Sonntagspost: irgendwo zwischen der Angst was zu verpassen und Erfolgsdrucksunday’s thoughts: fear of missing out

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Ich trinke meinen Guten-Morgen-Tee, geh’ online und zack – da ist es wieder.
Ich hatte es über Nacht fast vergessen aber fomo ist früher wach als ich.
Wer ist fomo?
FOMO (fear of missing out) ist ein Gefühl irgendwo zwischen dem Druck der auf einem lastet und die Angst irgendetwas großes zu verpassen.
Und beide Gefühle laufen Hand in Hand.
Außerdem ist es bei mir seit einiger Zeit wieder dauerpräsent.
Auch jetzt grade. In diesem Moment. Schon wieder.
Wovon ich schon wieder rede?
 
Unter Modebloggern gibt es viele goldene Regeln und eine davon lautet: Präsenz zeigen.
Das bedeutet nicht einfach nur zu Bloggerevents zu gehen, sondern in erster Linie auf Fashion Weeks zu erscheinen – in der Hoffnung, dass sich ein Streetstyle Fotograf deiner erbarmt und du ins nächste Magazin kommst, das zwar keiner liest, das sich aber gut macht auf deiner Feature-Seite.
Ausserdem müssen unbedingt ganz viele Instagram Bilder gepostet werden, damit auch die allerletzte Agentur mitbekommt, dass du in New York/London/Paris/Mailand (ja, auch unbedingt in dieser Reihenfolge!) warst. Schließlich ist das der Indikator für deinen Erfolg. Und da Erfolg unter den Modebloggern nicht unbedingt am Traffic, sondern am Image gemessen wird, sind Fashion Week Reisen ausschlaggebend. Oder so.
 
Diese Saison habe ich beschlossen blau zu machen. Den Modezirkus mit etwas Abstand zu betrachten und einfach mal gegen den Strom zu schwimmen. Und obwohl ich die Entscheidung irgendwie richtig genieße, sitze ich hier trotzdem mit diesem doofen Gefühl im Bauch.
Dabei mag ich Fashion Weeks nicht mal sonderlich – HA!
Das hättet ihr jetzt sicher nicht gedacht, oder? Aber ich bin tatsächlich kein allzu großer Fan von Fashion Weeks, denn die Stadt ist voll, alle sind gestylt und das schlimmste: jeder nimmt sich wichtig.
Ich mein, ich liebe die Mode und was einem gezeigt wird. Ich mag nur nich das drumherum unbedingt!
Ist das schlimm, wenn ich als Fashion Bloggerin sowas sage?
Ist das dann so, als würde ein Musiker sagen, er geht ungern auf Konzerte?
 
Ich glaube die meisten von euch haben jetzt diesen Text gelesen und können rein gar nichts damit anfangen, sich nicht reinversetzen, deswegen mache ich es euch einfacher:
Es ist Samstag Abend. Du warst den ganzen Tag unterwegs, bist endlich Zuhause angekommen und fühlst dich müde.
Vorhin hast du noch große Töne gespuckt, von wegen, heute würdest du garantiert nicht mehr vor die Tür gehen, komme was wolle. Jetzt sitzt du also mit einer Tasse Tee in der Hand Zuhause und versuchst auszublenden, dass grade Samstag Abend ist, deine Freunde sich alle grade treffen und bestimmt, ganz bestimmt (!!) richtig viel Spass haben. Ohne dich. Denn du sitzt vor dem Fernseher und “genießt” die Ruhe.
So weit so gut. Dann checkst du dein Instagram und siehst wie sie sich fertig machen, und tatsächlich Spass haben. Und du sitzt da und guckst in den Bildschirm.
Es ist nicht so, dass du unbedingt Bock hast rauszugehen, aber wenn du das siehst…
 
Jetzt sitze ich hier also. Fühle mich irgendwie gut, weil ich schließlich nicht irgendwo, sondern abseits in Helsinki sitze und gleichzeitig doof, weil da dieser Erfolgsdruck auf mir lastet und frage mich, ob ich meine Entscheidungen nicht spontan doch über Bord werfen sollte. Ob ich mich einfach fertig machen sollte und losfliegen sollte. Ob ich ein Teil des Systems und des Hamsterrads werden sollte, das ich gleichzeitig liebe und hasse. So sitze ich also hier und kaue an meinen Nägeln.
Ich glaube ich mache mir zu viele Gedanken.
 
Übrigens: das ist zur Abwechslung mal ein richtiger Random-Post. Nicht mal ein richtiger Sonntagspost, aber authentisch und grade schnell getippt. Ihr solltet wissen: es ist ziemlich früh und ich nicht mal richtig wach.
Vielleicht ist es der ehrlichste Sonntagspost ever.
I drink my good morning tea, go online and bang – there it is again.
I had almost forgotten it overnight but fomo is awake earlier than I am.
Who is fomo?
FOMO (fear of missing out) is a feeling somewhere between the pressure of being successful and the fear of missing something big.
And both feelings run hand in hand.
And right now, that’s exactly what I feel.
At this moment. Again.
What I’m talking about?
 
Under fashion bloggers there are many golden rules and one of them is: show presence.
That doesn’t mean to go only to blogger events, but to appear primarily on fashion weeks – in the hope that a street style photographer mercy on you and you appear in the next magazine that no one reads, but which looks good on your feature page.
Furthermore you have to post many Instagram pictures so every agency noticed that you were in New York / London / Paris / Milan (yes, even in that order!). Because this is the indicator of your success as success is measured by traffic, but by image. I guess.
 
This season I decided to skip fashion weeks. To watch the fashion circus with some distance and while I enjoy the decision somehow, I still have this stupid feeling in my stomach.
I mean I don’t even like fashion weeks!
I mean, I love fashion and the new collections, but I just don’t like all this atmosphere.
Is it bad if I say something like that as a fashion blogger?
Isn’t it like a musician would say, he hates concerts?
 
Anyway, I think most of you have now read this text and don’t know what to do with it, so that’s why I’m trying to keep it simple:
It’s Saturday night. You were out all day, you’re finally arrived home and feel tired.
To told everyone you’ll stay at home, don’t leave the house, whatever.
So now you’re sitting with a cup of tea in your hand at home and trying to forget that it’s Saturday evening and your friends really have a lot of fun. Without you. Because you’re sitting, watching television and “enjoy” the evening.
So far so good. Then you check your Instagram and see how they get ready, and actually have fun.
And you sit there and do nothing at all.
You really don’t wanted to leave the house, but when you see these pictures….
 
Now I sit here and feel kind of good because I’m not somewhere, but off in Helsinki and at the same time stupid because of the pressure of success. Maybe I should just take the next flight…
Maybe I should be part of the system, that I love and hate at the same time…
Maybe I’m just thinking to much.
 
And maybe that’s the most random post ever.

September 14, 2014
Category - personal
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27 Kommentare

  1. Huhu:)
    Ich wollte als Erstes mal erwähnen, dass ich bis jetzt nicht wirklich wusste wie ich in Worte packen sollte, warum dein Blog mir so gefällt. Doch jetzt weiß ich: es ist deine Ehrlichkeit. Ich selbst weiß was du meinst wenn du FOMO erwähnst. Gerade die Modewelt ist ein Opfer dieses Bedürfnisses, und ich als Teilzeit Model da bekommt man von Zeit zu Zeit eine Art Depression! Da finde ich deinen Ausflug nach Helsinki eine sehr gute Idee um Abstand zu nehmen und “loszulassen”. Die Gedanken schweben frei herum und jeder “Bürojobber” würde an sein Büro denken, jeder Arzt an seine Patienten und genau so jeder Psychologe. Woran du dann denkst ist der Blog mit dem du uns eine Art Magazin bietest.Wir erwarten viel von deinem Online Magazin, und dass du uns auf dem Laufenden hältst. Aber wenn du uns informierst, dass du dir frei nimmst, dann hab keine Sorge, wir verstehen dich (oder müssen es verstehen) dann geht es im Endeffekt nur noch um den Druck den du dir selbst machst, und den solltest du über Bord schmeißen und dich fallen lassen :)

    Liebe Grüße, Juju

    http://www.on-way-to-paradise.blogspot.com

  2. Ach liebe Maria, endlich! Endlich hat mich der Titel mal wieder dazu bewegt auf deinem Blog zu bleiben… ich bin Leserin der ersten Stunde und stand immer hinter dir, nur hab ich dir in letzter Zeit kaum noch ein Wort geglaubt.

    Halt, ganz ruhig liebe Fangirls!
    Nicht, weil ich glaubte, du wolltest uns allen was vormachen und das soll auch gar kein Vorwurf sein. Eher, weil ich das Gefühl bekam, du weißt selbst manchmal nicht mehr was wirklich DIR entspricht und was dem, was WIR (also ich gehöre nicht zu dem “WIR” ^^) erwarten. Ich denke so würde es früher oder später jedem einst glaubhaften Blogger mal so gehen, aber es fiel einfach so stark auf, irgendwie von jetzt auf gleich…

    Es gab Dinge, die fandest du zum Kotzen (und ja, auch Dinge die sich nichtmal durch Erwachsenwerden und Entwicklung verändern dürften) und nun feierst du sie hart. Es gab Prinzipien die du hattest, die nun über Bord sind. Ich hatte einfach keine Lust mehr dich zu lesen. War jeden Tag hier, um zu schauen, ob mal wieder was von der echten, authentischen Maria zu sehen ist. Aber kaum…

    Und dann heute. Heute hab ich mich so gefreut. Nenn mich bekloppt, aber ich hatte Tränen der Rührung in den Augen, als ich sah dass es “dich” doch noch gibt, dass der bösartige Zirkus dich nicht vollends verschlungen hat. Ich war einfach erleichtert, das trifft es ganz gut.

    Bleib Masha Sedgwich, aber sei auch wieder öfter Maria. Bitte <3

    1. ach Lisa <3
      Danke!

      Maria hat sich in den letzten Jahren ziemlich geändert und wo ich damals noch eine klar linie gezogen habe, ist diese jetzt verschwommen.
      ich bin ich und ich freue mich natürlich über zuspruch, aber ich bin auch authentisch.
      es gibt leider sachen die kann cih nicht mehr feuchtfröhlich mit meinen lesern teilen – so wie früher und um ehrlich zu sein finde ich das selbst scheisse.
      aber manche dinge müssen leider privat bleiben und so spreche ich eben über, na ws eigentlich? über das was mich halt son bisschen beschäftigt. Heute eben das hier :)

  3. Ich hab auch immer das Gefühl irgendetwas zu verpassen…
    Deswegen habe ich auch kein Instagram, ich glaube hätte ich Instagram, wäre alles noch viel schlimmer xD und ein Facebooksuchti bin ich Gott sei Dank auch nicht.
    Das ist grade richtig schwer für mich, da ich im Moment am “Ende der Welt” wohne in einem Dorf was nur eine Straße hat und nichtmal ein Café oder so, es ist echt oft ziemlich langweilig hier. Und weggehen ist auch nicht so gut weil man überall mit dem Auto hinfahren muss und ja Auto = kein Alkohol = nicht gut zum feiern. Dazu kommt noch das ich eh meistens arbeiten muss.
    Aber bald ist mein Praktikum rum und es geht zurück in die Stadt =)

  4. Dieses Gefühl etwas zu verpassen hat wirklich jeder junger Mensch, doch wenn es Dir daran ist zu chillen, solltest du dem auch gewiss nachgehen können. Mich persönlich zieht es nicht auf eine Fashionweek zu gehen- Da bereise ich doch eher neue Länder, die wirklich mehr Abwechslung bieten und man neue Erfahrungen sammelt, in neue Kulturen hineintaucht. Bleib wie du bist, und lass dich nicht vom Schein trügen!

    Liebe Grüße!
    http://redchillilounge-spiceupyourlife.blogspot.com/

  5. Ich habe mir einige Kommentare durchgelesen und muss diesem Satz vollkommen zustimmen: “… ich lese deinen Blog mehr wegen dir und deiner Persoenlichkeit ”
    Genau so geht es mir auch! Oberflächlich betrachtet sah dein Blog für mich aus wie jeder 2. Möchtegernposerhighfashionsuperblog. Ich scrollte herunter, blieb an deinen Wohnungseinträgen hängen, scrollte weiter, dies und jenes Bild sah echt hübsch aus, aber dann… dann las ich deine Texte.
    Und damit bin ich in deine Falle getappt ;) Von außen betrachtet wirkst du für mich Normalo als super Fashion”tusse”, hihi, aber das, was deinen Blog ausmacht, ist dein ICH! Du, die nicht nur auf heile Welt macht, sondern uns “Normalos” ;))) zeigst, wie die Welt hinter den Glamour-Kulissen ausschaut.

    Ich mag das. Ich mag diesen Post hier. Ich mag’s, dass du nicht mit der Masse mit schwimmst und einfach mal auf dein Bauchgefühl gehört hast und Zuhause geblieben bist! Weil es deinem Körper und deiner Seele nun mal gut tut zu entspannen.

    Ich kaufe diesen ganzen Leuten auf Instagram, Facebook und Co. diese “heile Welt” sowieso nicht ab und kotze, wenn die permanent nur am Angeben sind. Da denke ich ehrlich gesagt nämlich im Innern nur das: “Menschenskind, du bist in Wirklichkeit total unglücklich und zwingst dir irgendne Scheiße auf indem du die Leute nachäffst und all den Trouble, der gerade angesagt ist, mit nimmst, nur um der Welt krampfhaft das Gegenteil zu beweisen: Dass du angeblich glücklich bist.”

    Klar ist es bestimmt geil herumzureisen, aber permanent? Funktioniert das? Man braucht doch auch mal ne Pause. Also hab kein schlechtes Gewissen. Sei zufrieden mit das, was du hast und nicht neidisch auf das, was du gerade nicht hast. Auf Dauer sich mit anderen zu vergleichen macht nicht glücklich. Und einen auch nicht gerade individuell.

    Heute beim Backen der Geburtstagstorte für meinen Freund morgen musste ich irgendwie an meine Teenagerzeit denken. Wie meine beste Freundin und ich von ALLEINE alles für uns entdeckt hatten. Beauty, Mode, Serien. Wie wir es sogar schafften von ALLEINE an unserer Schule Trends zu setzen. Das waren wir! Unser ICH. Unser Geschmack. Und heute? Heute gucken sich die KInderchen Youtube an und machen alles nach. Toll. Tolle Leistung. Wo ist da noch die Herausforderung?

    Sei bitte du. Bleib bitte du.

    Liebe Grüße

    1. hi dasmiau (cooler name übrigens!!)
      danke für dein liebes kommentar <333

      ganz ehrlich: das ist auch nie im leben so toll wie es auf instagram aussieht.
      ich kann aus meinem frühstück auch ein schönes bild machen und es ändert nichts daran, dass ich zuhause abhänge und arbeite. Auch das mit dem rumreisen ist auch nicht immer geil, man muss viel zu früh aufstehen hat den ganzen tag programm und wenn man irgendwann gegen 12 ins bett darf muss man noch arbeiten.
      reisen is nicht immer geil, also mach dir da mal keine sorgen.
      hab auch mit reisebloggern geredet, unglaublich, wie abgestumpft sie sind….

      die herausforderung ist es sich nicht in all dem heckmeck zu verlieren und das ist wirklich schwer genug….

    2. wie unfassbar gut du es in worte verpacken konntest. wow ! danke dir dafür. ich bin wirklich (fast) sprachlos

  6. Liebe Masha!
    Wie hier schon erwähnt ist einigen Leuten dein fomo-Gefühl kein Unbekanntes, ich zähl mich da auch dazu, also Glückwunsch – du bist ganz normal!

    Ja, es ist erlaubt auch als Fashion-Bloggerin dem ganzen Wahn&Chaos der Fashion Weeks mal entgegen zu stehen und das Drumherum zu “missbilligen” – ne Meinung zu haben ist doch völlig legitim und weitaus besser als dieser Haufen meinungsloser Modepüppchen – davon gibt’s schließlich genug.
    //aber falls du mal jemanden zum lästern brauchst, ich häng (zumindest in Berlin) auch imma im FW Zelt rum ;) //
    Und wenn du an nem Samstagabend lieber auf dem Sofa rumliegst als dein Geld in Drinks zu investieren hast du vielen Menschen schon was voraus, denn du tust damit etwas sehr wichtiges, was viele von uns in der heutigen Welt vielleicht verlernt haben: Du hörst auf deine(!) eigenen Bedürfnisse, du folgst deinem Gefühl und tust damit etwas für DICH. Das hilft bestimmt in dem Sinne, dich mal von deinem sonstigen Stress zu erholen (stichwort: ausgebranntsein) und macht dich wahrscheinlich zufriedener als allen, die irgendwelchen vermeintlich wichtigen Dingen hinterher rennen und sich dabei verbiegen.

    Und am Schluss noch Danke für den Satz “Ist das dann so, als würde ein Musiker sagen, er geht ungern auf Konzerte?” – ich habe herzlich gelacht! :)

    Allet Jute

  7. Bleib in Helsinki. Dort ist es bestimmt um einiges toller als auf einer Fashion Week. Außerdem gibt es die ja immer wieder ;)

  8. Ich glaube jeder weiß, dass oft im Leben “mehr Schein als Sein” 100% zutrifft. Gerade im Modezirkus. Was glaubst du wie viele Leute es so ergeht, dass sie gerne mir dir tauschen würden, weil sie denken, dass sie selbst etwas verpassen. Ich denke, es geht auch viel mehr darum, mehr Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man liebt, egal ob Samstag Abend auf der Couch oder beim Tanzen. Das nenne ich dann wirklich mal verpasste Zeit.
    Mich würde mal interessieren, ob du nicht “verpflichtet” bist durch deine Agentur zur FW zu gehen? Nur mal so ein Gedanke.

  9. Ich kann deine Gedanken sehr gut teilen. Ich denke Helsinki war die richtige Entscheidung, aber das Leben beantwortet solche Fragen nicht.

    Hör immer auf dein Bauchgefühl, es wird dich richtig weisen. Bis jetzt, hat es das doch meistens getan, oder? :)

    Liebe Grüße

  10. Gerade wenn man jung ist, möchte man so viel wie möglich mitnehmen. Und das ist verständlich.
    Ich finde es aber sehr erwachsen von dir, dass du dich jetzt für diese Saison zurückziehst und dir die Ruhe gönnst.
    Ich erinnere mich noch an die letzte FW in Berlin, auf der du zwar Spass hattest, aber auch sehr von einigen Dingen genervt, bzw. gestresst warst.

    Meiner Meinung nach muss man auch nicht immer ALLES mitnehmen was geht, sondern aus einzelnen Dingen/ Veranstaltungen/… wunderbare Momente und Erinnerungen zu zaubern:)

    Dafür liebe ich auch deinen Blog so sehr. Viele “große” Blogger posten jeden Tag wie toll ihr Leben ist, die neuste Mode etc. Dabei geht es oft nicht mehr um deren eigenen Geschmack, sondern nur noch darum, möglichst vieleAufrufe und Follower zu gewinnen. Du hingegen ziehst dein Ding durch und gestaltest dein Leben als Blogger (Mehr oder weniger…schließlich ist es auch “nur” ein Job manchmal, der getan werden muss) wie du es möchtest. Respekt!

  11. Hi liebe Masha!

    Zu aller erst muss ich dir mein Kompliment aussprechen, weil du Mut beweißt, in dem du, sehr, sehr ehrlich deine Gedanken nieder schreibst, und den inneren Konflikt in dir. Das kann ich sehr gut nachvollziehen – manchmal hab ich auch solche Gedanken, obwohl man dann zu Hause sitzt und einfach nur mal entspannen möchte und seine Ruhe haben will, ob man sich nicht doch aufraffen sollte.
    Ich komme selbst aus der Mode, also ich befinde mich noch im Studium.xD
    Und kann sagen, dass mich persönlich diese Berichte über die Fashion Week nada interessieren. Ich liebe Mode, wie jede andere, die entweder Bloggerin ist, oder einfach Followerin ist…
    Wobei man einen ganz anderen Blick auf die Mode hat, als andere Leser. Ich persönlich guck’ mir nur die aktuellen Shows an, und oder blättere in nem Magazin, was gerade die aktuellen Kollektionen sind. Und mehr nicht.:)

    Ich schätze aber – und das von jemanden der aus der Branche kommt, dass viele wirklich diese Scheinwelt mit anderen Augen sehen, da sie keinen Blick hinter die Kulissen haben.(wie denn auch) Nun ja, ich glaube, dass einige deine Worte und deine Sicht auf die “Dinge” höchstwahrscheinlich nicht nachvollzienen werden können. Ich kann es jedenfalls sehr gut. Und weißt du was? Ich denke, dass du es genau richtig machst. Ich finde es wichtig, auf sein Bauch zu hören.
    Die Modebranche ist ein hartes Pflaster – das wissen wirklich nur die, die auch aus der Branche kommen.
    Ich denke, was schon vor mir gepostet wurde, dass andere Blogerinnen ja bereits schon mit ihren Berichten über die Fashion Week zu Hauff vertreten sind, sodass es auch mal ganz angenehm sein kann, wenn hier und da gar kein Bericht folgt, sondern ne Alternative…

    Liebe Grüße und einen schönen Restsonntag euch allen!

  12. Liebe Masha,
    ich denke fast jeder unserer Generation + – 5-10 Jahre ;D kennt das Gefuehl, Angst zu haben, was zu verpassen. Gerade in meiner Heimatstadt und deiner Wahlheimat Berlim und aehnlich großen Staedten ist dieses Phänomen groß verbreitet. Mein Freund und ich sprechen oft darueber. Er ist Anfang 30. In seinem Freundeskreis bekommen ploetzlich alle Kinder, ziehen an den Stadtrand oder heiraten. In meinem Freundeskreis sind alle außer ich Studenten und feiern auch unter der Woche, treffen sich am Wochenende erst gegen 10 zum Vorgluehen weil vor zwei in den Clubs ja nichts los ist. und wir irgendwo dazwischen. Immer irgendwie Angst, was zu verpassen. Dabei genieße ich es auch den Samstag Abend auf dem Balkon ausklingen zu lassen und gegen Mitternacht im Bett zu sein. Aber spaetestens wenn ich bereits nachts um eins mit dem Rad nach Hause fahre und die ganze Stadt gefuehlt auf den Straßen jubelnd die Partymacht einlaeutet, ist sie wieder da, dieses ungute Gefuehl. Verpasse ich was? Muss ich feiern weil ich in Kreuzberg lebe? Nein, Partynaechte werden (meistens) komplett ueberschaetzt. Und nicht jede Partynacht ist legendaer, auch wenn die gut durchdachten facebook posts den Anschein erwecken.
    Facebook, Twitter, instagram und co gehören leider zu deinem Job dazu und du kannst es schwer ausblenden. Ich habe mich schon vor einiger Zeit dazu entschieden all den Plattformen tschüss zu sagen und meine Zeit nur noch nach meinem Bauchgefuehl zu gestalten. Ich glaube nicht dass viele einen gesunden Umgang damit haben und viel ist mehr Schein als sein. Wem machen wir eigentlich wirklich was vor wenn wir ein ganz spontanes Selfie Pic hochladen von einer Mega geilen Party? Vor allem uns. Denn waere die Party so gut wuerden wir vergessen Bilder zu machen und es waere uns am naechsten Tag egal denn wir haben ja die Erinnerungen. und in Wirklichkeit ist das Selfie der 20. Versuch, soll aber ganz spontan aussehen.
    Liebe Masha, ich lese deinen Blog mehr wegen dir und deiner Persoenlichkeit und weniger weil ich was ueber die Fashionweek erfahre. und ich denke dass ist auch gut so und das sollte dich beruhigen.
    Ich bin Erzieherin im Kindergarten und trotzdem nerven mich Kinder manchmal in der S Bahn und ich hab nicht jedes Wochenende Lust die Kids unserer Bekannten zu betüdeln. Und ich habe aufgehoert mich schlecht zu fuehlen nur weil ich nicht jeden Tag und fuer jedes Kind voller Euphorie bin.
    FOMO – du nervst mich gewaltig und es ist echt schwer mit dir umgehen zu lernen – fuer die meisten von uns!
    hej du bist in Helsinki – wie geil ist das denn? Genieße! Der Fashionweek Zirkus ist naechstes Mal auch wieder der gleiche!

    1. Hey Josie,

      was für ein toller Post von dir! Unterschreib’ ich gleich mit Wachs und Siegel!

      Nur, ich nutze Fb nur zweckmäßig, weil ich es zwecks meines Modestudiums leider ab und brauche. Ansonsten bleib ich allen anderen sozialen Netzwerken fern. Ich denke, dass gerade das (Problem) mit den sozialen Netzwerken sich zu einer Art Kultur entwickelt hat. Selbstinszenierung und so… Ich wundere mich auch ständig darüber, wie ungesund viele damit umgehen. Nu ja, wat’ solls. Jedem, wie er’s mag.

    2. Hallo Masha,

      ich verflge deinen Blog schon seit längerer Zeit und darf ich dir sagen warum? Nicht aus dem Grund, dass du Modebloggerin bist und du Mode liebst, sondern weil du mir als Mensch sympathisch bist und ich deine Art und Weise, wie du postest und als Person bist, sehr mag. Und ich denke, darauf kommt es an, was den Erfolg als Bloggerin betrifft. Wäre es nicht so, hättest du nicht so viele Fans, wie du sie hast ;-). Ich selbst interessiere mich nicht wirklich für Mode, bzw kann damit nicht wirklich etwas anfangen. Natürlich kaufe ich mir super gerne und auch leider viel zu oft Klamotten, etc (ich bin eben auch nur ein weibliches Geschöpf ^^), jedoch lese ich keine Modemagazine, schaue mir Fashion Shows oder sonstiges. Darum denke ich, dass es den meisten deiner Lese wirklich um DICH geht und nicht um all die modischen Dinge, die du postest. Das Gefühl, dass du beschrieben hast, kennt jeder. Mir erging es fürher auch sehr oft so. Man hat sich zu Dingen förmlich gezwungen, nur weil man Angst davor hatte, etwas zu verpassen. Jedoch bin ich ruhiger geworden und habe mehr zu mir selbst gefunden. Worauf ich höre ist mein Bauchgefühl. Wenn mir dieses sagt: “Du musst dort nicht hin!”, dann höre ich darauf und bleibe zu Hause. Ohne schlechtes Gewissen, oder Bauchgefühl. Seitdem ich dies “gelernt” habe, bin ich entspannter und ausgeglichener. Du bist momentan in Helsinki, einer Stadt, in der du noch nie gewesen bist. Eine Stadt und ein Land, welches dir Kultur bietet, die du so noch nie erfahren hast und das ist richtig so! Genieße es, lebe in diesem Moment und zerbrich dir nicht den Kopf über ein Event, welches dir eh keine Freude bereitet hätte ;-). Du musst dich nicht an einem Ort aufhalten, der dir nicht wichtig ist, nur weil es anderen wichtig erscheint. Bleibe dir selbst treu (so wie immer) und mache das, was dir Spaß macht. Listen to your heart and everything will be fine! Denn letztendlich gewinnt man mehr Herzen mit Sympathie und Authentität ;-). Du machst also alles genau richtig! Greetings

  13. Was für ein schöner ehrlicher Post. Und wenn auch nicht jeder von uns einer fashionweek nach der anderen hinterher jagt, können wir uns irgendwie doch hineinversetzen. Das erinnert mich daran, dass ich wohl diesen Sonntag doch mal raus aus dem Pyjama sollte… da ist immerhin ein Straßenfest direkt vor meiner Haustür :)

  14. Du bist so cool, Masha. :)
    Ich kenne das Gefühl auch.. Das beginnt ja schon damit an welchem Ort man lebt. Egal für was man sich entscheidet, man verpasst das, was anderswo passiert. Kann man Berlin überhaupt den Rücken zudrehen? Ja! :)

  15. Aus meiner Sicht als Leser kann ich Dir sagen, dass mich die Berichte über die Fashion Week überhaupt nicht interessieren und das obwohl ich Mode liebe. Jedesmal bevor die Fashion Week startet denke ich: Oh nein, Twitter, Instagram, bloglovin – wieder alles voll damit. Deswegen bin ich dankbar über jeden Artikel, in dem es nicht um irgendwelche Berichte aus New York oder London geht. Ich gehe davon aus, das viele Leser eigentlich gar nichts mit dem Hype und der nicht alltagstauglichen Mode anfangen können.

  16. Masha,

    danke dir deine Ehrlichkeit.
    Das Gefühl, diese Gedanken kenne ich gut. Meinerseits habe ich mich für Berlin und Hamburg entschieden. Und für Splittung: Freunde und Freude ist essentiell wichtig, Ruhe für mich auch, Leidenschaft für Mode ja(!) dessen ‘heihei’ küsschen rechts links nicht!!! Wenn ich arbeite liebe ich was ich tue. Wenn ich dann meine Freunde spüre ich wie wichtig mir das ist-dieses authentische Leben.

    Gratulation zu deiner Angst: Sie zeigt dir wie gut du ehrlich sein kannst und den Mut und das Recht hat sie Dinge so zu sehen wie es dir gefällt. Das unterscheidet dich, im positiven Sinne, vonautentische anderen Mode Bloggerinen!!!
    Mit großem Respekt,
    Florian

  17. Lass dich nicht unter Druck setzten! Ich glaube mal ne Auszeit vom Zirkus schadet nicht ;) Weniger ist oft mehr und es muss auch für einen selber passen.
    Persönlich finde ich es immer doof, wenn zu Fashion-Week Zeiten alle das gleiche schreiben… da freu ich mich dann immer, wenn ich mal von einer oder einem was zu einem anderen Thema lese ;)

    Viele Grüße und viel Spaß noch in Helsinki ;)
    Fiona

  18. Liebe Masha, wieder einmal bin ich beeindruckt: von Deiner Ehrlichkeit und Deiner Fähigkeit zur gnadenlosen Selbstreflexion! Deine Gedanken kann ich absolut nachvollziehen, vor allem auch deswegen, da Deine mutige Entscheidung, diesmal bei den FWs “blau” zu machen, ja unter Umständen auch berufliche Konsequenzen und damit auch finanzielle Einbußen mit zur Folge haben kann. Und ich kann mir vorstellen, dass Du beileibe nicht die einzige Fashionbloggerin bist, die Veranstaltungen dieser Art nicht so wahnsinnig gerne mag. Denn obwohl der Besuch von solchen Events für mich absolut nicht zur Diskussion steht, versetzt mich alleine der Gedanke daran in Horror! Vorher die Outfits zusammenzustellen, nicht sicher zu sein, ob sie auch ankommen, dann diese enorm hektischen Tage, zusammen mit der vielen Arbeit “nebenzu” noch für die diversen Plattformen und Kunden zu produzieren – eine echte Fashion Bloggerin zu sein, ist ein harter Job. Nicht nur daher wünsche ich Dir von Herzen, dass Du Deine Auszeit soweit wie möglich geniesen kannst. Abgesehen davon bin ich davon überzeugt, dass Mut immer belohnt wird :)
    Liebe Grüße von Rena
    http://www.dressedwithsoul.com