nach Autonomie und mein Recht dazu, steht in der Verfassung, wurde mir von Anfang an streitig gemacht. Jenseits von Kindererziehung wurde und wird noch häufig eine Frau einfach nicht ernst genommen. Vergebens. Es ist der Gesellschaft nicht gelungen, mich in ihr Korsett zu zwingen, zu entmündigen und zu entmachten. Daher freue ich mich über diesen Post!

  13. Merkwürdig: ich hab schon immer aufgepasst, dass deine Röcke nicht zu kurz sind.
    Abgesehen von den bunten Haarfarben, sahst du immer anständig aus.
    Ja, kaum Hosen,ein voller Schrank nur mit Schuhe, aber nichts Kriminelles. :)

    Du hast dich über Schwierigkeiten in der Schule beklagt und mein Ratschlag war „Pfeif drauf“. Ich bin der Meinung gewesen, sobald man als Teenie aus der Reihe tanzt, wird man sofort gehänselt und beleidigt.
    Frauen halten fast nie zueinander und daher sind auch die Karrierechancen deutlich schlechter, als bei Männern. Das Erste, sas man bei grossen Consulting Unternehmen lernt: Netzwerke bilden, zusammenhalten, sich gegenseitig unterstützen und nach oben ziehen. Und das können die Frauen eben nicht. Traurig…
    Mashasmama

  14. Du sprichst mir aus der Seele! Ich habe oft über dieses Thema nachgedacht und wir haben auf jeden Fall dieselbe Meinung; Wenn Männer dies und das machen ist es Ok oder sogar super, aber wenn wir Frauen …
    Und ich finde das Wort ‚Schlampe‘ wird heutzutage so oft verwendet, dass es schon keine Bedeutung mehr für diejenigen hat, die es benutzen – man nutzt es ohne sich bewusst zu sein was es bedeutet oder anrichten kann…

  15. Masha, du hast es mal wieder auf den Punkt getroffen. Gerade der letzte Satz ist der Hammer und hat mir ein richtiges Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Ich liebe deine Sonntagsposts einfach, und ich bin auch eigentlich immer deiner Meinung. Sie sind wunderschön ehrlich geschrieben und das ist richtig erfrischend in dieser Welt voller Lügen! Frauenpower hoch zehn, i love it!

  16. Das Schlampen-Thema – hast du sehr schön geschrieben. Typisch Frauen, sie können einfach nicht zusammenhalten – woher kommt das nur? Ist es die Erziehung oder was? Mein Spitzname war ja in der Schule Schneeflittchen und die sieben Zwerge :) – fand ich damals auch nicht witzig, aber jetzt find ich es mega cool! Ich bin nicht für Gleichberechtigung – die Frauen müssen oben sein, egal wo – sonst wird das nichts mehr mit der Welt. Die Männer haben zu lange Bullshit produziert, sie hatten ihre Chance – jetzt müssen die Schlampen ran und das wieder gerade richten ;)

    Outfit, Posing, Make-Up – einfach alles ultraschlampenmegageil ;)

  17. Hallo Masha,
    zunächst einmal möchte ich loswerden, dass ich insbesondere deine Sonntagsbeiträge immer gerne lese. Dieses Thema finde ich insofern sehr wichtig, weil wir zur selben Schule gegangen sind und ich tatsächlich mitbekommen habe, dass du diesen Ruf hattest. Ich muss zugeben, dass ich es nie hinterfragt habe sondern einfach so hingenommen (was vermutlich am Alter liegt, ich hab 2011 Abi gemacht) und es unfassbar finde, im Nachhinein zu erfahren wie solche Gerüchte dank ein paar Vollidioten einem das Leben schwer machen. Man wünscht niemandem so etwas, aber es freut mich zu sehen, wie du es geschafft hast, diese Erfahrungen ins Positive umzusetzen :)
    Weiter so!

    Liebe Grüße
    Lisa

    1. Hi Lisa,

      vielen Dank für deinen Kommentar :)

      Ich bin ehrlichgesagt positiv überrascht von Jemandem zu lesen, der auf dieselbe Schule ging und gleichzeitig ein wenig erschrocken, dass es die Schüler selbst 3 Stufen drunter mitbekommen haben. Irgendwie traurig.
      Aber wie du schon sagtest, hätte ich damals nicht den Gegenwind bekommen und mich dafür entschieden, mein Ding trotzdem durchzuziehen wäre ich heute nicht an dem Punkt an dem ich mittlerweile bin :)

      Liebe Grüße aus B,
      Masha

  18. Meine Meinung. Oft hört man dann aber einen Schwachsinn wie:

    „Das ist wie bei Schlüsseln. Ein Schlüssel der jedes Schloss öffnen kann ist ein Masterschlüssel. Aber ein Schloss das sich mit jedem Schlüssel öffnen lässt ist nutzlos“

    Da sollte man dann einfach Fragen „Du bist also der Meinung Vergnügen und Spaß gehören eingeschlossen?“

    Und sowieso. Wer der Meinung ist Vaginas gehören hinter ein Schloss hat ein tiefgreifenderes psychologisches Problem und sollte mal einen Therapeuten aufsuchen.

  19. Liebe Mascha,

    wie du schon angesprochen hast, liegt in der Verurteilung von Rocklängen, Make Up und Verhalten ein weitreichendes, gesellschaftliches Problem: die Annahme, dass der Sex einer Frau ein wertvolles Geschenk ist, das nur dem einen, besonderen Mann gemacht werden darf, der es auch wirklich verdient hat.
    Dadurch wird die sexuelle Lust von Frauen automatisch zu etwas schamvollem degradiert. Wer offen mit seiner Sexualität umgeht und sich im schlimmsten Fall sogar noch in seinem eigenen Körper wohl fühlt (sic!), stellt eine Gefahr für die geliebte Ordnung dar, wird abgestraft und durch Shaming kleingehalten. „Gute“ Mädchen halten sich eben zurück.

    Ich glaube dass wir jungen Mädchen (und Jungs) noch viel mehr Sex (und Body!) Positivity vermitteln müssen und sich das am Ende sogar positiv darauf auswirken wird, wie gut sie dabei auf sich aufpassen. Nur wer die Wahl hat, kann am Ende Entscheidungen treffen, mit denen er sich wohl fühlt. Vielen Dank also für deinen Beitrag und dein Vorbild! <3

    Ines

  20. Ich verfolge dich schon soooo lange liebe Masha (myspace :) & finde das dieser Text wirklich zu deinen besten gehört. Es ist toll, dass du als bekannte Bloggerin dieses Thema ansprichst und deinen (insb. auch den jüngeren) LeserInnen ein super Vorbild bist. Ich finde deine Entwicklung so wunderbar und freue mich hier immer mal wieder rein zu schauen. Bleib so wie du Bock hast :)

    Dein Masha-Imperium wird immer größer und du immer besser und erfahrener.

    Alles Liebe und grüsse aus Hamburg,
    San.

  21. Chapeau für diesen tollen Text!

    Ich finde es furchtbar traurig, dass wir Frauen uns lieber gegenseitig niedermachen, wenn wir unser Selbst ausleben möchten oder erfolgreich sind, statt den Weg unserer Mütter weiterzugehen und uns gegenseitig unterstützen.
    Denn eins ist klar: Die geschlechtliche Gleichberechtigung haben wir noch lange nicht erreicht! Und erreichen können wir diese nur gemeinsam.

  22. Ich finde diesen Beitrag echt mega, du bringst diese Tatsachen so auf den Punkt und sprichst das aus, was andere beschweigen und sich nicht trauen auszusprechen. Nach weiter so Masha! ✌

  23. Schlampe ist das Wort das fällt, wenn alle anderen verletzenden Möglichkeiten nicht greifen können. Du bist nicht zu dick, hast keine krumme Nase und keine dicke Brille? Dann bist du eben eine Schlampe. Schlampe hat oft auch etwas mit Neid zu tun. Auf gutes Aussehen, auf besser ankommen bei anderen. Und Neid muss man sich schließlich auch erst erarbeiten.

  24. Oh liebe Masha, was für ein guter Text! Ich bin eigentlich eher eine stille Leserin, aber hier musste ich einfach kommentieren!
    Echt toll geschrieben! Du hast total recht mit deinen Aussagen! Wer hat je bestimmt, was richtig/falsch, oder zuviel/zuwenig ist, wenn es um die sexualität geht!?
    Auch Frau sollte tun und lassen können was sie will und sich sexuell ausleben dürfen!

    Was ich auch noch los werden muss.. Ich liebe es einfach das du so offen und auch sehr persönlich schreibst und einfach so super sympathisch bist in deinen snaps (das auch jeder so bestätigt, der dich kennt!)

    Ja genug der Schleimerrei.. Auf jedenfall wie immer toller Beitrag und MEGA BILDER!!
    :)
    xx Sarah

  25. Ganz toller Post, genau die Gedanken hatte ich auch schon oft! Ich denke jedoch, dass das Problem auch daran liegt, dass viele Menschen, insbesondere Frauen, einfach gerne lästern und vor allem auch weit aus öfter Komplexe haben, die sie dann eben genau durch solche Betitelungen ausgleichen! Würden Menschen zu einem guten Selbstbewusstsein und mit Respekt und Toleranz erzogen werden, gäbe es dies bestimmt weniger…
    LG Daisy

  26. „Indem wir andere Frauen als Schlampen bezeichnen werten wir nicht nur andere Frauen, sondern in erster Linie uns selbst ab “

    Danke für diesen wunderbaren Text. Hör bitte nie damit auf, so offen zu sagen, was du denkst. In all diesem gefälligkeitsgebettel online, bis du eine so tolle, angenehme ausnahme. Mutig, intelligent und wirklich besonders. Ach ja , und wunderhübsch!

    xx